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BSWW.de: Interview mit Bret "The Hitman" Hart"
BSWW.de hatte während des Aufenthaltes von Bret Hart in Düsseldorf die Gelegenheit, Bret Hart zu treffen. Bret stand den BSWW.de Mitarbeitern Christian Z. und Stefan Gorges Rede und Antwort.
BSWW.de: Hallo Bret. Wir wissen, dass du heute bereits ein hartes Programm hinter dir hast und etwas müde bist. Daher wollen wir gleich mit dem Interview beginnen.
Direkt zur DVD, warum hast du dir keine Matches gegen Shawn Michaels oder Ric Flair für diese Sammlung ausgesucht?
Bret Hart: Ich denke nicht, dass die Matches gegen Flair großartig waren. Ich würde sie lediglich als gut bezeichnen. Shawn Michaels habe ich nicht aus persönlichen Gründen von der DVD ausgeschlossen. Auf der DVD sollten meiner Meinung nach nur besondere Matches enthalten sein, welcher dem Fan sonst auf normalem Wege vorenthalten worden wären. Zum Beispiel denke ich jetzt an das Match gegen den Undertaker beim SummerSlam 1997. Es war besser als das Aufeinandertreffen bei One Night Only in Birmingham. Den Kampf aus Birmingham haben aber sicherlich noch nicht alle Fans gesehen. Enttäuscht war ich auch darüber, dass man meine Idee zu einem Leiter Match gestohlen hatte. Bei WrestleMania X kam es dann zu einem Aufeinandertreffen zwischen Shawn Michaels und Razor Ramon. Ich denke übrigens immer noch, dass mein Match am gleichen Abend gegen Owen Hart viel besser war. Schließlich ist es keine Kunst, mit einem Gimmick-Match bei den Zuschauern angekommen. Bei Bret vs. Owen hieß es nur Mann gegen Mann. Das Match gegen Shawn Michaels bei der Survivor Series habe ich in schlechter Erinnerung. Ich denke, Michaels war zu diesem Zeitpunkt nicht in der besten körperlichen Verfassung.
BSWW.de: Warum ist deine DVD ein „Must Buy“ für jeden Fan?
Bret Hart: Also, ich weiß das sich das Wrestling-Business seit meiner Zeit sehr verändert hat. Heutzutage sind sehr viele Informationen u.a. auch aufgrund des Internets bekannt. Ich denke, der wahre Wrestlingfan wird an meiner DVD sehr viel Freude haben. Ich denke, dass zu meiner Zeit das eigentliche Wrestling noch im Vordergrund stand. Danach war es auch nicht der Fehler von Shawn Michaels, Steve Austin oder Vince McMahon. Das Wrestling-Business hat sich einfach verändert. Das Geschäft ist sehr viel brutaler geworden. Die Zeiten, als die Fans im Wembley Stadien begeistert waren, als sich der British Bulldog in meinem Sleeper Hold befand, sind vorbei. Als es während des Tribut-Matches für Owen Hart mit Chris Benoit in der Kemper Arena zu einem Sleeper Hold kam, war es in der Halle unglaublich leise. Das Match mit Benoit sehe ich als letztes eigentliches Wrestlingmatch an. Erst zum Ende des Kampfes sind die Zuschauer aufgewacht und haben sich bemerkbar gemacht.
BSWW.de: Auf der DVD sprichst du viel über Curt Hennig. Warum ist er so wichtig für dich?
Bret Hart: Er war einfach ein absoluter Vollprofi. Mit ihm konnte ich ein gutes Match abliefern, abends einiges an Bier trinken und am nächsten Tag ein weiteres sehenswertes Match abliefern. Wir hatten großartige Matches gegeneinander und es machte immer Spaß, mit ihm in den Ring steigen zu dürfen. Ich denke, dass ich ihm zu Beginn seiner Karriere sehr geholfen habe und als es an der Zeit war, sich zu revanchieren, war Hennig da – trotz eines schrecklichen Rückens. Hennig war trotzdem immer ein sehr vorsichtiger und aufmerksamer Wrestler.
BSWW.de: Hast du aktuell noch einige Freunde bei WWE?
Bret Hart: Kontakte gibt es noch zu den kanadischen Wrestlern wie Chris Benoit oder Chris Jericho. Auch Rey Mysterio und Eddie Guerrero sind zu nennen.
BSWW.de: Was denkst du über den Tod von Eddie Guerrero?
Bret Hart: Es war eine reine Tragödie. Genau wie Curt Hennig, Rick Rude, Miss Elizabeth oder der Big Boss Man musste er auf die härteste Art und Weise erfahren, dass man all die Pillen und den Alkohol nicht miteinander vermischen kann.
BSWW.de: Wie urteilst du über die Klique?
Bret Hart: Sie waren Gift für das Wrestling. Sie hatten kein Gefühl für moralische Grundsätze. Das war damals schwierig für eine Reihe von Wrestlern. Worker wie Savio Vega und Crush gehörten schließlich auch zur Liga und trugen zum Gesamtprodukt bei. Die Klique war wie eine Reihe von Gangstern. Wie der Name schon sagt, sie waren für sich gegenseitig da, doch hatten sie nichts für den Rest der Welt übrig. Shawn Michaels erzählte mir z.B. bereits einige Zeit vor seinem Titelgewinn, dass er diesen Moment kaum erwarten könne. Schließlich wolle er mit Hunter „Hearst“ Helmsley oder Kevin Nash um das Gold fehden. Das bedeutete, dass der Champion als bestbezahltester Wrestler des Unternehmens das Gold nur innerhalb von Freunden verteidigen würde. Der Herausforderer stand damals schließlich auch auf Position 2 in der Gehaltsstufe. Ich habe während meiner Titelregentschaften niemals in solche Richtungen gedacht, obwohl ich letztlich mit dem British Bulldog oder Owen Hart in den Ring gestiegen bin. Ich stieg gegen jeden Mann in den Ring, der mir „vorgeworfen“ wurde, z.B. Jerry Lawler, Jean Pierre Lafitte oder Dr. Isaac Yankem.
BSWW.de: Shawn Michaels behauptete, dass er sich verändert habe?!
Bret Hart: (lachen) Shawn dachte immer nur an sich. Wrestling ist ein Teamsport. Ich brachte jedem Wrestler Respekt entgegen, auch wenn dieser nur im Eröffnungsmatch stand, z.B. Chris Candido oder Steve Lombardi. Ich denke, Shawn ist anders. Aus Kämpfen gegen Bob Backlund oder Steve Lombardi hätte er nicht herausholen können, da er immer nur an seine Belange dachte.
BSWW.de: Vom Wrestling-Standpunkt aus, was denkst du über Hunter „Hearst“ Helmsley? Zum Ende deiner Karriere bist du noch mit ihm in den Ring gestiegen?
Bret Hart: Ich habe für ihn keinerlei Respekt. Ich mag ihn persönlich überhaupt nicht. Wenn ich ihn mir heute so ansehe, dann denke ich, er ist eine billige Kopie von mir. Sein Stil ist einfach nur von mir kopiert. Ich habe mehr Respekt für Wrestler, die einen eigenen Stil entwickeln. Hunter besitzt keinerlei Intregrität. Es gibt kaum Menschen, über die ich eine negative Meinung habe. Shawn Michaels und Hunter sind hierbei allerdings zu nennen.
BSWW.de: Warum hattest du niemals eine Fehde mit Hulk Hogan?
Bret Hart: Ich bin wirklich überzeugt davon, dass sich Hogan vor einer Auseinandersetzung mit mir fürchtete, denn er hätte mir nicht das Wasser reichen können. Vielleicht hatte er Angst vor dem besten Match seiner Karriere oder der Möglichkeit, dass ihn meine Fans aus der Halle buhen würden. Es ist schade, denn ich hätte gerne gegen ihn gekämpft. Hogan ließ immer durchblicken, dass er an einem Match interessiert gewesen sei. Für den Summer Slam 1993 war ein Match zwischen uns geplant gewesen. Tage vor dem King of the Ring entschied er sich dann dazu, den Gürtel an Yokozuna abzugeben.
BSWW.de: Bedauerst du es, kein Abschiedsmatch bestritten zu haben?
Bret Hart: Nicht wirklich. Ich habe eigentlich jedes Match bestritten, als wäre es mein letztes. Allerdings wäre ich gerne gegen Worker wie Kurt Angle in den Ring gestiegen.
BSWW.de: Schaust du aktuell noch Wrestling?
Bret Hart: Auf jeden Fall. Ich verfolge einiges an Wrestling. Ich mag Wrestler wie AJ Styles oder Samoe Joe.
BSWW.de: Bret, wir bedanken uns für das sehr interessante Interview. Wir hoffen, dass es bald zu einer Wiederholung kommt.
Das Interview wurde ermöglicht von Silvervision.co.uk
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