
Im Kino läuft mit Public Enemies ein Film, den man auch Hard Justice hätte nennen können – hat man aber nicht. TNA Wrestling verspricht uns am heutigen Abend neun brutale Matches, die hoffentlich dem Namen dieser Großveranstaltung würdig sind.
Die BSWW.de-Redakteure Tobias Schegerer, Bastian Liebl, Sebastian Schmittel, Steven Lübke und Christopher Kapalla geben hier ihre Tipps ab und lassen sich hart über die Gerechtigkeit im Wrestling aus. Viel Spaß beim PPV Talk zu Hard Justice 2009.
Bounty Match
Abyss vs. Jethro HollidayTobias Schegerer: Schön, dass man die Fehde von Dr. Stevie und Abyss fortführt, bisher hat sie mir sehr gut gefallen. Und die ganze Sache mit dem Kopfgeld auf Abyss Kopf bringt ihm viele Gegner, da ist nichts dran auszusetzen. Hoffen wir, dass es auch weiterhin eine zumindest halbwegs sinnvolle Story bleibt. Jethro Holliday wird den Kampf wohl nicht gewinnen können, ich glaube nicht, dass man dem ehemaligen Trevor Murdoch im TNA-Office solch einen Push zugedacht hat. Aber solange es kein Squash Match wird, soll es mir recht sein und ich werde es hoffentlich als netten Opener genießen können.
Bastian Liebl: Ich muss dir widersprechen, Tobias, und das gleich mehrfach. Erstens sehe ich dieses Match nicht als Opener, dafür dürfte fast schon traditionell das X-Division-Match herhalten. Darüber hinaus gefällt mir diese Fehde nicht wirklich. Den Sinn, den du anscheinend gefunden hast, suche ich noch vergeblich. Was treibt Dr. Stevie an, Abyss immer so zu quälen? Weshalb wurde er überhaupt ein Therapeut? Das schönste an dieser Fehde überhaupt wird neben Daffney, die als verrückte Bewunderin von Dr. Stevie ein wirklich gute Figur macht, genau dieses Match sein. Denn es bedeutet, dass Abyss mit einem Wrestler in den Ring steigt, der es mit ihm aufnehmen kann. Die letzte Auseinandersetzung mit Stevie Richards war eine Farce, hoffen wir, dass es heute besser wird. Ich tippe hier auf einen Außenseitersieg durch Jethro Holliday, irgend jemand wird schon eingreifen.
Christopher Kapalla: Ich bin der Meinung, dass die Fehde zwischen Dr. Stevie und Abyss eigentlich interessant startete und durch die Einbeziehung von Daffney und Raven noch besser wurde. Leider ist Raven nun verschwunden und wir bekamen schon beim letzten PPV das „große“ Aufeinandertreffen zwischen Abyss und Stevie zu sehen. Leider sah das Ganze eher wie ein Squash Match aus als wie das Match einer erbitterten Fehde. Hier hätte ein weiterer Kampf gegen Raven gut hineingepasst, so dass man die Zeit bis zum Gipfeltreffen hätte noch überbrücken können. Ich gehe davon aus, dass bei Bound for Glory ein weiteres Aufeinandertreffen unausweichlich ist und tippe deshalb, dass die Bounty-Storyline auch bis dahin fortgeführt wird. An sich ist es immer eine nette Idee, die, wie Tobias schon sagte, viele verschiedene Gegner für Abyss bringen kann bzw. wird. Dass es den, meiner Meinung nach, schlimmsten Gegner im gesamten Roster als erstes treffen würde, dachte ich dabei aber nicht. Für mich war der „Urlaub“ einfach schon bei WWE völlig uninteressant und er ist es auch bei TNA. Ich habe keine Ahnung, warum die Offiziellen weiter an ihm festhalten. In diesem Match kann man nur auf einen schnellen Sieg von Abyss hoffen, denn alles andere würde ihn nur herunterziehen. Wir können gespannt sein, wer sich als nächstes auf die Jagd nach dem Geld macht.
Steven Lübke: Ach ja, der Wahn um Abyss geht weiter. Ich bin immer noch der Meinung, dass die ganze Storyline nicht so schlecht ist, aber ich sehe einfach nicht wo das hinführen soll. Abyss kann man eigentlich auch in ein Titelrennen schicken bzw. gegen etwas größere Leute fehden lassen. Naja, da wir darauf keinen Einfluss haben, hoffen wir auf ein gutes 8-Minuten-Match mit den obligatorischen Thumbtacks und dem Stuhl zwischen den Seilen in der Ringecke, gegen den Abyss selbst läuft.
Sebastian Schmittel: Abyss zählt mittlerweile zu den schlechtesten Acts im Wrestling, sogar dämlicher als Kane in seinen schlimmsten Zeiten als sanfter Riese. Ständig bekommt er es mit irgendwelchen Jahrmarktfreaks zu tun, da hat sich bereits eine eigene kleine Subkultur entwickelt: es gibt die normalen Wrestler bei TNA, und dann gibt es Abyss und seinen Club der Misfits. Das ist nicht mehr zeitgemäß und produziert Woche für Woche einige der schlechtesten Segmente bei Impact. Wir wissen alle, dass Jethro Holliday keine Bedrohung für Abyss darstellt, das Kopfgeld wird also ein anderer einstreichen, wenn überhaupt. What about Raven?
Match for the World Title Shot Briefcase
Hernandez vs. Rob TerryBastian Liebl: Vor einigen Monaten wurden die Verträge beider LAX-Mitglieder verlängert, wobei es beide zur Bedingung gemacht hatten, auch weiterhin als Tag Team eingesetzt zu werden. Jetzt treten beide getrennt voneinander an und sind entweder im Titelrennen oder kurz davor. Nicht dass ich Hernandez nicht für einen guten Wrestler halte, aber im Tag Team sehe ich ihn doch lieber. TNA wollte ihn ja schon länger pushen und mit dem World Title Shot hat man ihn jetzt wohl auch dazu überredet. Wer hier gewinnen wird, diese Frage ist gar nicht so einfach. Nicht nur, dass Rob Terry eine totale Unbekannte ist. Nein, darüber hinaus stehen ja noch ein paar Engländer bzw. Mitglieder der World Elite hinter ihm. Deshalb und auch aus dem Grund, weil ich noch mehrere Auseinandersetzungen beider Powerhouses erwarte, bevor Hernandez dann weiter nach oben gepusht wird, sehe ich hier mit Rob Terry den Mann, dessen Körper alles andere als natürlich aussieht, als Sieger.
Sebastian Schmittel: Hernandez muss hier gewinnen, wenn das mit seinem Push etwas werden soll. Er hat das Zeug zum Main Eventer, auch wenn seine Micskills noch etwas wacklig sind (hoffentlich fehdet er nie gegen Bobby Lashley). Rob Terry ist die Definition von „Kanonenfutter“ und sollte als solches behandelt werden. Einzig interessant ist die Dynamik mit Homicide. Ich denke, dass dieser Hernandez letztendlich verraten und sich World Elite anschließen wird. Und bei TNAs Geschichte an Schnellschüssen könnte es heute schon so weit sein.
Steven Lübke: Aha, der neue Main Eventer Hernandez kommt zurück, macht Eindruck, kann überzeugen und ist für großes bestimmt......und bekommt ein Match gegen Rob Terry? Grund ist natürlich nur die Übergabe des Koffers an den neuen Hoffnungsträger im Titelrennen. Ich traue Hernandez viel zu, auch wenn das Schwingen mit der Kette bei iMPACT! absolut behindert aussah. Ich könnte mir vorstellen, dass die World Elite bzw. die British Invasion versucht einzugreifen, aber Hernandez macht alle platt.
Christopher Kapalla: Auch ich gehe stark von einem Sieg von Hernandez aus. Er gefiel mir schon mit Homicide im Team wirklich gut, auch wenn er am Mikro noch nicht sehr überzeugend ist. Aber in seinem Match gegen Samoa Joe hat er mir bewiesen, dass er, eher als Joe, in den Main Event gehört. Neben ihm wirkte Joe einfach wie ein Niemand und dies lag größtenteils nur an der Ausstrahlung des Latinos. Natürlich braucht man auch bei ihm eine Überbrückung bevor es tatsächlich in den Main Event geht. Deshalb macht dieses Match auch beinahe Sinn – nur leider ist sein Gegner kilometerweit davon entfernt, auch nur halbwegs als Herausforderer ernst genommen zu werden, weshalb Terry als Sieger einfach nicht kommen darf. Hernandez siegt und ich könnte mir ein Szenario für den Event vorstellen, welches ich aber erst später verraten werde.
Tobias Schegerer: Ein Sieg von Hernandez steht für mich außer Frage, ein Sieg des Briten würde mich doch schwer verwundern! Hernandez wurde seit seiner Rückkehr aufgebaut mit einigen Siegen, zum Teil über doch recht große Namen wie Samoa Joe, der ja allerdings in letzter Zeit eher wie ein Midcarder wirkt. Wie dem auch sei, Rob Terry hätte den Erhalt des Koffers nicht verdient, zu kurz ist er bei TNA, zu schlecht wirkt er im Ring. Dinge, die man von dem Mexikaner Hernandez nicht behaupten kann. Sowohl kraftvoll, als auch beweglich agiert er im Ring. Wirkliches Champion-Material.
IWGP Tag Team Championship
The British Invasion (c) vs. Beer Money, Inc.Sebastian Schmittel: Eric Youngs Version der “J.O.B. Squad” gefällt mir bisher ganz gut, auch wenn man sich keinen Illusionen bezüglich der Signifikanz der Gruppe hingeben sollte. Aber immerhin gibt es einem Haufen brauchbarer Undercarder was zu tun, und sei es nur das ausgelutschte Gimmick der bösen Ausländer. Nach seinem verpatzten Start als moderner Gladiator überzeugt Brutus Magnus in seiner neuen, etwas realistischeren Rolle mit Charisma und guter Mimik. Im Ring kann er unter der Anleitung von Europa-Veteran Doug Williams nur gewinnen. Da New Japan die beiden nun doch als Champions anerkennt, ist vielleicht auch mal eine Reise nach Fernost drin. Dazu müssten sie die Titel natürlich behalten, aber davon gehe ich aus. Das Programm mit Team 3D scheint noch lange nicht ausgereizt.
Christopher Kapalla: Ich war auch etwas verwirrt, als ich von den wechselnden Meinungen über die Zustimmung von NJPW hörte. Anscheinend ist nun aber alles geregelt und die Titel dürfen bei ihren Besitzern bleiben – nur welchen Fan interessiert eigentlich, was die Japaner dazu sagen? Natürlich ist es interessant, auch einmal andere Gegner und Titel bei TNA zu präsentieren, aber der „normale“ Fan wird sich keine Gedanken darüber machen, ob der Titelwechsel erlaubt wurde oder nicht. Solange in den Shows von TNA davon gesprochen wird, dass der Titel wechselte, bleibt doch alles beim alten. Nun aber zum Match um die Titel. Beide Teams überzeugen mich sehr in ihren Rollen und vor allem Beer Money sind zurzeit das Maß aller Dinge. Die Titel bringen ihnen nicht wirklich viel, denn vom Wert her liegen sie bei TNA deutlich unter den eigenen. Meiner Meinung nach wäre es auch das Beste, diese Gürtel langsam wieder aus den Shows verschwinden zu lassen. Man hat eine sehr gute Tag Team Division und man sollte sie nur um die wichtigsten Titel der Liga kämpfen lassen, denn sonst wirkt sich das auch negativ auf den Wert der TNA-Tag-Team-Titel aus. Die Invasion wird hier siegen und somit ihre erste Titelverteidigung einfahren.
Steven Lübke: Erst erkennt NJPW den Titelwechsel nicht an, dann auf einmal schon. Da frage ich mich, ob man einen weiteren Titelwechsel anerkennen würde bzw. ob dieses Match als offizielle Verteidigung gezählt wird. Für mich ist Beer Money Inc noch immer das aktuell beste Tag Team, aber diese Titel braucht man ihnen nicht zu geben. Auch hier sehe ich einen Eingriff von außen. Die Briten verteidigen die Titel und dürfen sie bis Bound for Glory behalten.
Tobias Schegerer: Dieses Match könnte eines der besten dieses Abends werden. Das Beer Money und die British Invasion wirkliche Könner sind, dürfte wohl außer Frage stehen. Seit bestehen des Stables “World Elite” ist die Invasion sogar noch interessanter geworden. Komisch nur, dass die Briten die einzigen in diesem Stable sind, die ein Match bei diesem PPV haben. Hätte man nicht noch Eric Young in ein Match mit irgendjemandem stecken können? Oder zumindest hätten er und Sheik Abdul Bashir ins Steel Asylum Match reingepasst. Kiyoshi hätte man gerne außen vor lassen können, Schüler des Great Muta hin oder her, weder sein Gimmick noch seine in Ring-Skills wissen mich zu überzeugen. In Japan war er eindeutig besser, wäre er doch dort geblieben! Naja, auf jeden Fall dürfen wir uns bei diesem Match auf tolle Tag Team Action und viele schmutzige Attacken von beiden Seiten gefasst machen. Ich persönlich hoffe auf einen Sieg der British Invasion, allein deshalb, weil sonst wieder Streit mit NJPW ausbrechen könnte. Zudem sehe ich Beer Money als das bessere Tag Team an. Darum sollten sie sich auch nach Hard Justice lieber wieder den TNA-World-Tag-Team-Gürteln zuwenden, die ja doch etwas mehr zählen sollten, als die Titel aus Japan.
Bastian Liebl: Und schon wieder sind wir unterschiedlicher Meinung. Hier stehen meiner Meinung nach nämlich nicht nur Könner im Ring. Ja, richtig gehört. Denn Brutus Magnus ist für mich bisher den Beweis schuldig geblieben, dass er ein guter Wrestler ist. Auch bin ich froh, dass nicht noch Eric Young oder sonst jemand in ein Match gesteckt wurde, denn TNA hat meistens sowieso zu viele Matches bei den PPVs, um ja alle Wrestler unterzubringen. Dieses Mal ist es besonders schlimm, denn es sind 9, in Worten NEUN Matches auf der Card!!! Das bedeutet bei 3 Stunden Sendezeit mit allein Ein- und Auszügen, Promos, Auf- und Abbau des Käfigs, Brawls etc. vielleicht noch 10 Minuten für ein Match. Und warscheinlich ist das noch zu viel. So, kommen wir zum Match. Gewinnen wird die British Invasion, damit unser Freund Young was zu tun hat, der seinen Heel-Part bis jetzt übrigens ausgezeichnet macht. Ich habe ihn ja lange für einen unterschätzten Worker gehalten und das scheint sich jetzt zu bestätigen. Anschließend, und hier stimme ich dir wieder zu, Tobias, sollte sich das beste Tag Team im Wrestling wieder den wertvollsten Titeln im Wrestling zuwenden. Denn bei TNA gibt es wirklich noch eine Tag Team Division, die diesen Namen verdient.
Steel Asylum Match
Suicide vs. Chris Sabin vs. Amazing Red vs. Alex Shelley vs. Jay Lethal vs. Daniels vs. Consequences CreedBastian Liebl: ... Ich spare mir hier die übliche Leier über Multi-Man-Matches in einem Vogelkäfig, sondern hoffe auf das bis jetzt beste Steel Asylum Match, auch wenn es noch nicht so viele von der Sorte gab. Dieses Mal sind wirklich nur Ausnahmekönner dabei (und hier trifft das Wort wirklich zu) und deswegen kann dieses Match gar nicht schlecht werden, wenn es genügend Zeit bekommt. Moment Mal: So wie ich das sehe, hat Vince Russo momentan freie Hand, da ihn niemand mehr kontrolliert. Weswegen auch der letzte PPV so schlecht war. Ich hoffe nur, dass er dieses Match einfach von ein paar Road Agents ausarbeiten lässt, ohne sich einzumischen. Dann kann es mit ein wenig Zeit wirklich gut werden. Als Sensationssieger sehe ich hier Amazing Red. Ich finde es übrigens eine Schande, dass man Leute wie Christopher Daniels in derartige Matches steckt, anstatt sie ihren Fähigkeiten entsprechend im Mainevent oder zumindest an prominenter Position einsetzt.
Sebastian Schmittel: „Featuring the stars of the X Division“, oder wie ich es ausdrücke: „Ein paar Leute hüpfen zu eurer Unterhaltung durch die Luft, was müsst ihr mehr wissen?“. Schade ist es um die Guns und Lethal Consequences, die sich im absoluten Niemandsland befinden. Ich vermute ja, dass das betont gelangweilte Verhalten der Guns mal wieder eines dieser kindischen „shoot work“ Angles ist, sie also backstage ebenso unmotiviert rumlungern und daher das Vertrauen des Managements verloren haben und nun mit diesem Sackgassen-Gimmick bestraft werden. Wirklich eine Verschwendung. Weniger schade ist es um Daniels, der zwar ein guter Wrestler ist, aber so viel Charisma zeigt wie ein Eimer Abtönfarbe. Nicht umsonst zieht man ihm immer wieder Masken auf. Kaz hat einen Sieg eigentlich immer verdient, leider zündet das Suicide-Gimmick nicht wirklich. Die anderen sind so weit unten auf der Karriereleiter, dass ein Sieg unwahrscheinlich erscheint. Auch in Hinblick darauf, dass den Sieger wohl ein Match gegen Samoa Joe erwartet, wird es wohl auf Daniels hinauslaufen.
Steven Lübke: Das Spotfest des Abends. Hoffentlich wird es nicht wieder der Opener. Dabei heizt man zwar die Menge ordentlich an, aber die Euphorie klingt nach kurzer Zeit wieder ab und so hätte keiner gewonnen. Ich freue mich wirklich auf dieses Käfig-Massen-Geprügel, auch wenn wir das Match und eigentlich auch die Zusammenstellung schon hatten. Ich hoffe, dass Daniels hier den Sieg einfahren kann.
Christopher Kapalla: Genau davon gehe ich aus, Steven – das Match dürfte auf jeden Fall der Opener werden. Vor allem da es schon beinahe zur Tradition geworden ist. Ich mag die Matchart an sich eigentlich gerne sehen und wie Bastian schon sagt, sind dieses Mal wirklich nur Männer vertreten, die ein gutes Match auf die Beine stellen können. Doch in der momentanen Ausrichtung der X-Division wirkt es einfach völlig uninteressant. Der Sieger bekommt ein Titelmatch, aber der Titel hat kaum noch eine Bedeutung. Ohne jetzt wieder das alte Thema darüber weit auszufechern, gebe ich kurzerhand meinen Tipp ab und dieser geht an Suicide. Er hat bisher kein Rückmatch um das Gold erhalten und da er ansonsten völlig in der Luft hängen würde, gehe ich von einem Sieg des Selbstmörders aus.
Tobias Schegerer: Schade, dass man um dieses Match, welches höchstwahrscheinlich fantastisch wird, keine ordentliche Story gestrickt hat. Sowieso sind in letzter Zeit die Storys in der X Division rar gesät. Doch jetzt scheint sich wieder eine sinnvolle Story zu ergeben. Alle Faces der X Division gegen die World Elite, umso seltsamer, dass kein Mitglied des Amerika-Hasser-Stables am Steel Asylum Match teilnimmt. Auf jeden Fall kann man sich auf tolle Highflying-Action gefasst machen. Mit einem Sieg von Amazing Red ist wohl kaum zu rechnen, er wird ja meistens eher als Edel-Jobber eingesetzt. Lethal und Creed scheinen mir auch eher unwahrscheinlich, ich kann mich schon gar nicht mehr an ihr letztes Match erinnern. Ok, häufig kamen die Guns, Daniels und Suicide auch nicht vor, doch Daniels und die Guns haben beim vorletzten Impact mit dem Match von Daniels und der danach folgenden Massenschlägerei in der Impact Zone wieder für ordentlich Aufmerksamkeit gesorgt. Und Suicide wirkt ja immer wie der Supermann der X Division, er kann auch ohne vorher großartig Aufmerksamkeit erregt zu haben, das Match gewinnen. Ich persönlich hoffe auf den Sieg von Daniels. So lange ist er schon dabei, soviel hat er im Ring drauf, so viel Charisma hat er, doch noch immer fehlt ihm der Push, der ihn wieder in den Main Event bringt, was meines Erachtens nur an seinem nicht ganz so muskulösen Körper liegen kann. Vielleicht wird ja nun der Schritt in die Richtige Richtung für Daniels gegangen.
TNA Women's Championship
Angelina Love (c) vs. ODBSteven Lübke: Die Beautiful People sind natürlich immer noch ganz oben auf meiner Liste, aber so langsam brauchen wir frischen Wind in der Szene. ODB trampelt seit Monaten auf der Stelle, da hat auch Cody Deaner nichts dran geändert. Klar, dass Love ihren Titel hier verteidigen wird. Ich hoffe, Alissa Flash und Sarita werden so schnell wie möglich ins Titelrennen geschickt.
Tobias Schegerer: Ich hoffe, der Titel bleibt in den Reihen der Beautiful People. Zwar ist Angelina Love im Ring keine Granate, weiß das aber mit doppelt gutem Mic Work und Charisma wieder wett zu machen. ODBs Gimmick ist seit dem Auftreten von Cody Deaner nur noch verrückter und sinnloser geworden und ich hoffe, sie wird nicht die Knockout Division nach Hard Justice repräsentieren!
Bastian Liebl: Agreed. ODB war anfangs noch interessant und over bei den Fans, aber spätestens seit Cody Deaner kann man sie nicht mehr ernst nehmen. Dabei hätte man wirklich was aus ihr machen können, da sie anders aussieht und im Ring durchaus was drauf hat. Somit drücke ich das erste Mal überhaupt die Daumen für die Ex-Freundin von Eric Young. Go, Angelina, go!
Christopher Kapalla: Viel ist dem nicht mehr hinzuzufügen. Die Knockout Division hat einige gute Wrestlerinnen in ihren Reihen und man setzt mittlerweile leider auf die völlig uninteressante ODB. Die Beautiful People wissen weiterhin zu unterhalten und das große Match zwischen Tara und Awesome Kong scheint man sich für Bound for Glory aufzusparen. Ich hoffe mit Steven, dass die beiden neuesten Knockouts schnell ins Titelgeschehen eingreifen, denn dann sind spannende Matches garantiert. Ach ja, Angelina Love verteidigt ihren Titel ;).
Sebastian Schmittel: Das ist mir leider ziemlich egal. Sowohl ODB als auch die Beautiful People sind so überzogen angelegt, dass ich mich einfach nicht damit anfreunden kann. Eine Titelverteidigung scheint mir sinnvoll, damit eine der ernsthafteren Damen sich an der Entthronung versuchen kann. Bitte nicht Christy Hemme.
TNA X Division Championship
Homicide (c) vs. Samoa JoeBastian Liebl: Hier könnten wir mit Abstand das beste Match des Abends sehen, denn sowohl Joe, als auch Homicide sind außergewöhnlich gut. Leider dürfen sie ihre Fähigkeiten viel zu selten zeigen und auch hier wird es wohl höchstens ein durchschnittliches Match werden. Auch wenn ein Sieg von Samoa Joe zu befürchten steht, so tippe ich hier auf ein Überraschung durch Homicide. Es darf einfach nicht sein, dass ein Psycho, der nach seiner Identität sucht, an der Spitze der X Division steht, zumal, wenn man mit Homicide wirklich einen guten Champion hat. Der wievielte Berater von Joe ist das jetzt eigentlich schon?
Tobias Schegerer: Dass Joe die X Division Zeit lange hinter sich hat, ist ja allgemein bekannt. Umso fraglicher ist, warum er dann Jagd auf deren Titel macht? Seit dem Beitritt in die MEM ging es für die Samoan Submission Machine nur bergab. Keine Siege mehr, und nun kämpft er um den X Division Championship. Der soll ihm aber nicht gehören! Es geht mit der X Division sowieso bergab, keine Storys, keine Auftritte, sinnlose Titelverteidigungen ohne Hintergründe. Sollte Joe den Titel nun von Homicide gewinnen, sehe ich endgültig schwarz. Zumal das auch Homicide nicht gerade gut aussehen ließe, wenn er den Gürtel kurz nach dessen Gewinn wieder weiterreichen müsste. Alles in allem wäre ein Sieg für Homicide besser, jedoch sollte das Match durch einen Eingriff, z.B. dem von Hernandez entschieden werden, denn noch mehr sollte Joe auf keinen Fall herunter gemacht werden.
Christopher Kapalla: Ich muss sagen, dass ich im ersten Augenblick nachdenken musste, wann Homicide den Titel gewonnen hat und ob er überhaupt noch Champion ist, denn so präsent wie er in den Shows war, hab ich es tatsächlich verdrängt. Natürlich ist er schon zuvor gegen Joe angetreten und konnte seinen Titel verteidigen, aber irgendwie wirkte er überhaupt nicht konkurrenzfähig. Wie angesprochen sackt Joe immer weiter ab und das, obwohl man nach dem Heel-Turn einiges erwartete. Das Match wird meine Erwartungen wahrscheinlich trotzdem übertreffen und Cide wird mit dem Titel nach Hause gehen dürfen. Ein Eingreifen von Hernandez würde tatsächlich Sinn machen, aber da er Joe bereits fair besiegt hat, gibt es keinen Grund, Joe weiter anzugreifen - es sei denn, die Mafia will Cide an der Titelverteidigung hindern und greift selbst ins Geschehen ein.
Sebastian Schmittel: Joe muss Homicide hier auseinander nehmen, alles andere wäre eine Katastrophe. Homicide ist praktisch aus dem nichts Champion geworden und kann in seiner jetzigen Rolle als Champion nicht ernstgenommen werden. Der Titel muss an Joe gehen, denn Homicide kann durch eine Niederlage schwerlich noch mehr beschädigt werden. Außerdem hat er dann einen Grund, sich World Elite anzuschließen. Hernandez wird entweder Homicide nicht helfen, oder seine Hilfe wird nach hinten losgehen.
Steven Lübke: Ich bin dafür, dass man aus diesem Match ein "60 Minutes Iron Man Match" machen sollte. Auf dem Papier erwartet uns hier ein X Division Match wie es im Buche steht. Ich hoffe man erkennt diese Tatsache und gibt den beiden genug Zeit und Freiheiten. Wenn alles so läuft wie ich mir das denke, haben wir hier auf jeden Fall das Match des Abends, das bestimmt Potential zum Match des Jahres 2009 hätte. Im Zuge der "Betitelung" der Main Event Mafia gehe ich davon aus, dass Joe den Titel bekommt. Unverdient wäre es nicht.
TNA World Tag Team Championship
Booker T & Scott Steiner (c) vs. Team 3DChristopher Kapalla: Ich muss ehrlich zugeben, dass ich im Anbetracht der Story um die MEM finde, dass der Titel ganz gut bei Steiner und Booker aufgehoben ist. Es zeigt, dass sie weiterhin mit dem restlichen Roster mithalten können und zu Recht die Top-Spots in den Shows für sich bestimmen – so jedenfalls in den Storyline. Für mich sind beide längst über ihrem Zenit und sollten langsam aber sicher ebenfalls an den Abschied denken. Von mir aus können sie die Titel noch bis Bound for Glory behalten und dort an Beer Money oder ein anderes aufstrebendes Team abtreten. Heute werden sie siegreich bleiben, einfach aus dem Grund, dass 3D den Titel einfach nicht benötigen.
Sebastian Schmittel: Leider ist das Durchschnittsalter in diesem match umgekehrt proportional zur Durchschnittsgeschwindigkeit. Vier ältere Herrschaften jagen ihren „glory days“ hinterher, und das zur besten Sendezeit. Hoffen wir, dass es schnell und gnädig vorüber geht. Booker und Steiner behalten die Titel. Wozu ist man denn Mitglied in einem mächtigen Stable, wenn man seine Macht nicht ausnutzt?
Steven Lübke: Auch wenn Booker & Scott in meinen Augen absolut unwürdige Titelträger sind, so werden sie an diesem Abend das Gold behalten dürfen. Persönlich sehe ich in naher oder ferner Zukunft ein Match mit mehreren Tag Teams, wobei beide Tag-Team-Titel, die aktuell bei TNA im Umlauf sind, auf dem Spiel stehen. Die IWGP-Titel wechseln beim ersten Pin die Besitzer, die TNA-Titel beim Zweiten. Ideal wäre natürlich Bound for Glory. Oh Gott, ich glaube ich sollte den Job wechseln und im Kreativteam von TNA anfangen ... oder lieber doch nicht.
Tobias Schegerer: Jetzt hatte man die Tag Team Division so schön aufgebaut, man hatte geniale Paarungen mit der British Invasion, Beer Money Inc. und Team 3D, da hätte man noch die Guns einbauen können und es wäre perfekt gewesen. Aber nein, man lässt Scott Steiner und Booker T ein No. 1 Contender Match gewinnen und dann auch noch Beer Money Inc. bei Victory Road besiegen. Das Team aus Steiner und Booker T wirkt einfach irgendwie zusammengewürfelt, so als hätte man sich gesagt: “Hey, auf Einzeltitel-Jagd könen wir momentan nicht gehen, dann werden wir halt Tag-Team-Champs!” Eine völlige Katastrophe, zumindest meines Erachtens nach! Darum steht für mich fest, dass Team 3D gewinnen muss. Sie sind wohl eines der großartigsten Tag Teams in der Geschichte des Wrestling, ganz im Gegensatz zu Booker T und Steiner, die man als Tag Team besser schnell vergessen sollte. Warum hat man nicht einfach Steiner und Booker persönliche Feinde zugeteilt, sagen wir, Steiner würde sich über Daniels ärgern, der ganz ohne Muskeln und ähnlichem an die Spitze kommt und Booker T legt sich mit sonst irgendwem an, sei es nur Shark Boy, der ja momentan eher bei Houseshows sein Geld verdient, wenn überhaupt. Naja, ich hoffe einfach Team 3D gewinnt das Gold, der Big Bad Booty Daddy und Booker kümmern sich wieder jeweils um eine Einzelkarriere oder sonst einfach nur um die Mafia und darum, dass das Gold um Kurt Angles Hüften in der Mafia bleibt und ich bin glücklich.
Bastian Liebl: Also glücklich wäre ich auf keinen Fall, wenn der Titel jetzt schon wieder wechseln würde. Team 3D in allen Ehren, aber sie brauchen die Titel nicht mehr. Zumal, wenn sie nicht einmal eine anständige Fehde haben. Booker und Steiner sehe ich allerdings auch nicht als Langzeitchamps, da sie hier einfach unglaubwürdig sind, Harlem Heat hin, Steiner Brothers her. Die Gürtel werden sie aber hoffentlich wieder an Beer … Money verlieren und sich hier in einem hoffentlich kurzem Match durchsetzen.
TNA Legends Championship
Mick Foley (c) vs. Kevin NashSteven Lübke: Zu diesem Match möchte ich eigentlich gar nicht so viele Worte verlieren. Fakt ist, dass viele diesem Titel nur wenige Monate gegeben haben. Nun besteht er fast ein Jahr und die zumindest auf dem Papier sehen die Titelträger doch nicht schlecht aus. Auch hier treten zwei echte Legenden gegeneinander an. Die Qualität des Matches wird natürlich nicht an z.B. das X Division Match ran kommen, aber das macht ja nichts. Wichtig ist, dass das Match kurz gehalten wird und Nash den Titel bekommt ... ist diesmal nicht meine persönliche Meinung, sondern ein Muss bei der angesprochenen "Betitelung" der Main Event Mafia.
Bastian Liebl: Du sprichst immer von "Betitelung", Steven. Soweit ich mich erinnern kann, heißt es immer noch Main Event Mafia und nicht All Titles Mafia. Wieso muss dieses Stable, das mich schön langsam immer mehr nervt, alle Titel haben? Wieso muss es überhaupt Titel haben? Dieses Match geht um einen Titel, den die Welt nicht braucht, mit zwei Wrestlern, für die sich auch niemand mehr interessiert. Klingt hart, ist aber so, zumindest aus meiner Sicht. Insofern fände ich es nicht einmal schlimm, wenn Nash hier gewinnt, da der Titel wertlos ist. Davon abgesehen fand ich den Aufbau, speziell beim letzten iMPACT!, ganz witzig, hier ließ man sich mal was anderes einfallen als den Standard-Brawl. Beide Wrestler, pardon, ein Wrestler und ein Geschäftsmann, verhielten sich genau so, wie es zu ihren Charakteren passt und der Bump von Mick Foley brachte mich wirklich zum Lachen. Wenn schon zwei Rentner auf die Card müssen, dann wenigstens gegeneinander, nach spätestens fünf Minuten geht ihnen die Puste aus und der Krampf ist vorbei. Hat doch auch was Gutes. Gewinnen wird hier Mick Foley, Geschäfte hin, "Betitelung" her.
Tobias Schegerer: Wer die Idee dafür hatte, muss wohl vergessen haben, dass weder der ehemalige Cactus Jack, noch der graue Wolf Kevin Nash besonders gute Wrestler sind. Foley braucht Gegner, die ein gutes Match auf die Beine stellen können, die technisch einiges drauf haben. Das trifft auf Big Daddy Cool gar nicht zu, für ihn gilt nämlich dasselbe wie für Foley. Nash hatte z.B. bei Turning Point im letzten Jahr ein Match mit Samoa Joe das gar nicht schlecht wirkte. Zum größten Teil dank Joe, aber auch Nash wirkte gut, mit solch einem Gegner. Und wenn man Foley einen Stuhl in die Hände drückt, oder sonstige Gegenstände, dann kann man sich auch noch heute auf etwas Besonderes gefasst machen. Aber zusammen, ein One on One Match, normale Regeln? Das kann nichts Tolles werden. Zudem die Story, wie Foley den Titel gewonnen hat. Lashley verpasst Nash den Spear und überlässt den Pin dem bärtigen Mann, der ja sein ach so großes Vorbild sein soll, wegen dem er zur TNA gekommen ist. Der muskelbepackte Mann, der durch seine Kraft, aber auch seine Technik glänzt, soll sich gerade wegen Mick Foley, der wohl das so ziemliche Gegenteil von ihm ist, zu TNA kommen? Nein, dass er Geld für MMA-Training braucht, hat gar nichts damit zu tun, nein! Also bitte, diese Story kann man eventuell einem Kindergartenkind verkaufen und schon das wird die Motive Lashleys ein bisschen seltsam finden. Nash und Foley sind wahre Könner am Mikrofon, das will niemand bestreiten. Beide haben sehr viel für das Business getan und hatten großartige Matches, die man nie vergessen wird. Aber zusammen, ein alter Nash, der schon als junger Nash nicht besonders im Ring überzeugen konnte und ein alter Foley, der noch weniger agil wirkt, als in seinen jungen Jahren, werden wohl zusammen nichts besonderes auf die Beine stellen können.
Sebastian Schmittel: Dieses Match wird brutal, und damit meine ich nicht den Gewaltgrad. Während Mick Foley mit seiner übertriebenen Drolligkeit und Selbstironie sich selbst und das Wrestlingbusiness jede Woche zum Affen macht, hat Kevin Nash mit seiner nonchalanten Coolness in mir einen kleinen Fan gefunden. Zwar sollte er aufgrund der offensichtlichen körperlichen Einschränkungen keine größere Rolle mehr spielen, aber in kleinen Dosen hat Nash durchaus noch seine Daseinsberechtigung. Wenigstens richtet er keinen Schaden an, im Gegensatz zu Mick „Stürze durch Tische tun gar nicht so weh wie es aussieht“ Foley, der Titel und Wrestlingstiefel möglichst bald an den Nagel hängen sollte.
Christopher Kapalla: Auch wenn Nash von sich selbst meint, in der Form seines Lebens zu sein, wird dieses Match alles andere als ein Augenschmaus. Foley braucht, wie Tobias zutreffend sagt, Gegner die ihn ziehen - für Nash gilt das gleiche. Vielleicht haben wir aber auch Glück und beiden ziehen sich gegenseitig. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass die beiden sogar mehr als zehn Minuten Zeit bekommen, denn bei ihrem Tempo dürften sie nicht so schnell außer Atem sein. Der Titel interessiert eigentlich niemanden, weder im Roster, noch von den Fans. Deshalb ist es auch völlig egal, wer hier als Sieger den Ring verlässt. Ich tippe daher einfach auf Foley, der durch einen schönen Bump (den Nash versauen wird) das Match gewinnt.
TNA World Heavyweight Championship
Kurt Angle (c) vs. Sting vs. Matt Morgan Tobias Schegerer: Wenn man sich bei TNA-Fans so umhört, dann findet man heraus, dass die meisten denken, Matt Morgan habe gar nichts im Ring drauf, ihn könne man ganz vergessen und ähnliches. Allen wäre ein Einzelmatch von Sting und Angle viel lieber. Ganz ehrlich, mir persönlich zwar auch, aber der springende Punkt kommt noch, denn so schlecht finde ich Matt Morgan nicht. Seine Matches empfinde ich persönlich als nicht so dramatisch schlecht, wie sie immer dargestellt werden und seine schnelle Sprache bringt Wiedererkennungswert. Trotz allem sehe ich ihn heute noch nicht in der Position eines Maineventers, damit hätte man ruhig noch etwas warten können. Ich gehe von einer Titelverteidigung Angles aus. Wahrscheinlich wird Morgan ihm doch helfen, Sting zu besiegen, und daraus wird dann eine Fehde, die vielleicht mit Stings Karriereende bei Bound for Glory enden könnte. Ich persönlich hoffe das nicht, aber möglich wär's ja. Oder Sting gewinnt doch das Gold, weil er es vor seinem Karriereende noch einmal haben wollte. Oder Morgan gewinnt und man lässt ihn endgültig zum Main Eventer aufsteigen. Hm? Vielleicht wird es nicht ein technisch perfektes Match, aber zumindest ist der Ausgang sehr offen, das ist ja auch schön!
Sebastian Schmittel: Angle soll den Penner-Look mittlerweile wieder abrasiert haben. Schade, irgendwie war es mal was anderes. Im Gegensatz zum allgemeinen Tenor wäre ich von einem weiteren Match zwischen Angle und Sting alles andere als angetan gewesen. Mit Morgan ist wenigstens etwas frisches Blut drin, und nur so lernt er, sich zu beweisen. Nach seinem halben Faceturn hat man mit Lashley und Hernandez nun schon drei neue potentielle Breakout Stars. Ich würde 5 Euro darauf wetten, dass Morgan nächstes Jahr nicht etwa im Titelrennen mitspielt, sondern eine ausgedehnte Fehde gegen Rhino oder ähnliche Kaliber aufgedrückt bekommt, weil er „noch nicht so weit ist“. Andererseits wird Jeff Jarrett ja vielleicht demnächst seinen Hut nehmen, und die Betondecke wird durch eine aus Glas ersetzt? Wir auch immer, jetzt wäre es noch zu früh für den Mann mit den perfekten Genen. Für Sting ist es derweil schon viel zu spät, bleibt also nur Angle als strahlender Sieger. Und mit wem bekommt der es dann als nächstes zu tun? „Oh my god, is that…? It’s KEN ANDERSON!!!“ ;-)
Steven Lübke: AJ hat ein paar nette Aktionen aus Matt Morgan herausgekitzelt, aber für den Main Event bei einem PPV reicht es in meinen Augen absolut nicht. Auf der anderen Seite haben wir Abmager-Angle gegen Renten-Sting. Ich selbst habe ja ehrlich gesagt absolut keinen Bock mehr, etwas negatives über TNA zu schreiben, weil mein Herz wirklich für diese drei Buchstaben schlagen, aber was soll man denn bei so einem Hauptkampf machen? Wir blenden jetzt mal alles aus ... und stellen uns vor, wir hätten nur noch 15€ in der Geldbörse und müssten jetzt entscheiden, was wir tun. Bestelle ich mir einen PPV mit Angle & Sting als Zugpferde? Klingt ja eigentlich nicht schlecht.....nur leider schon (nicht gefühlte, sondern leere) 1.000 Mal gesehen. Für 15€ kann man sich aber auch ne DVD ausleihen und etwas alkoholisches kaufen, um einen netten Abend mit seinen Freunden zu verbringen. Die Ergebnisse gibt's morgen früh sowieso bei uns. Naja, muss jeder selbst wissen. Fakt ist, dass Morgan abstinken wird und Angle den Titel behält. Sting darf, wie jedes Jahr, erst wieder bei Bound for Glory.
Christopher Kapalla: Ich mag es bei TNA, dass sie immer wieder Wrestler in Main Events stecken, um anzutesten, wie weit man mit ihnen gehen kann. Natürlich ist Matt Morgan zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht an der Spitze angelangt, aber er könnte es in Zukunft werden. Umso mehr wird ihm dieser Kampf bringen, in dem er noch nicht einmal als Verlierer den Ring verlassen muss. Die Offiziellen scheinen viel von ihm zu halten und sein Push geht immer weiter. Auch wenn er gegen Sting in einem Einzelmatch unterlegen war, heißt es nicht, dass er heute keinen Überraschungssieg einfahren könnte. Natürlich wird dies nicht geschehen, aber möglich wäre es allemal. Nachdem nun einige unschöne Geschichten zu Kurt Angle ans Tageslicht gekommen sind, könnte jedoch der gesamte Main Event auf der Kippe stehen. Vielleicht bekommen wir einen Main Event ohne den amtierenden Champion zu sehen. An dieser Stelle komme ich nun auf mein Szenario von vorhin zu sprechen. Denn meiner Meinung nach könnte man hier Hernandez den Push in den Main Event geben. Er gewinnt gegen Rob Terry und verteidigt somit seinen Koffer, den er noch am selben Abend einlöst und somit neuer World Heavyweight Champion wird. Es hätte einen ähnlichen Impact wie damals bei Edge gegen John Cena, auch wenn es damals natürlich etwas ganz neues war. Falls man weiter an Kurt Angle festhalten will, könnte dieser gegen Hernandez um den Titel fehden und Sting gegen Matt Morgan, der ihn bei Bound for Glory in Rente schickt. Wer meine letzten Erwartungen im PPV Talk jedoch mitverfolgt hat, wird zu dem Schluss kommen, dass ich sowieso wieder falsch liege. Um dem vorzubeugen, tippe ich daher auf einen Sieg von Sting – warum auch immer.
Bastian Liebl: Hast du hier vielleicht Snitsky mit Matt Morgan verwechselt, Tobias? Also ich habe noch nicht viel Schlechtes über Matt Morgan gehört. Darüber hinaus hat er noch einiges an Potential und in ein paar Jahren könnte er vielleicht verdientermaßen im Mainevent stehen. Momentan hat er es aber noch nicht verdient, weder in der Storyline, noch hatte er bisher besonders gute Matches, wenn er nicht gegen Leute wie AJ Styles antrat. Das Match selbst interessiert mich übrigens nicht die Bohne, da die Angle-Sting-Story schon einen Bart hat und beide schon oft genug Champions waren. Wenn ich es mir genau überlege, dann könnte Matt Morgan vielleicht sogar gewinnen. Jeff Jarrett ist weg und Vince Russo hat freie Bahn. Außerdem täte etwas Auffrischung dem Titelrennen in der Heavyweight Division mal wieder ganz gut. Vor allem, wenn man die jüngsten Ereignisse rund um Kurt Angle mit in Betracht zieht.