
Hallo liebe Leser und ein herzliches Willkommen zu Schwartz, ungesüßt... Vergesst die Vogel- oder Schweinegrippe, denn es grassiert ein neuer Virus in der WWE. Die klugen und kreativen Köpfe in der Firma (oder Vince McMahon) haben sich ein neues Konzept ausgedacht, um B-PPVs einer fabulösen Generalüberholung zu unterziehen. Man ändere einfach den Namen und lege fest, dass jeder Main Event mit der gleichen Klausel abläuft. In drei Wochen erwartet uns ein PPV mit Hell in a Cell Matches im Main Event, im Dezember ein solcher mit TLC in den Hauptkämpfen. Den Anfang machte aber Breaking Point, eine Großveranstaltung, bei der jeder Main Event nur durch Aufgabe entschieden werden konnte. Darüber, wie die terminliche Festlegung von bestimmten Gimmick Matches deren Bedeutung vollkommen zerstört und sie damit relativ nutzlos macht, werde ich mich erst bei Hell in a Cell auslassen. Allerdings möchte ich den Platz hier nutzen, um das Konzept von Breaking Point zu kritisieren. Grundsätzlich gefällt mir die Idee und in diesem Fall ist es auch nicht ganz so schlimm, dass ein Match mit Aufgabe-Ende eigentlich eine Fehde beenden sollte und nicht einfach so kommen darf, weil es der PPV vorsieht. Auch die Tatsache, dass die heutigen Fans wenig mit dieser Art von Wrestling anfangen können – wenn es denn tatsächlich konsequent angewendet wird –, stört mich wenig, zumal man den Pay Per View in Montreal abhielt, wo normalerweise ein fachkundiges Publikum am Werk ist, das auch bei solchen Stipulations gehörig Rabatz macht und nicht einpennt. Was allerdings schon stört, ist die Tatsache, dass Top-Faces, wie sie heute aufgebaut werden, eigentlich nicht fürs Abklopfen in Frage kommen, so dachte ich zumindest im Vorfeld. Ein Cena würde niemals von sich aus „I Quit“ sagen, denn so ist sein Gimmick ausgelegt. Triple H und Shawn Michaels würden doch nicht bei einem B-PPV regulär gegen zwei Jungspunde aufgeben (wie man sich irren kann… ;) ) . Und der Undertaker tappt sowieso nie, schon gar nicht bei seinem was weiß ich wievielten Comeback. Hinzu kam noch, dass fast keine Submission-Experten am Werk waren und man sich so noch schnell im Vorfeld kurz mal einen Aufgabegriff aneignete. CM Punk durfte nach Jahren wieder seinen Anaconda Vise zeigen, den er aus seinem Repertoire für reguläre Kämpfe schon verbannen musste. Ein Triple H wirkt beim Sharpshooter ziemlich fehl am Platze und dass der Inverted Figure Four Leglock von Shawn Michaels auf einmal das Maß aller Dinge sein soll, ist auch schwer zu glauben. So ganz rund war diese neue Idee also keineswegs, aber ich war im Vorfeld dennoch gespannt, wie gut Breaking Point funktionieren würde. Wollte man am liebsten selbst in seinem Sessel derart abklopfen, dass der Staub nur so durch die Luft wirbelt? Oder war man als Zuschauer von Breaking Point weit davon entfernt, brechen zu müssen? Die subjektive Antwort auf diese Fragen findet ihr in den folgenden Zeilen.
Dabei findet ihr die Gedanken zu jedem Match wie gewohnt in vier Abschnitte gegliedert vor: Zunächst gehe ich auf den Aufbau des Matches vor dem PPV ein. Dann folgt eine Analyse des Matches selbst. Nach einem Ausblick, wie es mit den Kontrahenten weitergehen könnte, folgt noch eine abschließende Punktebewertung des Matches. Diese reicht von 1 (
gescheitertes Interview durch den Referee) bis 10 (
the brutality is back in town). Aber nun genug der Einführung, ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.
Unified Tag Team Championship
Chris Jericho & Big Show © vs. MVP & Mark HenryDer Aufbau: Wie schon bei der Fehde gegen Cryme Tyme kam auch diese Auseinandersetzung von Chris Jericho und Big Show über einen Guest Host zu Stande. War das bei den Gangstern aus Brooklyn noch Shaquille O’Neal, so stand dieses Mal Floyd Mayweather Pate, mit dem Big Show seit WrestleMania 24 noch eine offene Rechnung haben dürfte. Es kam zum Rededuell zwischen beiden Parteien als MVP auftauchte und sich hinter den Boxer stellte. Seit langer Zeit lieferte MVP hier mal wieder eine herausragende Promo ab, bei der das Charisma aus alten Heel-Tagen deutlich durchblitzte. Als seinen Partner präsentierte er Mark Henry und bat Floyd um ein Tag Team Title Match, sollten er und sein neuer Kumpel ein sofortiges Non Title Match gewinnen. In einem für RAW-Verhältnisse durchaus ansehnlichen Match gewannen Montel Vontavious Porter und Mark Henry dann natürlich auch. Indem dies durch den Einsatz eines Schlagrings geschah, den Mayweather in einem unbemerkten Moment MVP zusteckte, bot man auch eine nette kleine Reminiszenz an den oben erwähnten Promi-Kampf von WrestleMania 24. So hatte auch Chris Jericho wenigstens eine Ausrede für die Niederlage, die er bei SmackDown auch sogleich anwendete. In der Freitags-Show führten die Tag Team Champions übrigens ihre Rivalität mit Cryme Tyme noch ein wenig fort und besiegten Shad Gaspard und JTG noch bei zwei weiteren Gelegenheiten durch Pinfall nach einem Knockout Punch von Big Show. Bei RAW dagegen mussten sich JeriShow Einzelmatches mit den neuen Kontrahenten stellen. Chris Jericho traf dabei zweimal auf MVP, was 1:1 endete. Einmal war Chris durch den Codebreaker erfolgreich, das andere Mal siegte Porter durch einen Einroller. Bei Big Show vs. Mark Henry kam es in der ersten Auflage zu einer DQ für den World’s largest Athlete, weil dieser den World’s strongest Man (diese Superlative sind einfach das Beste) in den entblößten Turnbuckle rennen ließ. Das zweite Match – eine Bodyslam Challenge – entschied Mark Henry ebenfalls für sich, indem er Big Show beeindruckenderweise ausheben konnte. Bei der ganzen Dominanz, die die Herausforderer so kurz vor dem PPV ausstrahlten konnte man also auch bei diesem Match in Bezug auf die Sieger ziemlich sicher sein. Nach dem 1x1 des Wrestling gewinnt nämlich meistens derjenige, der zuvor die Prügel bezog und das waren JeriShow. Allerdings freut es mich als Fan von Tag Team Wrestling, dass diesen Titeln wieder so viel Aufmerksamkeit zu teil wird, auch wenn es sich hier um zwei zusammengewürfelte Teams handelt.
Das Match: Wie in den Einzelmatches bisher auch, stieg zu Beginn stets MVP gegen Jericho in den Ring und Big Show gegen Mark Henry. Dem World’s strongest Man gelang es tatsächlich einmal, Big Show bei einem Splash in der Ecke abzufangen und dann hob er ihn sogar ein weiteres Mal aus. An Kraft mangelt es Henry wirklich nicht, was er hier erneut eindrucksvoll bewies. Bei dem Bodyslam war das Timing des unfreiwillig ablenkenden MVP und von Jericho beim Eingreifen allerdings ziemlich versaut, denn der Referee drehte sich gerade um, als Jericho zuschlug. Big Shows Highlight neben den üblichen lahmen Aktionen war ein heftiger Spear. Die vorhandene Schnellkraft kann er gerne öfter einsetzen. Jericho gefiel durch das ständige Provozieren des außen stehenden Gegners, was zumindest ein bisschen Substanz in das Match brachte. So ein richtiger Spannungsbogen fehlte nämlich komplett und die Action plätscherte nur vor sich hin. Einen komischen Moment hatte der Kampf dann auch noch, als Chris zum Seil rollte, um erst dort einen Splash von Henry zu kassieren und danach den Fuß aufs Seil zu legen. Wenn er sich so bewegen kann, sollte er doch besser gleich ganz rausrollen, um dem Splash zu entgehen. Das Ende dagegen fand ich perfekt, denn es kopierte eine Szene, die wir nun schon öfter bei den Tag Team Champions gesehen haben. Während Jericho am Boden ist und die Aufmerksamkeit des Referees auf sich zieht, ist es Big Show, der sich anschleicht und den Gegner mit einer gewaltigen Faust ausknockt. So gesehen mehrere Male gegen Cryme Tyme, nun auch gegen dieses neue Duo. Das könnte zum Markenzeichen von Jerishow werden und betont die gute Zusammenarbeit zwischen den Heels. Zwar erledigt Big Show mit dem Knockout Punch stets die ganze Arbeit und sorgt so für die Siege, aber es gehört auch ein Partner dazu, der diesen fatalen Schlag ermöglichen muss und hier ergänzen sich die beiden Main Eventer hervorragend. Letztlich ein durchschnittliches Match, das nicht unbedingt dafür geeignet ist, um ein Publikum anzuheizen, wie es ein Opener tun sollte.
Wie geht es weiter? Aktuell gibt es vier bis fünf reguläre Tag Teams bei WWE und das sind Legacy, DX, die Hart Dynasty, der Ruthless Roundtable und Cryme Tyme. Die ersten beiden sind noch miteinander beschäftigt, die Jungs in Pink oder Rot kommen als Heels nicht in Frage und letztere hatten bereits ihre Chance und diese deutlich nicht genutzt. Bevor DX für eine Fehde gegen die Unified Tag Team Champions frei werden kann – eine derartige Auseinandersetzung über längere Zeit liegt meines Erachtens nach durchaus im Bereich des Möglichen und wäre auch interessant – brauchen diese also noch einen PPV lang Übergangsgegner. Möglicherweise wollen Henry und MVP noch eine zweite Chance und bekommen sie auch in drei Wochen bei Hell in a Cell. Vielleicht steckt man aber kurzfristig erneut zwei Wrestler zusammen, die gerade nichts zu tun haben, und lässt diese um das Tag-Team-Gold antreten. Matt Hardy und The Great Khali zum Beispiel, um mal ganz willkürlich durch die Gegend zu spekulieren. MVP und Mark Henry werden sobald ihr Ausflug in die Tag-Team-Region vorbei ist (was wie gesagt meiner Prognose nach in spätestens drei Wochen der Fall ist), wieder in der Upper Midcard zu finden sein. MVP könnte erneut ein Anwärter auf den US Championship sein, das Gleiche gilt für Mark Henry. Für Henry wäre eine Fehde gegen Jack Swagger ebenfalls eine interessante Lösung. Sowohl Mark als auch Montel würden sich auch als Übergangsgegner für einen Main Eventer ganz gut machen, bevorzugt für Randy Orton, wenn der nach Hell in a Cell oder Bragging Rights erstmal aus dem Titelrennen verschwinden sollte.
Fazit: 5,5/10Dass Cody Rhodes im anschließenden Interview betonte, dass er und Ted DiBiase keine Aufgabe-Spezialisten sind, war ein kluger Schachzug der Writer von WWE, der zeigte, dass sie sich dieser Problematik durchaus bewusst sind. Cody ergänzte dabei, dass dies aber gar nicht nötig sei, um ein Submission Match zu gewinnen. Die erneute Erwähnung, dass der Kampf in den Straßen von Montreal enden könnte, nervte aber, denn wer glaubte wirklich, dass dies passieren würde. Ted DiBiase hatte schließlich noch einen netten Vergleich der DX mit ihren Merchandise-Leuchtstäben parat. Insgesamt ein überzeugendes Statement der beiden Jungs.
Miz kann Französisch! Wenn er sonst schon nichts von Maryse bekommen hat, dann wenigstens das.
US Championship
Kofi Kingston © vs. The MizDer Aufbau: Einen Tag vor dem PPV wurde dieses Match noch der Card hinzugefügt. Nachdem das IC Title Match aufgrund eines noch nicht stattgefundenen Aufbaus aus dem PPV entfernt wurde, war wohl noch ein bisschen Zeit übrig. Schön, dass diesen Kofi und Miz bekommen haben. Der gute Miz war eigentlich schon weg von RAW, nachdem er seine x-te Niederlage gegen John Cena eingefahren hatte. Er verkleidete sich aber als Calgary Kid und gewann in einem Match gegen den wegen Übergewichts schon wieder gefeuerten Eugene einen neuen Vertrag für RAW. Ein seltendämlicher Angle, aber was soll’s... zumindest konnte man so das neue Outfit von Mike Mizanin erklären. Schwartz betätigt sich mal wieder als Style-Berater. Sein Urteil: Mit der neuen Ringkleidung ist Miz einer von vielen, wohingegen sein alter Stil ihn doch ein bisschen abhob und einzigartiger machte. Falls das jemand von der Vogue liest: ich bin bereit! Aber zurück zum Thema: Eine Woche später verkündete das generalüberholte Großmaul, dass er von nun an Jagd auf den US Title machen werde und um dies zu unterstreichen, besiegte er kurz darauf Evan Bourne. Einen weiteren Schritt in Richtung US Championship machte er seiner Ansicht nach mit einem Erfolg gegen Santino Marella. Miz war aber in letzter Zeit nicht der Einzige, der dem US Champion Kofi Kingston gerne das Gold um seine Hüften klauen wollte. So musste er sich bei seiner zweiten US-Titelchance nach der Six Pack Challenge bei Night of Champions erneut nicht nur mit dem Champion, sondern auch mit anderen Herausforderern herumschlagen. Das Fatal Four Way, an dem auch noch Carlito und Jack Swagger beteiligt waren, fand bei RAW am 31. August statt, wobei Kingston dank eines Pinfalls gegen Carlito weiterhin Titelträger blieb. Eigentlich auch ein sehr interessanter Push, den Kofi da erhält. Er darf nie etwas am Mic sagen und so seinen Charakter den Fans verkaufen, geschweige denn eine Fehde auch über das eigentliche Match hinaus führen. Dafür blickt er jetzt schon auf eine beachtliche Regentschaft zurück, wobei er meist in Multi-Personen-Matches alle Herausforderer abwehrte, was ja laut den Kommentatoren noch schwerer ist, da mehr Personen auch größere Titelverlust-Gefahr bedeuten. Beim letzten RAW vor dem PPV wurde dann gar nichts mehr für den Aufbau dieses Einzelmatches getan, dafür aber bei Superstars, wo Miz gemeinsam mit Jack Swagger gegen Kofi Kingston und Primo Colon gewann. Als Lückenfüller war das Match gut gewählt, denn der Ansatz eines Aufbaus war doch zu erkennen. Und vielleicht sollte das Match von Breaking Point ja der Anfang einer ansehnlichen Einzelfehde um das United-States-Gold werden.
Das Match: Der temporeiche Beginn deutete auf ein schnelles Ende hin, aber glücklicherweise bekamen die beiden dann doch genug Zeit für einen ansehnlichen Kampf. Die Dominanzphasen am Anfang waren relativ kurz, was das Geschehen sehr abwechslungsreich gestaltete. Erstes Highlight war der Crossbody von Kofi direkt in einen Big Boot von Miz. Und weil man so etwas nicht alle Tage sieht, spendierte die Regie uns auch gleich drei Zeitlupen davon. Miz übernahm langsam doch die Kontrolle und ließ Kingston nicht mehr so recht ins Match kommen. Vor allem gegen Ende seiner Überlegenheit wirkte der ehemalige Reality-TV-Star ein bisschen unbeholfen und planlos, was er denn noch zeigen könnte. Zu seiner Erleichterung kam dann doch wieder etwas Abwechslung in den Kampf, so z.B. mit einem Yeah-Buh-Kick-Duell und einem sehenswerten Einroller-Abtausch. Es folgten mehrere Trademark-Aktionen und Nearfalls, während das Match immer besser wurde. Nach einem endlich mal wieder gut getimten Trouble in Paradise als Konter aus dem Versuch zum Reality Check war die Sache dann gegessen und als Zuschauer hatte man ein wirklich leckeres Häppchen für zwischendurch verschlingen dürfen.
Wie geht es weiter? Wie oben angedeutet würde mir eine längere Einzelfehde um den US Championship mal wieder gut gefallen und Miz wäre hierbei der ideale Gegner für den am Mikrophon blassen Kofi Kingston. Dass Miz eine Fehde durch überhebliche Statements auch alleine tragen kann, hat er schon bei seiner Zerstörung durch John Cena zumindest anfangs gut bewiesen. Als Alternativen für Einzelfehden kann man bei Kingston den etwas in der Luft hängenden Jack Swagger nennen, während The Miz vs. MVP zumindest was die Verbalduelle angeht großartig werden könnte. Wahrscheinlicher scheint aber, dass es mit weiteren Multi Men Matches um den US Title weitergeht, an denen sich die gesamte Midcard von RAW beteiligen darf.
Fazit: 7,5/10Der erste Main Event des Abends wurde durch ein fantastisches Video zur bisherigen Fehde zwischen DX und Legacy eingeleitet.
Die übliche Vorstellung der DX war dieses Mal besonders sehenswert, da die Fans eigentlich zu eine großen Teil auf der Seite der Degenerierten war, die „You screwed Bret“-Rufe und Buhs in Richtung Shawn Michaels aber ebenso laut durch die Halle schallten. Triple H reagierte darauf aber unheimlich routiniert und souverän mit einer coolen Bemerkung und auch HBK meisterte diese Situation mit einer herrlichen Mimik.
Submissions Count Anywhere
DX vs. LegacyDer Aufbau: Sicherlich war nicht nur ich überrascht, dass Cody Rhodes und Ted DiBiase beim SummerSlam so gut gegen DX aussehen durften. Dass Shawn und Hunter dennoch gewinnen würden, war wiederum klar. Die Fehde war nach der plötzlichen Niederlage von Legacy – HBK führte diese mit einer Sweet Chin Music aus dem Nichts herbei – aber noch nicht beendet. Schon einen Abend später trat Legacy in einem No DQ Match wieder gegen die Degenerierten an, dieses Mal unterstützt von ihrem Boss Randy Orton, während HHH und Michaels gemeinsam mit Vince McMahon antraten. Der WWE-Boss ließ es sich auch nicht nehmen, sich an seinem 64. Geburtstag selbst ein Geschenk zu machen, indem er es so bookte, dass er den WWE Champion nach ein wenig Hilfe von John Cena pinnen durfte. Selbstverliebtheit und egozentrisches Verhalten sind einfach wunderbar. In der RAW-Ausgabe, bei der Cody Rhodes’ Vater Dusty als Guest Host fungierte, trafen beide Parteien beim großen Abschluss-Brawl der Sendung aufeinander, mit dem besseren Ende für Legacy. Auch kurz vor dem PPV beschäftigten sich Shawn Michaels und Triple H nicht wirklich mit ihren Rivalen, da sie gegen Chris Masters und Randy Orton ran mussten. Ein Dreh am Auslosungsrad hatte das so festgelegt. Rhodes und DiBiase dagegen wollten sich sehr wohl mit der DX anlegen und stürmten anschließend den Ring, woraufhin ein Brawl bis in den Backstage-Bereich entbrannte. Immer wieder herrlich zu sehen, wie simpel WWE bestimmte PPV-Match-Klauseln dem Zuschauer in den wöchentlichen Sendungen nahe bringen will. Ganz nach der Holzhammer-Methode: Wenn es bei der Großveranstaltung heißt „Submissions Count Anywhere“, dann muss in der Show davor eine Schlägerei durch die ganze Halle entbrennen, um zu zeigen, was beim Großereignis passieren kann. Jedenfalls hatten Cody und Ted irgendwann doch genug und flohen mit einem geklauten Auto. Noch so eine witzige Randnotiz: Zwischen all den Trucks und Produktionskisten steht immer, wenn jemand abhauen will, ein normaler PKW, der auch noch so geparkt ist, dass man direkt vorwärts abzischen kann. Letztlich hätte es dieser Fehde gut getan, wenn Rhodes und DiBiase sich wirklich dauerhaft und auch am Mic mit DX hätten anlegen dürfen und nicht so oft ihrem Mentor Randy Orton bei dessen Kampf gegen John Cena zur Seite hätten stehen müssen. Die Vermischung der beiden Fehden hat Legacy vs. DX etwas den Wind aus den Segeln genommen. Andererseits muss man auch sagen, dass das zur bisherigen Darstellung von Orton passt, der zunächst einmal sich selbst sieht und erst dann den Erfolg und die Interessen seiner Lakaien. Damit also doch wieder konsequentes Booking, auch wenn ich persönlich lieber ein bisschen mehr Emanzipation von Cody und Ted sehen würde. Bei den Erwartungen an dieses Match kann ich sagen, dass ich mir im Vorfeld durchaus einen feinen Brawl vorgestellt habe. Was die Spannung bezüglich der Gewinner angeht, verweise ich auf die Einleitung zu dieser Kolumne, wo ich dieses Thema ja bereits etwas ausführlicher erörtert hatte.
Das Match: Ohne sich lange aufzuhalten ging die Action gleich wild durch die Halle und man prügelte sich quer durch die Fans, die dabei richtig gut abgingen und sogar Gesänge anstimmten. Ein tolles Publikum wie am gesamten Abend. Der erste potentiell entscheidende Moment war der Double Figure Four Leg Lock durch die DX irgendwo an einem Getränkestand. Legacy arbeiteten wie immer toll zusammen. DiBiase rettete Rhodes mit einem Augenkratzer gegen Michaels und Cody tat dasselbe für Ted mit einem Kick gegen Triple H. Sowieso fiel auf, dass in diesen ersten Minuten vor allem DX immer wieder Aufgaben erzwingen wollten und Legacy sich dabei stets gegenseitig vor einer Submission bewahrte. Besonders innovativ dabei war HHHs Boston Crab im Stuhl ergänzt von einem Camel Clutch durch HBK. Man konnte fast befürchten, dass es hier schon vorbei sein würde, aber glücklicherweise war dies nicht der Fall. Der Crossface von Triple H rief hier in Kanada sehr verhaltene Reaktionen hervor. Cody Rhodes entwickelte sich ab diesem Zeitpunkt jedoch immer mehr zum Most Valuable Player dieses Kampfes. Zum einen bestach er durch große Widerstandsfähigkeit und Schmerzresistenz, zum anderen packte er viele beeindruckende Holds aus, wie z.B. einen Backstretcher, bei der er Michaels stehend auf seinem Rücken überdehnte und später einen perfekt angesetzten Ankle Lock. Zum vorentscheidenden Moment kam es, als Cody und Shawn sich im Publikum prügelten und Michaels einen Bump aus zwei bis drei Metern hinnehmen musste, der aber nicht wirklich spektakulär oder gefährlich aussah. Jedenfalls hatte Legacy es so geschafft, die DX zu trennen, um zu verhindern, dass diese sich gegenseitig bei Attacken aushelfen können. Divide et impera! Triple H musste es vorerst alleine mit den beiden Lakaien von Randy Orton aufnehmen und zeigte dabei einen tolle Spinebuster durch einen Tisch voller Essen. Die zahlenmäßige Überlegenheit war aber auf Seiten der Legacy und so schalteten die beiden auch Triple H aus. Der finale Stuhlschlag auf den Kopf sah aber leicht daneben aus, vor allem wohl, weil es mittlerweile durch die Essensreste sehr rutschig geworden war. Sehr witzig sah dabei aus, wie DiBiase auf dem Weg zurück in die Arena schwer auf den Beinen bleiben konnte und immer wegrutschte. Die Tatsache, dass Rhodes und DiBiase nun wieder auf Shawn Michaels losgingen, der sich langsam wieder von seinem Sturz erholt hatte, war eine taktische Meisterleistung und Weltklasse-Booking. HBK zeigte zwar noch erstaunlich viel Gegenwehr, aber auch er musste sich irgendwann der zahlenmäßigen Überlegenheit von Legacy geschlagen geben. Davor setzte er allerdings noch seinen Inverted Figure Four Leg Lock an, wobei lustigerweise viele Fans dachten, er würde jetzt zum Sharpshooter greifen. Das wäre aber doch zuviel des Guten gewesen. Das Finale dieses großartigen Fights bot ein würdiges Ende. Triple H versuchte sich noch zum Ring zu schleppen, war aber von dem Stuhlschlag auf den Kopf noch zu angeschlagen. So musste Shawn Michaels erst einen Figure Four am Ringpfosten über sich ergehen lassen, der dann sogar noch ergänzt wurde durch den Million Dollar Dream. Das war auch schon beim Zuschauen ziemlich schmerzhaft, wie Rhodes und DiBiase da an ihm herumzerrten und so musste der Showstopper tatsächlich abklopfen. Eine ganz dicke Überraschung, die ich zugegebenermaßen niemals erwartet hätte, weshalb mich dieser klare, dominante Sieg von Legacy noch mehr freut. Die beiden haben nicht durch Glück gewonnen oder durch Unvermögen der DX, geschweige denn war dies ein unfairer Sieg. Nein, es war taktische Finesse und Widerstandsfähigkeit, die den beiden Jungspunden den Sieg einbrachte. Respekt dagegen an DX dafür, dass sie tatsächlich doch mal gewillt sind, junge Stars over zu bringen, auch wenn sie am Ende die Fehde klar gewinnen werden. Shawn Michaels erste Frage nach seiner Rückkehr war angeblich: „Wen habt ihr nach oben gepusht?“ Dass er jetzt selbst dabei mithilft, dieses Versäumnis zu beheben, ist eine klasse Sache. Wenn dann auch noch so ein perfekter Fight dabei herauskommt, wurde alles richtig gemacht.
Wie geht es weiter? Ganz so voll will ich den Mund nicht mehr nehmen, denn DX haben mich schon mit der Niederlage bei Breaking Point überrascht. Dennoch kann es eigentlich nicht anders sein: Bei Hell in a Cell kommt es beim Stande von 1:1 zum finalen Match im großen Käfig und hier werden die beiden Nachkömmlinge endlich – aus Sicht der DX – vernichtend und klar geschlagen. OK, das war jetzt doch eine eindeutige und endgültige Prognose, aber anders kann es einfach nicht sein. Dennoch wird diese Fehde Cody Rhodes und Ted DiBiase sehr weitergeholfen haben, allein schon durch den größten Sieg ihrer Karriere bei Breaking Point. Die DeGeneration X könnte sich anschließend tatsächlich noch einmal auf die Jagd nach dem Unified Tag Team Championship machen. Nicht, weil ihnen dieser Titel so wichtig ist, sondern weil es einfach zu passend ist, gegen Chris Jericho und Big Show zu fehden, als dass man diese Gelegenheit ungenutzt lassen könnte. Bei Legacy dürfte im Anschluss an die Fehde mit der DX so langsam der Split anstehen, wenn die Gerüchte stimmen, dass Ted DiBiase pünktlich zur Veröffentlichung von „The Marine 2“ als Face agieren soll. Dabei bleibt abzuwarten, ob Cody Rhodes auf seiner Seite steht, bei Mentor Randy Orton bleibt, oder vielleicht sogar alle drei gegeneinander vorgehen. Das ist aber Zukunftsmusik. Jetzt freue ich mich erst einmal auf das so gut wie sichere Hell in a Cell Match, das dem bisher Gesehenen nach eine fabelhafte Schlacht werden dürfte.
Fazit: 10/10Randy Ortons Interview, das von Josh Mathews geführt wurde, wirkte anfangs unfreiwillig komisch, was aber mehr an Mathews Anwesenheit lag. Als Orton dann nämlich einen Monolog über John Cena abhielt, wirkte er sehr konzentriert und gefährlich. Das intensive Statement ließ tatsächlich glauben, dass die Viper in the zone ist.
Singapore Cane Match
The Great Khali vs. KaneDer Aufbau: Was passiert, wenn Kane auf „Kane“ trifft, haben wir ja bereits in einem Trash-Spektakel rund um und bei Vengeance 2006 herausgefunden. Dank der findigen Kreativität von WWE werden wir nun auch endlich wissen, wie Kane mit einem Cane umgeht und wie Kane reagiert, wenn ein ihn Cane umhaut. Aber eigentlich macht diese Stipulation zwischen Kane und Khali nicht wirklich viel Sinn und vielleicht hat man zur Bestimmung der Klausel einfach das Glücksrad gedreht (Spielshows sind doch gerade in bei WWE – siehe „Der Preis ist heiß“ bei RAW). Wie auch immer, diese beiden Monster haben jetzt schon seit The Bash miteinander zu tun als die große rote Maschine den Inder in dessen Match gegen Dolph Ziggler mit dem Stuhl malträtierte. Über einige gegenseitige Angriffe bei SmackDown verbunden mit mehreren Fluchtversuchen von Kane und dem Kidnapping von Ranjin Singh, der vermutlich bei einem Test für die Wellness Policy über einen DNA-Abgleich gerade herausgefunden hatte, dass er Khalis Bruder ist, führte die Fehde zu einem grottigen Match beim SummerSlam, das Kane mit einem DDT gewann. Auch hier spielte er Kopfspielchen und bedrohte den kleinen Bruder, sodass Khali abgelenkt war und den Pin einstecken musste. Khali machte das nur noch wütender und so ging er erneut bei SmackDown auf Kane los, der gerade durch DQ gegen Rey Mysteroid verloren hatte. Ranjin Singh durfte auch mitmischen und kloppte wie der Hüne ebenfalls mit einem Singapore Kane auf das große rote Monster ein, wodurch die Gebrüder Curry (es lebe das Klischee) ihren Erzfeind in den Backstage-Bereich jagen konnten. Eine Woche später wurde ein Tag Team Match angesetzt, bei dem Khali gemeinsam mit Finlay gegen Kane und dessen Partner Mike Knox gewann, nachdem der Ire den Bärtigen mit der Shillelagh niederschlug. Zwischen den Riesen war es unterdessen zu einem weiteren Zeitlupe-Brawl gekommen, der für die nötige Ablenkung des Referees sorgte. Kurz vor dem PPV suchte Kane selbst die Offensive und ging auf den Punjabi Playboy los, der eigentlich gegen David Hart Smith hätte antreten sollen. Khali konnte den Angriff abwehren und selbst mit einem Punjabi Plunge punkten. So schlimm dieses Match auch sein mag – und wir alle wissen, wie schlimm das Gewürge zwischen den beiden stets ist – muss man doch sagen, dass es einen überaus soliden Aufbau hat. Genau deshalb ist es auch plausibel, dass dieses Match auf der Card blieb, während Dolph Ziggler vs. John Morrison, bei denen die Fehde erst noch beginnen muss, gestrichen wurde. Mich hat es zwar auch tierisch geärgert, dass uns so ein Leckerbissen vorenthalten wird, während ein Würgereiz-Auslöser wie Kane vs. Khali erhalten bleibt, aber von dem Standpunkt aus, dass ein Match gefälliger wirkt, wenn auch eine Story dahinter steckt, kann ich es nachvollziehen.
Das Match: Das Positive zuerst: Wenigstens haben die beiden die Stipulation ausgiebig genutzt und viele Singapore Canes verwendet. Wohlgemerkt ohne Rücksicht auf Verluste, was man an den vielen Striemen bei Khali deutlich sehen konnte. Der Spruch des Tages fiel auch in diesem Match und er kam von Todd Grisham: „Sounds like the 4th of July in there“ Ein Highlight war dann auch der Flying Cane von Kane, der aus diesem teilweise unfreiwillig komischen Spektakel heraus stach. Ansonsten sagten die „Boring“-Chants der Fans alles. Zwar prügelten sich Khali und Kane richtig schön heftig, aber langweilig war es trotzdem. Ranjin Singh griff dieses Mal von sich aus ein und zog Kane den Kendo Stick über, musste dafür aber selbst einstecken und sorgte so erneut für die Niederlage seines Bruders, weil der sich um ihn kümmerte. Anschließend bewies Khali noch seine Unfähigkeit, Moves korrekt einzustecken und zu sellen. Der Slingshot von Kane mit dem Cane sah einfach grausig hingewürgt aus, weil Khali sich nicht nach hinten fallen ließ, sondern erst noch zur Seite drehte. Und der Chokeslam in höchstens 30 cm Höhe war sowieso ein Witz, weil der Inder zu blöd ist, einmal richtig vom Boden abzuspringen. Die Kameraarbeit hierbei war aber exzellent, denn es wurde gut vertuscht, wie niedrig Kanes Finisher eigentlich war. Durch den Trash Charme dank der Singapore Canes ein bisschen besser als beim SummerSlam aber immer noch ein Graus fürs Auge.
Wie geht es weiter? Der Sieg des Heels lässt eigentlich vermuten, dass die Fehde sogar noch in eine dritte Runde geht. Es könnte aber auch sein, dass Kane hier tatsächlich mal wieder gepusht wird, denn kurz nach seiner Rückkehr fuhr er einige Siege gegen Hochkaräter ein und jetzt gewinnt er schon ein zweites Mal gegen den größten Riesen überhaupt. Im Anschluss an die Fehde mit Khali (die evtl. sogar jetzt schon vorbei ist) wird es daher interessant zu sehen sein, wohin sein Weg führt. Vielleicht ein letztes Mal gegen seinen Bruder den Undertaker, der ja angeblich bei WrestleMania 26 seinen Rücktritt plant? Es gäbe für das letzte Match des Deadman sicherlich keinen passenderen Gegner. Oder pusht man ihn jetzt nur so, damit es wieder glaubwürdiger wird, wenn er junge Leute over bringt? John Morrison oder Dolph Ziggler zum Beispiel. Interessant ist ebenfalls, wohin die Reise des Punjabi Playboy geht. Er ist mittlerweile da angekommen, dass er durch Niederlagen für den Push von anderen sorgt und damit ist er seinem Gegner von Breaking Point mittlerweile sehr ähnlich geworden. Halten die Gelenke von Khali oder sorgt er vor seinem möglicherweise baldigen, körperlich bedingten Abgang noch für ein paar „sensationell überraschend unglaubliche“ Siege? Solang es nicht noch zu einem dritten PPV-Aufeinandertreffen von Kane kommt, sind mir alle genannten Varianten mehr als recht.
Fazit: 3/10Dass CM Punk irgendwann etwas zu Jeff Hardys Verhaftung sagen würde war klar. Hier nannte er den Vorfall zwar nicht beim Namen, er erwähnte aber, dass etwas passiert sei. Wie immer präsentierte er das in hervorragender Intonation, Mimik und Gestik. Der folgende Gag mit Jimmy Wang Yang, der das Licht ausmacht, war zwar ganz OK, aber dennoch gefiel er mir nicht. Dass Punk jetzt doch Angst hat vor den Mindgames des Undertaker widerspricht allem, was er bisher von sich gegeben hat und ist eine Standard-Prozedur, wie jeder 08/15-Heel sie über sich ergehen lassen muss. Das sollte man gar nicht erst anfangen.
ECW Championship
Christian © vs. William RegalDer Aufbau: So ein Morgenmantel kann ganz schön nützlich sein, wenn man im Winter friert. Er kann aber auch ein Störfaktor sein, wenn man ihn zweckentfremdet und damit zum Ring stolziert. Fragt William Regal, denn der musste das erst beim SummerSlam erfahren. Christian nutzte das Garderobe-Problem von Regal aus, wickelte diesen zum Killswitch ein und gewann das ECW Title Match bei der größten Party des Sommers in 8 Sekunden. Ärgerlich für alle, die sich auf das Match gefreut haben, aber immerhin bekam man ja bei ECW einen Ersatzkampf. „Bill“, wie Christian den Adligen provokativ bürgerlich nannte, forderte nämlich ein Rematch um den Title und drohte mit seinem Ruthless Roundtable, sollte man es ihm nicht gewähren. General Managerin Tiffany wollte ihm dieses aber erst gewähren, wenn er gegen den Champion gewinnt. Das schaffte Regal schließlich auch dank der Hilfe von Vladimir Kozlov und Ezekiel Jackson und sicherte sich so den Titleshot, der für Breaking Point festgelegt wurde. Eine Woche später hatte das undynamische Duo gerade zwei Jobber besiegt und Master Regal machte sich selbst noch über die Opfer her, da erschien Christian zur Rettung auf der Rampe. Und weil er sich der zahlenmäßigen Überlegenheit bewusst war, brachte er Kumpel Tommy Dreamer und zwei Kendo Sticks mit. Gemeinsam mit diesen wurde das Heel-Trio verjagt. Das führte zu einem Tag Team Match in der letzten ECW-Ausgabe vor dem PPV zwischen dem Ruthless Roundtable und den beiden Kumpels bzw. vor kurzem noch Rivalen um das ECW-Gold. Hier war es „Bill“, der für die Entscheidung sorgte, indem er Tommy Dreamer ablenkte, was Ezekiel Jackson den Uranage gefolgt vom Pinfall ermöglichte. Bereits beim SummerSlam hat uns WWE mit einem Acht-Sekunden-Kampf eindrucksvoll den derzeitigen Stellenwert der ECW vorgeführt. Bei Breaking Point geht es gleich so weiter, auch ohne den Matchverlauf zu kennen. Dafür langt ein einfacher Dreisatz. Die Prämisse des PPVs: Alle Main Events sind Submission Matches. Die Ansetzung: Kein Submission Match zwischen Christian und William Regal. Die Schlussfolgerung: Die ECW liefert keine PPV-Main-Events. Schade eigentlich, denn gerade Regal wäre diese Disziplin erstklassig zu Gesichte gestanden und auch Christian hätte mit seiner Technik sicherlich zu einem großartigen Old-School-Match beitragen können. Nichtsdestotrotz hat das Match bei der wöchentlichen ECW-Ausgabe gezeigt, dass diese beiden gut im Ring miteinander können. Man musste nur wie immer hoffen, dass sie das auch zeigen dürfen.
Das Match: Unheimlich förderlich für die Attraktivität des Kampfes war die Tatsache, dass Vladimir Kozlov und Ezekiel Jackso gleich zu Beginn auf eine Anordnung von General Managerin Tiffany hin des Ringes verwiesen wurden. So konnte sich ein schön verbissener Kampf auf technisch allerhöchstem Niveau entwickeln. Christian steckte schnell einen harten Bump nach draußen ein, der aber wohl weniger schlimm war, als er aussah. Regal dagegen ging wie immer extrem stiff zu Werke, was man beispielsweise an einem knallharten Forearm oder einem derben Kniestoß sehen konnte. Dabei zeigte er auch eine Reihe wunderbarer Suplessen wie den Half Nelson Exploder Suplex oder den Regal Plex. Gerade bei dieser Version des Side Suplex mit eingehaktem Bein zeigte sich die ganze Klasse von Regal. Der Move sieht böse aus und man könnte meinen Christian ist nahe dran, sich das Genick zu brechen, so wie er auf der Matte aufkommt. Wer allerdings die Gelegenheit hat, die Zeitlupe anzuschauen, sollte das noch einmal tun. Regal legt seinen Arm so an Christians Nacken, dass der Move zwar heftig aussieht, der Gegner aber doch in ausreichendem Maß vor einer Verletzung geschützt ist. Derartige Kleinigkeiten unterscheiden einen guten von einem großartigen Techniker. Alles andere als großartig war wieder einmal die Leistung der Kommentatoren in diesem Match, was ich vor allem Josh Mathews ankreide. Diesem gelingt es einfach nicht, auf Matt Striker einzugehen, sodass die Chemie zwischen den beiden sehr steif wirkt und keine Interaktion entstehen kann. Mit Todd Grisham klappte das für Matt Striker wesentlich besser. Das Ende des Kampfes entstand durch einen flüssig durchgeführten Doppelkonter. Erst wehrte Regal den Killswitch ab, wollte den Knee Smash zeigen, wobei nun Christian aufmerksam war und doch den Killswitch durchziehen konnte. Wirklich hervorragendes Wrestling und das beste PPV-Match von ECW seit längerer Zeit.
Wie geht es weiter? Einmal verlor Regal in acht Sekunden, dieses Mal zwar in etwas längerer Zeit, aber dennoch wieder klar durch Finisher. Eigentlich sollte man meinen, dass er damit keine Ansprüche mehr auf den Titel hat, aber ich denke, dass die Fehde noch weitergehen wird. Ich gehe sogar soweit, zu vermuten, dass am Ende William Regal den ECW Title gewinnt. Bei der nächsten ECW-Ausgabe wird sich „Bill“ erst einmal beschweren, dass seine beiden Kumpanen vom Ruthless Roundtable des Ringes verwiesen worden sind. Gut vorstellen könnte ich mir auch, dass Regal irgendwann noch ein #1 Contenders Match gewinnt und so an den nächsten Titleshot herankommt. So wie die Fehde aufgebaut wurde und vor allem dank der Tatsache, dass man Regal noch zwei Bodyguards an die Seite gestellt hat, kann die Rivalität noch nicht vorbei sein. Andere Gegner für Christian stehen momentan sowieso (noch) nicht parat, denn Leute wie Sheamus oder vielleicht sogar Zack Ryder müssen erst einmal aufgebaut werden, was bei ECW wie immer vorbildlich durchgeführt wird.
Fazit: 8,5/10Das Segment mit Dolph Ziggler und Pat Patterson wusste mich nicht wirklich zu begeistern. Das liegt aber daran, dass es einfach schlecht geschrieben war. Witze über das Alter der ersten IC Champions aller Zeiten? Also bitte, das geht doch wesentlich kreativer. Ziggler hatte also mit billigen Jokes eine undankbare Aufgabe und er fühlte sich auch sichtlich nicht wohl dabei. Beachtlicherweise zog er damit aber doch ein wenig Heat. Positiv fand ich, dass Patterson am Anfang gleich wusste, wer Dolph Ziggler ist und der sich nicht vorstellen musste. Ein kleiner Seitenhieb der SmackDown-Writer gegen die RAW-Booker, wie man einen talentierten Mann richtig einsetzt? Vermutlich nicht, aber das wäre ein gelungener Gag bei all dem Flachhumor. Schön war auch, dass auf diese Weise Morrison und Ziggler nach ihrem gestrichenen Match doch noch den Bonus für PPV-Auftritte bekamen und so ihre Fehde auch bei einer Großveranstaltung ins Rampenlicht gerückt wurde. Allerdings sollte das nicht mit den armseligen Gags weitergehen wie bisher, denn schon bei SmackDown basierte eine Promo von John Morrison darauf, dass er Dolph scherzhaft Mr.Ziggles nannte. Die beiden haben mehr Kreativität verdient. Man kann dieses Segment am besten mit einem Textabschnitt aus dem Entrance Theme von John Morrison beschreiben: „Too much wasted time, we gonna waste no more“
Vor dem nächsten Main Event gab es das nächste Weltklasse-Video zur Zusammenfassung der Fehde (ich nehme es mal vorweg: auch das Video zu CM Punk vs. Undertaker war allererste Sahne)
Der Titel für das Schild des Abends geht doch nicht an die „German Peeps“, sondern an denjenigen, der auf sein Plakat schrieb: „The Voices say: Quit!“
WWE Championship
"I Quit" Match
Randy Orton © vs. John CenaDer Aufbau: Erst ließ er sich disqualifizieren, dann auszählen, bevor er schließlich die Füße bei einem Pin auf dem obersten Seil hatte und ein „Fan“ eingriff als er kurz vom Abklopfen war. Viermal wurde das Match beim SummerSlam neu gestartet, weil Randy Orton unfair gegen John Cena vorging, und am Ende siegte doch der Legendkiller, weil er die Konfusion um den „Fan“ zum RKO nutzte. Der Eingreifer stellte sich beim folgenden RAW als Brett DiBiase, seines Zeichens jüngerer Bruder von Legacy-Mitglied Ted, heraus und er entschuldigte sich für sein Erscheinen, denn das hatte er selbstständig geplant, ohne dass Orton oder Ted etwas davon wussten. Vince McMahon legte nach diesem Geständnis sogleich das „I Quit“ Match für Breaking Point fest und verfügte, dass bei jeglichem Eingriff zu Gunsten von Orton, dieser seinen Titel verlieren würde. Im Main Event musste Orton gemeinsam mit Cody Rhodes und Ted DiBiase gegen DX und Vince McMahon ran. Es war ein No DQ Match und so konnte John Cena per Attitude Adjustment ganz regulär dafür sorgen, dass Orton den Pin durch Vince McMahon einstecken musste. Eine Woche später wurde Cena dafür das Opfer einer geschickt gesponnenen Intrige der Legacy, die mit dem Guest Host der Show Dusty Rhodes – seines Zeichens Vater von Cody (und Goldust) – unter einer Decke steckten. Dusty setzte ein WWE Title Match zwischen seinem Sohn und dessen Chef an, bei dem John Cena als Gastringrichter fungieren sollte. Kurz vor dem Start des Matches meinte der Guest Host allerdings, dass ein Vater alles für seinen Sohn machen würde, woraufhin Orton und Cody doch gemeinsam und nicht gegeneinander agierten. John Cena musste leiden, daran konnte auch die hilfreich eingreifende DX nichts ändern. Zuvor hatte Cena noch eine tolle Promo abgeliefert, in der er klarstellte, dass er bei Breaking Point niemals die beiden Worte aussprechen werde. Beim letzten RAW vor dem PPV musste Cena dann noch ein weiteres Mal ordentlich einstecken. Orton hatte gerade eine Hasstirade gegen John abgelassen, also stürmte dieser den Ring und ging auf Randy los. Der erwies sich aber als cleverer, zeigte den Hanging DDT und schließlich sogar noch den RKO auf einen Stuhl, woraufhin er verkündete, dass Cena bei Breaking Point sehr wohl „I Quit“ sagen würde. Erstaunlicherweise stört es mich bei dieser Fehde nicht wirklich, dass es sich anfühlt, als ob man sie schon etliche Male neu aufgelegt hat. Liegt das daran, dass die Fehde wesentlich mehr Spaß macht, als zuvor Orton vs. Triple H? Möglich wäre es, aber meine Vorfreude auf das „I Quit“ Match war wirklich groß.
Das Match: Die beiden starteten ihr Match sogleich mit der vollen Drehzahl und zeigten doch ziemlich schnell ihre Trademarks, was darauf hindeutete, dass das Match nicht ganz in üblichen Bahnen verlaufen würde. Eine gut geskriptete Szene war die, als Orton Cena in der Position zum Hanging DDT hatte, den Referee aber erst noch fragen ließ, ob der Herausforderer aufgeben wolle. Der tat das nicht und so knallte seine Rübe eben auf die Matte. Orton ging voll konzentriert zu Werke und zeigte dabei eine astreine Performance, was seine Mimik anbelangt. Nach mehreren Minuten mit Brawling und typischen Moves legte das Match dann eine Wendung hin und wurde fast schon zu so etwas wie einem Torture Porn. Was Randy Orton da mit John Cena abzog war sogar noch intensiver das TLC Match beim SummerSlam. Der Legendkiller ging gnadenlos zu Werke und das wirkte alles absolut brutal. Das WWE-Programm wird endlich wieder härter und ist nicht mehr nur an kinderfreundlicher Unterhaltung orientiert und das ist gut so. Die folgenden 10 Minuten waren nämlich alles andere als kindgerecht und eigentlich fehlte nur noch das Blading, um ganz in alten Zeiten schwelgen zu können. Eine exzellente Szene war die, in der Orton eine Flasche Wasser auf Cena schüttete und rief: „You ain’t passing out on me!“ Das verstärkte noch zusätzlich den gewalttätig sadistischen Touch, den diese Folterszenen mit sich brachten. Einen dicken Minuspunkt muss man aber doch vergeben. Es ist einfach strunzdoof von Orton, den Schlüssel für die Handschellen um seinen Hals zu hängen, wo Cena immer rankommen kann, wenn er denn mal dazu kommt, sich zu wehren. Dass dies passieren würde, war von Anfang an klar und so kam es dann auch. Anschließend gab es eine Szene, die wunderbar den Unterschied zwischen Heels und Faces im Wrestling verdeutlichte. Während Orton Cena mit den Handschellen wehrlos machen wollte, sorgt Cena damit nur dafür, dass sein Gegner ihm nicht entkommen kann. Das Ende des Matches sorgte für einen weiteren Negativaspekt, denn Randy stellte sich nach dem RKO schon saudämlich an, als er an den Schlüssel kommen wollte, um sich von Cena zu lösen. Außerdem war John viel zu schnell wieder fit nach diesem Finishing Move und der vorhergehenden, minutenlangen Bestrafung. Es setzte den STF und ein neuer Champion war gekrönt. Etwas seltsam an diesem Ende fand ich, dass der Ringrichter auch nach den magischen Worten und dem Lösen des STF das Mikrophon noch einige weitere Sekunden an den Mund der Viper hielt. Wollte er ein Interview führen oder was war da los? Orton hielt sich auch schmerzverzerrt die vor nicht allzu langer Zeit verletzte Schulter. Aber vielleicht sollte man da auch nicht zuviel hineininterpretieren. Bleibt zu sagen, dass ich mich mit einer Punktewertung für das Gebotene doch relativ schwer getan habe. Ein Match im eigentlichen Sinne war dies lange Zeit nicht. Aufgrund des dargebotenen Realismus (abgesehen von den erwähnten dummen Negativaspekten) und der hohen Intensität, die beide Wrestler hier an den Tag legten, habe ich mich für eine sehr positive Wertung entschieden. Für die Höchstwertung langt es wegen den angesprochenen, aus rationaler Sicht blöden Fehlern von Orton und der Tatsache, dass klar war, John Cena würde nie die beiden Worte sagen, dann aber doch nicht.
Wie geht es weiter? Eigentlich ist das klar wie Kloßbrühe, zumindest für die nächsten drei Wochen. Genau wie beim anderen RAW-Main-Event wird diese Fehde ihren Höhepunkt bei Hell in a Cell im großen Käfig finden. Wenn ich jetzt schon tippen müsste, würde ich von einer Titelverteidigung durch John Cena ausgehen. Was danach passiert ist dafür nicht ganz so klar. Geht die Fehde weiter oder belässt man es dabei? Meiner Ansicht nach sollte der Champion im Anschluss an Hell in a Cell einen neuen Herausforderer bekommen, denn „I Quit“ und die Hölle in der Zelle kann man nicht mehr steigern. Hier könnte aber mal wieder der Main-Eventer-Mangel bei RAW zu tragen kommen. Angenommen DX würde wirklich gegen JeriShow fehden, was bliebe dann für Cena und Orton übrig? Für Orton gäbe es die Möglichkeit eines Übergangsgegners wie Mark Henry oder MVP, um langsam den Split von Legacy einzuleiten, wenn dieser denn tatsächlich kommt. Bei John Cena würde es da schon schwerer werden. Batista dürfte noch ein Weilchen ausfallen und sowieso vermuten viele Leute ja, dass er zu SmackDown geschickt wird, weil die dort auch einen Mangel an Top-Faces im Main Event haben. Bliebe noch Jack Swagger übrig, der eine große Chance gegen John Cena mal verdient hätte. Allerdings hat man es bei ihm verpasst, das auch den Fans glaubwürdig so zu verkaufen. Eine weitere Möglichkeit, die allerdings eher unwahrscheinlich wirkt, werde ich nach dem World Heavyweight Title Match aufgreifen.
Fazit: 8,5/10World Heavyweight Championship
CM Punk © vs. UndertakerDer Aufbau: Eine große Geschichte dahinter gibt es (noch?) nicht. Beim SummerSlam gewann CM Punk im TLC Match gegen Jeff Hardy und stellte sich triumphierend über diesen. Das Licht ging aus, das Licht ging an und plötzlich lag da der Undertaker an Stelle von Jeff, was man so erst einmal gar nicht bemerkte. Erst als der Deadman sich aufsetzte und einen Chokeslam für Punk austeilte war klar: Das Phenom ist wieder da. Allerdings ließ er sich noch ein Weilchen Zeit für sein endgültiges Comeback. Erst einmal gab es nämlich das Loser Leaves Steel Cage Match bei dem CM Punk den Fanliebling Jeff Hardy aus der WWE kickte und somit Champion blieb. Teddy Long hatte zuvor bereits verkündet, dass der Undertaker den Gewinner dieses Matches bei Breaking Point in einem Submission Match um das Gold herausfordern werde. Wie man dazu steht, dass der Undertaker immer gleich ins Titelgeschehen eingreifen kann, muss jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist, dass diese immer gleich ablaufenden Comebacks tatsächlich jedes Mal noch unheimlich viele Fanreaktionen ziehen und damit ihre wohl Berechtigung haben, auch wenn so manchen die Licht-an-Licht-aus-Masche mit der Zeit gehörig langweilen dürfte. Punk war wütend auf den Undertaker, dass dieser ihn beim SummerSlam eines so großen Moments in seiner Karriere beraubt hatte. Als der Realist, den er mittlerweile verkörpert, echauffierte er sich auch über die Zaubertricks des Deadman und die Zuschauer, die wie Junkies immer wieder darauf hereinfallen würden. Das machte er übrigens in einer umwerfenden Art und allein schon wegen der Monologe von CM Punk lohnt es sich derzeit, SmackDown einzuschalten. Zwar ist auch der Inhalt brillant geschrieben, aber die Präsentation setzt dem Ganzen die Krone auf. Endlich hat man den Kerl von der Leine gelassen. Das würde diversen anderen Superstars auch richtig gut tun. Dass es sich lohnt etwas zu wagen und ein wenig Vertrauen zu haben, bestätigt CM Punk jede Woche. Bei der ganzen Schwärmerei sollte ich nicht abdriften, also weiter im Text. Nachdem Punk im Main Event der Show gegen Matt Hardy disqualifiziert wurde, kam der Undertaker zur Rettung des älteren Hardy-Bruders und Punk flog per Chokeslam durch das Kommentatorenpult. Ein bisschen dämlich war hierbei, dass die Rückkehr des Undertaker die ganze Show über beworben wurde und drei Minuten vor Schluss immer noch nicht stattgefunden hatte. Was da passieren würde, hätte wohl jeder Blinde mit Krückstock vorausgeahnt. Bei der letzten SmackDown-Ausgabe vor dem PPV ließ der Deadman seine Standard-Floskeln vom Stapel (Seele holen, blablabla), während Punk noch einmal eine wunderbare Promo ablieferte. Am Ende meinte der Undertaker jedoch, die Fans werden niemals „Just say no!“ äußern, sondern wie immer „Rest in Peace“. Dass der Undertaker in Sachen Aufgabegriffe gefährlich ist, wussten die Fans schon, also musste man ihnen noch zeigen, dass auch von Punk in dieser Hinsicht eine gewissen Gefahr ausgeht. Also ließ man ihn nach Jahren mal wieder den Anaconda Vise auspacken, in dem prompt Matt Hardy aufgeben musste. An sich haben wir hier eine Traumpaarung: CM Punk vs. Undertaker kann man sich schon auf der Zunge zergehen lassen. Allerdings scheint der Zeitpunk falsch gewählt. Punk befindet sich gerade auf dem Höhepunkt seiner Karriere, seit er bei WWE ist und stellt das Maß aller Dinge dar. Eigentlich durfte man ihm da nicht schon wieder mit einem Titelverlust den Wind aus den Segeln nehmen. Genau das war aber zu befürchten, denn schließlich sind die unzähligen Comebacks des Undertaker immer noch eine große Sache. Niederlagen sind dabei unwahrscheinlich und wenn er dafür abklopfen muss sogar mit einer Tendenz in Richtung 0 % behaftet. Vielleicht hätte man also lieber noch bis nach dem Hell in a Cell PPV mit dem Comeback des Deadman warten sollen (das ist nämlich noch eine Spezialität des Undertaker, bei der er nicht so mir nichts dir nichts verliert), um solange Matt Hardy als Übergangslösung hernehmen. Die bereits aufgetauchten Gerüchte über den Gesundheitszustand des Undertaker, wonach dieser salopp gesagt noch kaputter sein soll als vor seiner Pause, bestätigen diese These.
Das Match: CM Punk zeigte sich hier zwar erst flinker und cleverer, musste dann aber doch wieder die Angst in den Augen spielen. Wie oben schon gesagt: Wirklich gefallen tut mir das nicht. Bei diesem Kampf ging es auch lange Zeit außerhalb des Rings zur Sache. Trotz kaputter Knie hängt sich der Undertaker aber eben doch noch in vollem Tempo über die Barrikade. Wenn er etwas an seinem Kampfstil ändern will, wie gerüchtet wurde, dann sollte er solche Aktionen doch lieber vermeiden, aber das wird er schon selbst am Besten wissen. Die beste Aktion des Matches war der unglaublich hohe Enziguri von Punk gegen den auf dem Seil sitzenden Undertaker gefolgt von einem sauberen Superplex. Interessanterweise gab es das ganze Match über bis zum Finish hin keinen einzigen Hold zu sehen. Ein Submission-Match stellt man sich doch irgendwie anders vor. Wer mal sehen will, wie so etwas eigentlich bisher abgelaufen ist, sollte sich derartige Kämpfe zwischen Chris Benoit und Kurt Angle oder Chris Benoit und Chris Jericho anschauen. Tja, das war’s dann aber auch schon mit erwähnenswerten Aspekten. Bei diesem Main Event muss ich für mich persönlich von einer riesigen Enttäuschung sprechen. Zunächst einmal fehlte mir einfach dieses Kribbeln oder ein sich aufbauender Spannungsbogen, das zu einem Match wie diesem dazugehört. Dann war nach 10 Minuten auch schon Schluss. Und schließlich wurde das Match schon wieder neu gestartet, was es erst beim SummerSlam zuhauf zu sehen gab. Das war wirklich ganz bitter, denn die beiden können einfach mehr. Die Wiederholung des Montreal Screwjobs im Anschluss war aber wiederum eine ganz passable Idee, bis auf die Tatsache, dass man mit ollen Kamellen wie dem Verbot des Hell’s Gate, das angeblich immer noch Bestand hat, angekommen ist. Natürlich war dieses Finish so geplant und der Undertaker im Gegensatz zu Bret Hart vor 12 Jahren eingeweiht. Zum ersten war es die ideale Möglichkeit, den Deadman verlieren zu lassen, obwohl er gar nicht aufgegeben hat. Zum zweiten konnte Punk so Champion bleiben und seinen Heel-Status noch festigen. Zum dritten bietet das Ende Raum für viele weitere Entwicklungen in jegliche Richtung. Dass das Match aber eine Enttäuschung war, daran ändert das Ende für mich doch nichts. Ohne den Restart wäre es auch viel überraschender gekommen, denn das nach der Ankündigung von Teddy Long etwas Seltsames passieren würde, war klar. Allerdings gehörte der Neustart auch zum Original-Screwjob dazu, weshalb man wohl verkraften muss, dass CM Punk durch das Abklopfen etwas schwächer dargestellt wurde. Auch hier wieder eine Situation, bei der ich mich mit einer Punktewertung sehr schwer getan habe. Letztlich überwiegt aber meine Enttäuschung über das kurze und wenig spektakuläre Match gegenüber dem netten Einfall mit der Duplizierung des Montreal Screwjob, sodass die vergebenen Punkte etwas niedriger ausfallen.
Wie geht es weiter? Zunächst einmal ist festzustellen, dass die McMahonisierung von Teddy Long, die in den vergangenen Wochen durch Vince persönlich vorangetrieben wurde, damit abgeschlossen zu sein scheint. Long dürfte von nun an als Heel fungieren, da er ja ganz offensichtlich die treibende Kraft hinter dem geskripteten Screwjob war. Ein interessanter Ansatz wäre, dass CM Punk ihn mit seinen Predigten auf seine Seite gezogen hat und Teddy nun nach dessen Idealen handelt. Vielleicht ist Longs Turn aber einfach nur der Drucksituation geschuldet, dass er seinen Job nicht verlieren wollte, und deshalb darauf zielte, Mr. McMahon zu beeindrucken. Dies erscheint plausibler als mein erster Einfall. Egal, wieso der General Manager dies getan hat, der Undertaker wird gehörig angepisst sein. Seine Fehde mit CM Punk wird weitergehen und in einem Hell in a Cell Match in drei Wochen münden. Auch hier hoffe ich, dass CM Punk irgendwie den Titel behält und dabei stark aussehen darf, um seinen Push fortzusetzen. Wie der Deadman an das Match kommt, bleibt spannend, denn schließlich scheint er jetzt den Chef der Show gegen sich zu haben. Vielleicht gibt es ja beim Finish ein weiteres Deja Vu und Kane greift ein, so wie damals beim ersten Hell in a Cell Match überhaupt, als der Undertaker gegen Shawn Michaels verlor. Damit würde man die oben von mir angesprochene letzte große Fehde des Phenom from Death Valley in die Wege leiten. Punk könnte sich anderen Gegnern widmen (wenn es denn bis dahin welche gibt) und Teddy Long dürfte als Heel etwas mehr an Format gewinnen als ständig nur „Holla, Holla Playa“. In der Luft liegt auch noch die große Ankündigung des General Managers, die das Gesicht von SmackDown angeblich für immer verändern wird. Kommt tatsächlich Batista, um nach dem Undertaker mit Punk zu fehden? So zumindest spekulierten viele Experten nach den Ankündigung und dem gleichzeitigen Versprechen von Batista, bei RAW etwas Großes vermelden zu wollen. Eine Spinnerei meinerseits wäre, dass Teddy Long verkündet, dass er den Undertaker bei SmackDown loswerden will und dieser zu RAW geht, weil dort z.B. noch eine längere Fehde mit John Cena vor dem eventuell baldigen Karriere-Ende zu verwirklichen wäre. CM Punk könnte das vielleicht bei Hell in a Cell verursachen, womit er einen weiteren Publikumsliebling auf dem Gewissen hätte. Allerdings denke ich, dass dieses Szenario eher eine Fantasie bleibt, da SmackDown sich nicht auch noch den Verlust des Deadman leisten kann. Wie auch immer, in dieser Woche bin ich schon richtig gespannt auf die Weeklys der WWE.
Fazit: 6,0/10Heute waren meine bisherigen Ausführungen doch noch etwas länger als sonst, also denke ich, dass ich mich im Fazit zu Breaking Point ein bisschen kürzer fasse. Der PPV kommt insgesamt auf einen
guten Punkteschnitt von exakt 7,00, was in meiner persönlichen Wertung die beste Großveranstaltung seit Judgment Day und Backlash ergibt. Enttäuscht war ich lediglich vom letzten Match des Abends. Dass das Unified Tag Team Title Match durchschnittlich und das Singapore Cane Match schlecht werden würde, hatte ich erwartet. Umso positiver überrascht war ich vom extrem spaßigen Submission Brawl der DX mit Legacy. Ansonsten waren zwei tolle Matches dabei, bei denen das sicherlich nicht jeder so erwartet hätte (Miz wird gerne noch immer unterschätzt, Regal kommt vor allem bei jungen Fans mit seinem Stil nicht so gut an) und ein brutaler Fight, der endlich mal wieder die kindgerechte Ausrichtung der WWE zum Teufel jagte. Im Main Event von RAW und ECW scheint es klar zu sein, wie es bis zu Hell in a Cell in drei Wochen weitergeht – was aber in diesem Fall als überaus positiv zu werten ist, da interessante Fehden dauerhaft etabliert wurden – während bei SmackDown durch die Kopie des Montreal Screwjobs große Spannung geboten ist, wie es mit CM Punk, dem Undertaker und Teddy Long in den nächsten Wochen weitergeht.
Ich bedanke mich herzlich für eure Aufmerksamkeit, sowie die Geduld und Ausdauer, diese PPV- Bewertung bis ganz zum Schluss zu lesen. Ich hoffe, ihr hattet beim Lesen genauso viel Spaß wie ich beim Schreiben. Über Lob, Kritik oder konstruktive Verbesserungsvorschläge an meine Email-Adresse michael.schwartz@bsww.de würde ich mich sehr freuen. Man sieht sich dann bei Hell in a Cell.