Suche:


BSWW.de: Game-Review - WWE Legends of Wrestlemania (XBox 360)
Von Sebastian Schmittel
Dienstag, 31. März 2009
Game-Daten
Titel: Legends of Wrestlemania
Hersteller: THQ
Testformat: XBox 360 / DVD Rom
Multiplayer: 1-4
Version: Deutsch (Texte und Handbuch)
Anzahl Discs: 1
Onlinefähigkeit: Ja
USK: Freigegeben ab 12 Jahre gemäß §14 JuschG
Preis: ca. 60 Euro
Allgemein
Von den Machern der bekannten „SmackDown vs. RAW“ Videospiele gibt es nun ein weiteres Game, das ausnahmsweise nicht auf dem aktuellen WWE-Geschehen beruht, sondern die historischen Heroen von WrestleMania zur Vorlage hat. In „Legends of „WrestleMania“ slammt ihr als Hulk Hogan Andre the Giant oder verpasst The Rock einen Stone Cold Stunner. Das ganze ist dennoch mehr als ein Aufguss von „SvR“ mit anderem Roster, denn die Entwickler haben das Gameplay neu konzipiert und einsteigerfreundlicher gemacht. Ob THQs Trip in die Vergangenheit mit anderen aktuellen Wrestlingspielen mithalten kann, sehen wir uns nun an.
Das Spiel
Knapp 40 Legenden stehen zur Auswahl, natürlich hat jeder seinen eigenen Auftritt inklusive Originalmusik. Das Roster ist gut gemischt, weist aber einige Lücken und Ungereimtheiten auf, die vermutlich politische Hintergründe haben. So fehlen wichtige Legenden der WrestleMania-Geschichte wie „Macho Man“ Randy Savage, Ricky „The Dragon“ Steamboat, Owen Hart, Diesel, Razor Ramon und weitere, während es Männer mit vergleichsweise wenig WrestleMania-Ruhm wie Dusty Rhodes und Michael „P.S.“ Hayes ins Roster geschafft haben.

Dennoch bietet das Spiel einen guten Querschnitt der ersten fünfzehn WrestleManias, denn nur diese wurden bei der Auswahl der Wrestler und Matches berücksichtigt. Im bekannten Exhibition-Modus stehen folgende Matches zur Verfügung:
Singles
Steel Cage Match
Ladder Match
Hell in a Cell
Ironman Match
Submission Match
Tag Team
Triple Threat
Battle Royal
Handicap Match
Royal Rumble

Außer dem klassischen Hardcore- oder Falls Count Anywhere Match ist also alles dabei was man braucht, um legendäre WrestleMania-Matches nachzuspielen. Neben dem Multiplayerspiel, das über XBox Live natürlich auch online möglich ist, stehen für Einzelspieler zwei besondere Spielmodi bereit. Im „Legend Killer“ Modus kann man mit einem selbsterstellten Wrestler (und leider nur damit) die Legenden eine nach der anderen besiegen, um so Trophäen freizuschalten. Mit jedem Sieg verdient man Punkte, mit denen man die Eigenschaften seines Recken verbessern kann, um auch gegen stärkere Herausforderungen gewappnet zu sein. Der zweite Modus ist der „WrestleMania Tour Modus“. Hier hat man die Möglichkeit, historische Ereignisse von WrestleMania 1-15 nachzuspielen, die man sich zuvor auch in kleinen Videos noch einmal ansehen darf. Die Abteilung „Relive“ ist dabei das beste Feature des Spiels: Man spielt legendäre Matches nach und muss dabei besondere Aufgaben erfüllen, um den originalen Matchverlauf von damals nachzustellen. Wenn man sich möglichst genau an den vorgegebenen Verlauf hält, verdient man sich eine Goldmedaille und schaltet als Bonus alternative Outfits für die Legenden frei. Die Umsetzung der Matches ist gut gelungen und macht viel Spaß. Leider gibt es nicht besonders viele, sodass man relativ schnell alle durchgespielt hat. Außerdem gibt es noch die Abteilungen „Rewrite“, in der man ursprünglich erfolglosen Kämpfern nachträglich doch noch zum Sieg verhelfen kann, sowie „Redefine“, die bekannte Matches mit völlig anderen Matcharten ausstattet. Seine gesammelten Trophäen und Medaillen kann man sich dann in der „Hall of Fame“ noch einmal ansehen.

Natürlich kann man auch hier kreativ werden und einen eigenen Superstar erstellen. Der „Create a Legend“-Modus ist m Wesentlichen dem aktuellen „SmackDown vs. RAW“ entnommen und um ein paar Legenden-Outfits ergänzt worden.

Sehr interessant ist die Option, ein vorhandenes Roster aus „SmackDown vs. RAW 2009“ zu importieren. Damit hat man dann tatsächlich das komplette Roster mit allen aktuellen Superstars im Spiel und kann sie mit Originalaussehen und –musik gegen die Legenden antreten lassen.

Wertung:
Steuerung
Wem „SmackDown vs. RAW“ immer zu kompliziert war, findet sich hier wohl eher wieder. Mit vier Tasten und Steuerkreuz kann man das Spiel komplett bedienen. Eine zum Schlagen, eine für Griffe, eine zum Blocken und eine für alles andere. Die Steuerung lässt sich so sehr leicht erlernen. Ein resultierender Nachteil ist die mangelnde Vielfalt: Das Moverepertoire ist sehr beschränkt und bietet kaum Abwechslung.

Manche Aktionen, zum Beispiel die Finisher, führen zu sogenannten Ketten. Der Move läuft dabei als Animation ab und man muss im richtigen Moment die richtigen Tasten drücken, um ihn erfolgreich zu beenden. Drückt man eine falsche Taste oder zu spät, wird man vom Gegner ausgekontert. Dieses eigentlich recht schöne Feature setzt gute Reflexe voraus und kann gemütliche Menschen wie mich schon mal zur Verzweiflung treiben. Ebenso frustrierend ist das System, um sich aus Covern zu befreien oder Käfigtüren zu öffnen. Man muss so schnell wie möglich auf die Knöpfe einhämmern und braucht dazu beinahe übermenschliche Geschwindigkeit, um den Computer zu schlagen. Mir persönlich gelingt es gar nur in der einfachsten Schwierigkeitsstufe, ein Cover zu überleben – Gift für Daumen und Controller.

Der Grundgedanke, das Spielprinzip zu vereinfachen, ist ja durchaus löblich. Das Resultat ist jedoch noch verbesserungswürdig.

Wertung:
Grafik
Grafisch reißt das Spiel keine Bäume aus. Altbekannte Probleme wie die unrealistische Ringseilbewegung und ständig gleich aussehende, dürftig animierte Zuschauer sind auch hier nicht behoben worden.
Die Qualität der Modelle reicht von gut bis kaum zu erkennen, die Bewegungen wirken seltsam unnatürlich. Die Körperproportionen stimmen leider überhaupt nicht, hier scheint man sich eher an Actionfiguren als an alten Videos orientiert zu haben. Die meisten Wrestler sehen muskulöser aus, als sie in Wirklichkeit waren. Das ist vermutlich Absicht, um dem Spiel einen ganz eigenen Look zu geben – aber was hilft’s, wenn der mehr irritiert als begeistert? Lobend hervorheben muss man die liebevoll gestalteten Originalschauplätze von WrestleMania 1-15 sowie Royal Rumble.

Insgesamt ist die Grafik nicht gerade auf dem neusten Stand und stellt gegenüber „SmackDown vs. RAW 2009“ eher einen Rückschritt dar.

Wertung:
Sound
Erfreulicher Weise hat man allen Wrestlern die Originalmusik spendiert. Andere Songs gibt es allerdings keine. Die Soundkulisse ist guter Standard, als Ansager hat man den zukünftigen Hall-of-Famer Howard Finkel ins Boot geholt, der für den nostalgischen Faktor sorgt. Der Kommentar wird leider „nur“ von Jim Ross und Jerry Lawler gesprochen, die ihre Sache zwar gut machen, aber bei einem Match zwischen Hulk Hogan und Sgt. Slaughter einfach deplatziert wirken.

Wertung:
Spielspaß
Wenn man sich an die Steuerung gewöhnt hat, gehen die Matches ganz gut von der Hand. Der Schwierigkeitsgrad erschien mir allerdings zu unausgewogen. Selbst in der leichten Stufe bedeutet ein gegnerisches Cover sehr oft das Aus für mich, während ich auf Normal dann keinerlei Chance mehr habe. Das führt leicht zu Frustration, wenn man nach einem guten Match unglücklich erwischt wird und dann sofort verliert. Das eigentliche Highlight, der „WrestleMania Tour Modus“, ist leider etwas knapp geraten und relativ schnell durchgespielt was sehr schade ist. Der „Legend Killer Modus“ ist auf Dauer etwas eintönig, was dem variantenlosen Matchablauf zuzuschreiben ist. Multiplayer können sicher ein paar Stunden mehr rauskitzeln, bevor die Scheibe im Laufwerk gegen eine andere ausgetauscht wird.

Wertung:
Fazit
Insgesamt hat man hier einiges an Potential vergeben. Es gibt gute Ansätze, aber auch eklatante Schwächen. Die Präsentation wirkt insgesamt nicht stimmig, sondern ein wenig zusammengeschustert. Als Beispiel sei genannt, dass Sgt. Slaughter bei seinem Einzug weder Hut noch Brille aufhat. Eine Kleinigkeit, die aber doch irritiert. Das Spiel ist voll von solchen Kleinigkeiten, die den Gesamteindruck trüben. Hier hätte mehr Liebe zum Detail ein authentischeres und somit fesselndes Spiel erzeugen können. So ist leider nur ein solides Einsteigerspiel daraus geworden, dem es an Tiefe und Langzeitmotivation mangelt.

Wertung:
Fanshop
Dieses Wrestling-Game kann über unseren Fanshop bestellt werden.
22
ANZEIGE

© 1998-2010 BSWW.de. Alle Rechte vorbehalten.