
Hallo liebe Leser und ein herzliches Willkommen zu Schwartz, ungesüßt... Wir befinden uns im Hochsommer des Jahres 2009 – jedenfalls theoretisch. Die Sonne brennt – zumindest manchmal, wenn sie Lust hat – vom Himmel und lässt das fahle, winterliche Weiß von unserer Haut verschwinden, das Freibad lädt – jedenfalls wenn das Wetter mitspielt – zu einer kleinen Abkühlung im feuchten Nass ein und die Grillplätze sind – wenn es denn nicht abends mal wieder gewittert – gesäumt von nach Fleisch, Kräuterbutter und Bier lechzenden Heimurlaubern. Kommt euch so ein Szenario nicht auch von anderen Anlässen bekannt vor? Eine potentiell richtig tolle Sache, die einem aber immer wieder durch Störfeuer von oben madig gemacht wird? Richtig, werte Kolumnenfreunde, ich möchte darauf hinaus, dass man den hiesigen Sommer 2009 prima mit dem WWE-Produkt der vergangenen Monate und PPVs vergleichen könnte. Jetzt stand aber der SummerSlam an und World Wrestling Entertainment versprach wie jedes Jahr die größte Party des Sommers. Eine Feier, bei der sich alle gegenseitig verkloppen, würde bei uns zwar ganz schnell von der Polizei gestoppt werden und alle Beteiligten würden in der Entnüchterungszelle landen, aber bei WWE zahlt man sogar Geld, um das sehen zu dürfen. Und dieses Mal hätte ich sogar Scheinchen dafür ausgeben, auch wenn ich das als Kolumnenschreiberling nicht zwangsläufig hätte tun müssen, denn erstmalig seit längerer Zeit freute ich mich wieder richtig auf eine Großveranstaltung. Ob das an den urlaubsbedingten zweieinhalb Wochen Wrestling-Entzugserscheinungen lag, sei mal dahingestellt, aber mir gefiel die Card für den SummerSlam 2009 wirklich gut. War das Großereignis, das in den kommenden Jahren zu einer zweiten WrestleMania ausgebaut werden soll, wie ein Tag am Strand im weißen Sand am türkisen Meer mit Cocktails und vielen Bikini-Ladies? Oder doch eher wie ein verregneter Campingplatz mit Matschpfützen, ungemütlichen Luftmatratzen, ätzenden Stechmücken und 50-70-jährigen Berufsrentnerurlaubern? Die subjektive Antwort auf diese Fragen findet ihr in den folgenden Zeilen.
Dabei findet ihr die Gedanken zu jedem Match wie gewohnt in vier Abschnitte gegliedert vor: Zunächst gehe ich auf den Aufbau des Matches vor dem PPV ein. Dann folgt eine Analyse des Matches selbst. Nach einem Ausblick, wie es mit den Kontrahenten weitergehen könnte, folgt noch eine abschließende Punktebewertung des Matches. Diese reicht von 1 (
die Getränke sind alle) bis 10 (
kollektiver Vollrausch). Aber nun genug der Einführung, ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.
Gleich beim von Shawn Michaels und HHH gehackten Eröffnungsvideo stand die DX im Mittelpunkt. Da es aber unterhaltsam und witzig war, will ich darüber mal keine blöden Sprüche verlieren.
Intercontinental Championship
Rey Mysterio (c) vs. Dolph ZigglerDer Aufbau: Irgendwann im Juli entschied sich der aufstrebende Jungspund Dolph Ziggler, nicht nur die heißeste Braut bei SmackDown abzuchecken, sondern sich auch mit Gold um die Hüften zu schmücken. Also schnappte er sich das kleine Dummchen Maria und attackierte regelmäßig Rey Mysterio. Was bei der Diva klappte, scheiterte allerdings beim Intercontinental Championship, denn nachdem Dolph das Match bei Night of Champions lange Zeit dominierte, sicherte sich Rey mit 619 und Fliegenschiss-Splash die Titelverteidigung. Auch bei der folgenden Ausgabe von SmackDown konnte Mysterio seinen Rivalen pinnen, nämlich per Einroller in einem Tag Team Match gemeinsam mit Finlay gegen Dolph und Mike Knox. Ziggler ließ sich nicht beirren und setzte seine Jagd auf den Intercontinental Championship fort, indem er ein Fatal Four Way No. 1 Contender Match gegen Finlay, R-Truth und Mike Knox per Pin an dem Iren gewann. Anschließend ohrfeigte er Rey sogar, woraufhin ihm dieser eine Seated Senton verpasste. Während Mysterio die nächste SmackDown-Ausgabe wegen SummerSlam-Promo-Terminen verpasste, schwamm Ziggler weiter auf der Erfolgswelle und hielt Finlay in einem Einzelmatch erneut bis Drei auf den Schultern. Schließlich gab es noch ein Six Men Tag Team Match bei dem Dolph Ziggler (unterstützt von Chris Jericho und Big Show) tatsächlich Rey Mysterio (dessen Partner Cryme Tyme waren) pinnen konnte. Ziggler hatte also drei äußerst erfolgreiche Wochen bei SmackDown hinter sich, was nach einem alten Wrestling-Gesetz einen Titelgewinn schon beinahe ausschloss. Dennoch hatte man hier eine frische Fehde, die zwar leider fast ohne jegliche Mic-Duelle auskommen musste, dafür aber zwei Protagonisten beinhaltete, die meiner Ansicht nach im Ring gut miteinander harmonieren. So war dies ein weiteres Match, das mir den SummerSlam im Vorfeld besonders schmackhaft machte, obwohl ich glaubte, den Sieger klar vorhersagen zu können.
Das Match: Wo war denn Maria? Wenn man sie schon in eine Story mit Ziggler steckt, darf sie gerne auch immer mit zum Ring kommen. Sie muss dort ja nicht ablenken, sondern kann einfach nur rumstehen. Ziggler kam zwar ohne seine Frau, dafür aber mit der für ihn typischen Entschlossenheit zu seinem Kampf, die mir immer sehr gut gefällt. Rey dagegen startete mit einem tollen Moonsault vom Top Rope. Einen missglückten Konter, konnte Dolph noch gut retten, indem er die Powerbomb in die Ecke doch noch schaffte. Auch so etwas macht für mich einen kommenden Star aus und das wird Ziggler definitiv sein. Nach einer heftigen Clothesline des Newcomers zeigten sich ein Weilchen Parallelen zum ersten Match, denn der Herausforderer dominierte deutlich und ließ Rey nicht zum Zug kommen. Unter anderem zeigte Dolph einen tollen Dropkick als Abwehr eines Springboard Crossbodys. Im Laufe der Zeit stellte sich dann aber heraus, dass dieses Match etwas haben würde, dass das erste Aufeinandertreffen nicht so recht bieten wollte und das waren Spannung, Stimmung und beiderseitige Nearfalls. Ziggler präsentierte sich dann auch beim Selling der Moves von Mysterio als Könner im Ring, was ihm immer mehr Chants einbrachte. Das Publikum war – natürlich dank Rey Mysterio, der nur wenige Kilometer von L.A. entfernt zu Hause ist – von Anfang an voll dabei, was durch einen fantastischen Opener nur noch verstärkt wurde. Das Finish mit der Top Rope Hurricanrana als Konter eines versuchten Super Gutbusters war ungewohnt, wusste aber zu gefallen und war nicht die typische 619-Splash-Routine. Letztlich gleich ein Wanhsinns-Match zum Auftakt des SummerSlams, das die Leistung der beiden von Night of Champions noch einmal steigern konnte.
Wie geht es weiter? Nach den beiden Top-Leistungen gegen Rey Mysterio hätte es sich Dolph Ziggler definitiv verdient, weiterhin in der Upper Midcard bei SmackDown zu verweilen, ja, sogar ein Titlerun als IC Champion wäre mittlerweile vollkommen gerechtfertigt, denn ich denke, Ziggler und das gute Booking um ihn rum haben ihn sehr schnell bei den Fans over gebracht. Möglicherweise gibt es noch ein drittes Aufeinandertreffen bei SmackDown oder bei einem der nächsten PPVs, wo Dolph den vorerst größten Erfolg seiner Karriere feiern darf. Allerdings plant man bei Rey Mysterio wohl angeblich mit einer längeren Titelregentschaft, weshalb sich auch ein neuer Gegner für ihn und Ziggler finden könnte. Vor allem bei Ziggler stehen da einige Faces bereit, die eine schöne Fehde mit guten Matches versprechen: Finlay, Matt Hardy, John Morrison, R-Truth… um nur vier von ihnen zu nennen, wobei ich letzteren noch eine Stufe unter den drei ersten sehe. Mit diesen Leuten wäre auch sehr schön eine Fehde um den IC Championship möglich, wenn Mysterio ihn doch an Ziggler verlieren sollte. Wenn nicht stünden für den großen kleinen Mann aus Mexiko z.B. Mike Knox oder die Hart Dynasty als Gegner zur Verfügung, aber natürlich auch die vier oben genannten Männer. Man sieht also, dass man sich um die Midcard bei SmackDown absolut keine Sorgen machen muss und sich im Gegenteil darüber freuen kann, dass dem IC Title auch in den kommenden Monaten weiterhin viel Aufmerksamkeit geschenkt werden dürfte und er nicht untergeht wie bei RAW.
Fazit: 9/10Das Culture-Clash-Rededuell von MVP und Jack Swagger an dieser Stelle betonte noch einmal, warum die beiden sich nicht leiden können. So direkt vor dem Match war dieser kleine Austausc von Nettigkeiten wirklich passend platziert und steigerte die Vorfreude noch einmal. Dabei lieferten beide auch eine ansprechende Leistung am Mic ab. Von MVP ist man das gewohnt, bei Swagger kann man eindeutig Steigerungen zu seiner Anfangszeit feststellen, was das Mic Work anbelangt.
MVP vs. Jack SwaggerDer Aufbau: Die Fehde der beiden begann eigentlich schon Anfang Juli, hatte dann aber kleinere Aussetzer, bevor sie wieder intensiver aufgegriffen wurde. Ausgangspunkt war wie so häufig eine VIP Lounge, in der Swagger über die kriminelle Vergangenheit von MVP lästerte. Swagger wollte nicht gegen einen Verbrecher antreten und MVP sprach ihm deshalb den Mann-Status ab. Das reizte Jack anscheinend so sehr, dass er seinen Vorsatz über den Haufen warf und schon eine Woche später gegen den Ex-Gefängnisinsassen Montel Vontavious Porter antrat. Nach achteinhalb Minuten hatte Swagger auch schon mit der Gutwrench Powerbomb gewonnen. Beim nächsten RAW standen die beiden auf unterschiedlichen Seiten in einem Six Men Tag Team Match, bei Night of Champions scheiterten beide beim Versuch, den US Title zu ergattern. Auch in der Beat the Clock Challenge um ein Titelmatch beim SummerSlam waren beide wenig erfolgreich, ohne groß miteinander zu tun zu haben. Erst als Jack Swagger nach einem Match gegen Evan Bourne diesen weiter bearbeitete, trat die Rivalität mit MVP wieder deutlicher zu Tage, denn dieser half dem Highflyer und verjagte den All American American. Einem weiteren Sieg Swaggers gegen Evan Bourne folgte ein erneutes kleines Verbalduell inkl. Lustigmachen über Jacks Sprachfehler und eine Herausforderung von MVP, die sein Kontrahent für die Folgewoche annahm. Hierbei siegte Porter durch DQ, weil sein Gegner eine Attacke in der Ecke einfach nicht unterbinden wollte. Abgesehen davon, dass ich sowieso kein Freund davon bin, PPV-Matches sechs Tage vor der Großveranstaltung im Free TV herzugeben, stand ich der Fehde zwiegespalten gegenüber. Einerseits vom Potential her ein richtiger Kracher, das steht fest, sowohl im Ring (vornehmlich dank Swagger) als auch am Mic (eher durch die Beteiligung von MVP). Das Problem ist, dass beide bei RAW sehr gut einen Sieg gebrauchen können, um endlich in höhere Regionen zu gelangen und bald vielleicht sogar den Main Event ein bisschen aufzufrischen. Allerdings können nunmal nicht beide gewinnen, wenn sie gegeneinander antreten, und so wurde schnell deutlich, dass die Konfrontation einem der beiden leider mehr schaden würde, obwohl sowohl Swagger als auch MVP (als Heel) eigentlich weiter nach oben gehören. Nichtsdestotrotz sah ich dem Match, das meiner Ansicht nach durchaus auf einer PPV-Card seinen Platz finden darf, mit enormer Vorfreude entgegen und hoffte auf genügend Zeitanteile.
Das Match: Tja, das mit den genügenden Zeitanteilen ging ja wohl nach hinten los. Viel zu kurz für ein Aufeinandertreffen mit diesem Kaliber und deshalb leider lange nicht so gut, wie es hätte sein können. Die erste Auffälligkeit im Match war ein Plancha von MVP, den man auch nicht alle Tage zu sehen bekommt. Passt auch überhaupt nicht zu Porter, ist aber wohl seinem unsäglichen Face-Turn geschuldet. Swagger übernahm mit einem Beinfeger vom Seil die Kontrolle und ist jetzt auch bei Dominanz-Phasen wesentlich besser geworden. Während er früher nur alles runtergespult hat, interagiert er nun auch wesentlich besser mit dem Publikum und präsentiert eine ausgereiftere Mimik und Gestik, wobei er auch nicht mehr nur Move an Move reiht. Wenn er weiterhin in diesem Tempo lernt, dürfte ein richtiger World Title für ihn nicht mehr fern sein – wenn er zu SmackDown gedraftet wird, versteht sich. MVP beeindruckte mit einem Electric Chair gegen Swagger, wozu sicherlich auch einiges an Kraft gehört. Unfreiwillig komisch war dann auch die Szene vor Swaggers missglücktem Corner Elbow. Er rief MVP zu „On your knees“, womit er wohl sinngemäß meinte, dass dieser vor ihm niederknien sollte. „On your Knees“ war dann aber genau die Stelle, wo Jack schmerzhaft und ungewollt landete, was das perfekt getimte Finish mit Running Boot und Playmaker einleitete. Das Finish überzeugte zwar, nach sechs Minuten kam es aber enttäuschend viel zu früh, was mich sehr ärgerte. Verschenkte Möglichkeiten wieder einmal. Und dass MVP hier gewinnen durfte, gleicht auch fast schon einer Sensation. Wenn er aber weiter so beschissen bei RAW eingesetzt wird, bringt ihm dieser Sieg einen feuchten Dreck und man hat nur dem aufstrebenden Jack Swagger damit geschadet.
Wie geht es weiter? Ich glaube nicht, dass diese Fehde schon vorbei ist. Vielmehr werden es die beiden noch ein bisschen miteinander zu tun haben, aber da die Fehde bei RAW abläuft, habe ich keine besonders großen Hoffnungen darin. Allerdings denke ich, dass man Swagger noch einen Sieg gegen MVP zusprechen wird, denn er muss einfach gepusht werden. Bei fast allen anderen Kandidaten – vor allem natürlich beim einst so verheißungsvollen MVP oder zuletzt bei The Miz – hat man es schon dauerhaft versaut, während bei Swagger noch die Chance besteht, ihn glaubhaft nach oben zu bringen. Wenn Jack dann MVP hinter sich gelassen hat, sollte er unbedingt erst einmal den US Title von Kofi Kingston gewinnen. So ein Midcard Title wäre zumindest mal ein Anfang. Auch eine Fehde mit Mark Henry wäre sicherlich interessant, vor allem da Swagger ebenfalls ein sehr kräftiger Bursche ist. Sehr gerne darf man auch den durch diesen Sieg angedeuteten Push bei MVP weiter fortsetzen und ihn zumindest kurzfristig als Gegner für Randy Orton aufbauen. Dafür müsste man aber in den kommenden Wochen viel wieder gut machen, was in der jüngeren Vergangenheit kaputt gemacht wurde. Wenn der Main-Event-Kandidat aber weiterhin in der Midcard versauern soll – wovon ich leider ausgehe – dann wäre eine Fehde gegen The Miz denkbar, gerne ebenfalls um den US Championship, falls Mizanin seine Drohung wahr macht und diesen Kingston abnimmt.
Fazit: 5,5/10Die doofe Angeberei mit dem Guest-Host-bei-RAW-Video unter dem Motto „Guck mal, wir sind in den Mainstream-Medien“ hätte man sich sparen können oder aber bei RAW selbst einspielen. Jack Swagger vs. MVP hätte diese verschwendete Zeit gut getan. Genauso war das Gelaber von Nancy O’Dell mit Freddie Prinze jr. unnötig wie ein Kropf und wurde zurecht mit Buh-Rufen quittiert. Aber hey, WWE will den SummerSlam zur zweiten WrestleMania machen und da gehört es ja auch zum guten Ton, dass man Zeit verschwendet mit Sachen, die keine Sau sehen will.
Chris Jericho spulte im Anschluss zwar nur seine übliche Hypocrit/Parasite-Routine ab, wusste aber wieder einmal gut Heat damit zu erzeugen. Und ach ja: Das neue Entrance Theme von Big Show und Chris Jericho hört sich stark an.
Unified Tag Team Championship
Chris Jericho & Big Show (c) vs. Cryme TymeDer Aufbau: Der bisher bekannteste Guest Host bei RAW, Shaquille O’Neal, sorgte für den Stein des Anstoßes in dieser Fehde. Warum auch immer legten sich Chris Jericho und Big Show nämlich mit diesem an, wollten aber nicht gegen einen der dominantesten NBA-Spieler aller Zeiten antreten. Deshalb setzte Shaq als Main Event ein Match der Unified Tag Team Champions gegen Cryme Tyme an und setzte sich selbst als Special Enforcer dabei ein. Dieses Match endete mit einer DQ nach unerlaubtem Eingreifen von Big Show, aber die Unified Tag Team Champions konnten dennoch vertrieben werden, wonach Shaq und Cryme Tyme gemeinsam feierten. Bei SmackDown sicherten sich die Gangster aus Brooklyn schließlich auch offiziell den Platz der No.1 Contender mit einem Sieg über die Hart Dynasty. Danach kam es zu einem netten kleinen Wortgefecht zwischen Cryme Tyme und den Unified Champions, wo Shad mit saukomischen Big Show/ Chewbacca-Imitationen punktete, während Jericho und Show auf ihre unzähligen Erfolge im Wrestling Business verwiesen. In den Folgewochen kam es zu Einzelmatches, in denen jeweils JTG gegen eine Hälfte von Jerishow antrat. Gegen Chris…tina konnte er einen fast schon sensationellen Überraschungserfolg per Einroller verbuchen, gegen Big Show unterlag er aber deutlich im Camel Clutch. Hierbei kam es auch zu einem kurzen Vierer-Brawl außerhalb des Rings, der aber nicht weiter der Rede wert war. Die Champions eröffneten auch noch einen Nebenkriegsschauplatz, indem sie sich unnötigerweise bei RAW mit den dortigen SummerSlam-Headlinern Randy Orton und John Cena anlegten. Statt sich also bei Big Show und Chris Jericho tatsächlich auf ihre Konfrontation mit Cryme Tyme zu konzentrieren – und dass Cryme Tyme diesen Spot bekamen, war schon überraschend genug – mussten die Booker sie blöderweise auch noch anderweitig verheizen. Man hätte Cryme Tyme durchaus ein wenig ernstzunehmender darestellen können, wenn man ihnen schon den kurzzeitigen Platz an der Sonne gönnt. Bei der letzten SmackDown-Ausgabe schließlich gab es ein Six Men Tag Team Match. Jericho und Show siegten hier ergänzt durch Dolph Ziggler gegen JTG und Shad, die von Rey Mysterio unterstützt wurden. Insgesamt empfinde ich es übrigens als positiv, dass mit Cryme Tyme ein etabliertes Team gegen die Champions antreten darf und es jetzt nicht auf Teufel komm raus Fehden zwischen zusammengewürfelten Topstar-Teams gibt. Ob Cryme Tyme an diesen Platz gehören, darüber streiten sich die Fans sicherlich, aber eine Chance verdient hatten sie meiner Ansicht nach und ich war gespannt, wie sie sich in ihrem größten Match bisher schlagen würden, auch wenn ich nicht mit einem Titelgewinn rechnete. Jedenfalls war es mal eine frische Fehde, die so sicherlich niemand erwartet hätte und dafür muss man heutzutage bei WWE schon dankbar sein.
Das Match: JTG legte gleich richtig los und überzeugte mit einigen Tempo-Moves wie einem Blockbuster oder einem Leg Lariat vom zweiten Seil, beide Male gegen Chris Jericho. Jim Ross und Todd Grisham bewiesen in diesem Match, wie gut sie mittlerweile miteinander harmonieren. Grisham sprach irgendwas von „Flavour“ und meinte es in einem Hip-Hop-bezogenen Sinn, während JR verdutzt antwortete: „I like Barbecue Flavour“. Interessant in dieser Fehde und den körperlichen Aufeinandertreffen ist auch immer wieder, wie stark Shad Gaspard dargestellt wird. Erneut durfte er hier Big Show ordentlich mit seiner Kraft beeindrucken, bevor er allerdings nach einer Ablenkung durch einen Gorilla Press gegen Chris Jericho von einem heftifgen Shoulderblock niedergerissen wurde. Man hört ja immer wieder Gerüchte, dass Shad irgendwann als Einzelwrestler aufgebaut werden soll. Derart furchtlose Auftritte im Team gegen Hünen wie Big Show sind schon ein guter Anfang, darüber hinaus hat Shad einige gute Big Man Moves im Repertoire. Apropos Big Show: Der zelebrierte mal wieder seine lieb gewonnene Langsamkeit, durfte das aber glücklicherweise nicht allzu lange tun. Die Schlussphase war dann wieder wunderbar gelungen. JTG drehte erneut mit viel Speed auf und stand nach dem Shout Out sogar kurz vor dem Pinfall gegen Chris Jericho, was die Fans mit lautem Jubel quittierten. Zumindest bei den Fans kommen Cryme Tyme gut an und auch ich muss sagen, dass ich sie nicht so schlecht einschätze wie einige andere. Jedenfalls landete JTG am Ende in den Walls of Jericho, aber nicht mal mehr einer wie er gibt darin inzwischen auf. Vielmehr schien es, als ginge das Match doch noch weiter, aber überraschend rammte Big Show dem kleineren Mann bei CT ungesehen vom Referee seine Faust in die Lapp und Jericho staubte mit dem Pin ab. Auch hier erneut ein klasse Finish, in diesem Fall für ein absolut solides Tag Team Match. Cryme Tyme haben sich teuer verkauft und dürfen meiner Ansicht nach gerne wiederkommen.
Wie geht es weiter? Wie eben erwähnt, hätte ich nichts dagegen, wenn Cryme Tyme eine weitere Chance erhielten und diese Fehde weitergehen würde. Für die beiden Gangster wäre es eine schöne Sache und aktuell gibt es sowieso keine festen Teams, die als Gegner für Jericho und Show in Frage kämen. Die Fehde war doch bisher ganz unterhaltsam, warum sie also nicht bis zum nächsten PPV weitergehen lassen?! Positiver Nebeneffekt wäre, dass die Unified Tag Team Championships endlich mal wieder ein bisschen mehr Aufmerksamkeit bekommen würden, wie es zuletzt in der Zeit um WrestleMania der Fall war. An einen Titelgewinn von Cryme Tyme glaube ich allerdings nicht, da ich vermute, das Team Jerishow bleibt noch ein ganzes Weilchen bestehen. Ich vermute sogar, dass uns hier eine Fehde mit der DX bevorsteht, wenn diese mit Legacy bzw. Triple H mit Randy Orton fertig sind. Das dürfte aber nicht vor Oktober der Fall sein. Aber warum nicht: Chris Jericho & Big Show vs. Shawn Michaels & HHH klingt doch ganz interessant und verspricht zumindest bei DX und Jericho einige geniale Promos gegeneinander. Allerdings dürfte in diesem Fall das Tag-Team-Gold wieder mehr in den Hintergrund rücken und nur zu schmückendem Beiwerk werden, was wiederum schade wäre. Was in Zusammenhang mit Cryme Tyme vs. Chris Jericho & Big Show noch im Raum steht, ist eine dauerhafte Involvierung von Shaquille O’Neal, der ja der Auslöser der Fehde war. WWE bastelt angeblich fleißig an einem Match mit Involvierung des NBA-Spielers. Noch glaube ich da nicht dran, weil die Verletzungsgefahr für O’Neal einfach zu groß wäre und NBA-Commissioner sowie Club-Besitzer da bestimmt noch ein Wörtchen mitreden wollen. Wäre aber sicherlich mal wieder eine ausgezeichnete Promi-Fehde und Shaq hinterließ schon bei RAW einen vortrefflichen Eindruck als bisher bester Guest Host.
Fazit: 6/10Wie verdammt gut der Heel-CM-Punk ist, zeigte er hier wieder in einer exzellenten Promo bei Josh Mathews. Lästereien über das Drehbuch zur „Jeff Hardy Story“ verknüpfte er perfekt mit Shoots gegen die verrückte Welt in L.A. und die versaute amerikanische Gesellschaft. Ganz großes Tennis von Punk!
Kane vs. The Great KhaliDer Aufbau: Nachdem die Wrestling-Welt gehofft hatte, dass diese Konfrontation nach dem grauenhaften Kampf von WrestleMania 23 für immer in der Versenkung verschwinden würde, belehrte WWE alle mal wieder eines Besseren und startete bei The Bash die Neuauflage. Völlig überraschend kehrte hierbei Kane zurück, griff in das No DQ Match zwischen The Great Khali und Dolph Ziggler ein und sorgte so für eine Niederlage des hünenhaften Inders gegen den aufstrebenden Blondschopf. Die Folgewochen sahen dann im Grunde genommen meistens gleich aus. Einer der beiden wollte den anderen mit einem Stahlstuhl attackieren, manchmal klappte der Schlag, manchmal wurde er abgewehrt und manchmal flüchtete Kane einfach durchs Publikum. Besonders abwechslungsreich war das nicht, aber immerhin war es mal wieder eine solide Fehde für die beiden Monster, die zudem noch eine lange nicht gesehene kleine Siegesserie für Kane gegen Rey Mysterio, Jeff Hardy und R-Truth mit sich brachte. Eine Wendung erfuhr die Fehde schließlich, als Kane sich entschloss, den Übersetzer – und neuerdings auch Bruder von Khali – Ranjin Singh zu entführen, nachdem er Khali hinterrücks überrumpelt hatte. Eine Woche später hing Singh gefesselt in einem Keller und Kane forderte Khali auf, seinen Freund zu befreien, während er Ranjin weiterhin „bestrafte“. Khali ließ sich nicht lange bitten und stapfte gemütlich in den Keller, wo sein „Bruder“ hing. Kane behielt nach einigen liebevollen indischen Besorgnisäußerungen die Oberhand und knockte sowohl Great Khali als auch Ranjin Singh aus, woraufhin er meinte, der Inder solle besser Angst vor ihm haben. Hatte der aber nicht, denn in der letzten Ausgabe vor dem PPV kam Khali wieder mit einem Stuhl zum Ring, trampelte auf Kane ein, bis dieser letztendlich doch wieder flüchten konnte. Khali sollte endlich mal ein bisschen Schnellkraft trainieren, natürlich nicht nur körperlich, denn auch im Kopf scheint er ein bisschen langsam zu sein. Wie gesagt, eine solide kleine Fehde zweier Monster in der Midcard, die allerdings nicht das Niveau für einen PPV-Slot hat. Man hätte das besser bei SmackDown klären sollen, aber Vince meint dummerweise, solche Giant-Fights seien das Nonplusultra auch für die Fans. Wegen dieser katastrophalen Fehlannahme stand auch schon im Vorhinein fest, welches Match der absolute Tiefpunkt des Abends werden würde. Ein trashiges Gimmick wie ein Boiler Room Brawl, was nach der Entführungsgeschichte ja bestens passen würde, hätte wenigstens noch für ein bisschen Unterhaltungswert gesorgt, aber so konnte man nur hoffen, dass alles schnell vorbei sein würde.
Das Match: Es gibt tatsächlich noch jemanden, der langsamer ist als Big Show und das ist The Great Khali. Nicht nur körperlich, sondern auch im Kopf scheint da einiges etwas lahmer abzulaufen als normal. Bestes Beispiel: Khali springt noch zu einem Leg Drop ab, während der gute Kane schon längst wieder neben ihm steht. Und das ist noch nicht einmal arg übertrieben formuliert. Die beste Aktion des Matches war ohne Frage die Top Rope Clothesline von Kane, die gegen einen Hünen wie Khali noch beeindruckender aussieht. Ansonsten hatte man das Match wie im Vorfeld erwartet schon wieder vergessen, als es vorbei war. Grisham und Ross sorgten aufgrund der Langeweile selbst für ein bisschen Unterhaltung mit flachen Späßchen: „Was ist, wenn Khali in seiner Sprache aufgibt?“ – „Dann übersetzt das Ranjin Singh bestimmt dem Referee.“ Noch ein Beispiel für die Lahmheit in der Birne von Khali zeigte sich beim Finish. Kane zog Singh in den Ring (das reimt sich) und warf ihn auf den Giganten. Der drückte Singh beiseite und blieb brav stehen, als Kane ihm einen Dropkick gegen das Knie verpasste. Das war allerdings schlechtes Timing von beiden. Die Big Red Machine zeigte einen stark ausgeführten DDT und gewann damit. Noch ein Finish, das ohne regulären Finishing Move auskam und trotzdem zu überzeugen wusste. Der Sieg von Kane kam für mich zugegebenermaßen überraschend, da er sowieso schon einen Großteil der Fehde der überlegene Mann war.
Wie geht es weiter? Khali verschwindet hoffentlich für immer aus dem WWE-Ring, denn ich kann ihn einfach nicht mehr sehen. Und wenn er da bleibt, dann bitte bitte, gebt ihm keinen Platz mehr bei einem PPV. Vielleicht ist er technisch sauberer geworden, aber er macht immer noch alles in Zeitlupe und das wirkt bei abgesprochenen Aktionen total peinlich. Realistischer als eine Entlassung ist aber eine Fortsetzung dieser Fehde, wobei Khali am Ende triumphieren dürfte. Das gehört zu so einer Story um Bedrohung von Freunden einfach dazu. Vielleicht stellt sich Ranjin Singh aber auch gegen Khali und wechselt auf die Seite von Kane, weil der Inder ihn nicht mehr beschützen kann. „Bruder“-Fehden sollen ja gerade wieder Hochkonjunktur haben, wie man so hört. Für Kane würde ich mir andere Fehden wünschen. Da er die Heel- und Face-Rolle so wechselt wie andere die Unterwäsche – was ich übrigens gar nicht mal so schlecht finde, denn die Fans nehmen es an – könnte er ja wieder mal der Gute sein und gegen Dolph Ziggler fehden, um diesen weiter over zu bringen. Denn wenn Kane in den letzten Jahren etwas gut konnte, dann junge Stars mit Pinfall-Niederlagen fördern. Als böser Bube könnte sich Kane mit John Morrison anlegen, für den dann dasselbe gelten würde wie für Dolph Ziggler. Kane wirkt nach dem Sieg gegen Khali wieder gestärkt, das darf man gerne ausnutzen.
Fazit: 2,5/10Ich werde jetzt nicht darüber lästern, wie so ein pompöser Auftritt wie der von der DX deren Egos bestens widerspiegelt, oder wie peinlich es wirkt, wenn zwei 40-Jährige ein Panzerrohr als Schwanzverlängerung benutzen und dann auch noch schießen. Nein, denn ich habe diesen Auftritt ganz ehrlich geliebt. Bombastisch geil, was man für die beiden da ausgepackt hat, obwohl sie nur in der Midcard des PPVs stecken. Hat zwar wieder einiges an Zeit gefressen – die „Are you ready“-Promo durfte nämlich nicht fehlen – hat aber derbe großen Spaß gemacht.
DX (Shawn Michaels & Triple H) vs. Legacy (Cody Rhodes & Ted DiBiase)Der Aufbau: Wenn man mal wieder einen Beweis dafür bräuchte, wie kurzfristig gedacht und dämlich das Booking bei WWE doch sein kann, dann muss man nur die Storyline heranziehen, die zur Ansetzung dieses Matches führte. Wochen-, ja monatelang hatte Triple H regelmäßig gar keine Probleme, sich gegen Cody Rhodes und Ted DiBiase zu wehren und wenn er mal in die Bredouille kam, packte er einfach den Sledgehammer aus. Die beiden waren wie lästige Schmeißfliegen, aber wie es mit denen so ist, klatscht man sie irgendwann doch an die Wand. Triple H machte das so oft, dass es total unglaubwürdig und dumm erscheint, dass er nach einer Pin-Niederlage in einem Handicap Match gegen die beiden – welche natürlich schon sensationell und überraschend genug für eingefleischte Fans war trotz der personellen Überzahl von Legacy – entschied, er bräuchte jetzt Hilfe. Kein Selbstvertrauen mehr? Auf einmal Respekt vor den Jungspunden? Sind Cody und Teddy in den Zaubertrank gefallen und Hunter hat es beobachtet? Quatsch mit Soße! HHH beschloss also, dass die DX wiederkehren müsste, um sich Rhodes und DiBiase anzunehmen, vermutlich weil er seinen Sledgehammer irgendwo versteckt hatte und ihn selber nicht mehr finden konnte (eine Fehde mit Hornswoggle scheint vorprogrammiert). Triple H rief Michaels erst einmal an, doch das Gespräch war nicht wirklich erfolgreich und HBK legte irgendwann auf. Hunter fand seinen alten Kumpel dann in einer Bürokantine in Texas, wo der Heartbreak Kid als Chefkoch aktiv war. HHH musste etliche Flachwitze und seine gesamten Überredungskünste aufbringen, um seinen Freund von einem Comeback zu überzeugen. Das klappte schließlich auch und symbolisch gab es für den Bürochef und dessen nervige Tochter eine Sweet Chin Music. Das Comeback fand dann bei RAW vor dem SummerSlam statt, aber Legacy unterbrachen die Feier und es gelang tatsächlich, HHH und HBK auszuknocken. Doch der Zaubertrank? Jedenfalls war so nur noch klarer, dass auf Rhodes und DiBiase eine verheerende Niederlage beim SummerSlam warten würde und auf die Fans eine mehrminütige Siegesfeier, die anderen Matches wertvolle Zeit stehlen würde. Allerdings muss ich doch zugeben, dass bei der DX immer ein paar Kindheitserinnerungen wach werden und ich bei den niveaulosen Witzen stets schmunzeln muss. Und so – man glaubt es kaum – spürte ich auch bei der gefühlt 27. Wiedervereinigung der alten Männer in der Midlife Crisis zumindest ein bisschen Vorfreude.
Das Match: Dass es sehr brawl-lastig losging, passte gut zu dem bisherigen Gerede über Bandenkrieg von Triple H. Auch wenn Legacy sich wunderbar respektlos präsentieren durften – siehe u.a. die Ohrfeigen von Cody Rhodes – dominierte anfangs klar DX. Hierbei wurde mir Triple H zu Beginn einen Tick zu stark dargestellt, denn dem machte bis zu einem Tritt in die Klöten mal wieder gar nichts etwas aus. Gut, dass sich das noch im Verlauf des Matches änderte. In den Phasen, in denen Cody und Ted die Oberhand hatten, überzeugten sie wie üblich mit ausgefeilter Zusammenarbeit und vielen Wechseln. Eine ganze Weile sah es so aus, als würde das Match genau den erwarteten Verlauf nehmen und ich wartete nur auf den Hot Tag und die totale Vernichtung. Aber denkste, denn das passierte nicht. Legacy durften sich viel stärker wehren als ich dachte. Eine beispielhafte Szene hierfür war, als es Shawn Michaels einfach nicht gelingen wollte, seinen Flying Elbow zu zeigen und Cody Rhodes die Aktion sogar klaute, wenn auch wenig erfolgreich. Nach Cross Rhodes, waren die beiden Jungspunde sogar ganz dich am Sieg, was ich auch nicht vermutet hätte. Irgendwann war es dann egal, wer der legale Mann im Ring war, denn immer wieder griff auch der unreguläre Partner ins Match ein und das geordnete Match entwickelte sich tatsächlich zu so etwas wie einem Kleinkrieg. Dass die Degeneration X diesen irgendwann gewinnen würde, war natürlich klar. Aber dieser Sieg kam dann doch sehr plötzlich nach einer überraschenden Sweet Chin Music. Eben doch keine Zerstörung von Rhodes und DiBiase und das hat mir extrem gut gefallen. Der Kampf war eine ganz starke Angelegenheit und auch mit der nötigen Länge versehen.
Wie geht es weiter? Dieses Ende hält nun natürlich die Möglichkeit offen, dass die Fehde DX vs. Legacy weitergeht. Wenn man nun endlich anfängt, Rhodes und DiBiase wie bei den vergangenen drei RAWs und dem SummerSlam stark darzustellen, habe ich damit auch überhaupt kein Problem und freue mich sogar darauf. Das Tüpfelchen auf dem i wäre natürlich ein Sieg der beiden Lakaien von Randy Orton, aber daran kann ich leider absolut nicht glauben. Was mir aber sehr viel Spaß bereiten würde, wäre ein chaotisch brutaler Streetfight zwischen beiden Teams bei einem PPV. Der könnte die Top-Schlussphase dieses SummerSlam Matches sogar noch übertreffen. Wenn die Fehde vorbei ist, kann ich mir wie oben schon erwähnt vorstellen, dass sich Hunter und Shawn mit Jericho und Big Show anlegen und um die Unified Tag Team Championships kämpfen. Potentiell ist das durchaus eine nette Angelegenheit. Davor kommt aber noch der Hell in a Cell PPV und da scheint es vorprogrammiert zu sein, dass Triple H noch einmal auf Randy Orton trifft, um deren Animositäten ein für alle Mal zu klären. Bei Legacy dürfte der für den Filmstart von „The Marine 2“ erwartete Face-Turn von Ted DiBiase anstehen, womit ein Auseinanderbrechen des Stables wohl vorprogrammiert wäre. Bis dahin ist aber noch ein bisschen Zeit, denn der Release des Streifens mit dem Sohn des Million Dollar Man steht erst am 29. Dezember an.
Fazit: 8/10ECW Championship
Christian vs. William RegalDer Aufbau: Nachdem er bei Night of Champions endlich wieder ECW Champion geworden war und das neu gewonnene Gold auch im Extreme Rules Rematch bei ECW gegen Tommy Dreamer um seine Hüften geschnallt blieb, konnte sich Christian einem neuen Herausforderer widmen. Dieser wurde ihm in der Abraham Washington Show präsentiert, die die Fans derzeit stark spaltet. Ich gehöre zu denjenigen, denen das Gebotene eigentlich ganz gut gefällt, auch wenn ich noch Steigerungspotentiale bei Washington sehe. Der neu vorgestellte No.1 Contender war William Regal und der drohte gleich, dass ein Extreme Rules Match gegen Dreamer nichts sei im Vergleich zu einem Match mit dem Briten. Das untermauerte Regal auch, indem er im Main Event des Abends einen Sieg gegen Ex-Champion Tommy einfuhr. Er setzte sogar mit der Regal Stretch nach, aber Christian konnte den King of the Ring 2008 schnell vertreiben. In der letzten ECW-Show vor dem PPV sollte es zum Tag Team Match zwischen William Regal und Vladimir Kozlov auf der einen sowie Christian und Tommy Dreamer auf der anderen Seite kommen. Der Brite und der Russe attackierten allerdings Dreamer und so fiel dieser verletzt aus. Ein Angle, den es bei ECW auch etliche Male gibt. Die sollten sich mal was Neues einfallen lassen. Christian wollte erst in einem Handicap Match ran, aber dann bot ihm sich Ezekiel Jackson als Partner an und Christian meinte naiv, das könnte funktionieren. Hat der Jackson schon mal im Ring gesehen, oder nur auf die Statur geachtet? Eine fatale Fehleinschätzung jedenfalls, denn Big Zeke stellte sich mitten im Match auf die Seite von Regal und Kozlov. Christian bekam eine ordentliche Abreibung verpasst und seine mittlerweile drei Gegner triumphierten. Das Ärgerliche an diesem Match ist die Tatsache, dass es so total kurzfristig aufgebaut wurde (über nur zwei ECW-Shows) und auch überhaupt keine Erklärung geliefert wurde, warum nun eigentlich William Regal der No.1 Contender ist. Das Erfreuliche wiederum ist, dass einer der besten Techniker der WWE, nämlich William Regal, endlich wieder Titelmatches bei einem PPV bekommt. Auch wenn der Aufbau extrem mangelhaft war, so versprach die Paarung zumindest ein Technikfeuerwerk vom Allerfeinsten, mit dem aber vermutlich viele Fans nichts anfangen würden können, weil der Stil ziemlich Old School sein könnte.
Das Match: Was für ein idiotischer Bullshit war das denn schon wieder?! Natürlich musste wieder die ECW darunter leiden, dass die PPV-Planer das mit der Zeiteinteilung nicht gebacken kriegen. Beschissener Dreck! Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
Wie geht es weiter? Natürlich müssen die beiden demnächst bei einem richtigen Match um den ECW Title aufeinander treffen, aber das versteckt man wohl im TV bei ECW, obwohl es ein Technikfeuerwerk sein dürfte. Was regt mich das auf! Dennoch hat man hier mit dem kleinen Stable um William Regal eine interessante Storyline eingeleitet, die wohl das Beste ist, was Ezekiel Jackson und Vladimir Kozlov passieren konnte. Und auch William Regal dürfte davon profitieren und endlich wieder TV-Zeit und größere Aufmerksamkeit bekommen, was er sich damals nach seinem King-of-the-Ring-Sieg bekanntlich selbst versaut hat. Tommy Dreamer wird sich bestimmt auf die Seite seines Kumpels Christian stellen, denn er war ja mittlerweile selbst oft genug Opfer der drei. Die Fehde hat gerade erst begonnen und dürfte die nächsten Wochen bei ECW prägen. Zumindest kann ich mich darauf freuen, auch wenn der Ärger über ein gestohlenes Top Match noch überwiegt.
Fazit: 1/10Ätzendes Video, bei dem sich WWE mal wieder beim beknackten Universe einschleimen musste: „Ohne die Fans sind auch wir ein Nichts“. Würg! Allerdings zeigt das große Fanfest im Vorfeld des SummerSlams, dass World Wrestling Entertainment es wohl ernst meint mit dem Aufbau einer zweiten WrestleMania.
WWE Championship
Randy Orton (c) vs. John CenaDer Aufbau: Nachdem Randy Orton dank seiner Kumpanen Rhodes und DiBiase bei Night of Champions den WWE Title gegen Triple H und John Cena verteidigt hatte, musste ein neuer Herausforderer her. RAW Guest Host setzte hierfür eine Beat the Clock Challenge mit Mark Henry, Triple H, MVP, Jack Swagger und John Cena fest, die letzterer durch einen weiteren klaren Sieg gegen The Miz in 4:30 Minuten für sich entschied. Eben jener The Miz wollte eine Woche später beweisen, dass er gar nicht so schlecht sei, wie er gegen Cena immer aussieht und forderte diesen zu einem Match heraus. Randy Orton wiederum schüchterte Guest Host Jeremy Piven so ein, dass dieser ein Lumberjack Match daraus machte, bei dem natürlich nur Heels am Ring waren. Diese gingen immer wieder auf Cena los, doch Super-John gewann erneut und zeigte auch Piven, was er von dessen Match-Ansetzung hielt. Die nächste RAW-Show begann mit einem Verbalduell zwischen Champ und Herausforderer. Orton sagte, er sei nicht feige, wie alle immer behaupten würden, sondern werde Cena beim SummerSlam klar besiegen. Cena wiederum wollte Orton am liebsten den Kopf abreißen, weil der ihn nur noch nervte. Aus mir unerfindlichen Gründen mischten sich an dieser Stelle die Unified Tag Team Champions in Geschehen ein. Vermutlich hatten die Booker keine gescheiten Ideen für die was weiß ich wievielte Auflage von Cena vs. Orton und mussten andere Leute mit einbauen. Zu Weihnachten könnte der liebe Gott doch McMahon, Gerwitz und Co. ein bisschen Kreativität schenken, aber wahrscheinlich ist der noch beleidigt, weil er mal ein Match gegen Vince bestreiten musste. Zurück zum Thema: Big Show trat gegen Randy Orton an und der ließ seinen Worten, dass er
nicht feige sei, gleich mal gegenteilige Taten folgen und ließ sich auszählen. Toller Champion! John Cena traf auf Chris Jericho und das Match endete chaotisch mit gegenseitigen Attacken, als auch Randy Orton und Big Show dem Ring nicht fernbleiben konnten. Das vorläufige Ende vom Lied war, dass die Unified Tag Team Champions abgewehrt wurden, während sich die Teilnehmer des RAW-Main-Events beim SummerSlam gegenseitig belauerten. Doch Chris Jericho und Big Show hatten noch nicht genug und so packte man die olle Kamelle aus, dass Champ und Herausforderer gemeinsam im Team ran müssen. Orton wollte das aber nicht und so versuchte er durch Einschüchterung von Guest Host Freddie Prinze Jr. Aus dem Match genommen zu werden. Dieser hörte aber nicht auf Orton und fing sich dafür einen Backbreaker vom Legendkiller ein. Als Prinze aus dem Krankenhaus wieder da war, machte er ein Lumberjack Match aus dem Tag Team Main Event, damit Orton nicht schon wieder abhauen konnte. So wurde Randy dann auch einen großen Teil des Matches von den Unified Tag Team Champions auseinandergenommen bis er schließlich wechseln konnte und John Cena den Sieg einfuhr. Als Belohnung bekam er jedoch nur den RKO ab, aber weil Cena unbesiegbar ist, machte der ihm wenig aus und er wehrte weitere Attacken von Chris Jericho und Big Show locker ab, was Randy Orton sichtlich schockte. Am Ende also doch wieder das alte Lied von Super-Cena, der allen Gefahren und Übermächten trotzen kann. Wie immer hatte der RAW-Main-Event also einen wenig zufrieden stellenden Aufbau, aber immerhin war Triple H nicht dabei und die Chose war deutlich ansehnlicher als bei den vergangenen PPVs. Außerdem haben Cena und Orton im Ring bisher immer gut miteinander harmoniert, weshalb ich dem Match eigentlich positiv entgegenblickte.
Das Match: Schon bei der Vorstellung bekam John Cena mal wieder viele Buh-Rufe, was immer auf eine Topstimmung und emotionale Zuschauer beim Match selbst hindeutet. Nicht anders war es hier und auch das Publikum half mit, zumindest die Zeit bis zum Finish zum Spektakel werden zu lassen. Ein gutes Beispiel, wie wichtig die Crowd sein kann, zeigte sich beim mal wieder sehr langen Headlock von Randy Orton, denn dank den Fans kam auch hier kein Eindruck von Langeweile auf. Orton setzte auf seine patentierte methodische Offensive, trug aber schnell eine Platzwunde an der Lippe davon, die ihn jedoch nur zu Beginn zu stören schien. Vor allem der Knee Drop von Orton, bei dem er unheimlich hoch absprang, bleibt hier in Erinnerung. Noch etwas, das man an diesem Kampf wunderbar sehen konnte, war, dass auch die Mimik einen Topstar ausmacht, was beide im Verlauf eindrucksvoll vorführten. Nicht nur Moves oder Holds gehören zu einem Match, sondern auch diese schauspielerische Komponente gehört zu einem Spitzenfight dazu. Wie ihr seht, war das Match für mich auf dem Weg, ein richtiges Highlight des Jahres zu werden, aber was dann kam, hat mir überhaupt nicht gefallen, denn es war absolut overbookt. Erstmal sei gesagt, dass die Geste von Cena vor dem Attitude Adjustment richtig affig rüberkam. Dann nervte es kurz darauf tierisch, dass der Referee Orton wieder einmal für einen billigen Schubser disqualifizierte, obwohl er doch wissen müsste, dass der genau das wollte. Vince McMahon war schon schlauer als der dämliche Ringrichter und ließ das Match neu starten. Eine richtig miese Figur bei einem ihrer – Gott sei Dank – letzten Auftritte machte hier Lilian Garcia, die das ganze Szenario noch mehr versaute. Nach dem ersten False Finish rief sie Randy Orton zum „new WWE Champion“ aus, was schon richtig peinlich ist. Beim zweiten False Finish – die Sache mit dem Auszählen – war sie auch viel zu hastig und kurz nach dem Verkünden des Count Outs, sprach sie auch schon vom Restart. In dieser minimalen Zeit, die sie als Pause nahm, hätte ihr das Vince gar nicht alles über das Earpiece mitteilen können. Wie gesagt trug Lilian eine große Schuld daran, dass das hier ziemlich verhunzt wurde. Die Stimmung beim Publikum wurde durch das Overbooking Marke Vince Russo auch ein wenig getrübt, vor allem nach dem mittlerweile dritten falschen Ende mit dem Hebelkraft-Pin mit beiden Füßen auf dem obersten Seil und dem erneuten Restart. Und dann kommt auch noch ein „Fan“ daher und greift den Referee an. Schon beim Anschauen des PPVs kam mir hier etwas spanisch vor und ich dachte mir, dass auch das doch bestimmt geplant war. Allein die Tatsache, dass man zeigte, wie dieser Mann von Security-Leuten in den Backstage-Bereich gebracht wurde, sprach dafür. Außerdem wurde die Konfusion um den „Fan“ einfach zu perfekt von Orton zur nun endgültigen Titelverteidigung ausgenutzt, als dass dieser Eingriff nicht geplant gewesen sein konnte. Man muss sich nur fragen, wie man diese Szene mit dem RKO aufs Seil und dann im Ring ohne den „Fan“ hätte realisieren wollen. Die Stimmung bei den Zuschauern trübte diese Szene allerdings noch mehr. Wie sich mittlerweile herausstellte, war der Eingreifende tatsächlich kein Fan, sondern Brett DiBiase, Bruder von Ted und ausgestattet mit einem Entwicklungsvertrag. Da dürfte Legacy wohl bald ein neues Mitglied bekommen. Wie schon erwähnt, hat mir diese hyperaktive Chaos am Ende nicht wirklich gefallen. Ich bin mir sicher, das (Over-)Booking hier dürfte seine Freunde gefunden haben, aber für mich ist so etwas nichts, weshalb ich auch massive Abzüge bei der Punktewertung vornehme.
Wie geht es weiter? Eigentlich bin ich mir in diesem Fall bei der Spekulation, wie es weitergeht, relativ sicher, auch wenn das nichts heißen muss. Allerdings steht nun mit Breaking Point der PPV vor der Tür, bei der alle Main Events mit Aufgabe enden. Ein neuer Trailer zeigt, dass dazu wohl auch die „I Quit“-Stipulation gehört und genau die glaube ich wird es bei einem weiteren Match Randy Orton vs. John Cena um den WWE Championship zu sehen geben. All das, was John Cena beim SummerSlam widerfahren ist, kann ihm in so einer Art von Match nämlich nicht wirklich passieren, was er auch betonen wird: „Orton, du kannst alle deine Tricks auspacken, aber mit keinem davon wirst du mich dazu bringen ‚I quit’ zu sagen!“ Das würde nach dem overbookten Finish hier wirklich perfekt passen, womit dieses zumindest einen weitergehenden Sinn hätte. Für den Hell in a Cell PPV spekuliere ich wie gesagt mit der letzten Runde Orton vs. Triple H. Da ich aber glaube, dass Cena wirklich nicht „I quit“ sagen wird und damit Champion sein dürfte, geht es dabei vielleicht gar nicht einmal um den WWE Title und Cena steht einem Übergangsgegner gegenüber. Eine andere Möglichkeit wäre, dass es zu Cena © vs. Orton bei Hell in a Cell kommt, während DX noch immer mit den Schergen beschäftigt ist und ebenfalls dieses Gimmick Match bestreitet. Ich bin jedenfalls tatsächlich mal wieder ein bisschen gespannt, wie es bei RAW in den obersten Regionen weitergeht.
Fazit: 6,5/10World Heavyweight Championship
TLC Match
Jeff Hardy (c) vs. CM PunkDer Aufbau: Die momentan beste Fehde der WWE geht also in eine weitere Runde und das auch noch mit meiner absoluten Lieblings-Stipulation. Bei Night of Champions gelang es Jeff Hardy für viele überraschend noch einmal World Champion zu werden. CM Punk bezeichnete dies bei SmackDown als Ausrutscher und kritisierte weiterhin den Lebensstil von Jeff Hardy und dessen Fans. Eben jener verteidigte in dieser Ausgabe sein Gold in einem exzellenten Match gegen John Morrison, wurde aber danach von CM Punk nach Strich und Faden verprügelt, obwohl dieser erst so tat, als wolle er Hardy gratulieren. Für eine Woche später nahm sich Punk außerdem sein Rematch, das ihm für egal welche Show garantiert worden war. Kurz vor dem Kampf ging er allerdings noch auf die Fans los, die er als Kriminelle bezeichnete, die Drogen nehmen und sich an falschen Vorbildern – wie Jeff Hardy – orientierten. Punk selbst dagegen habe noch nie etwas Illegales getan. Noch bevor das World Heavyweight Title Match starten konnte, attackierte ein wütender Jeff Hardy seinen neuen Erzfeind und die beiden mussten getrennt werden. Vince McMahon, der Teddy Long weiterhin als unfähig ansah, setzte daraufhin einen Special Enforcer ein, nämlich Matt Hardy. Zur Überraschung aller war dieser aber seinem vermeintlichen Ex-Bruder wohlgesonnen und half diesem später sogar bei der Titelverteidigung, indem er den Referee bei einem entscheidenden Pin aus dem Ring zog. Der folgende Jeff-Sieg per Einroller machte CM so wütend, dass er Hardy erneut nach Strich und Faden verprügelte, sodass diesem von Referees und Medizinern geholfen werden musste. Er forderte daraufhin noch ein faires Rematch um den World Heavyweight Championship und bekam es von Teddy Long auch. Allerdings im Jeff-Hardy-Style: Tables, Ladders & Chairs! Das gefiel Punk allerdings ganz gut, denn nach zwei Siegen im Money in the Bank Match meinte er, dass die Stipulation ihm doch eher zu Gute kommen würde und Long einen Fehler begangen habe. Außerdem ließ er wieder den Oberlehrer raushängen und meinte, der Extreme Enigma würde die Fans zu Drogen- und Alkoholmissbrauch verführen, was Punk selbst aber wieder rückgängig machen wolle. Jeff Hardy kam im angeschlagenen Zustand in die Halle und versprach, den Titel beim SummerSlam erfolgreich zu verteidigen. Während CM Punk an diesem Abend in einem von Teddy Long angesetzten Match gegen John Morrison gewann, musste Jeff Hardy sich der Hart Dynasty geschlagen geben. Dieses Match hatte Vince McMahon festgelegt, obwohl der General Manager von SmackDown Hardy lieber schonen wollte. Punk versuchte anschließend noch einmal Jeff Hardy ausschalten, wurde aber von John Morrison und Matt Hardy in die Flucht geschlagen. Nachdem Matt Hardy es in der letzten SmackDown-Ausgabe vor dem PPV als größten Fehler seines Lebens bezeichnet hatte, seinen Bruder derart zu hassen, gab eben jener Jeff noch ein Statement ab. Hier ließ er die Fans wissen, dass die Ärzte ihm geraten hätten, seine Karriere zu beenden, bevor es zu spät sei. Allerdings, so Jeff, fühle er sich im Bereich zwischen Leiter und Boden am wohlsten. Wieder erschien CM Punk auf der Bildfläche und meinte, ohne Fans sei Jeff Hardy ein Niemand, der immer nur für den Moment lebe, was ihm jedes Mal nur Nächte im Krankenhaus einbringen würden. Jeff sei ein Traumtänzer und die Fans mitschuldig, weil sie das auch noch unterstützen. Im Anschluss wollte CM Punk die Leiter umschmeißen, auf der Hardy gerade saß, aber Jeff kam ihm zuvor, kletterte runter und es setzte einen Twist of Fate. Auch im Main Event, einem Six Men Tag Team Match zwischen Hart Dynasty & CM Punk vs. The Hardys & John Morrison zog Punk den Kürzeren und wurde von Matt gepinnt. Wie eingangs schon erwähnt ist das mittlerweile zur besten Fehde des Jahres geworden, was der gute Michael Hayes und seine Kollegen hier fabrizieren. Nicht nur die Geschichte ist super, weil die beiden Charaktere als Antagonisten so gut zusammenpassen, nein, auch die Leistungen der Akteure – vor allem Woche für Woche CM Punk bei seinen unglaublich genialen Promos – stimmen hier einfach. Wird ein hartes Rennen am Ende des Jahres gegen Rey Mysterio vs. Chris Jericho.
Das Match: CM Punk zeigte sich gleich wieder als der perfekte Heel, als er sarkastisch den Hardy-Sprechchören mitsprach. Für mich ist Punk jetzt schon Superstar des Jahres. Das TLC Match hier glänzte zwar nicht durch eine Masse an allzu krassen Spots, wie das schon manchmal der Fall war, dafür aber durch eine Intensität und vor allem Verbissenheit, wie man sie bei TLC selten gesehen hat, was auch perfekt zum bisherigen Booking der Fehde passte. Natürlich heißt das nicht, dass man keine spektakulären Aktionen zu sehen bekam: Der Slam gegen Hardy auf die Stuhllehne tat schon beim Zuschauen weh, ebenso wie der Superplex auf die Leiter, bei dem der ausführende CM so ziemlich genau mit der Wirbelsäule auf der Kante landete und damit wohl größere Schmerzen gehabt haben dürfte als Jeff selbst, der genau auf der Leiter landete. Ebenfalls klasse, als Punk von der Treppe genau in einen Stuhlschlag von Jeff sprang, der Sunset Flip Powerbomb Konter aus dem Go-to-Sleep-Ansatz von der Leiter, oder das perfekt getimte Ausweichen des Herausforderers bei einem Splash-Versuch des Champions durch einen Tisch. Fans von Spotfests – und dazu zähle ich mich ab und zu – dürften dick ihren Spaß gehabt haben. So viel Hardcore wie bei den Stuhlschlägen von Hardy gegen Punk kurz vor dem Ende dürfte man auch schon ewig nicht mehr bei einem WWE PPV gesehen haben. Die Swanton Bomb durchs Kommentatorenpult war schließlich das absolute Highlight und saß herrlich. Auch hier passte das nun folgende Szenario perfekt zur Geschichte zwischen den beiden. Hardy lebte quasi für den Moment – die Swanton Bomb – und schadete damit nur sich selbst. Zwar sprang er noch einmal von der Trage auf, mit der man ihn abtransportieren wollte (genial hierbei der verzweifelte Gesichtsausdruck von CM Punk), aber sein Gegner fegte ihn mit Kick und Schubser von der Leiter, was einen weiteren heftigen Bump von Jeff zur Folge hatte. Wie immer wunderbar gesellt vom Extreme Enigma, während Punk einen großen Sieg einfuhr. Etwas seltsam war, dass die Kommentatoren zum Ende hin eine ganze Weile die Klappe hielten. Sie hätten sicherlich helfen können, die Szene mit dem „verletzten“ Jeff noch ein bisschen besser zu verkaufen, aber das war nur ein ganz kleiner Makel. Insgesamt wie gesagt vielleicht nicht das spektakulärste TLC, aber doch irgendwie eines der härtesten, was ich mit der Höchstwertung belohne. Und dann war da ja auch noch das relativ überraschende Comeback des Deadman, der unter dem Ring hervor kam und sich gleich mal ins Titelrennen einmischte. Die Spatzen hatten es im Vorfeld zwar schon von den Dächern gepfiffen, aber dennoch hat man beim SummerSlam wohl erst damit gerechnet, als das Licht das erste Mal zu flackern begann.
Wie geht es weiter? Das dürfte so ziemlich klar sein, denke ich. Bei der kommenden SmackDown-Ausgabe wird uns erst einmal Jeff Hardy erzählen, dass sein Körper das nicht mehr mitmacht und er seinem spektakulären Stil Tribut zollen muss. Vermutlich verkauft man es als endgültigen Abschied, um die Rückkehr noch überraschender werden zu lassen. Die Fans werden traurig sein und in diesen emotionalen Moment wird CM Punk reinschneien, der besserwisserisch von sich gibt, dass er es ja allen gesagt hat. Der Undertaker wird Punk aber schnell wissen lassen, dass er nun andere Probleme hat, und in den kommenden Wochen wartet eine weitere richtig unverbrauchte Fehde mit ganz viel Potential auf uns. Allerdings ist Breaking Point bereits in drei Wochen und wenn hier das erste Match des Undertakers nach der Rückkehr stattfindet, steht zu befürchten, dass es schon wieder einen Titelwechsel geben dürfte. Ein Undertaker klopft doch nicht ab. Damit würde es langsam wirklich viel zu viel werden mit den wechselnden Championships bei SmackDown. Insgeheim hoffe ich aber, dass man Punk einen extremen Push verpasst und ihn alle Titelchancen des Undertaker abwehren lässt. Allerdings dürfte die Wahrscheinlichkeit dafür eher gering sein. Aber was soll’s?! Die Fehde wird definitiv der Hammer. Ich freu mich auf weitere tolle Wochen bei SmackDown.
Fazit: 10/10Wie jede gute Party musste auch diese irgendwann zu Ende gehen und ich fühle mich tatsächlich wie nach einer annehmbaren Feier. Auch dieses Fest hier startete toll, hatte aber auch seine Durchhänger und Enttäuschungen, wobei es zwischendrin immer wieder einige Höhepunkte gab. Und das Allerbeste: Ich habe keinen Kater, wie der
befriedigende Punkteschnitt von 6,06 zeigt. Die Schwachstellen wird man schnell vergessen haben und die Highlights bleiben umso mehr in Erinnerung. Oder anders gesagt: Ohne die sowieso verfluchte Phase, in der bei jeder Party mal schlechte Musik für miese Stimmung sorgt (Kane vs. Khali) und den totalen Durchhänger, als ärgerlicherweise ungeplant die Getränke ausgingen und man erst neue an der Tanke holen musste (Christian vs. Regal) käme man auf 7,5 Punkte im Schnitt. Dafür bleiben das erste kühle Bier (Rey vs. Ziggler), die versaute Stripperin (DX vs. Legacy), der kollektive Vollrausch (Hardy vs. Punk) und die unerwarteten aber beliebten Gäste (Undertaker) umso besser in Erinnerung und taugen zu Anekdoten mit Freunden bei kommenden Parties.
Ich bedanke mich herzlich für eure Aufmerksamkeit, sowie die Geduld und Ausdauer, diese PPV- Bewertung bis ganz zum Schluss zu lesen. Ich hoffe, ihr hattet beim Lesen genauso viel Spaß wie ich beim Schreiben. Über Lob, Kritik oder konstruktive Verbesserungsvorschläge an meine Email-Adresse michael.schwartz@bsww.de würde ich mich sehr freuen. Man sieht sich dann bei Breaking Point.