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BSWW.de: Schwartz, ungesüßt... - Survivor Series 2009
Von Michael Schwartz
Montag, 23. November 2009
Hallo liebe Leser und ein herzliches Willkommen zu Schwartz, ungesüßt... Ist es nicht erstaunlich, dass gerade ein PPV mit Namen „Survivor Series“ die wilde Konzept-und-Namensänderungs-Origie der WWE „überlebt“ hat? Nein, ist es natürlich nicht, denn erstens ist die November-Großveranstaltung ein Klassiker bei den Big Four und hat zudem in den traditionellen Elimination Matches schon von Anfang an ein Gimmick gehabt. Allerdings ist für mich schon einiges von der ursprünglichen Begeisterung für die Survivor Series gestorben. Leider hat nämlich nur noch ein Fünkchen des ursprünglichen Reizes überlebt. Traten früher noch Teams gegeneinander an, sind es heute ein Haufen Individualisten aufgeteilt in Heels und Faces. Übrig bleibt nur noch die Tatsache, dass es actionreich mit vielen Moves zur Sache geht, einen Nachruf gilt es dagegen für die Geschichten hinter den Teams zu verfassen, denn die sind fast gänzlich ausgerottet. Aber genug der pompösen Wortspielchen hinsichtlich des PPV-Namens, es wird Zeit für konkrete Aussagen. Sind wir doch mal rebellisch und lassen die üblichen einführenden Fragen weg, auf die ihr eine subjektive Antwort in den folgenden Zeilen gefunden hättet, und gehen gleich ans Eingemachte.
Dabei findet ihr die Gedanken zu jedem Match wie gewohnt in vier Abschnitte gegliedert vor: Zunächst gehe ich auf den Aufbau des Matches vor dem PPV ein. Dann folgt eine Analyse des Matches selbst. Nach einem Ausblick, wie es mit den Kontrahenten weitergehen könnte, folgt noch eine abschließende Punktebewertung des Matches. Diese reicht von 1 (Go back to Toronto!) bis 10 (I’m from Winnipeg, Idiot!). Aber nun genug der Einführung, ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

Traditional Survivor Series Elimination Match
The Miz & Dolph Ziggler & Sheamus & Drew McIntyre & Jack Swagger vs. John Morrison & Shelton Benjamin & Finlay & Evan Bourne & Matt Hardy


Der Aufbau: Man nehme eine große Box, schmeiße Zettel mit Namen einiger Wrestler dort rein und lose sich zwei Teams wahllos zusammen. Naja, ganz so schlimm war es wohl nicht, aber das hier ist für mich ein Parade-Beispiel, was bei der Survivor Series seit 2006 schief läuft. Die Teams sind keine solchen mehr, sondern nur noch eine Ansammlung von Individualisten, die miteinander und gegeneinander gestellt werden. Für mich persönlich hat so ein Match dann gar keinen Reiz, denn es geht im Prinzip um gar nichts. Ist doch egal wer gewinnt. Wenigstens garantiert so ein Massenauflauf häufig einige gute Aktionen und wenig Leerlauf, auch wenn die Spannung auf der Strecke bleibt. Versuchen wir das mal aufzudröseln. The Miz, Jack Swagger und Evan Bourne befinden sich gerade in einer Fehde um den US Title, in dessen Verlauf The Miz auch dafür gesorgt hat, dass die angekündigte Siegesserie von Swagger ohne Erwähnung den Bach runterging, weil dieser wegen einer Ablenkung gegen Evan Bourne verlor. Aber so ist es halt, wenn man Ideen hat und nicht den Mumm, diese bis zum Ende zu verwirklich. Miz hat auch noch eine Rechnung mit dem anderen Team Captain John Morrison offen, nachdem ihr Tag Team damals auseinander gegangen ist. Bei Bragging Rights siegte Miz, hier bekommt Morrison eine Chance auf Vergeltung. Unterdessen streitet sich der Intercontinental Champion aber auch mit Dolph Ziggler um das Gold. Letzterer schafft es zwar immer wieder, No.1 Contender zu werden, aber in entscheidenden Matches scheitert er dann doch. Das zeigte er erst letztens wieder als eine weitere Chance auf den IC Title in einem Double Countout endete und eine Woche später Morrison das 2 out of 3 Falls Match für sich entscheiden konnte. Eigentlich schade, weil Ziggler so nach und nach sein Momentum verliert und nicht mehr wie ein ernst zu nehmender Herausforderer wirkt. Dann hätten wir da noch Sheamus und Shelton Benjamin, die sich vor dem Abgang des Celtic Warriors von ECW zu RAW eine kurze aber harte Fehde gönnten, die Sheamus für sich entschied. Sowieso beeindruckt Sheamus bei RAW gerade mehr als ich erwartet hätte und bekommt viel Zeit, um als unerbittlicher Kämpfer over zu kommen. Auch ein anderer Ire ist dabei, nämlich Finlay, der sich gerade mit dem schottischen Newcomer Drew McIntyre befasst. Nach einem No Contest vor zwei Wochen konnte McIntyre hierbei erst kürzlich ein SmackDown-TV-Match für sich entscheiden. Matt Hardy darf auch noch an diesem Match teilnehmen. Entweder der Würfel entschied zu seinen Gunsten, er hat den Platz beim Pokern gewonnen oder die Flasche beim Flaschendrehen zeigte auf ihn und er wählte „Pflicht“ statt „Wahrheit“.

Das Match: Wie erwartet startete das Match sehr actionreich und mit viel Tempo und konnte das ohne Leerlauf bis zum Ende durchziehen. Schade, dass es so wenige Double Teams gab wie zum Beispiel als Matt Hardy und Evan Bourne gleich zu Anfang einen Double Elbow auf Dolph Ziggler regnen ließen, nachdem der zuvor im Wechsel mit Jack Swagger Bourne bearbeitete hatte. Nach der Shooting Star Press war als erstes Schluss für Ziggler, was nach seinen vielen IC-Title-Niederlagen ein weiterer kleiner Rückschlag ist. Nervig finde ich bei derartigen Matches, wenn zu viele schnelle Pins hintereinander kommen. So beförderte Drew McIntyre mit seinem Double Arm DDT den gerade noch erfolgreichen Evan ins Nirvnana und Sheamus knockte Finlay mit nur einem Bicycle Kick aus. Der Staredown der Iren davor war allerdings ein Highlight und wie Sheamus die klitzekleine Ablenkung für Finlay brutal ausnutzte, war auch überzeugend durchgeführt. Jack Swagger gegen Matt Hardy rief bei mir kurzzeitig Erinnerungen wach an deren Fehde 2008, die einige ansehnliche Matches zu bieten hatte. Lange Zeit zum Schwelgen war aber nicht, da Morrison reinkam und Jack mit einem perfekten Flying Chuck traf. Der Referee bekam anschließend auch etwas ab, als Chaos ausbrach und Sheamus ihn aus Versehen mit dem Knie voll am Hinterkopf erwischte. Scott Armstrong machte das X und wurde ersetzt, was aber keine Auswirkungen auf das Match hatte Der neue Ringrichter konnte pünktlich nach einem leicht misslungenen Starship Pain Swagger rauszählen. Die Duelle der beiden Captains im Ring – zwei an der Zahl, wenn ich bei dem Speed des Matches keines übersehen habe – waren jeweils nur kurz und auch nicht besonders intensiv. Schade drum. Shelton Benjamin, der zuvor noch gar nicht im Ring war, präsentierte eines der Phänomene, die bei solchen Matches (und vor allem auch beim Royal Rumble) immer wieder zu sehen sind. Er kam rein, drehte ordentlich auf mit vielen technisch schön anzusehenden Suplexes und sonstigen Moves, aber nach seinem Ansturm und einem unfairen Eingriff von außen wurde er Opfer des Skullcrushing Finale. Dass der Push für Drew McIntyre ernst gemeint sein könnte, zeigte sich auch wieder in diesem Match, denn er war auch gleich für die zweite Eliminierung eines Publikumslieblings verantwortlich, indem er Matt Hardy mit dem Double Arm DDT ins Land der Träume schickte. Auch die Kommentatoren erwähnten immer wieder, dass Drew von Vince McMahon als kommender World Champion beschrieben wurde. Morrison fand sich schließlich allein gegen eine Übermacht von drei Gegnern wieder. Hier gefiel mir das Booking, dass er jetzt nicht total aufdrehte, sondern erst einmal bearbeitet wurde. Matt Striker erzählte übrigens, dass Miz & Morrison gemeinsam Unified Tag Team Champions gewesen seien, aber da lag das lebende Faktenwissen mal daneben. JoMo durfte sich kurz wehren, aber drei Gegner waren dann doch zu viel und so steckte er einen ziemlich misslungenen Bicycle Kick von Sheamus ein, als er den Flying Chuck gegen diesen zeigen wollte. Ich bin mir zwar nicht sicher, glaube aber nicht, dass der Ire so hart das Knie treffen wollte, sondern eher in den Magen zielte. Nach einer Crucifix Bomb – toll, dass nach Scott Hall endlich mal wieder jemand diesen klasse Move zeigt – war dann auch für den Shaman of Sexy Schluss. Das Match hatte am Ende eine gute Dauer hinter sich, war wrestlerisch hochwertig, man nutzte es sinnvoll für einen Push der vielversprechenden Neulinge Sheamus und Drew McIntyre und gab auch Miz einen weiteren wichtigen Sieg auf dem Weg nach oben. Netter Fakt am Rande: jeder Survivor hatte mindestens einen Gegner zum Ausscheiden gebracht.

Wie geht es weiter? Natürlich werden alle Teilnehmer nach diesem Match mit ihren „Team“-Partnern nicht mehr viel zu tun haben und sich wieder ihren eigenen Süppchen widmen. Am meisten interessiert mich dabei, ob Dolph Ziggler weiterhin dem Intercontinental Title hinterher hechelt, ob er aus dem Titelrennen gegen John Morrison ausscheidet, oder ob er sich das Gold endlich vom Shaman of Sexy holen darf. Matt Hardy könnte sowohl für Morrison als auch für Ziggler ein passender nächster Gegner sein, wenn die beiden miteinander abgeschlossen haben. The Miz als US Champion dürfte sich bei RAW weiterhin der selben beiden Herausforderer erwehren und vielleicht sehen wir bald mal ein Triple Threat mit dem Titelträger, Jack Swagger und Evan Bourne. Für den nächsten PPV würde ich mich über so eine Ansetzung wirklich freuen. Bei Drew McIntyre und vor allem Sheamus bin ich sehr gespannt, wie es weitergeht. Der Ire bekommt gerade einen respektablen Push bei RAW und ich warte ab, ob sich ihm in diesem Zusammenhang auch ein dauerhafter Gegner entgegen stellt. Allerdings sehe ich da momentan keinen Kandidaten, der nicht noch zu hoch für Sheamus angesiedelt wäre. Der Staredown mit Finlay machte übrigens Lust auf eine Fehde zwischen den beiden Iren irgendwann in der Zukunft. Der SmackDown-Schotte dagegen kann noch ein Weilchen mit Finlay fehden, es gab ja schließlich noch keinen Belfast Brawl gegen diesen. Matt Hardy wäre auch für ihn eine Alternative, wenn man McIntyre weiter over bringen will (was bisher noch nicht wirklich gelungen ist). Bleibt von den 10 Teilnehmern noch Shelton Benjamin, der gerade gegen Zack Ryder fehdet, was bei ECW durchaus Spaß macht. Shelton hätte auch mal einen Run als ECW Champion verdient und eine Face-vs.-Face-Fehde gegen Christian wäre durchaus vielversprechend. Aber auch William Regal würde als nächster Gegner technisches Wrestling vom Feinsten versprechen.

Fazit: 7,5/10

Das Segment mit Christian und seinen Team-Kollegen war einfach spitze. Captain Charisma spielte darauf an, dass er anders sei und die anderen vier dachten – ohne es auszusprechen – er meine die Hautfarbe. Der Gag, den man allerdings vorhersehen konnte, war dann, dass Christian eigentlich meinte, als einziger aus der ECW zu sein und dass auch sonst kein Kanadier im Team sei. Der wahre Brüller war aber schließlich als man auf die political correctness pfiff und das mit der Hautfarbe in einem Rap von Christian doch noch auf den Tisch kam.

Rey Mysterio vs. Batista

Der Aufbau: Die Fehde begann damit, dass beide regelmäßig bekundeten, was für supergute Freunde sie doch seien. „Hä?!“… wird der unerfahrene Wrestling-Fan an dieser Stelle denken. „Klar!“ sagt sich der langjährige Zuschauer, denn so eine „überraschende“ Wende riecht man im Wrestling einen Kilometer gegen den Wind. Ersten Frust über die Freundschaft konnte man bei Batista erkennen, als er gegen Rey per Pin verlor, obwohl seine Schultern bei Drei nicht mehr auf der Matte waren. Das geschah im Vorfeld zum Fatal Four Way um den World Heavyweight Title bei Bragging Rights. Dort vermasselte Mysterio seinem ach so guten Kumpel schließlich den Titelgewinn, indem er dessen Cover unterbrach. Das legte einen Schalter in The Animal um und er verdrosch seinen Amigo nach Strich und Faden. Rey wollte ihn beruhigen, aber das scheiterte, auch beim vermeintlich klärenden Gespräch im Ring beim folgenden SmackDown, obwohl Mysterio versicherte, er wäre niemals im Fatal Four Way angetreten, hätte er gewusst, dass dies eine seiner besten Freundschaften zerstören würde. Der kleine Mann zog sogar die Eddie-Guerrero-Trumpfkarte, aber auch das wollte nicht klappen. Matt Hardy mischte sich ein, denn er hatte nach eigener Aussage selbst den Fehler gemacht, sich gegen einen Bruder zu stellen und das dann bitter bereut. Batista wollte nicht hören und ging direkt auf Hardy los, den er bei der folgenden Show ebenfalls noch so verkloppte, dass er disqualifiziert wurde. Inzwischen durfte Batista aber einen klaren Sieg gegen Matt einfahren, nämlich beim SmackDown kurz vor dem PPV. Rey Mysterio hatte in der Zwischenzeit ein Vorbereitungs-Match gegen Mike Knox, einen Mann mit der selben Statur wie Batista, gewonnen. Die Vertragsunterzeichnung für das Match bei der Survivor Series stand als nächstes an. Batista hatte aber noch einige Zusatzunterlagen mitgebracht, die besagten, dass er nicht strafrechtlich für das belangt werden könne, was er bei der Survivor Series mit seinem Ex-Kumpel anstelle. Rey wollte erst nicht seine Unterschrift darunter setzen, tat dies aber schließlich doch noch, bevor er Batista selbst attackierte und aus dem Ring verschwand. The Animal revanchierte sich damit, dass er in der Folgewoche für eine Niederlage Mysterios sorgte, indem er dessen Gegner Tyson Kidd angriff. Einem Angriff konnte Rey aber doch noch entfliehen und ohne weiteren Schaden zur Survivor Series reisen. Der Aufbau dieser Fehde gefällt mir von Grund auf. Anfangs war es etwas zu offensichtlich, dass der Bruch zwischen den Freunden kommen würde, aber danach ging es richtig ab. Der Beatdown bei Bragging Rights war sehr intensiv und Batista kommt als Heel gleich überzeugender rüber. Ein Mann mit seiner Statur und seiner Mimik ist als Bösewicht wesentlich besser aufgehoben, denke ich, was er auch in den kommenden Segmenten unter Beweis stellte. Ob das Match an sich so gut werden würde, war allerdings im Vorfeld nicht ganz klar vorherzusagen, aber ich war gewillt, mich darauf einzulassen.

Das Match: Witzig, wie WWE versuchte, Jubel für Batista zu verhindern: Tony Chimel musste einfach verschweigen, dass Batista aus Washington DC, dem Austragungsort des PPVs, kommt. Geklappt hat dieser Trick dummerweise nicht, wie sich im Verlauf des Matches zeigte, da Rey ausgebuht und Batista bejubelt wurde. Die Kommentatoren wiederum rechtfertigten das alles dann doch wieder damit, dass Batista in seiner Heimatstadt kämpft. Großartiger, unfreiwillig komischer Humor! Der Kampf wurde anfangs genau so gebookt, wie auch die Fehde davor verlaufen war, was mir sehr gut gefiel. Rey schaffte es immer wieder, Batista dank seiner Schnelligkeit zu düpieren, was diesen aber nur noch wütender machte. The Animal zeigte das aber nicht mit unkontrollierter Mut, sondern hatte sich im Griff, wobei man den Eindruck hatte, dass er wusste, irgendwann doch noch seinen Gegner in die Finger zu bekommen. Sehr schön gespielt von Batista. Davor musste er allerdings noch drei 619s über sich ergehen lassen, einmal in den Rücken, einmal in den Bauch und einmal normal an die Rübe. Mysterios Tribut an Eddie Guerrero ging nach hinten los, denn für den Frogsplash (der Rey übrigens grauenhaft springt) ernetete er noch mehr Buhs als davor. Da er aber auf den angezogenen Knien seines Ex-Amigos landete, war das der Wendepunkt. Batista behielt auch weiterhin seine gefährlich wirkende Ruhe bei und nahm Rey Schritt für Schritt auseinander. Der Spear wirkte richtig heftig und nach einem Spinebuster sowie drei Batista Bombs ließ der Referee das Match abbrechen. Batista bekam viele Jubelrufe – verständlich in seiner Heimatstadt – und die Fans forderten sogar wiederholt „One more time“ für seinen Finisher. Sadisten! Batista versuchte übrigens im gesamten Match kein einziges Cover, was die Qualität des Bookings noch erhöhte. Er war eben einfach auf Demütigung aus. Darauf spielte auch Matt Striker wiederholt an, der hier seine Heel-Rolle als Kommentator zwischen den bestürzten Cole und Lawler perfekt rüberbrachte. Der Spinebuster auf den Stuhl beendete die Bestrafung schließlich und Mysterio machte noch einen Stretcher Job. Insgesamt gefiel das Match vor allem durch das Booking, aber weniger durch die Action an sich oder die Chemie der beiden Protagonisten.

Wie geht es weiter? Schon einige Tage kursieren Gerüchte durch das Internet, wonach Rey sich mal wieder eine schwerere Knieverletzung zugezogen habe und eine Auszeit benötige. Er selbst hat das auf seiner Homepage selbst ins Rollen gebracht. Mit diesem Finish hat WWE nun natürlich den perfekten Anlass, um Mysterio eine Pause zu gönnen. Batista hat ihn zerstört, da kann er durchaus einige Wochen der Action fernbleiben. Vielleicht ist Rey aber auch so gekränkt in seiner Ehre, dass er aus Hass gleich die Scharte auswetzen will und noch einmal ein PPV-Match gegen Batista fordert. Da bei TLC bekanntlich Tische, Leitern und Stühle im Mittelpunkt stehen, könnte man daraus entsprechend des Finishs bei der Survivor Series ein Match machen, bei dem (nur) Stühle erlaubt sind. Hier könnte Rey dann endgültig aufs Krankenlager geschickt werden. Seine richtige Rache wird er vermutlich erst bekommen, wenn die Verletzungspause – sollte sie denn wirklich stattfinden, was noch nicht feststeht – vorbei ist. Batista, so wollen einige Gerüchte wissen, soll wohl seine Fehde mit dem Undertaker aus dem Jahr 2007 wiederbeleben. Ich weiß nicht, ob ich das wirklich sehen will, aber die neu entflammte Rivalität wäre dank der veränderten Einstellung von Big Dave sicherlich vom Verlauf her verschieden. Und so schlecht waren die beiden zusammen im Ring ja gar nicht.

Fazit: 6/10

Die Promo mit Team Orton war zwar nicht so lustig, wie die von Team Kingston zuvor, aber sie überzeugte, da Randy seine Team-Mitglieder damit anstachelte, dass sie eigentlich viel besser seien als ihr aktueller Status es vermuten ließe. Klasse fand ich, wie CM Punk Kontra gab und meinte, dass dies auch für Orton gelte.

Traditional Survivor Series Elimination Match
Kofi Kingston & MVP & Mark Henry & R-Truth & Christian vs. Randy Orton & Cody Rhodes & Ted DiBiase & CM Punk & William Regal


Der Aufbau: Im Mittelpunkt stand hier ganz klar die bisher richtig tolle Fehde der beiden Anführer Kofi Kingston und Randy Orton. Diese Rivalität entwickelte sich bei Bragging Rights als Kofi die Lakaien Ortons vom Ring verscheuchte, die in das Iron Man Match gegen John Cena eingegriffen hatten. Randy nahm das dem ehemaligen Jamaikaner, der nun aber Ghanaer ist, ziemlich übel. Er griff ihn an, woraufhin Kofi das neue Auto von Orton mit dessen Gesicht auf der Motorhaube zerstörte. Ein Einzel-Match in der Folgewoche konnte nicht stattfinden, weil Legacy sowie Mark Henry und MVP eingriffen, was spontan in einem Six Men Tag Team Match mündete, das dank eines World’s strongest Slam gegen Cody Rhodes an die Faces ging. Schon in der Vorwoche hatten DiBiase und Rhodes übrigens den Kürzeren gegen Henry und Porter gezogen. Es folgte eine VIP Lounge mit den sechs Männern, bei der Randy, Cody und Ted ihre Gegner als Kriminelle bezeichnete – es lebe das Klischee vom bösen Afroamerikaner – und selbst dahingehend beleidigt wurden, dass sie es nur wegen ihrer Väter so weit gebracht hätten. Anschließend besiegte Randy Orton noch Mark Henry mit dem RKO und flüchtete vor einer Konfrontation mit Kingston. Die fand dann aber in der Folgewoche statt, als Orton auf Roddy Piper losgehen wollte und kurz vor dem Punt (übrigens war das Einspielen der Musik miserabel getimt und wurde in folgenden Videos noch editiert, weil Orton seinen Punt abbrechen musste, ohne dass schon die Musik ertönt war) von Kofi abgefangen wurde, der ihm eine Platzwunde zufügte und ihn per Boo Drop durch einen Tisch beförderte. Auf Seite der Wasserträger standen zwei Siege für MVP und Mark Henry zu Buche, wobei ersterer bei Superstars gegen Ted DiBiase gewann und zweiterer eine Woche später an selber Stelle Cody Rhodes besiegte. Für Legacy stellt diese Fehde leider einen Rückschritt dar und sie haben das Momentum aus der DX-Fehde fast völlig verloren. In beiden Survivor Series Teams fehlen aber noch zwei Leute, um sie zu komplettieren. Und wie in den letzten Jahren üblich, nahm man da zusammenhangslos irgendwelche Fehden von wo ganz anders, die gar nichts mit den Hauptfiguren zu tun haben. So stehen auch Christian und William Regal in diesem Match, die sich in den letzten Monaten eine hervorragende Fehde um den ECW Championship geliefert hatten, die erst vor kurzem endete, als „Bill“ seine letzte Chance um den Titel versemmelte und klar gegen Captain Charisma verlor, nachdem er diesem zuvor Woche für Woche zusetzte, um überhaupt noch einen Titleshot zu bekommen. Auch CM Punk und R-Truth haben es in das Match geschafft. Punk hat nach seinem World Title Run erneut einen Absturz hinter sich und leider haben die Autoren keine neuen Ideen mehr für ihn. Seine Promos sind immer noch vom Stil her Weltklasse, aber der Inhalt ist dank der ständigen Wiederholung nur noch Kreisliga. Die Fehde mit R-Truth entstand wohl eher zufällig und wurde aus der Auseinandersetzung Punks mit Referee Scott Armstrong geboren. Nach Matches heißt es 1:2 zwischen R und CM, wobei Truth eines der beiden Singles Matches auch nur dank eines Fast Counts von Armstrong gewinnen konnte und der zweite Punk von Punk aus einem Tag Team Match bei ECW resultiert. Das Elimination Match nahm seinen Reiz also definitiv aus der Fehde zwischen den Team Captains und deren Helferleins, der Rest war nur schmückendes Beiwerk, um auf fünf Teilnehmer auf beiden Seiten zu kommen. So hoffte ich auch auf einen großen Showdown zwischen den Hauptdarstellern, allerdings nach zumindest wrestlerisch starkem Vorgeplänkel.

Das Match: Im Gegensatz zum ersten Elimination Match des Abends erzählte dieses hier eine wirklich gute Geschichte. Die Heels sorgten für das Ausscheiden der Gegner, indem sie eine Ablenkung von außen lieferten, die der legale Mann zum Finishing Move nutzte. Das war so als Mark Henry (nachdem er in der gegnerischen Ecke alle weggekloppt hatte) den RKO kassierte. Ebenfalls als R-Truth sich kurz nicht konzentrierte und den Go to Sleep abbekam. Auch Cody Rhodes nutzte das Ablenkungs-Schema, als er MVP per Cross Rhodes aus dem Match warf. Und schließlich wurde Christian Opfer dieser Taktik, als er erneut der RKO war, der einen der Faces eliminierte. Man hatte auch den Eindruck, dass das Heel-Team diese Zusammenarbeit geplant hatte, denn nachdem es beim ersten Mal so gut geklappt hatte, besprach man sich erst einmal gemeinschaftlich außerhalb des Rings. Diese Kleinigkeiten, um doch noch ein bisschen Team-Feeling aufkommen zu lassen, werteten das Geschehen bei mir auf. Die Faces dagegen nutzten ihrerseits stets die selbe Taktik, um ihre Gegner zu eliminieren, nämlich den Überraschungsmoment. DiBiase wurde so mit einem Sunset Flip von Christian eingerollt und bis Drei unten gehalten, während William Regal den Drive By nie kommen sah, da zuvor ein Blind Tag mit MVP geschah. Der Killswitch überraschte schließlich Cody Rhodes und fast hätte er auch Randy Orton auf dem Gewissen gehabt, aber CM Punk rettete seinen Captain. Da muss man sich sowieso wieder nach der Logik fragen, warum nicht versucht wird, Cover in solchen Matches – vor allem nach Finishern – öfter zu unterbrechen. Ärgerlich auch, dass Orton sich kurz vor Ende wieder als absoluter Feigling präsentierte und CM Punk gegen Kofi Kingston vorschickte. So entstand aber wenigstens ein längerer, ansehnlicher Schlagabtausch zwischen den beiden ehemaligen, gemeinsamen World Tag Team Champions. Das Finish passte schließlich perfekt zum Matchverlauf. Die Heels versuchten es wieder mit einer Ablenkung, aber weil Kofi beim Roll Up von Punk überraschend durchrollte, ging das nach hinten los. Auch Orton konnte Kingston schließlich verblüffen, indem er sofort, als dieser in den Ring stürmte, den perfekt getimten Trouble in Paradise auspackte. Michael Cole war bei dieser Schlusssequenz übrigens so leidenschaftlich und laut, wie ich ihn nie zuvor erlebt hatte. Er scheint ein kleiner Kingston-Fan zu sein. Kofis klasse Push geht inzwischen weiter, was mir in diesem Fall gefällt, auch wenn uns der Showdown im Ring zwischen ihm und Orton noch vorenthalten wurde.

Wie geht es weiter? Ein Einzelmatch der beiden Team Captains bei der nächsten Großveranstaltung halte ich nach diesem Finish auf jeden Fall für Pflicht. Wenn man es schlau bookt, können beide davon profitieren. Randy Orton dürfte die Fehde letztlich für sich entscheiden, aber Kofi Kingston kann dabei durchaus stark aussehen. Der häufiger angedeutete Split von Legacy scheint sich aktuell in Luft aufgelöst zu haben, denn die drei Baby-Öl-Boys verstehen sich momentan wieder blendend. Lange Zeit bleibt nicht mehr, bis Ted DiBiases Film erscheint, wo er eigentlich schon Face sein sollte. Er und Cody werden bestimmt weiterhin in die Fehde ihres Mentors integriert sein und in diesem Zusammenhang gegen Mark Henry und MVP antreten, vielleicht sogar bei TLC – Tables, Ladders & Chairs. Alternativ könnten alle vier jederzeit ins Rennen um den US Title eingreifen. Christian braucht bei ECW einen neuen Herausforderer auf den ECW Title, da William Regal seine angeblich letzte Chance vertan hat. Aber wer weiß, vielleicht bekommt er doch noch eine und wird Champion, denn wir kennen das ja mit den „letzten“ Gelegenheiten. Wenn aber Captain Charisma und der Brite miteinander fertig sind, würde mir sowohl für den einen als auch für den anderen Shelton Benjamin als Gegner sehr gut gefallen. Auch Hurricane wäre klasse. Bleiben noch CM Punk und R-Truth, die momentan etwas im Abseits stehen. Punk sollte die Fehde klar gewinnen, indem er ein weiteres TV-Show-Match deutlich für sich entscheidet. Irgendwie sollte er sich dann aber wieder höheren Aufgaben widmen, denn Punk ist nicht ganz R-Truths Kragenweite. Letzterer darf aber gerne mit Dolph Ziggler fehden oder ins Rennen um den IC Title eingreifen.

Fazit: 8/10

World Heavyweight Championship
Triple Threat Match
Undertaker (c) vs. Chris Jericho vs. Big Show


Der Aufbau: Wieder einmal dachte sich SmackDown: Was RAW kann, dass können wir schon lang. Allerdings wurde hier nicht einfach festgelegt, sondern es steckt sogar eine Geschichte dahinter. Big Show hatte mit Teddy Long ausgehandelt, dass er einen Titleshot bekommt, wenn er mit einem Betrug Team SmackDown zum Sieg bei Bragging Rights verhilft. Anscheinend kann er als Unified Tag Team Champion nicht nur in dieser Funktion bei allen Brands auftreten, sondern auch die Gürtelträger der anderen Shows herausfordern. Chris Jericho fühlte sich ungerecht behandelt, da er den Sieg für Team SmackDown per Pin eingefahren hatte (nach Big Shows Faustschlag), weshalb er auch in das World Heavyweight Title Match wollte. Kane als Co Captain der SmackDown Seven beanspruchte dieses Recht aber ebenso für sich. Teddy Long stimmte grundsätzlich zu, einen der beiden in das Match bei der Survivor Series zu ergänzen. Wen genau, das sollten sie per Kampf unter sich ausmachen, wobei Jericho per Codebreaker gewann. Während die beiden Herausforderer, die auch gemeinsam als Unified Tag Team Champions regieren, ebenso bei RAW ihr Unwesen trieben und sich in das Nichts einer Fehde zwischen Cena, Michaels und Helmsley einmischten (wobei es mehr als einmal Spannungen innerhalb des Duos gab und Big Show seinen Partner in einem Non Title Match gegen DX sogar unfreiwillig ausknockte), legte sich Chris Jericho bei SmackDown mit dem Undertaker an. Wie immer am Anfang einer Fehde mit dem Deadman sprach dieser darüber, seiner Sammlung weitere Seelen hinzufügen zu wollen, während der Gegner – also Y2J – erwiderte, keine Angst vor dem Phenom from Death Valley zu haben. Chris behauptete sogar, eigentlich das wahre Phänomen bei WWE zu sein. Für diese Dreistigkeit bekam er fast einen Chokeslam ab, konnte nach einem Big Boot aber gerade noch fliehen. Das führte zum „ersten“ Einzelmatch der beiden im WWE-TV und dummerweise schenkte man es einfach so bei SmackDown her. Noch blöder fand ich, dass am Ende sogar ein ganz klares Finish bei diesem eigentlichen Money Match und WrestleMania-Main-Event stand, denn Jericho musste im Hell’s Gate abklopfen. Nach dem Kampf kam auch noch Big Show zum Ring und gemeinsam ging man auf den Deadman los, der aber von Kane gerettet wurde. In einem Triple Threat Tag Team Match bei RAW zwischen allen Teilnehmern der zwei Survivor-Series-Main-Events spielten weder der Undertaker noch Jerishow eine entscheidende Rolle beim Ausgang. Stattdessen gab es mal wieder eine Vereinigung der Brothers of Destruction, um gegen Show und Jericho in den Ring zu steigen. Das Match endete im No Contest, aber Chris Jericho verpasst dabei seinem eigenen Partner einen Codebreaker und entführte den World Heavyweight Championship, um damit anzugeben. Während man sich bei RAW-Triple-Threat nur auf die Namen verließ – siehe dazu den Aufbau-Teil beim entsprechenden Match – baute man beim SmackDown-Main-Event also durchaus eine solide Storyline auf. Das Problem war allerdings, dass bei der blauen Show für das Match an sich weniger herausragendes Wrestling und auch weniger Spannung zu erwarten waren, da zumindest ich mir nicht vorstellen konnte, dass einer der Tag Team Champions auch noch World Champion wird. Auch weil mich die letzten SmackDown-Headliner aufgrund ihrer Kürze enttäuschten, tendierte meine Vorfreude nicht gerade in luftige Höhen.

Das Match: Wie zu erwarten war, arbeiteten JeriShow am Anfang gut zusammen (auch wenn sie sich vor dem Match noch skeptische Blicke zuwarfen) und gingen gemeinsam auf den Undertaker los, der sich zwar wehrte, aber nach einer gewissen Zeit der zahlenmäßigen Unterlegenheit Tribut zollen musste. Einen absoluten Brüller lieferte wieder einmal Chris Jericho. Ein Fan pöbelte ihn – über die Hallenmikrophone gut hörbar – an mit den Worten „Go back to Toronto!“, woraufhin Y2J mitten im Match trocken erwiderte „I’m from Winnipeg, Idiot!“ Irgendwie konnte sich der Deadman schließlich doch wehren und schickte erst einmal Big Show in Ringpfosten und Stahltreppe. Jericho bekam mitten in Luft einen Uppercut ab, konnte Old School aber abwehren, wonach ihm ein Superplex gelang. Jerry Lawler quittierte das mit den Worten: „Ich kann mich nicht erinnern, wann der Undertaker das letzte Mal einen Superplex einstecken musste.“ Lieber King, das Phenom steckt fast in jedem großen Match einen Superplex ein, das aber nur am Rande. Der Moment für den Bruch bei JeriShow wurde auch gut gewählt, als der Hüne seinen Partner davon abhalten musste, per Walls of Jericho zu gewinnen. Das folgende Schlagduell zwischen dem Undertaker und Big Show kannte man bereits aus unzähligen solcher Abtäusche bei deren Fehde im vergangenen Jahr. Jericho brachte schließlich auch noch den Gürtel ins Spiel, mit dem er den Undertaker beim Versuch zum Last Ride traf. Jerichos Tombstone-Versuch in der Folge konnte natürlich nichts werden, aber mir gefiel die Idee, dass Big Show den Undertaker mit der Faust zwischen Jerichos Beinen hindurch ausknocken wollte. Der Undertaker stand aber schnell wieder, sodass er Big Show blitzschnell und sauber ins Hell’s Gate nehmen konnte, nachdem dieser seinen Tag-Team-Partner ausgeknockt hatte. Dieses Ende wusste zu überzeugen und lieferte genau den Sieger, den ich im Vorfeld auch erwartet hatte. Das Match selbst war aber flotter, als ich gedacht hatte.

Wie geht es weiter? Ich finde er ziemlich unvorhersehbar, wie man bei SmackDown jetzt weiter vorgehen will. Wie oben schon einmal angesprochen, machten Gerüchte die Runde über eine Neuauflage von Batista vs. Undertaker. Das könnte man gut damit kombinieren, dass endlich herauskommt, dass eigentlich Vince McMahon etwas gegen den Undertaker hat und für den Screwjob bei Breaking Point verantwortlich war. Andererseits scheint diese angedeutete Storyline gerade wieder auf Eis zu liegen. Wenn Vince aber nicht selbst antritt, könnte er Batista als Bodyguard engagieren, dem er dafür endlich die von diesem so sehr gewollte Titelchance zusichert. Das wäre auf jeden Fall ein Aufmacher, wobei Batista nach seiner beeindruckenden Performance gegen Rey Mysterio auch einfach so ein Titelmatch bekommen könnte. Ein anderes Gerücht spricht davon, dass Edge nicht rechtzeitig bis WrestleMania fit werden soll und daher Chris Jericho einen anderen Gegner braucht. Dieser soll der Undertaker sein. Wenn dem so wäre, könnte man durchaus die Survivor Series als Fehdeneröffnung stehen lassen. Jericho könnte meckern, dass nicht er gepinnt wurde und dass Big Show ihm die Chancen auf den World Title versaute. Mit einem Einzelmatch bei TLC - Tables Ladders Chairs, in dem Big Show seinem Partner helfen will, was aber nach hinten losgeht und einem anschließenden Duell im Royal Rumble Match, könnte der Bruch von JeriShow weiter vorangetrieben werden. Die Unified Tag Team Titles müssten sie dann als endgültigen Split aber auch noch verlieren, vielleicht ja an Mark Henry und MVP, die dann darum mit Legacy fehden könnten. Jericho könnte den Rumble gewinnen und so in den Main Event von WrestleMania ziehen. Aber das ist alles Zukunftsmusik. Ich bin erst einmal gespannt, gegen wen der Deadman beim kommenden PPV antritt und vor allem in welcher Art von Match. Vielleicht meldet sich ja auch ein bisher unvorhersehbarer Gegner – einer aus der jüngeren Garde – für eine kurze Zwischenfehde.

Fazit: 7/10

Das Statement von Miz, McIntyre und Sheamus war nichts Besonderes. Es erfüllte aber seinen Zweck, noch einmal an den überzeugenden Sieg der drei zu Beginn des Abends zu erinnern.

Traditional Survivor Series Elimination Match
Mickie James & Melina & Kelly Kelly & Gail Kim & Eve Torres vs. Michelle McCool & Alicia Fox & Beth Phoenix & Jillian Hall & Layla


Der Aufbau: Fehdentechnisch im Mittelpunkt stehen hierbei ganz klar die Team Captains Mickie James auf der einen, sowie Michelle McCool auf der anderen Seite. Seit Mickie bei SmackDown angekommen ist, wird sie von der Women’s Championesse und deren Komplizin Layla gemobbt. Michelle und Layla hatten versprochen, dem Neuzugang das Leben zur Hölle zu machen und wie die Tränen in der letzten SmackDown-Ausgabe vor dem PPV zeigen, scheint ihnen das gelungen zu sein. Sei es mit Drohungen, dem Zerschnippeln von Kleidung, Ablenkungen, die zu verlorenen Matches führten, Beatdowns nach sinnlosen Halloween-Contests oder gemeinen Witzen mit Mickies Gesicht auf Schweinekörpern: der Plan scheint bisher aufzugehen. Mickie durfte mit Siegen gegen Layla allerdings auch schon zwei Teilerfolge verbuchen. Meiner Meinung nach könnte sich hier die interessanteste Diven-Fehde seit mehr als drei Jahren ergeben, wenn das Mobbing so konsequent und mit allen Folgen fortgeführt wird. Ich bin jedenfalls gespannt. Bei RAW waren gerade erst Melina und Alicia Fox (diese hatte zuvor eine No.1 Contender Battle Royal gewonnen) in einem Match um den Divas Championship im Clinch miteinander, wobei die restlichen Damen als Lumberjills mit am Ring waren und sich am Ende prügelten, nachdem Melina gewonnen hatte. Beth Phoenix wird bei SmackDown gerade wieder als die dominante Diva schlechthin aufgebaut, weshalb ich damit rechnete, dass sie eine entscheidende Rolle, in diesem Match spielen würde. Die anderen Diven, die hier beteiligt sind, kann man genauso lediglich als Füllmaterial bezeichnen, wie auch das Silikon in ihren Hupen. Vom Match habe ich mir nicht allzu viel erwartet, aber wenn so viele Diven auf einmal im Ring sind, ist doch zumindest Zeit dafür, dass jede einmal ihren Finisher auspacken kann.

Das Match: Man bekam eigentlich genau das, was man erwarten konnte, geliefert. Keine Geschichte im Match, keine besonders hochwertige Action, wenig Interesse des Publikums und keine Spannung. Die Diven bekamen nicht einmal alle einen Auftritt, sondern kamen gemeinsam mit ihrer Anführerin zum Ring. Die beiden untalentiertesten Diven starteten und stellten diese Einschätzung von mir gleich unter Beweis als ein Kick von Layla sichtbar meterweit daneben ging. Kelly Kelly pinnte Layla schließlich nach ihrer Variante des Rocker Dropper. Michelle zeigte einen schönen Konter, indem sie die immer noch völlig verschenkte Gail Kim mit dem Faith Breaker rauswarf. Ironie, dass gerade die Ex-TNA-Angestellte dem geklauten TNA-Finisher zum Opfer fällt. Eve hatte ihren großen Moment mit dem Sunset Flip vom Top Rope gegen Jillian Hall, die sie damit auch zum Ausscheiden brachte. Beth Phoenix durfte ihre Dominanz dieses Mal nur kurz unter Beweis stellten und verteilte Glam Slams an Eve und Kelly. Der Einroller von Mickie James gegen sie wirkte dann ziemlich unsauber, genau wie ihre Thesz Press gegen Alicia auch nicht besonders schick wirkte. Ich weiß nicht so recht, aber mir scheint es, als hätte Mickie keine rechte Lust mehr und das spiegelt sich in ihren Leistungen im Ring wieder. Sie ist zwar immer noch oben dabei bei den WWE-Diven, was das Können anbelangt, aber früher war sie besser. Der Northern Lights Suplex von Alicia war übrigens picture perfect und hätte einen erfolgreichen Pinfall verdient gehabt. Genervt hat mal wieder Michelle McCool, die am Ende unnötig lange noch gegen zwei Gegnerinnen durchhalten durfte. Ja, wir haben es kapiert: du bist die Größte, Mädel! Melina kreischte glücklicherweise nur einmal während ihres einzigen In-Ring-Auftritts und fertige McCool schließlich mit dem LA Sunset ab. Sie feierte damit endlich mal einen Erfolg über Michelle, nachdem sie dieser lange Zeit den Women’s Championship nicht abnehmen konnte. Auch Mickie kann das in ihrer Fehde gegen McCool als ersten Teilerfolg verbuchen.

Wie geht es weiter? Wie oben schon erwähnt, gefällt mir die Fehde Mickie James vs. Michelle McCool & Layla gerade recht gut und ich hoffe, man bleibt mit dem Mobbing gegen Mickie weiter am Ball. Eine Damen-Fehde wird mit so einer Storyline gleich wesentlich ansehnlicher. Am Ende steht dann der erlösende Titelgewinn für Mickie, die sich somit für ihr ganzes Leiden rächen kann, nachdem Michelle McCool den Titel möglicherweise beim ersten Aufeinandertreffen dank Hilfe von außen noch verteidigen konnte. Bei Beth Phoenix könnte ich mir sogar vorstellen, dass sie die Seiten wechselt und irgendwann Mickie beisteht, nachdem sie noch eine Weile als Alpha-Weibchen dargestellt wird. So könnte der Spieß schließlich umgedreht werden, da McCool und Layla bestimmt sehr viel Angst vor dem Glamazon haben werden. Bei RAW sehe ich sehr viel Potential in Alicia Fox (diese führt ihre Moves wirklich einwandfrei aus und scheint immer mehr dazu zu lernen), freue mich aber auch auf die demnächst anstehende Rückkehr von Maryse und eine anschließende Fehde mit Melina. Den restlichen Diven dürfen weiterhin in Nebenrollen auftreten und dabei mit ihrem Füllmaterial gut aussehen.

Fazit: 4,5/10

Batista hatte ein kurzes und knappes Statement parat, das glaubhaft zeigte, dass es ihm darum ging, Rey Mysterio bloßzustellen und zu demütigen. Dafür langten auch die wenigen Worte und der böse Blick.

Kein Video vor dem Main Event, kein Hypen während des PPVs mit Statements. Der miserable Aufbau des Hauptkampfes von RAW geht also auch während der Survivor Series selbst weiter.

WWE Championship
Triple Threat Match
John Cena (c) vs. Shawn Michaels vs. Triple H


Der Aufbau: Es ist verwunderlich, aber den gab es nicht. Und das beim Main Event der A-Show bei einem der Big Four. WWE wollte entweder keine PPVs verkaufen oder vertraute lediglich auf die großen Namen in diesem Match. Ein anderer möglicher Grund wäre, dass man Angst hatte, einer der drei Teilnehmer könnte schlecht aussehen, weshalb man lieber fast jede Konfrontation unterband und hoffte, dass ein möglicher, immer wieder in Videos hinterfragter, möglicher Split der DX für eine gute Buyrate sucht. Diese Theorie könnte man auch damit untermauern, dass John Cena diesen Streit auch als Gastkommentator erwähnte, als er verzweifelt versuchte, ganz im Alleingang etwas Spannung für das Triple Threat zu generieren. Sorry, aber mit einem derart laschen Aufbau lockt man doch niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Bei RAW nach Bragging Rights wurde das Match einfach so festgelegt. Ohne Begründung, warum Michaels und Hunter auf einmal gegeneinander in ein Titlematch gebookt werden und wieso sie das überhaupt erhalten. Die fadenscheinigen Erklärungen sind wohl ausgegangen, also lässt man sie lieber gleich ganz weg. Statt so etwas wie Spannung zwischen den drei Teilnehmern aufzubauen, integrierte man lieber Chris Jericho und Big Show in den RAW Main Event und ließ sowohl DX als auch John Cena gegen die Unified Tag Team Champions antreten. Shawn und Triple H hatten in der Zwischenzeit ja auch noch den unglaublich wichtigen Konflikt mit Merchandise-Dieb Hornswoggle zu klären. Und für den Zwerg, dem schließlich ein Pedigree verpasst wurde, ließen sie den großen Main Event der Survivor Series, in dem es um den WWE Title geht, einfach links liegen. Ein paar ganz freundliche Gespräche zwischen Shawn Michaels, John Cena und HHH gab es zwar, aber das war ein Witz hinsichtlich des Hypens dieses Matches. Eine einzige körperliche Konfrontation gab es allerdings schließlich doch in einem Triple Threat Tag Team Match bei RAW, an dem auch noch JeriShow sowie der Undertaker (als Partner von Cena) beteiligt waren. Cena pinnte Triple H nach dem Attitude Adjustment, was bei mir eine böse Vorahnung für die Survivor Series aufkommen ließ. Den Aufbau des Survivor Series Main Events würde ich zu den allerschwächsten in diesem Bereich in den vergangenen Jahren zählen. Gut, dass man wenigstens wusste, dass hier drei Leute im Ring stehen, die allesamt wissen, wie man eine gute Show und ein fantastisches, spannendes Match liefern kann. Zumindest der Sieger schien unvorhersehbar und das machte noch einen zusätzlichen Reiz aus. Wenigstens in diesen beiden Hinsichten freute ich mich letztlich doch auf diesen Kampf.

Das Match: Dass DX gemeinsam zum Ring kam, verstärkte noch einmal den Eindruck, dass sie nachher im Match selbst, sicherlich irgendwann doch gegeneinander vorgehen. Das passierte allerdings schneller als gedacht, denn gleich zu Beginn verpasste Shawn seinem Kumpel eine klatschende Sweet Chin Music, die perfekt saß. Der Gesichtsaudruck von Michaels danach war herrlich, Cenas dummes Glotzen erinnerte aber an die schauspielerischen Performances aus seinen Filmen. Die Kommentatoren haben es meiner Ansicht nach auch ein bisschen übertrieben, den Superkick gegen HHH als total unvorhersehbare Sensation zu verkaufen. Die Kinnmusik läutete auch das typische Triple-Threat-Schema ein, denn Hunter lag ganze sieben Minuten (!) ausgeknockt außerhalb des Rings (obwohl er davor gar nichts abbekommen hatte), in dem sich ein ansehnliches, abwechslungsreiches und schnelles Einzelmatch zwischen Shawn und John entwickelte. Triple H revanchierte sich anschließend mit einem genau so trockenen Spinebuster durch das Kommentatorenpult gegen seinen Co-DXler und das zweite Einzelmatch konnte starten. Das Tempo war jetzt schon etwas niedriger, aber es verlief genauso ungestört, da HBK ganze fünf Minuten lang in den Tischtrümmern hing. Natürlich lief das alles auf eine Konfrontation der Degeneration X hinaus und so kam es dann auch, als John Cena sich eine Auszeit nahm. Die zwei Minuten zwischen Triple H und Shawn waren vor allem von deren Trademarks geprägt und schenkte nicht zu viel her. Dann konnte endlich die Phase beginnen, in der es hin und her ging und sich alle drei gegenseitig bekämpften. Das startete mit High Flying, wobei erst Michaels’ Elbow verhindert wurde, dann Cenas Leg Drop daneben ging, bevor schließlich der Flying Elbow von Shawn doch noch saß. Es ging weiter mit einem Submission-Abtausch. STF gegen Triple H, Crossface gegen den Champion. STF gegen Shawn Michaels. Warum dabei alle immer zum Seil wollten und vor allem warum Cena seinen Griff durch Rope Break lösen musste, bleibt mir allerdings schleierhaft, schließlich war das Match automatisch No DQ wie immer bei Triple Threats. Ein spannender Moment war das False Finish, als zweimal die Sweet Chin Music saß und Triple H auf John Cena fiel, der aber noch auskicken konnte. Die Stimmung in diesem Match war mittlerweile absolut großartig und auch die Kommentatoren machten als Trio einen richtig starken Job. Nach den üblichen Finisher-Versuchen kam das Ende durch Sweet Chin Music gegen Triple H und Attitude Adjustment gegen Shawn Michaels auf HHH. Das wurde auch ansehnlich umgesetzt und der wirklich unterhaltsame aber leider doch nicht herausragende Main Event war vorbei.

Wie geht es weiter? Leider hatte ich nach diesem Match beim Nachdenken mal wieder das starke Gefühl, als würde sich bei RAW ewig nichts ändern. Ich hatte mir überlegt, dass man hier einen Split der DX eingeleitet haben könnte. Dieser könnte folgendermaßen fortgeführt werden: Shawn Michaels bekommt in seiner Heimatstadt San Antonio eine weitere Chance auf den WWE Title, denn er wurde ja nicht gepinnt. Hierbei könnte es zu einem Ladder Match gegen John Cena kommen, in dem der Champion sein Gold behält. Wahlweise kann hieran auch noch einmal Triple H teilnehmen und die DX kann sich gegenseitig am Gürtelabhängen hindern, oder einer von beiden gewinnt, was für Eifersucht sorgt. Im Royal Rumble könnten dann beide für das gegenseitige Ausscheiden sorgen oder einer gewinnt die Battle Royal und wird damit zum WrestleMania-Herausforderer für den anderen, der bis dahin Champion bleibt, weil er sein Gold beim ersten PPV des Jahres im Rematch gegen John Cena verteidigt. Auch bei Elimination Chamber könnten die beiden DX-Jungs noch gegeneinander im gleichnamigen Match ranmüssen. Im Laufe der Zeit könnte sich eine Rivalität aufbauen (wenn beide Faces bleiben) oder sogar ein intensiver Hass (wenn einer zum Heel wird, am besten Triple H) entstehen, der in einem großen Showdown bei WrestleMania endet. Eventuell könnte der diesen Ausführungen entsprechend sogar um den WWE Title stattfinden. Das sind sehr viele „könnte“ auf einmal, aber so würde mir persönlich ein WrestleMania-Aufbau gut gefallen, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass es vielleicht die letzte für den Heartbreak Kid ist. Wenn es zur DX-Fehde kommt, kann man Cena wie gesehen problemlos noch bis Elimination Chamber darin einbinden und im Rennen um den WWE Title halten. Die Frage wäre dann lediglich, wen man für ihn als WrestleMania-Gegner auswählt, denn Randy Orton dürfte – hoffentlich – ausfallen. Vielleicht gibt es ja dann bei WrestleMania die Neuauflage des Main Events der Survivor Series 2009. Möglicherweise kommt aber auch alles ganz anders, nur scheinen die genannten Personen auf jeden Fall in irgendeiner Konstellation noch lange im Main Event zu stehen, weil nichts nachkommt. Ein Außenseitertipp: John Cena tritt bei WrestleMania gegen den Undertaker an, wobei in diesem Fall beide ihr Gold verloren haben dürften. Bei RAW wurde das mit dem Tombstone zwar schon ein wenig angedeutet, aber aktuell glaube ich nicht daran und denke, diese Aktion war nur dazu da, um die Fans im Madison Square Garden zufrieden zu stellen.

Fazit: 8,5/10

Die Survivor Series hat mich in diesem Jahr positiv überrascht, weil meine Erwartungen nach dem missratenen Aufbau bei den meisten der Matches doch ziemlich gering waren. Vor allem die traditionellen Elimination Matches konnten mich mehr mitreißen als gedacht, was beim ersten an dem schnellen Tempo und der hohen Actionfrequenz lag und beim zweiten an der Story, die dieser Kampf erzählte (Ablenkung vs. Überraschungsmoment). Auch die beiden Main Events wussten dank der Routine ihrer sechs Teilnehmer zu gefallen. Zwar krankte das World Heavyweight Title Match ein bisschen an der fehlenden Spannung, aber das machte das WWE Title Match mit vielen False Finishes wieder wett. Die Damen ziehen die Gesamtwertung wie immer nach unten und Batista vs. Rey Mysterio war zwar wie erwartet kein Kracher-Match, aber eine sinnvoll gebookte Zerstörung. Somit kommt die Survivor Series auf einen befriedigenden Gesamtschnitt von 6,92 und kratzt stark an der Schulnote „gut“. Allerdings wird mir der PPV positiver als dieser Punkteschnitt in Erinnerung bleiben und es wird sicherlich Spaß machen, drei der Matches ein zweites Mal zu schauen.
Ich bedanke mich herzlich für eure Aufmerksamkeit, sowie die Geduld und Ausdauer, diese PPV- Bewertung bis ganz zum Schluss zu lesen. Ich hoffe, ihr hattet beim Lesen genauso viel Spaß wie ich beim Schreiben. Über Lob, Kritik oder konstruktive Verbesserungsvorschläge an meine Email-Adresse michael.schwartz@bsww.de würde ich mich sehr freuen. Man sieht sich dann bei TLC – Tables, Ladders & Chairs.
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