
Hallo liebe Leser und ein herzliches Willkommen zu Schwartz, ungesüßt... Fangen wir doch heute mal mit einer kleinen Rechenaufgabe an (an alle Mathe-Muffel: keine Angst, die ist einfach). [(Royal Rumble Match : 5 + 20 t Stahl) x 2] = ??? Ihr habt es erfasst, das ergibt zweimal Elimination Chamber und das heißt, No Way Out stand mal wieder vor der Tür. War der Februar-PPV der WWE wirklich so vorhersehbar, wie man im Vorfeld denken konnte? Würde der Titel wirklich in beiden Elimination Chamber Matches verteidigt werden und auch die anderen Matches so ausgehen, wie sich das die meisten gedacht haben, und damit die Langeweile regieren? Oder hat die WWE mal wieder den Hammer ausgepackt und uns alle damit voll getroffen, so dass der PPV doch noch ein voller Erfolg wurde? Die subjektive Antwort auf diese Fragen findet ihr in den folgenden Zeilen.
Dabei findet ihr die Gedanken zu jedem Match wie gewohnt in vier Abschnitte gegliedert vor: Zunächst gehe ich auf den Aufbau des Matches vor dem PPV ein. Dann folgt eine Analyse des Matches selbst. Nach einem Ausblick, wie es mit den Kontrahenten weitergehen könnte, folgt noch eine abschließende Punktebewertung des Matches. Diese reicht von 1 (
kindgerechte Ausrichtung) bis 10 (
ultimativer Opportunismus). Aber nun genug der Einführung, ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.
Vorneweg sollte ich dieses Mal sagen, dass No Way Out 2009 relativ schwer zu bewerten ist, wenn man einzeln nach den Matches vorgeht, vor allem was die beiden Elimination Chambers und die „Wie geht es weiter?“-Teile betrifft. Einige Negativpunkte werden so im Verlaufe der Veranstaltung noch umgewandelt. Ich werde daher einfach mal versuchen, meine spontane Meinung zum Zeitpunkt des Geschehens wiederzugeben, aber auch die Beurteilung einbauen, die ich mit dem Wissen um den weiteren Verlauf des PPVs erlangt habe. Die Punkte vergebe ich wie immer hauptsächlich nach wrestlerischen Aspekten.
WWE Championship
Elimination Chamber Match
Edge © vs. Vladimir Kozlov vs. Jeff Hardy vs. Undertaker vs. Triple H vs. Big Show Der Aufbau: Die Rückkehr der Elimination Chamber bei No Way Out war schon länger geplante Sache bei WWE, allerdings veränderte man für 2009 den Zweck der Matches. Ging es vor einem Jahr jedoch noch um den No.1 Contender Spot für WrestleMania, so sollte dieses Jahr sowohl für RAW als auch für SmackDown der World Title auf dem Spiel stehen. Gleich nach dem Royal Rumble begannen die Qualifikations-Matches. Der Undertaker konnte sich hierbei gegen seinen alten Rivalen Mark Henry per Hell’s Gate behaupten, während Big Show mit einem Sieg gegen Festus durch den Knockout Punch nachzog. Triple H durfte mal wieder einen besonders glanzvollen Auftritt hinlegen und in einem Triple Threat Match Vladimir Kozlov und Great Khali durch einen Pin am Inder besiegen. Wow, ist der stark! Zwei Plätze waren noch frei und die wurden eine Woche später vergeben. Vickie Guerrero setzte fest, dass Ex-Champion Jeff Hardy im Match sein sollte, wenn er sich rechtzeitig von den Attacken seines Bruders Matt erholt und fit wird. Der letzte Spot wurde schließlich in einer Battle Royal ausgekämpft, die Vladimir Kozlov für sich entscheiden konnte und damit doch noch eine Chance auf den WWE Title bekam. Diese zweiten Chancen, wenn man bereits ein Quali-Match verloren hat (siehe auch Kane bei RAW) kann ich überhaupt nicht leiden. Soll Triple H halt nur gegen Khali gewinnen, die Marks werden ihn trotzdem bewundern. Wie bei RAW steckte man die Teilnehmer dann auch in ein Tag Team Match gegeneinander. Hierbei besiegten der Undertaker und Triple H gemeinsam Edge und Big Show, nachdem diese beiden sich gestritten hatten und Big Show seinen eigentlichen Partner mit einem Faustschlag niederstreckte. Die Spannungen mit Edge wurden größer und Show provozierte ihn auch in der Folgewoche bei SmackDown weiter, indem er ihn als Feigling bezeichnete, der sich hinter einer Frau verstecke. Vickie Guerrero steckte ihn daraufhin wie zur Bestätigung in ein Fatal Four Way Match gegen den Undertaker, Vladimir Kozlov und Triple H. Das Match endete in einem No Contest, nachdem alle ihre Finisher ausgepackt hatten und schließlich Big Show von Edge mit dem Spear ausgeknockt wurde. Der Champion stand bei der letzten Show vor dem PPV also als großer Triumphator da, was für die Großveranstaltung normalerweise nie ein gutes Zeichen für die Titelregentschaft darstellt. Auf das SmackDown Elimination Chamber Match habe ich mich gefreut, weil ich diese Matchart wirklich klasse finde und sie meistens für hochwertige Action steht. Und bei diesem Roster konnte sich auch keiner wirklich über die Besetzung beschweren, denn schließlich steckte man die Creme de la Creme von SmackDown (was den Main-Event-Status vor den Kameras angeht) in das Stahlgerüst.
Das Match: Wieso nimmt man das spannendste Match des ganzen Abends und den eigentlichen Main Event als Opener? Was für eine idiotische Entscheidung. Wann hat man den Undertaker, Edge und Triple H das letzte Mal im ersten Match eines PPVs gesehen? Wie sich später noch herausstellen sollen, war dies nur ein Mittel zum Zweck, aber dann hätte man ja auch das ECW Match noch vorziehen können. Triple H machte die Kammer von Big Show anfangs zur Dusche und der kam natürlich nicht weg. Auch mal eine lustige Idee, ähneln die Dinger doch sowieso einer Duschkabine. Edge und Jeff Hardy legten dann tempo- und abwechslungsreich los, aber plötzlich passierte das Unfassbare und Edge wurde aus dem Spear-Versuch heraus eingerollt und gepinnt. Die Aktion an sich war von beiden super ausgeführt, aber dennoch dachte ich zu diesem Zeitpunkt, dass die WWE einen Rekord aufgestellt hat. Nämlich den, mir schon nach vier Minuten den gesamten PPV zu versauen. Eigentlich ist der Charakter Edge prädestiniert dafür, der Champion zu sein, dem so eine Schmach als erstem passiert, aber man hätte diese Möglichkeit der Gestaltung des Matches lieber nie bei einer Elimination Chamber einsetzen sollen. Es ist einfach eine Frechheit. Am Ende machte es aber doch wieder Sinn. Vladimir Kozlov kam nun in den Ring und konnte Jeff ordentlich dominieren, was man beispielsweise an der Aktion sah, als er Hardy aushob, dreimal gegen das Stahl rammte und schließlich per Fallaway Slam wieder in den Ring warf. Technisch führte der Russe seine eigenen Aktionen hier sauber aus und Hardy zeigte gutes Selling. Das Match glitt hier aber so langsam in eine Hänger-Phase ab. Das wurde noch verstärkt, als Big Show hinzukam und die beiden Hünen sich einen Contest lieferten, wer dem Rainbow Haired Warrior stärker zusetzen kann. Gut gespielt, wie sie sich da belauert haben, aber insgesamt ein paar richtig öde Minuten. Als gute Idee empfand ich dabei nur, dass Kozlov dieses Mal den Spieß im Vergleich zur letzten SmackDown-Ausgabe umdrehte und Big Show attackierte, was am Freitag vor dem PPV noch andersherum passierte. Als der Undertaker das Match enterte lagen erstmal alle auf dem Boden und kassierten noch weitere Prügel. Hier fiel dann auch ganz deutlich die große Schwäche von Vladimir Kozlov als In-Ring-Performer auf. Die Aktionen, die er selbst einstecken muss, sehen meistens unsauber aus (gut zu sehen bei den Snake Eyes, die auch schon bei SmackDown ähnlich misslungen waren) und sein Selling ist auch nicht gerade überzeugend. Der erste Pinfall gegen den Moscow Mauler war dann dem Undertaker vorbehalten, der ihn mit einem Last Ride abfertigte, den man Kilometer gegen den Wind schon riechen konnte. Kurze Zeit später segnete uns Jim Ross mit der Weisheit des Tages: „In a Battle between Spine and Steel, the Steel always wins.“ Ich habe ein neues Lebensmotto. Jedenfalls folgte mit dem Superplex gegen Big Show durch den Undertaker die beeindruckendste Aktion des Matches. Triple H setzte mit dem Pedigree nach und Hardy sprang von der Kammer mit der Swanton Bomb hinterher, um den Largest Athlete in the World endgültig abzufertigen. Das Match wäre wohl nicht komplett gewesen, wenn Jeff nicht irgendwo runter gesprungen wäre. Den Sieger hier vorauszusagen war wirklich schwer und so entwickelte sich eine megaspannende Schlussphase, weshalb ich erneut den Kopf schütteln musste, das in den Opener zu stecken. Hardy zeigte einen schönen Poetry in Motion mit dem Undertaker als Rampe und quetschte damit Triple H in die Kettenwand. Er opferte sich aber selbst, denn er war so angeschlagen, dass der Undertaker ihn mit dem Tombstone erledigte. Was nun folgte war ganz großes Kino von zwei Veteranen im Ring. Eine richtig klasse Show mit vielen Nearfalls und Kickouts aus Finishern, die vom genial emotionalen Kommentar von Jim Ross noch verbessert wurde. Eine nette Reminiszenz an voriges Jahr war dann der Tombstone vom Deadman, nachdem er und Triple H per Rolle rückwärts über die Seile in den Ring gefallen waren. Am Ende gewann dann Triple H mit dem zweiten Pedigree. Blut gab es übrigens im ganzen Match keines zu sehen, auch wenn es oft gegen den Stahl ging. Früher wäre das sicherlich anders gewesen. Kindgerechte Ausrichtung und so… Abzüge für dieses Match ergeben sich aus der Sache mit Edge (die zwar relativiert wird, aber so trotzdem keinem Champion passieren sollte), dem Leerlauf im Mittelteil und der Tatsache, dass der langweiligste TV-Charakter überhaupt schon wieder den höchsten Titel halten darf.
Wie geht es weiter? Eigentlich muss ich für mich persönlich leider sagen, dass WWE es mit einem Match geschafft hat, alles hinsichtlich WrestleMania für SmackDown zu versauen. Man setzt offenbar wieder auf das Alteingesessene und fährt die sichere Schiene fürs Jubiläum. Undertaker vs. Triple H ist fraglos ein geiles Match, aber das Gold wäre hierfür nicht nötig gewesen. So kann das eigentlich nur schlimm enden. Entweder die Nase füttert sein Ego und bricht die Siegesserie des Undertaker (was meiner Ansicht nach im Herbst von dessen Karriere nicht mehr passieren sollte) oder der holt sich zum dritten Mal hintereinander bei WrestleMania einen World Title. Beides will ich nicht sehen. Und die beiden als Champions sind sowieso ausgelutscht wie sonst noch was und die Regentschaft bis und nach WrestleMania wird sicherlich wieder stinklangweilig. Nach dem letzten Match des Abends bin ich mir aber relativ sicher, dass dieses WWE Title Match so zustande kommen wird, denn Big Show und Vladimir Kozlov wären zu öde, Edge scheint bei RAW zu sein und Jeff Hardy wird es mit seinem Bruder zu tun bekommen. Es bleibt eigentlich gar keine andere Alternative als diese beiden nach WrestleMania 17 ein weiteres Mal beim größten Spektakel im Sports Entertainment gegeneinander antreten zu lassen. Es sei denn, man tradet einen RAW-Superstar noch vor dem eigentlichen Draft zu SmackDown. Dem Match zwischen The Game und dem Deadman würde ich aus genannten Gründen mit gemischten Gefühlen entgegen sehen. Wie es mit Edge weitergehen könnte, beschreibe ich beim Main Event. Dass Jeff Hardy nun eine intensive Fehde mit seinem Bruder Matt bevorstehen dürfte, erscheint als 100% sicher. Ein Match der Hardys gegeneinander scheint momentan der sicherste Tipp zu sein, wenn es um die Card von WrestleMania geht. Bleiben noch Big Show und Vladimir Kozlov. Direkt nach dem Ende des Matches glaubte ich fest an ein WrestleMania-Match zwischen Edge und Big Show (was ohne Titel relativ unbedeutend gewesen wäre und daher enttäuschend). Jetzt wo Edge vermutlich zu RAW wechselt, hängt Big Show arg in der Luft. Wird er wieder zum Face und kämpft im Hünenduell gegen Vladimir Kozlov? Oder lässt man die Fehde mit Umaga wieder aufleben? Und was macht man dann mit dem Russen? Vielleicht legt der sich ja doch mit dem Undertaker an, schließlich hat der ihm den ersten Pinfall verpasst. Das würde aber zu einem wirklich uninteressanten Match für WrestleMania XXV führen. Vor allem müsste dann ein anderer Gegner für Triple H her und den würde ich dann nur bei RAW sehen. Kozlov könnte es vielleicht sogar passieren, dass er bei WrestleMania gar nicht erst vertreten ist.
Fazit: 8,5/10 Edge spielte anschließend seine Verzweiflung äußerst gut. Ungefähr so bin ich nach dem Match auch im Sessel gehockt. Fast wie ein Spiegel, wenn man die langen Haare weglässt.
Ein Video fasste die Fehde zwischen Randy Orton und den McMahons erstklassig zusammen und es folgte noch eine intensive Promo von Randy Orton, der gerade bei allem, was er macht, on fire zu sein scheint.
No Holds barred Match
Shane McMahon vs. Randy OrtonDer Aufbau: „You’re f…“ Zu mehr kam Vince McMahon nicht, als er Randy Orton in der RAW-Ausgabe vor dem Royal Rumble feuern wollte, weil dieser Stephanie McMahon beleidigt hatte. Orton behauptete, Stephanie sei ohne ihren Nachnamen nix wert, woraufhin diese ihm eine Ohrfeige verpasste. Später ging der verärgerte Legendkiller sogar soweit, sie als unnütz zu bezeichnen, nachdem sie ihrem Vater bereits zwei Enkel geboren hatte. Das konnte Vince nicht auf sich und seiner Tochter sitzen lassen und so wollte er seinen berühmten Satz in Richtung Randy Orton abfeuern, doch dieser kam ihm mit einem harten Schlag und seinem vernichtenden Kick an die Rübe zuvor. McMahon war ausgeknockt, Stephanie flennte und Orton glotzte schockiert ob seiner eigenen Tat. Sanktionen hatte er vor dem PPV allerdings keine zu befürchten und so nahm er ungestört am Royal Rumble Match teil und gewann dieses auch noch. Einen Abend später bei RAW rechtfertigte Orton sich für seine Aktion gegen McMahon, während seine Therapeuten und Ärzte daneben standen und zustimmend nickten. Randy leide angeblich unter „impermanent explosive disorder“, einer Krankheit, bei der man nach Provokationen mit physischer Gewalt reagiert. Ich dachte eigentlich immer, jeder Wrestler leidet unter dieser Krankheit, denn schließlich werden beim Sports Entertainment alle Konflikte mit Gewalt gelöst, aber egal. Orton wollte die WWE verklagen, sollte diese ihn nun entlassen, da die Verantwortlichen von seiner Krankheit wussten und nichts dagegen unternommen hatten. Außerdem würden Cody Rhodes und Ted DiBiase dann mit ihm die WWE verlassen und RAW hätte laut Ortons Aussage somit keine Starpower mehr. Eine weitere Klage wollte er anstrengen, da ihm bei einer Entlassung der durch den Royal-Rumble-Sieg vertraglich zugesicherte Main Event bei WrestleMania entgehen würde. Orton drohte sogar damit, dass in diesem Fall WrestleMania ganz ausfallen würde und dass ihm dabei egal sei, was die anderen Wrestler im RAW-Roster, die sich das Ganze von der Rampe aus ansahen, denken würden. Bis zu diesem Zeitpunkt ein wirklich starkes Segment mit einem groß aufspielenden Randy Orton. Dann ging aber alles den Bach runter. Orton begann unverständlicherweise darum zu betteln, gefeuert zu werden, vermutlich weil er mit dem erklagten Geld in den Vorruhestand gehen wollte. Stephanie McMahon wollte es ihm aber nicht so leicht machen und hetzte ihm stattdessen ihren Bruder Shane auf den Hals. Wow, was für eine Strafe! Shane O’Mac legte aber los wie die Feuerwehr und verprügelte die gesamte Legacy nach Strich und Faden. Es hatte also gerade einmal 26 Tage gedauert, bis WWE uns den voraussichtlich idiotischsten Moment des Jahres 2009 präsentierte. Ein Teilzeit-Wrestler, der eigentlich nur Geschäftsmann ist, verprügelt den Top-Heel der Company und mit ihm gleich zwei der vielversprechendsten, jungen Superstars. Dümmer geht’s nimmer. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, gingen Shanes Haken vollkommen sichtbar nur ins Leere und Orton benahm sich trotzdem, wie wenn ihn eine Abrissbirne umgepustet hätte. Der Spott war WWE damit sicher und somit musste man reagieren. In der Folgewoche schickte man Randy Orton raus und ließ ihn erzählen, er habe sich absichtlich vermöbeln lassen und auch Cody und Ted angewiesen, sich nicht zu wehren. Der Grund: Hätten sie zu dritt Shane McMahon verkloppt, wäre das gesamte RAW-Roster auf sie losgegangen und das wäre fatal gewesen. Somit holte man noch das vermeintlich Beste aus dieser vermasselten Situation heraus. Vor Ortons Erklärung hatte Shane noch dessen Herausforderung für ein No Holds Barred Match bei No Way Out angenommen und stellte klar, dass er nicht an einem Pinfall interessiert sei. Er wolle sich lediglich weiter an Orton rächen und dafür sorgen, dass es der gar nicht erst zu WrestleMania schafft. Eine drohende Attacke von Legacy konnte McMahon mit einem Kendostick abwehren. Vermutlich war es aber Absicht der drei Heels, hier erneut keine Chance zu haben. Wenige Minuten später lief Shane mit seiner Schwester durch den Backstage-Bereich, als die beiden doch noch von Legacy angegriffen wurden. Orton machte sich dafür bereit, Stephanie den Kick of Doom zu verpassen, doch Shane warf sich in die Schussbahn und fing den Tritt mit seinem Magen ab. Als Strafe steckte Steph ihren neuen Intimfeind in ein Match gegen den Undertaker in der Folgewoche. Hierbei griff die gesamte Legacy ein und der Undertaker musste von Shane McMahon gerettet werden. Vermutlich haben sie sich da auch absichtlich vermöbeln lassen und Ted DiBiase hat sich freiwillig in die Ecke legen lassen, um den Van Terminator von Shane einzustecken. Wie man an dem langen Text sehen kann, ist dies momentan die absolut dominante Storyline bei WWE. Für mich definitiv eine sehr interessante Sache, die man da gerade aufbaut und ein Grund, sich Woche für Woche auf RAW zu freuen. Einerseits ist es dabei auch verständlich, dass man Shane McMahon so stark wie möglich aussehen lassen muss, damit man beim PPV auch an seine Siegchance glauben kann. Andererseits ist das natürlich absoluter Quatsch, was er hier mit Randy Orton, Cody Rhodes und Ted DiBiase abgezogen hat.
Das Match: Shane musste zu Beginn ordentlich einstecken und bewies dabei mal wieder seine guten Selling-Qualitäten. Den Kampfgeist zeigte er, als er einen Kendostick zu Hilfe nahm und Randy damit ordentlich vertrimmte. Nach dem Schlag mit dem Monitor öffnete sich bei Orton sogar eine Platzwunde. Ich nehme mal stark an, die war echt, denn gebladet wird ja nicht mehr. Kindgerechte Ausrichtung und so… Es sollte ein Flying Elbow durch das Kommentatorenpult folgen, aber Legacy griff ein. Ohne größere Probleme und ohne Hilfe konnte Shane auch die abwehren und sogar mit dem wie immer beeindruckenden Coast to Coast Cody Rhodes eine Mülltonne ins Gesicht treten. Dass Shane sich dabei noch nicht das Steißbein gebrochen hat, erscheint wie ein Wunder. Jedenfalls lag Orton nach gefühlten fünf Minuten immer noch regungslos auf dem Pult und Shane wollte auf ihn draufspringen. Randy wich jedoch aus und Shane krachte durch den Tisch. Eines muss man dem „jungen“ McMahon lassen: Er ist sich für wirklich nichts zu schade. So steckte er auch im Ring einen heftigen Superplex durch einen Tisch ein. Die Sache mit Legacy wurde so gelöst, dass sich DiBiase um den angeschlagenen Rhodes kümmern sollte. Nicht gerade zufrieden stellend, hätte er ihn doch bei den Ärzten abliefern und wieder zum Ring kommen können. Shane kam jedenfalls auch nach dem Superplex durch den Tisch aus dem Cover raus. Wieder so eine Sache, die ich mit gemischten Gefühlen sehe. Einerseits ist es Quatsch, dass einem Teilzeit-Wrestler so etwas gelingt und er nebenbei dem Top Heel der Liga auch noch alles abverlangt. Andererseits entstand so ein richtig tolles Match, was ohne Shanes Stärke nicht entstanden wäre. Ob der Zweck jetzt die Mittel heiligt, diese Antwort überlasse ich jedem für sich. Wen es ärgert, der kann ja die WWE-Erklärung zur Beruhigung nehmen und sich denken, Orton hat das alles mit Absicht gemacht. Das Finish wurde dann wirklich sehr flüssig und heftig durchgezogen, als Shane seinem Gegner mal selbst einen Punt an den Kopf verpassen wollte und dieser mit dem RKO konterte. Damit gewann der Superstar nur per Überraschungsmove gegen seinen normalerweise deutlich unterlegenen Gegner. Auch hier bleibt ein fader Nachgeschmack, den man, wenn man denn will, auch wieder dadurch relativieren kann, dass es eine durchaus ansehnliche Finishing-Sequenz war.
Wie geht es weiter? Nach den Ereignissen aus dem Elimination Chamber Match von RAW später am Abend glaube ich mittlerweile nicht mehr, dass Randy Orton bei WrestleMania ein Match um einen World Title bestreiten wird. Man wird ihn, so vermute ich, damit abspeisen, dass plötzlich im Royal-Rumble-Sieger-Vertrag nur steht, dass man lediglich den Main Event bei WrestleMania bestreiten darf. Das mit dem Titleshot gegen einen Gegner der Wahl könnte einfach mal kurz fallengelassen werden. Es ist schließlich Sports Entertainment und das wäre die typische WWE-Logik. An ein Match gegen Triple H glaube ich nicht, da es mit einem Wechsel zu SmackDown verbunden wäre, womit auch Cody Rhodes und Ted DiBiase wechseln müssten. Heel vs. Heel gegen Edge (sollte der bis dahin Champion bleiben, wovon ich einfach mal ausgehe) dürfte auch nicht stattfinden, denn so etwas sieht man in der WWE selten und schon gar nicht bei einer Jubiläums-WrestleMania. Randy Orton wird also beim größten Ereignis des Jahres entweder gegen Vince McMahon höchstpersönlich antreten oder es kommt doch noch zum Abschiedsmatch von Stone Cold Steve Austin (die Pläne dazu wurden seitens WWE nie wirklich fallen gelassen), den die McMahons für ihre Seite gewinnen könnten. Ich tippe gewagt auf Letzteres. Orton stünde damit sicherlich endgültig in der Fehde des Jahres und würde gegen einen der größten Superstars aller Zeiten ran dürfen, was ich grundsätzlich als besser für ihn bewerte, als ein (vor diesem PPV gehandeltes) Titlematch gegen John Cena. Die Sache ist nur die, dass in einem Kampf Orton vs. Stone Cold eigentlich keiner verlieren sollte. Wenn Steve Austin schon für einen Abschiedskampf in seinem Heimatstaat bei der 25.Ausgabe von WrestleMania in den Ring steigt, sollte er auch gewinnen. Andererseits sollte Orton nicht gegen einen Ex-Wrestler, der körperlich total geschunden ist, jobben müssen. Vielleicht wäre ein Match gegen Vince, das Orton gewinnt, doch die bessere Alternative. Auf jeden Fall bin ich auf die kommenden Wochen in dieser Angelegenheit sehr gespannt
Fazit: 7,5/10ECW Championship
Jack Swagger © vs. FinlayDer Aufbau: Gleich in seinem ersten Titelmatch sicherte sich Jack Swagger am 6. Januar seinen ersten großen Titel und nahm Matt Hardy den ECW Championship ab. Beim Royal Rumble konnte er das Gold zweieinhalb Wochen später erfolgreich und clean gegen seinen Vorgänger verteidigen. Sehr schön, dass man Swagger hier immer wieder faire Siege gegeben hat, um ihn als starken Champion darzustellen. Für einen Heel bei WWE ist das nicht selbstverständlich. Bei der anschließenden ECW-Ausgabe wollte Swagger seinen Triumph gebührend feiern, doch irgendwer hatte seinen Gürtel gestohlen. Eine ganze Show lang suchte Jack gemeinsam mit Schauspiel-Göttin Tiffany sein Gold und am Ende stellte sich heraus, dass es… Überraschung… Hornswoggle war, der den Championship an sich genommen hatte. Ich habe mich vor Lachen auf dem Boden gekringelt und hätte es nur lustiger gefunden, wenn der Kobold mit Buntstiften einige Herzen und Blumen auf den Gürtel gemalt hätte und Swagger ihn dann beim Topfschlagen hätte suchen müssen. Kindgerechte Ausrichtung und so… Stattdessen schubste Jack den Zwerg ganz dolle beiseite und Finlay schlug ihm dafür den Belt voll auf die Zwölf. Die Auseinandersetzung führte zu einem Non Title Match in der Folgewoche, in dem sich Finlay… nochmal Überraschung… dank einer Ablenkung von Hornswoggle, der mit der Shillelagh zuschlug, mit dem Celtic Cross durchsetzen konnte. Für die erste Singles-Match-Niederlage von Jack Swagger hätte man sich auch etwas Besseres ausdenken können, z.B. eine Wasserpistole oder Murmeln auf dem Boden. Kindgerechte Ausrichtung und so… Jedenfalls sicherte sich Finlay auf diese Art und Weise ein Titelmatch bei No Way Out. In der Woche darauf wollte sich Jack Swagger die kleine Nervensäge vorknöpfen, aber als er Hornswoggle rausrief, erschien erstaunlicherweise Christian, der sein WWE-Comeback feierte und auch gleich Ansprüche auf den ECW Title stellte. Die untermauerte er, als er den Champion dank der Hilfe von Finlay und Hornswoggle in einem Non Title Match besiegte. Damit hat WWE es mal wieder geschafft und einen Champion richtig schlecht dargestellt. Erst gewinnt er andauernd und sobald er Champion ist, geht das große Verlieren los. Immer der selbe Mist! Um zum Comeback von Christian noch kurz ein Wort zu verlieren: Anfangs war ich sehr enttäuscht von Christians Einsatz bei der ECW. Je länger ich darüber nachdenke, desto besser finde ich aber die Idee. Christian kann hier beweisen, dass er einen Brand führen kann und ganz nebenbei noch jungen Leuten wie Swagger helfen. Wechseln kann er immer noch und dann kann er auch die großen Storylines bekommen. Umgekehrt wäre es umso enttäuschender gewesen, wenn Christian mit einer Main-Event-Fehde beginnt und dann in der Midcard verschwindet.
Das Match: Was das Publikum vom Match dachte, hörte man gleich zu Beginn, als „We want Christian“-Chants ertönten. Banausen! Mir gefiel das, was Swagger und Finlay da zeigten, außerordentlich gut. Wunderbares, technisch sauberes Old School Chain Wrestling vom Allerfeinsten. Swagger ging auf den Arm von Finlay los, während dieser das Bein seines Gegners attackierte. Catch as Catch can von zwei Experten eben, verbissen und ausgeglichen und es machte Spaß zuzuschauen. Tja, und dann kam Hornswoggle und versaut wieder alles. Ich finde zwar mittlerweile selbst, dass ich fast wie ein Kobold-Hasser klinge, der Hornswoggle einfach nicht leiden kann, und ihn deshalb dauernd runterputzt, aber es muss doch eigentlich jedem neutralen Fan auf den Senkel gehen, dass dieses Männchen regelmäßig die besten Matches verhunzt. Matt Striker meinte dazu nur: „I’m getting a little sick and tired of Hornswoggles Presence.“ Ich glaube sogar, da steckt nicht nur eine Aussage als Color Announcer dahinter, sondern tatsächlich ein Fünkchen Wahrheit von einem wahren Wrestling-Kenner, der Striker ohne Zweifel ist. Jedenfalls wurde Finlay gegen seinen Sohn geschubst und steckte danach noch die geniale Gutwrench Powerbomb ein. Gerade jetzt, wo das Match endlich richtig losgehen konnte, wurde es auch schon beendet. Eigentlich waren die Holds doch nur die Aufwärmphase und jetzt hätten noch weitere zehn spannende Minuten folgen können. Aber nein, es war vorbei und damit leider auch die Chance des Matches, zum kleinen Show Stealer zu werden
Wie geht es weiter? Der nächste Herausforderer für Jack Swagger hat sich in Christian ja bereits angekündigt und ich nehme stark an, es wird sich eine längere Fehde zwischen diesen beiden entwickeln. Anfangs könnte hier Finlay noch integriert sein – ein Triple Threat Match um das Gold bei einer Ausgabe von ECW on SCI FI erscheint durchaus im Bereich des Möglichen – aber bei WrestleMania dürfte ein Einzelmatch bevorstehen, in dem Christian vermutlich neuer ECW Champion wird, um zu testen, wie er als das Gesicht eines Brands funktioniert. Gerüchteweise soll ursprünglich tatsächlich geplant gewesen sein, Tommy Dreamer das Titelmatch bei WrestleMania XXV zu geben. Aber da ich schon ursprünglich nicht daran geglaubt hatte – seine Storyline ist schließlich auf den PPV Extreme Rules (früher One Night Stand, aber solche versauten Begriffe gibt es in der WWE nicht mehr, kindgerechte Ausrichtung und so…) ausgelegt. Finlay kann in der Zwischenzeit damit weitermachen, jungen Talenten zu helfen. Insofern ist der Veteran bei ECW wirklich erstklassig aufgehoben, kommen hier doch immer wieder junge Leute nach, die einen so tollen Gegner gut gebrauchen können.
Fazit: 6/10Laut den Kommentatoren verliert Shane McMahon bei den Ärzten immer wieder das Bewusstsein. An dieser Stelle eine auf den ersten Blick uninteressante Bemerkung, aber ich empfand diese als wirklich gut platziert. Während des Matches war es eben das Adrenalin, das Shane im Match gehalten und zu unrealistischen Leistungen beflügelt hat, jetzt ist das nicht mehr da und McMahon wird als total fertig präsentiert.
Shawn Michaels betete vor seinem Match noch kurz. Amen!
All or Nothing Match
John Bradshaw Layfield vs. Shawn MichaelsDer Aufbau: Die Hintergrund-Geschichte habe ich ja schon bei meiner Kolumne zum Royal Rumble erzählt, also fasse ich mich dieses Mal etwas kürzer. Shawn Michaels hat an der Börse spekuliert und Freunden immer wieder finanziell ausgeholfen, sodass er in Zeiten der Finanzkrise plötzlich selbst bankrott war. JBL nahm ihn unter seine Fittiche und versprach, Shawn zu bezahlen, wenn dieser für ihn arbeiten sollte. Widerwillig machte Michaels mit. Er verschaffte seinem neuen Boss ein World Heavyweight Title Match beim Royal Rumble und sorgte im Vorfeld immer wieder dafür, dass JBL kleine Triumphe über Champion John Cena einfahren konnte. Beim Royal Rumble versprach Bradshaw seinem Angestellten, dass er aus seinem Vertrag entlassen werde und alles Geld bekommen würde, das er benötigt, insofern er dafür sorgt, dass JBL an diesem Abend Champion wird. Wie immer agierte HBK innerlich zerrissen und verpasste sowohl JBL als auch John Cena eine Sweet Chin Music, nachdem der Referee KO gegangen war. Er legte den Herausforderer auf den Champion drauf und verschwand vom Ring, aber Cena kickte aus und gewann mit dem FU… Verzeihung… mit dem Attitude Adjustment. Kindgerechte Ausrichtung und so… Shawn zog also seine Integrität bei den Fans dem leiblichen Wohl seiner Familie vor. Wie (un-)logisch das ist (vor allem, da er Cena ja doch noch mit dem Superkick ausknockte), muss jeder selbst entscheiden. Am Tag darauf hatte HBK bei RAW die Chance, seinen Boss wieder milde zu stimmen, indem er diesem mit einem Sieg gegen John Cena die Teilnahme an der RAW Elimination Chamber ermöglicht hätte. Shawn Michaels war auf der Siegerstraße, aber John Bradshaw Layfield wurde ungeduldig, lenkte HBK somit ab und ermöglichte Cena damit den Sieg. JBL war also nicht für das World Heavyweight Title Match qualifiziert und musste sich eine andere Beschäftigung für den PPV suchen. Er schlug Shawn ein Winner Takes all Match vor. Sollte Shawn diesen Kampf gewinnen, würde JBL ihn aus seinem Einjahresvertrag entlassen und ihm in einem Schwung so viel Geld geben, wie er braucht, um seine Familie zu ernähren. Wenn aber JBL gewinnen würde, so müsse Michaels sein ganzes Leben lang für diesen arbeiten und sogar der Name „Shawn Michaels“ und alles was dazu gehört, würde in den Besitz von JBL übergehen. Der Showstopper akzeptierte dieses Match und Layfield machte ihm noch deutlich, dass er ihn vor dem PPV nicht attackieren dürfe, denn schließlich sei er immer noch sein Angestellter. Vor allem JBL lief bei dieser Promo zu alter Hochform auf und auch Shawn machte seinen Job hervorragend. Beim letzten RAW vor der Großveranstaltung musste Michaels noch ein Match gegen Mark Henry bestreiten, das ihm natürlich JBL aufgehalst hatte. HBK verlor durch Disqualifikation und Bradshaw stellte klar, dass Shawn auch bei No Way Out der Unterlegene sein werde. Er solle auch seine Ehefrau Rebecca mitbringen, denn für die habe JBL sicherlich auch Verwendung. Die Fehde spaltet die Fans ziemlich stark und die einen finden sie großartig, während andere sie als langweilig bezeichnen. Ich zähle mich zur ersten Gruppe und fand es auch ungünstig, dass das Match der beiden schon bei No Way Out stattfand, es sei denn, dieses würde dazu dienen, die Fehde voranzutreiben und nicht, um sie zu beenden.
Das Match: Die Angelegenheit fing wirklich sehr intensiv an und die Atmosphäre in der Halle war ziemlich gut. JBL verstärkte die Spannung noch mit seinen genialen Mindgames. So meinte er zu Shawn: „One Mistake is all I need.“, gab ihm einen Stuhl zum Zuschlagen und schaute bei einer Elbow-Drop-Serie immer wieder zur Ehefrau von HBK, die im Publikum saß. Trotz dieses wirklich wunderbar erdachten psychologischen Unterbaus wollte der Funke letztlich nicht so richtig überspringen. Richtige Dramatik stellte sich nicht ein, was meiner Ansicht nach daran lag, dass JBL ein bisschen zu lahm vorging. Er hätte für meinen Geschmack noch viel mehr dominieren müssen und mehr Impact Moves (die er wohl leider nicht draufhat) auspacken sollen, um ein noch stärkeres Gefühl der Ausweglosigkeit und Verzweiflung bei Shawn Michaels zu erzeugen. Viel mehr solche Szenen eben wie die erste Clothesline from Hell, bei der Shawn gerade noch auskicken konnte, oder die zweite Clothesline from Hell, nach der HBK bei Neun gerade noch zurück in den Ring kam. Auch Shawn hätte einige Szenen mehr haben müssen, bei denen JBL die Rettung gerade noch per Kickout oder ähnlichem abwenden kann, um die Dramatik zu steigern. Das Ende kam dann, als Rebecca, Shawns Ehefrau, JBL mit einem Schlag traf und dieser wild umhertaumelte. So muss es bei Joey Styles damals auch ausgesehen haben. Der Heartbreak Kid zeigte seine gewöhnliche Finishing-Combination und gewann schließlich relativ unspektakulär mit seiner Sweet Chin Music.
Wie geht es weiter? Die Dramatik, die ich oben beschrieben habe, wäre sicherlich bei WrestleMania besser zu erzeugen gewesen. Die Grundstimmung ist dabei sowieso immer anders und man hätte auch mehr Zeit zur Verfügung stellen können. Insofern muss ich sagen, dass mir dieser (vorläufige oder endgültige?) Höhepunkt der Fehde nicht wirklich zugesagt hat, denn er wurde dem, was im Vorfeld aufgebaut wurde, einfach nicht gerecht. Wenn es nur der vorläufige Höhepunkt gewesen sein sollte, dann würde die Fehde auf einer wesentlich uninteressanteren Basis weitergeführt werden müssen. Es wäre dann eben wieder persönlich und bei einem möglichen WrestleMania-Match würde es um nichts mehr gehen. Eine Möglichkeit wäre es, wenn JBL nun Geldsorgen hätte und sein Geld zurückhaben will. Das würde aber lange nicht so gut funktionieren wie bei Shawn. Layfield ist ein verhasster Heel, bei dem keiner wirklich mitfiebert. Man müsste also auch etwas einbauen, für das Shawn kämpft und das die Fans seinem Sieg wirklich entgegensehen lässt, z.B. die Klausel, dass JBL RAW verlassen muss, wenn er verliert. Das alles sind aber nur Gedankenspielchen, bei denen ich die Chance auf eine Realisierung relativ gering sehe. Wenn es weiter geht, dann wie gesagt am ehesten auf einer persönlichen Ebene und mit einem Gimmick Match bei WrestleMania. Was aber, wenn die beiden doch nicht bei WrestleMania gegeneinander kämpfen? Viele Alternativen würden mir für beide nicht einfallen, zumal hier auch noch eine ganz neue Geschichte aufgebaut werden müsste. Gerüchte haben ja öfter mal von einem Match Shawn Michaels vs. Undertaker gesprochen, aber ich denke das kommt wenn dann nächstes Jahr. HBK könnte ich mir als Titelherausforderer für Edge gut vorstellen, aber dann wüsste ich nicht, was man mit John Cena anfangen sollte, außer ein Triple Threat Match daraus zu machen. Bei der Suche nach einem neuen Gegner für Bradshaw könnte ich mir momentan nur Rey Mysterio vorstellen, aber auch das wäre nicht das Gelbe vom Ei. Letztlich tippe ich darauf, dass JBL vs. HBK noch bis WrestleMania XXV weitergeht.
Fazit: 6/10Chris Jericho äußerte sich vor dem Main Event noch zu Ric Flair. An dieser Stelle eine wirklich unnötige Promo.
World Heavyweight Championship
Elimination Chamber Match
John Cena © vs. Edge vs. Chris Jericho vs. Rey Mysterio vs. Mike Knox vs. KaneDer Aufbau: RAW baute sein Elimination Chamber Match ähnlich auf wie die Kollegen von SmackDown und legte erst einmal einige Qualifying Matches fest. Kofi Kingston qualifizierte sich als erster Herausforderer mit einem Einroll-Sieg gegen Kane. John Cena, der als Champion selbstverständlich von Anfang für dieses Match feststand, sorgte mit einem Sieg gegen Shawn Michaels dafür, dass JBL keine weitere Chance auf den World Heavyweight Championship erhalten würde. Chris Jericho setzte sich bei der selben RAW-Ausgabe gegen CM Punk durch. Bei einer Houseshow gewann Mike Knox eine Over the Top Rope Battle Royal und zog damit ebenfalls als Herausforderer in das Titelmatch ein. Als letzten Teilnehmer legte Stephanie McMahon beim folgenden RAW schließlich noch Kane fest. Dieser hatte nämlich seinen Bruder, den Undertaker, auf Bitte von Steph dazu überredet, bei RAW gegen Randy Orton anzutreten und diese zahlte nun den Gefallen zurück. Die Besetzung dieser Elimination Chamber war vielen schnell ein Dorn im Auge. So lautete die große Frage: Was suchen Kofi Kingston und Mike Knox in einem Main Event? Die haben doch eh keine Chance und sowieso ist nur Chris Jericho ein ernsthafter Gegner für John Cena. Ich muss dagegen sagen, dass mir die Idee mit neuen, unverbrauchten Gesichtern im Vorfeld sehr gut gefiel. So kurz vor WrestleMania erwartete ich sowieso keinen Titelwechsel mehr, da kann man auch mal ausprobieren, wie sich diese Leute im Main Event machen. Kofi Kingston und Mike Knox haben es sich durch gute Leistungen auch mal verdient, im großen Rampenlicht zu stehen. Kingston ist bei den Fans extrem beliebt und Knox halte ich für einen allgemein unterschätzten Big Man. Von beiden habe ich erwartet, dass sie das Match wrestlerisch durchaus aufwerten können, auch wenn sie als Sieger natürlich nicht in Frage kamen. Das Gleiche galt übrigens auch für Kane und Rey Mysterio, die immer für die eine oder andere nette Aktion zu haben sind. Etwas Ähnliches klappte schon bei New Year’s Revolution 2006 hervorragend. Damals steckte man überraschend Chris Masters und Carlito in diese Art von Match und gab beiden auch noch die Hauptrolle, was das Match erfrischend gestaltete und bei beiden für einen kurzfristigen Push sorgte. Man sollte dem Neuen einfach öfter mal eine Chance geben und selbst wenn auch ich mir relativ sicher war, dass sowieso John Cena gewinnen würde (das wäre ich vermutlich aber auch gewesen mit Kane, JBL, Shawn Michaels, Chris Jericho und Randy Orton als Herausforderern, was einfach am Zeitpunkt dieser Großveranstaltung liegt), freute ich mich riesig auf die RAW Elimination Chamber. Wie immer bei Matches mit mehreren Teilnehmern wurden diese im Vorfeld in wechselnden Konstellationen in Matches untereinander gesteckt. Kane und Mike Knox setzten sich dabei gegen Rey Mysterio und Kofi Kingston durch und John Cena behielt (mal wieder) die Oberhand gegen Chris Jericho. Letzteres fand ich dann doch ziemlich misslungen, weil Cena eine halbe Minute in den Walls of Jericho aushielt, während Y2J nach drei Sekunden im STF (ohne U, ihr wisst schon: kindgerechte Ausrichtung und so…) aufgab und somit zum wiederholten Mal dem Champion klar unterlag. Bei RAW vor dem PPV setzten sich die drei Heels noch in einem Six Man Tag Team Match gegen die Faces durch, nachdem Jericho mit dem Codebreaker Kofi Kingston abfertigen konnte. Kurz vor Matchbeginn änderte sich dann doch sehr viel an diesem Match. Als Kofi Kingston in die Halle kam, wurde er von Edge angegriffen und mit dem Conchairto außer Gefecht gesetzt. Edge nahm seinen Platz in dem Match ein. Entweder würde er nun Champion werden oder man wollte ihn endgültig demontieren und noch einmal sang- und klanglos untergehen lassen. Die Wahrscheinlichkeit für Ersteres war jedenfalls deutlich höher.
Das Match: Erstes Highlight des Matches war die Szene, als Rey Mysterio ungebremst mit dem Kopf voran an die Kammer von Kane rannte und dieser dafür einen absolut göttlich fiesen Blick parat hatte. Rey sorgte gemeinsam mit Jericho für schöne fünf Anfangsminuten. Kane wirkte anschließend sehr motiviert als er in das Match kam und ich hatte den Eindruck, als würde er heute sehr stiffe Aktionen verteilen. Eine weitere herrliche Aktion war die Headscissor von Rey, nachdem er am Käfig empor geklettert war. Die drei lieferten ein wrestlerisch hervorragendes Match mit vielen tollen Kontern ab und wussten zu begeistern. Die Freude über die Action wurde ein bisschen dadurch getrübt, dass es mal wieder Rey Mysterio war, der Kane zum Ausscheiden brachte. Ich sag nix mehr dazu… Mike Knox vermittelte dann einen sehr guten Eindruck bei seinem Einsatz und dominierte Jericho und Mysterio nach Belieben mit seiner Power. So hängte er u.a. Mysterio in das Gitter und trat auf ihn ein. Allerdings wurde er relativ schnell vom Codebreaker eliminiert, als er seinen eigenen Finisher, den Knox Out, gegen Rey zeigen wollte. So hat der Einsatz von Mike Knox in diesem Match natürlich in der Tat überhaupt nix gebracht. Ein bisschen stärker hätte man ihn schon darstellen müssen, damit er vom ersten PPV-Main-Event seiner Karriere profitiert. Edge kam nun ins Match und Rey ging wütend auf ihn los. Ich befürchtete schon, Edge fliegt vielleicht doch wieder schnell raus, aber Jericho ging dazwischen. Auch zwischen diesen dreien ging es nun hin und her und ein Konter jagte den nächsten. Einfach klasse anzuschauen. Gekrönt wurde das Ganze von einem Top Rope Spot, als Edge einen German Suplex gegen Rey zeigte und dabei gleichzeitig von Y2J eine Sunset Flip Powerbomb einstecken musste. Auftritt John Cena und der räumte natürlich gewaltig auf. Umso überraschender war es, dass er nach kurzer Zeit mit einer fantastischen Kombination aus Codebreaker, 619 und Spear schon aus dem Match genommen wurde. Auch hier war der Champion also nach kurzer Zeit im Match schon weg vom Fenster. An sich auch eine ärgerliche Sache, aber an dieser Stelle war es bei weitem nicht so schlimm, wie im Opener des Abends, denn Cena steckte gleich drei Finisher hintereinander ein. Offenbar ist selbst ein Superman wie er so etwas nicht gewachsen. Chris Jericho flog leider sehr unspektakulär nach einem Einroller raus. In solchen Matches sollte es einfach ausschließlich richtige Finishes geben und keine Roll Ups. Auch Edge wurde eingerollt und auch nach einem Springboard Crossbody von Rey lagen seine Schultern zu einem Nearfall auf der Matte. Das Publikum war nun endgültig absolut heiß und machte eine fabelhafte Stimmung. Das Finale zwischen Edge und Rey Mysterio war dann zum Abschluss des PPVs noch einmal ein richtiger Leckerbissen. Es dürfte ja bekannt sein, dass ich es nicht mag, wenn Rey so arg dominiert, aber in diesem Match bot er einfach eine Topleistung und das verdient dennoch Respekt. Das Ende kam kurz nach einem harten Spot, als Rey mit voller Wucht gegen eine Kammer geworfen wurde, die auch halb einkrachte. Der Spear beendete die Sache und Edge war nun zum mittlerweile bereits achtfachen World Champion geworden.
Wie geht es weiter? Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich ein riesiger Edge-Fan bin und mich über das Finale des PPVs tierisch gefreut habe. Aber ich will auch mal versuchen, seinen mittlerweile dritten World-Title-Gewinn innerhalb von vier Monaten etwas neutraler zu betrachten. Auf den ersten Blick wirkt das nämlich absolut inflationär und übertrieben, dass er das Gold immer wieder verliert und neu gewinnt. Bei genauerer Betrachtung finde ich aber, dass man hier gut seinen Charakter des ultimativen Opportunisten auf ein neues Level hievt. Wo er eine Gelegenheit sieht (selbst da, wo eigentlich keine ist, wie in diesem Fall), nutzt er sie aus. Man hat hier einen wirklich interessanten TV-Charakter geschaffen und deshalb finde ich das Booking eben doch nicht übertrieben (wenn es nicht noch monatelang so weitergeführt werden sollte). Zusätzlich hat man nun ideal die Geschichte zwischen Edge und Vickie Guerrero aufgelöst. Beide sind noch verheiratet, aber bei zwei verschiedenen Shows (davon gehe ich zumindest aus). So muss sich Edge endlich nicht mehr hinter ihr verstecken und allein seinen Mann stehen, wie Big Show das letztens von ihm gefordert hatte. Wie sieht nun der weitere Weg des Rated R Superstar aus? Die wahrscheinlichste Alternative scheint mir zu sein, dass John Cena sein WrestleMania-Gegner ist (und dann wahrscheinlich leider auch gewinnt). Dieser wurde schließlich von jemandem aus dem Match geworfen, der dafür gar nicht angekündigt war. Eine Wiederbelebung der Fehde des Jahres 2006 scheint also mehr als wahrscheinlich zu sein, was nicht unbedingt schlecht sein muss. An Randy Orton als Gegner für Edge glaube ich aus oben bereits genannten Gründen nicht. Außerdem denke ich nicht, dass Cena sein Gold schon vor WrestleMania zurückgewinnt, um dann dort gegen den Legendkiller ran zu können. Als Außenseitertipp für Edges Gegner käme noch Shawn Michaels in Frage, wobei das mein persönlicher Favorit wäre. Das Match würde sicherlich ein moderner Klassiker werden. Die Wahrscheinlichkeit erscheint mir allerdings leider eher gering. Chris Jericho war wohl ursprünglich für ein Match gegen Mickey Rourke eingeplant, aber der bekam aus Angst um seinen möglichen Oscar-Gewinn kalte Füße. Nun sieht es so aus, als würde Chris gegen den Nature Boy antreten (der dann möglicherweise Rourke in seiner Ecke stehen hat). Ganz ehrlich: Davon bin ich überhaupt nicht angetan. Flair hatte einen wunderbaren Abgang aus dem Ring und sollte diese letzte Erinnerung von ihm im Seilgeviert nicht kaputt machen. Mittlerweile dürfte er nach einer Pause noch schlechter im Ring sein und auch für einen Mann wie Jericho könnte es schwer werden, ihn zu einem guten Match zu ziehen. Nein, das muss wirklich nicht sein, auch wenn es derzeit stark danach aussieht. Dann sollte lieber Rey Mysterio dem grauhaarigen Mann in dieser Fehde zur Seite springen und bei WrestleMania in einem Fünfsterne-Match gegen Chris antreten. Stand heute sehe ich Mysterio aber am ehesten im Money in the Bank Match, wo er für einige tolle Spots sorgen könnte. Eine Alternative wäre auch ein IC Title Match gegen CM Punk, was sicherlich ebenfalls hochwertig sein dürfte. Kane macht weiterhin wohl das, was er immer macht, nämlich jobben. Wo sein Platz auf der Card von WrestleMania sein könnte, ist noch stark ungewiss. Vielleicht wieder im Money in the Bank Match, wo er aber eigentlich gar nicht reinpasst. Oder aber als Alternative für den IC Title, was aber auch eher unwahrscheinlich in meinen Augen klingt. Ähnliches gilt für Mike Knox, der sich dank des Bookings bei No Way Out leider nicht für höhere Aufgaben empfehlen konnte. Mir gefällt die Idee eigentlich ganz gut, Kane und Knox als Team antreten zu lassen, wie es bei RAW schon einige Male angekündigt wurde. Auf die Card von WrestleMania XXV dürfte sie das aber auch nicht bringen.
Fazit: 10/10Da hat uns die WWE wohl mal wieder Lügen gestraft. Die Sinnfrage wurde im Vorfeld zu No Way Out nicht nur einmal gestellt und ich gebe zu, dass ich genauso gedacht habe: Warum veranstaltet man zwei Elimination Chamber Matches um die Championships? Wir wissen doch sowieso, dass die Titel so kurz vor WrestleMania nicht wechseln werden. Tja, denkste! Beide Titel haben gewechselt und das Bild für die Championship Matches bei WrestleMania XXV wurde noch einmal ordentlich durcheinander gewürfelt. Wer sagt, er habe damit in dieser Form gerechnet, der lügt in meinen Augen. Insofern spreche ich dem Booking an dieser Stelle zumindest hinsichtlich der Unvorhersehbarkeit der Ereignisse im Gesamtbild ein dickes Lob aus. Ob sich das in den kommenden Wochen positiv oder negativ auswirkt, muss sich erst noch zeigen, aber ich bin weiterhin sehr gespannt auf die Road to WrestleMania und auch den größten PPV des Jahres selbst. Um zu einem Fazit für No Way Out 2009 zu gelangen, möchte ich so aufhören, wie ich angefangen habe, nämlich mit einer Rechenaufgabe. Was ergibt (8,5 + 7,5 + 6 + 6+ 10) : 5 ? Richtig, den Punkteschnitt der Matches von No Way Out und somit steht am Ende ein wirklich
guter PPV mit einer durchschnittlichen Punktezahl von 7,6, womit der Royal Rumble noch übertroffen wurde. Weiter so, WWE!
Ich bedanke mich herzlich für eure Aufmerksamkeit, sowie die Geduld und Ausdauer, diese PPV- Bewertung bis ganz zum Schluss zu lesen. Ich hoffe, ihr hattet beim Lesen genauso viel Spaß wie ich beim Schreiben. Über Lob, Kritik und konstruktive Verbesserungsvorschläge an meine Email-Adresse michael.schwartz@bsww.de würde ich mich sehr freuen. Man sieht sich dann bei WrestleMania XXV.