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BSWW.de: Schwartz, ungesüßt... - Royal Rumble 2010
Von Michael Schwartz
Montag, 1. Februar 2010
Hallo liebe Leser und ein herzliches Willkommen zu Schwartz, ungesüßt... Man mag es kaum glauben, dass es in Zeiten, in denen man gefühlt alle drei Wochen mitten in der Nacht vor der Glotze hockt, auch mal sieben Woche PPV-Pause geben kann. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber in gewisser Weise habe ich die Pause genossen. Dank der kleinen Auszeit von den ganz wichtigen Veranstaltungen hatte ich auch wieder viel mehr Lust, mir ein Großereignis anzuschauen. Das war bei den letzten PPVs selten genug so richtig der Fall. Der Royal Rumble aber – und damit wären wir beim Thema – löste bei mir endlich mal wieder eine Art Vorfreude aus. Vor allem auf das eigentliche Rumble-Match war ich richtig heiß und das konnten auch einige von der Ansetzung her nicht gerade berauschende Kämpfe nicht ändern. Hat auch die WWE die siebenwöchige Ruhezeit dazu genutzt, die Akkus wieder ein wenig aufzuladen? Oder machte man mit der selben Durchschnittskost weiter, die uns auch schon in den letzten Monaten von 2009 präsentiert wurde? Die subjektive Antwort auf diese Fragen findet ihr in den folgenden Zeilen.
Dabei findet ihr die Gedanken zu jedem Match wie gewohnt in vier Abschnitte gegliedert vor: Zunächst gehe ich auf den Aufbau des Matches vor dem PPV ein. Dann folgt eine Analyse des Matches selbst. Nach einem Ausblick, wie es mit den Kontrahenten weitergehen könnte, folgt noch eine abschließende Punktebewertung des Matches. Diese reicht von 10 (einen starken Push bekommen) bis 1 (aber keine Sau merkt es). Aber nun genug der Einführung, ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

ECW Championship
Christian © vs. Ezekiel Jackson


Der Aufbau: Was macht man als kreativer WWE-Booker, wenn die Quoten einer Show konstant nach unten gehen und man momentan sowieso keinen Herausforderer auf den Champion hat? Richtig, man nimmt ein paar Stars von anderen Shows hinzu und lässt diese dabei mitmischen, den No.1 Contender auszukämpfen. Deshalb setzte ECW General Managerin Tiffany auch das Homecoming Tournament an. Acht ehemalige ECW Champions und acht aktuelle Brand-Mitglieder mussten sich in Qualifying Matches behaupten, um so in eine finale Battle Royal einzuziehen. Deren Sieger würde neuer Herausforderer auf den Titel sein. Am Ende triumphierte Ezekiel Jackson, der sich gegen Vladimir Kozlov für die Battle Royal qualifizierte und diese gewann, indem er als letzten Kane über das oberste Seil warf. Christian durfte sich also nun mit dem Muskelberg auseinandersetzen, der ihm schon in der Fehde gegen William Regal das Leben schwer gemacht hatte. Die Writer taten dann auch alles dafür, um Big Zeke als wahre Bedrohung für den Champion darzustellen. Jackson griff in ein Match seines Mentors gegen Captain Charisma ein und fertigte diesen mit zwei mächtigen Uranages ab. Eine Woche später musste Christian den selben Move noch einmal fressen, als er im Tag Team gemeinsam mit Kane gegen Regal und Ezekiel antrat und verlor. Für Vorfreude sorgte der neue Herausforderer bei mir nicht wirklich. Big Zeke ist einer von der Sorte „groß, muskulös und unbeweglich“, die Vince McMahon so gerne hat. Vielmehr war ich gespannt, ob es Christian gelingen würde, aus so einem Klotz ein ansehnliches Match herauszuholen. Nach den bisherigen Leistungen von Zeke war diese Hoffnung allerdings gering.

Das Match: Wie zu erwarten startete das Ganze mit Kraftdemonstrationen von Big Zeke und Christian versuchte sein Glück mit Tempo und Wendigkeit, womit er aber eher selten durchkam. William Regal wurde durch den Referee vom Ring verbannt und offenbar galt das für den gesamten Abend, denn seinen angekündigten Rumble-Auftritt durfte der Mann aus Blackpool dann ebenfalls nicht mehr realisieren. Selber schuld! Jackson beeindruckte mit zwei Chokeslams, bei denen er Christian jeweils aus sitzender Position kraftvoll hochhob und einem Standing Vertical Suplex. Christian dagegen konnte nur vereinzelt Nadelstiche setzen und wurde großteils dominiert. Trotzdem schaffte er es tatsächlich und für mich unerwartet, Ezekiel zu einem ansehnlichen Match zu ziehen. Dieser versaute zwar den Falling Reverse DDT gründlich, wirkte aber sonst konzentriert und motiviert. Seine Clotheslines wirkten dabei dann auch sehr stiff, um so real wie möglich zu erscheinen. Die Endphase war mit mehreren Nearfalls wirklich spannend. Etwas nervig waren dieses Mal die unzähligen missglückten Killswitch-Versuche von Christian. Das nahm schon fast Ausmaße von Pedigree oder Attitude Adjustment an. Am Ende klappte der Finisher der Champions aber doch und das aus einem Konter heraus auch noch wunderbar flüssig wirkend. Ein wirklich unterhaltsamer Opener, der auch schon zeigte, dass das Publikum an diesem Abend viel zu den Matches beizusteuern hatte.

Wie geht es weiter? Ich vermute einfach mal, diese Fehde ist noch nicht vorbei. Wie denn auch, denn bei ECW wird es erst nach dem möglichen Draft wieder so richtig abwechslungsreich werden. Ich nehme an, Jackson wird ein weiteres No.1 Contender Match gewinnen. Vielleicht sogar gegen den wieder Titelansprüche anmeldenden William Regal, was aber eher suboptimal wäre, da Big Zeke weiterhin ein guter Micworker an die Seite gestellt werden sollte. Jedenfalls dürfte es bei ECW on SyFy oder bei Elimination Chamber zum Rematch kommen und da würde ich dann auf einen Titelwechsel wetten, mit dem Captain Charisma nach sehr langer Zeit entthront werden würde. Einfach aus dem Grund, weil ich Christian jetzt schon als Favorit auf den Sieg bei Money in the Bank sehe. Mit Ezekiel Jackson als Champion sind dann auch ein paar neue Titelfehden möglich, vor allem nach dem vorher schon erwähnten Draft.

Fazit: 7/10

Es folgte ein richtig witziges Backstage-Segment. Zu verdanken war dies hauptsächlich Runjin Singh und The Great Khali, die sich neben Cryme Tyme auch mal als Möchtegern-Gangster versuchen wollten. Auch The Miz trug dazu bei, indem er das Gelaber als total veraltet bezeichnete. Khali störte das wenig und er gab trotzdem ein gelalltes „Who let the Dogs“ out zum Besten, als Teddy Long – warum auch immer – ein US Title Match für genau jetzt festsetzte.

Interessant auch das Skit mit Randy Orton und Cody Rhodes, bei der sein Lakaie ihm versicherte, immer für ihn da zu sein, was für Ted DiBiase aber angeblich nicht gelten würde. Der sei angeblich von seinem Film und einem Titelmatch gegen Randy Orton besessen. Schön, wie dadurch der Split in der langsam marodierenden Legacy vorangetrieben wurde.

US Championship
The Miz © vs. MVP


Der Aufbau: Vor einigen Wochen gewann MVP bei RAW ein Fatal Four Way Match gegen Jack Swagger, Carlito und Mark Henry, das ihm den Platz als No.1 Contender auf den US Title zusicherte. Eine Woche später folgte eine der genialsten Promos der letzten Monate bei WWE. Miz sprach zuerst von seinem schweren Aufstieg und Leuten, die ihm Steine in den Weg gelegt hatten, bevor er sich im Ring mit MVP verbal anlegte. Nicht nur Miz sondern auch MVP gaben hier eine exzellente und intensive Vorstellung ab. Porter beendete das Ganze mit einem Drive By Kick, nachdem er von Miz angegangen worden war. Nach einem weiteren Rededuell eine Woche später, legten sich die beiden beim letzten RAW vor dem PPV erneut in Worten miteinander an. Wieder ging es dabei um die Knastvergangenheit von Montel und die Reality-TV-Auftritte von Miz und erneut boten beide eine großartige Vorstellung. Mehr davon bitte! Miz hatte noch ein Match für MVP im Petto und zwar gegen den neuen guten Freund von Mizanin, The Big Show. Porter verlor in einer Minute und Miz stellte sich triumphierend über ihn. Bisher eine wirklich geniale Fehde und ich hätte mich gefreut, wenn sie noch mehr Vorlauf bekommen hätte. Miz und MVP haben sich einen PPV-Auftritt zwar redlich verdient, aber diese kurzfristige Ansetzung als kleiner Lückenfüller wurde den Leistungen der beiden einfach nicht gerecht.

Das Match: MVP setzte seine wieder entdeckte Entschlossenheit aus den Promos auch zu Beginn des Matches fort und ließ Miz nicht so recht in selbiges kommen. Nachdem MVP dann aber Bekanntschaft mit dem Kommentatorenpult gemacht hatte, entwickelte sich ein abwechslungsreicher Schlagabtausch, der allerdings genauso hätte bei RAW stattfinden können. Das war wirklich leider nichts Besonderes, den beide zeigten halt mal ohne große Spannung ihre typischen Aktionen. Das Finish fand ich dagegen überzeugend. MVP brachte keinen seiner vielen Einroller in Folge bis Drei durch, aber Mizanin fuhr schon mit seinem ersten Inside Cradle den Pinfall ein. Nach dem Ende verdeutlichten beide noch einmal, dass sie noch lange nicht miteinander fertig sind. Dennoch leider ein verfrühtes und verschenktes erstes Titelmatch der beiden

Wie geht es weiter? Wie noch am selben Abend im Rumble-Match zu sehen war, werden Miz und MVP noch ein Weilchen gegeneinander fehden. Halten die Akteure und vor allem die Writer das bisherige Niveau, springt schon Anfang 2010 einer der Kandidaten für die Fehde des Jahres dabei heraus. Dafür bräuchte es dann aber ein Titelmatch, das nicht ganz so trivial, sondern etwas denkwürdiger ist, vielleicht sogar bei WrestleMania, was mich für Porter und Mizanin freuen würde. Beim kommenden PPV Elimination Chamber könnte man beide in das gleichnamige Gimmick-Titelmatch von RAW stecken, kurze Zeit später einen weiteren kleinen Singles Match Appetizer an einem Montag liefern und den finalen Showdown dann beim größten Ereignis im Sports Entertainment folgen lassen.

Fazit: 5,5/10

Das Segment mit Big Show und Chris Jericho hatte zwar einen etwas anderen Humor als die Comedy von zuvor, aber ich musste trotzdem schmunzeln. Jericho lästerte über Miz und merkte dabei anscheinend gar nicht, dass seine negative Beschreibung vom US Champion auch prima auf ihn selbst zutrifft. Chris wollte Big Show auf seine Seite ziehen, aber der war witzigerweise schon weg, als R-Truth auftauchte und die beiden sich noch ein bisschen blöd von der Seite anmachten.

Das vorherige Gespräch zwischen Randy Orton und Cody Rhodes wurde durch die Unterhaltung zwischen der Viper und Ted DiBiase noch einmal interessanter. Der Sohn des Million Dollar Man sagte nämlich fast genau das Gleiche und versuchte, seinen Tag-Team-Partner so in Misskredit bei ihrem Mentor zu bringen. Orton merkte das wohl auch und meinte, dass er lieber von gar keinem der beiden Hilfe haben wolle. Dass da noch etwas kommen würde, war ziemlich klar.

WWE Championship
Sheamus © vs. Randy Orton


Der Aufbau: Es war schon ein Schocker, als Sheamus sich bei TLC: Tables, Ladders & Chairs den WWE Title sicherte. Und für mich war es ehrlich gesagt auch ziemlich überraschend, dass er das Gold nicht gleich wieder verlieren musste. John Cena hat er zwar nicht noch einmal besiegt, aber immerhin durch Heel-Taktiken dessen Versuche abgeblockt, sich seinen Titel zurückzuholen. Sheamus verkündete anschließend, den Titel erst wieder beim Royal Rumble verteidigen zu wollen. In der Zwischenzeit ärgerte er sich mit Evan Bourne herum, den er zweimal besiegte. Total sinnloses Booking der RAW Writer mal wieder. Man wollte zwar Sheamus stark aussehen lassen, aber keinen der anderen Topstars schwach, also musste mal wieder eine derartige Kompromisslösung her, die keinem wirklich half. In der Zwischenzeit hatte Guest Host Mike Tyson ein No.1 Contender Triple Threat Match angesetzt, das Randy Orton durch Pinfall an Kofi Kingston gewann, während seine Legacy-Jungs dafür sorgten, dass der dritte Teilnehmer John Cena nichts mit der Entscheidung zu tun hatte. Eben jener Cena sollte angeblich das Titelmatch gegen Sheamus eigentlich bekommen, wurde aber wegen Rückenproblemen lieber in das weniger anstrengende Rumble-Match gesteckt. Der Aufbau in der Folgewoche brachte nur einen Staredown zwischen Champion und neuem Herausforderer mit sich und später einen Bicycle Kick von Sheamus gegen Orton, der gerade gegen Chris Masters gewonnen hatte (nochmal ein nerviges Alibi-Match für einen Topstar, damit andere nicht schwach aussehen). In der letzten RAW-Ausgabe vor dem PPV kam es zu einem Non Title Match zwischen Sheamus und John Cena, das – wen wundert es, wenn doch kein Main Eventer wirklich schwach aussehen darf – wieder einmal per DQ endete, weil Randy dem Champion einen RKO verpasste. Dafür bekam Orton noch ein Attitude Adjustment ab und derjenige, der als letzter noch stehen konnte war John Cena. Wohlgemerkt jener, der gar nicht im Titelmatch steht, während die beiden Championship-Kandidaten platt auf dem Boden lagen. Da wurde mal wieder sehr schön deutlich, dass es nur einen Superman bei WWE geben kann, auch wenn er mal nicht Titelträger ist. Trotz des nicht gerade berauschenden Aufbaus interessierte ich mich doch sehr für dieses Match. Einfach aus dem Grund, weil sich WWE tatsächlich traute Heel gegen Heel bei einem PPV zu bringen, was ja selten genug der Fall ist. Außerdem war der Sieger ziemlich unvorhersehbar und ich war gespannt, wie sich Sheamus in seinem ersten normalen One on One bei einem PPV schlagen würde.

Das Match: Die Publikumsreaktionen waren klar Pro-Orton, womit diese Frage schon mal wie eigentlich erwartet geklärt war. Randy belohnte das auch gleich mit einem schönen Dropkick. Der Verlauf des Matches war für heutige Sehgewohnheiten sehr ungewohnt. Beide Kontrahenten verblieben in ihrer Heel-Rolle und abwechselnd bearbeiteten sie ein Körperteil des jeweils anderen. Sheamus ging gegen Ortons Schulter vor, Randy gegen das Bein des Iren. Ein wirklich klasse anzusehendes Match, das trotz zweier relativ junger Stars so richtig Old School war. Kein Spektakel – und damit wird das Match beim heutige Publikum wohl durchfallen – aber taktisch logisch, schlüssig und nachvollziehbar. Nur die Spannung durch Nearfalls oder mögliche Submissions fehlte letztlich doch ein bisschen. Das Finish war dann allerdings ziemlich blöd, wie DQs bei PPVs allgemein. Interessant war es aber allemal, da Cody hier deutlich für die Disqualifikation von Randy sorgen wollte, um diesem somit seine Titelchance zu versauen. Überzeugend gespielt war anschließend auch der Ausraster von Orton, der offenbar mit seiner Legacy abgeschlossen hat. Neben seinen wütenden, unkontrollierten Prügeln brüllte er immer wieder „You’re don“. Auf den ersten Blick erschien es mir seltsam, dass der zuvor noch intrigierende Ted DiBiase seinem Partner Rhodes half. Aber eigentlich wissen die beiden noch gar nichts davon, dass sie sich gegenseitig in Missgunst bringen wollten. Clever gewählt war es schließlich auch, dass Sheamus noch seinen Bicycle Kick durchführen durfte. Der Champion der A-Show sollte nämlich nicht nur ein Nebendarsteller bei Zwistigkeiten von anderen bleiben.

Wie geht es weiter? Für Sheamus dürfte die nächste große Herausforderung die Elimination Chamber beim gleichnamigen PPV werden. Es wird sicherlich spannend sein, ob man den Newcomer, der so schnell an die Spitze geschossen ist, tatsächlich als Champion zu WrestleMania schicken wird. Und wenn, wer wird sein Gegner sein? Nach den restlichen Ereignissen des Abends – dazu später mehr – könnte ich mir einen Titelverlust von Sheamus beim kommenden PPV aber auch eine Titelverteidigung vorstellen. Wenn er das Gold abgibt, dann natürlich gegen einen absoluten Topstar von RAW. Eventuell lässt man auch den Herausforderer für WrestleMania in der Kammer auskämpfen und Sheamus hat eine Einzel-Titelverteidung beim kommenden PPV. Auch Randy Orton dürfte – egal ob No.1 Contender- oder Titelmatch in der Elimination Chamber stehen, aber für meinen Geschmack eher mit geringen Siegchancen. Nach derzeitigem Stand riecht alles nach einem Triple Threat Match der drei (dann Ex-) Legacy-Mitglieder bei WrestleMania. Oder aber Cody und Ted streiten sich zuvor noch darum, wer gegen den ehemaligen Mentor antreten darf, wobei hier dann die größeren Chancen auf das Match bei Ted DiBiase liegen dürften.

Fazit: 7/10

Das Video über die Diven-Fehde fasste diese Auseinandersetzung und die ganze Beleidigungen von Team Laycool noch einmal wunderbar zusammen.

Women’s Championship
Michelle McCool © vs. Mickie James


Der Aufbau: Bei TLC: Tables, Ladders & Chairs bot sich für Mickie James endlich die Gelegenheit, sich nach Wochen des Mobbings an Michelle McCool zu rächen. Aber sie versagte und unterlag der Championesse. McCool und ihre Kumpanin Layla nahmen das zum Anlass, die Gemeinheiten gegen Mickie noch weiter auf die Spitze zu treiben. Dabei wurde auch Beth Phoenix in die Fehde mit integriert. Die konnte sich nicht entscheiden, ob sie weiterhin gegen ihre alte Feindin Mickie arbeitet, oder ob sie das gemeine Dissen verwerflich findet und James unterstützt. So gab es gleich zwei Szenen, in denen es aussah als würde Beth zum Face turnen. Einmal wurde das aber von einer Attacke durch Phoenix selbst zunichte gemacht, das andere Mal revanchierte sich Mickie und kickte Beth, obwohl diese ihr gerade geholfen hatte. Sehr schön, wie Beth hier dargestellt wurde zwischen Moral und alter Rivalität. Höhepunkt der Fehde war dann ein Segment bei der SmackDown-Ausgabe vom 22. Januar. Michelle und Layla gaben eine Abschiedsparty für „Piggy“ und hatten viel Essen im Ring angekarrt. Maria und Mickie kamen hinzu und es entwickelte sich ein Segment, bei dem alle Diven wirklich eine super Leistung am Mic hinkriegten. Die Feier endete in einem Brawl. Beth Phoenix war das Zünglein an der Waage. Wieder überlegte sie erst, wem sie helfen sollte, entschied sich dann aber für die Heel-Zicken. So wurde Mickie James gedemütigt, indem man ihr einen Kuchen in Schweineform ins Gesicht presste und sie mit Bowle übergoss. Einige Leute kritisieren hier, dass die Storyline zu sehr an der Realität läge, da die Chefetage Mickie James tatsächlich nahe legte, abzunehmen. Man kann die Geschichte bei SmackDown aber wohlwollend auch als Satire auffassen, denn Mickie ist nun wirklich nicht fett (sie hat höchstens im Ring deutlich nachgelassen, was konditionell und von ihrer Motivation bedingt sein dürfte). Beim letzten SmackDown vor dem PPV verkleidete sich Layla noch mit einem Fatsuit als „Piggy“ und ließ sich von Michelle in einem Farce-Match besiegen. Ich habe es beim vorigen PPV schon einmal erwähnt und möchte es noch einmal bekräftigen: Das hier ist die beste Diven-Storyline bei WWE seit Trish Stratus vs. Mickie James Anfang 2006, wenn nicht sogar besser. Da ich Michelle auch im Ring immer besser finde, freute ich mich sogar auf das Match, auch wenn Mickie wesentlich schlechter ist als früher. Wenn ein Mobbing-Opfer seine Rache bekommt – und genau das erwartete ich hier – dann ist das doch immer ein netter Feel-Good-Moment. Außerdem war ich gespannt, ob und wie Beth Phoenix hier noch integriert werden würde.

Das Match: Match war das ja nicht wirklich, weshalb auch eine Wertung in Punkten ausfällt. Vielmehr war es die große Rache der Mickie J. Michelle McCool lieferte zu Beginn noch eine gute Promo ab – selbst wenn sie eine ätzende Stimme hat, war das glaubhaft vorgetragen – und dachte, das Dissen geht weiter. Layla im Fatsuit kannten wir aber schon, also war das auch nicht mehr witzig. Mickie hatte aber genug und nach nur einem MickieDT war schon Schluss. Wie sie versprochen hatte, drehte sie die Demütigung noch ein bisschen um und ein paar andere Face-Diven brachten einen Kuchen mit, der den Zicken schön in die Fresse gestopft wurde. Starkes Booking, wenn auch etwas verschenkte PPV-Zeit!

Wie geht es weiter? Im Grunde genommen war das ein richtig schöner Abschluss für diese Fehde. Mickie durfte alles zurückzahlen und war die strahlende Siegerin. Michelle wird aber sicherlich ihr Rematch fordern. Ich vermute, dass Beth Phoenix, die an diesem Abend gar nichts mit der Sache zu tun hatte, noch weiter in die Fehde integriert wird, die dann aber nicht mehr auf Demütigungsebene abläuft. Eine No.1-Contender-Fehde gegen McCool mit verbundenem Face-Turn für Beth ist da im weiteren Verlauf ebenso denkbar wie ein Triple Threat Match oder die x-te Auflage eines Einzel-Titelmatches Phoenix vs. James. Solange weiterhin gute Ideen und Storylines dabei durchgezogen werden, soll es mir recht sein.

Fazit: keine Punktewertung

World Heavyweight Championship
Undertaker © vs. Rey Mysterio


Der Aufbau: Die kleine Springbohne hat es also mal wieder in ein Match um den Titel geschafft, der größer ist als er selbst. Naja, das hat zumindest den Vorteil, dass niemand als Herausforderer im Championship Match steht, der als weiterer Siegkandidat beim eigentlichen Rumble-Match die Spannung erhöhen kann. Der Main Event bei SmackDown wurde in den letzten Wochen neben Rey Mysterio und dem Undertaker auch noch von Batista bestimmt. Dieser stritt sich mit Rey darum, wer No.1 Contender sein darf, nachdem er ihm eine Titelchance an Weihnachten per Eingriff ins Match versaut hatte. Dem Undertaker war das egal, denn er würde eh beide Seelen in seine Sammlung aufnehmen. Jedenfalls gewann Mysterio eine Beat the Clock Challenge. Aber nur, weil er im entscheidenden Moment den Referee aus dem Ring zog, als Batista gerade dabei war, seine Zeit zu unterbieten. Vickie Guerrero fand das unfair, also setzte sie ein Einzelmatch in der Folgewoche fest. Das endete im No Contest, weil es einen Stromausfall in der Halle gab und Big Dave sowie Small Rey in der Dunkelheit eingeschlafen sind. Hm, vielleicht waren es auch die übernatürlichen Mächte des Deadman, die beide auf die Matte beförderten, aber ich bleibe lieber bei einer rationalen Erklärung. Damit so etwas nicht noch einmal passieren konnte, steckte man Rey und Batista in einen Steelcage, um den Herausforderer Numero Uno zu ermitteln. Batista hatte nach der Batista Bomb eigentlich schon gewonnen, verhielt sich aber wie ein Heel/Depp und machte Liegestütze im Ring. Das nutzte Rey schließlich, um vor ihm aus dem Käfig zu entkommen. Nicht nur, dass der Undertaker immer dasselbe Zeug labert, auch seine Gegner machen irgendwie immer das Gleiche: Sie rufen ihn heraus, um ihm zu sagen, dass sie keine Angst haben. Das machte Mysterio auch. Es gab das übliche Blabla um Seele, Gräber, Furcht und Mut (nichtmal besonders unterhaltsam präsentiert), bis es Batista zu bunt wurde und er Rey angriff. Der Deadman half seinem Herausforderer nicht und The Animal zog wieder von dannen. In der letzten SmackDown-Ausgabe vor dem PPV trat Rey Mysterio gegen Shawn Michaels an, weil dieser es gewagt hatte, zu sagen, dass der Undertaker doch sowieso gewinnt. Im Laufe des Matches griff erneut das wütende Tier an, wurde aber vom ebenfalls anwesenden Triple H ausgeschaltet. Der Undertaker spielte wieder an der Elektronik und verpasste Rey und Shawn schließlich einen Double Chokeslam. Den einzigen Reiz bezog dieses Match für mich daraus, zu sehen, wie das Phenom from Death Valley und der Midget from San Diego im Ring miteinander harmonieren würden. Ansonsten war es nur ein typisches Lückenfüller-Titelmatch, bei dem der Sieger eigentlich von vornherein klar war.

Das Match: Anfangs sah es fast so aus, als würde es ein typisches Mysterio-vs.-Riese-Match werden, aber dank dem Undertaker war dem nicht so. Der agierte hier unheimlich trocken und gab Rey immer wieder deutlich zu verstehen, wer hier der große Junge ist. Erst warf er ihm mal ganz locker und verächtlich über das Top Rope, dann kloppte er ihm bei einem Sprungversuch kurz die Faust in die Lapp und dann ließ er sich beim Apron Legdrop nicht mal ansatzweise auskontern und zeigte eben eine noch schmerzhaftere Variante mit Rey auf dem untersten Seil. Der Herausforderer bekam auch so seine Momente – z.B. mit einem herrlichen Asai Moonsault oder einem Flip Reverse DDT – aber so richtig schaden konnte er dem Undertaker nicht, auch wenn dieser aus der Nase blutete. Kritisieren könnte man, dass dadurch erst gar keine Spannung aufkam und das Match nicht so richtig packend war. Wenn man aber ehrlich ist, haben die meisten sowieso keinen Sieg von Mysterio in Betracht gezogen und dann muss auch nicht übertrieben so getan werden, als hätte der Zwerg eine Chance gegen den Riesen. Auch das Finish war erstklassig gebookt und entsprach dem Matchverlauf. Rey brachte sogar zwei 619s ins Ziel, aber der Undertaker sellte das standesgemäß nicht einmal ansatzweise und fertigte Mysterio mit einem krachenden Last Ride ab.

Wie geht es weiter? Das wird spannend zu beobachten sein. Für Rey Mysterio scheint der Weg etwas klarer zu sein als für den Deadman. Vielleicht steht der kleine Mexikaner noch in der Elimination Chamber in drei Wochen, aber danach dürfte er erstmal wieder aus dem Titelrennen verschwinden. Gerüchte sprechen von einer Fehde gegen CM Punk, die in einem Hair vs. Mask Match bei WrestleMania gipfeln soll. Das scheint doch nach diesem PPV sehr realistisch zu sein, da alle anderen in dieser Preisklasse irgendwie verplant sind. Das Match an sich wäre sicher ein Leckerbissen, nur würde dank der Masken-Stipulation der Sieger wohl schon feststehen. Eventuell ist die Straight Edge Society bis dahin in Besitz der Unified Tag Team Titles und Mysterio sucht sich einen Partner, der noch in diese Fehde involviert wird. Auch das würde ein sicherlich gutes Match versprechen. Beim Undertaker bin ich mir nicht so sicher, was passieren kann. Tritt er doch noch gegen Shawn Michaels an und ist er bis dahin überhaupt noch Champion? Oder kommt es erneut zum WrestleMania-Aufeinandertreffen mit Batista? Das gerüchteweise grassierende Match gegen John Cena scheint aber eher vom Tisch zu sein. Zunächst einmal wird der Deadman aber wohl seinen Gürtel in der Elimination Chamber verteidigen müssen. Hier tippe ich auf einen Titelverlust. Warum verrate ich aber erst im „Wie geht es weiter“-Teil nach dem eigentlichen Rumble-Match.

Fazit: 7,5/10

Kane brachte im Gespräch mit Shawn Michaels einen interessanten Aspekt ins Spiel, indem er anmerkte, dass HBK wohl besessen sei vom Undertaker und einem Rematch bei WrestleMania. Wäre eine angenehme Richtung für die weitere charakterliche Entwicklung des ewigen Heartbreak Kids. Das Gespräch unter Freunden mit Triple H durfte dann natürlich auch nicht fehlen, denn das gibt es bei jedem Royal Rumble.

Royal Rumble Match
30 Men over the Top Rope Battle Royal


Der Aufbau: Wie in jedem Jahr gab es viele kleinere Geschichtchen rund das eigentliche Rumble-Match, wobei ich sagen muss, dass sich WWE dieses Jahr ganz gut aus der Affäre gezogen hat, was den Aufbau anbelangt. Hauptstory war sicherlich die Herausforderung von Shawn Michaels an den Undertaker zu einem Rematch von WrestleMania XXV bei der 26. Ausgabe des größten Spektakels im Sports Entertainment. Der Deadman nahm nicht an, also beschloss HBK, sich dieses Recht eben durch einen Sieg in der 30 Men Battle Royal zu erkämpfen. Weitere Wrestler ließen in simplen Statements verlauten, dass sie das Match ganz klar gewinnen würden (Chris Jericho, John Cena, Triple H, CM Punk, Batista uvm.) während wieder andere – vor allem die großen Monster wie Kane und The Great Khali– lieber Taten für sich sprechen ließen und andere Jungs kurz mal in oder nach normalen Matches über das Top Rope warfen. Jack Swagger hatte seine All American American American Challenge, in der er beweisen wollte, dass keiner ihn über das Top Rope werfen kann. Das wäre eine interessante Idee gewesen, hätte man sie nicht dazu genutzt, um Swagger wie einen Idioten aussehen zu lassen. Chris Masters musste sich in einem Triple Threat Match gegen Primo und Chavo Guerrero für den Royal Rumble qualifizieren, auch wenn das keinen juckte, da er eh nicht gewinnen würde. Und so wurde die Battle Royal nebenher eben immer ein bisschen erwähnt und gehypet. Dabei muss ich sagen, dass das Rumble-Match für mich in diesem Jahr so spannend war, wie selten zuvor, was aber nicht am Aufbau, sondern an den Teilnehmern lag. Es waren unzählige Topstars vertreten, denen man einen Triumph zutrauen konnte und auch Comebacks von Siegkandidaten schwebten im Raum. Da die Champion-Konstellation wegen Elimination Chamber noch nicht klar sein würde, konnte man von den Siegern in den Titelmatches des Abends auch noch nicht auf einen Rumble-Gewinner schließen. Perfekte Spannung also und ich hoffte sehr, dass WWE dies zu einem denkwürdigen Match ausnutzen würde.

Das Match: Fangen wir doch mit den Dingen an, die mich gestört haben. Zunächst war das die Behandlung der aufstrebenden Jungstars in diesem Match. Vor allem ist mir dabei Shawn Michaels bzw. das Booking für ihn in diesem Match negativ aufgefallen. Nacheinander eliminierte er sang- und klanglos John Morrison, Ted DiBiase und Cody Rhodes sowie gemeinsam mit Triple H den Schotten Drew McIntyre. Auch wenn es mir klar war, dass diese Leute den Rumble nicht gewinnen, kann man dieses Match dazu nutzen, um diese glänzen zu lassen, auch mal gegen etablierte Stars was zu zeigen und dann in einem unglücklichen aber denkwürdigen Moment auszuscheiden. Aber gerade der als Future World Champion angekündigte Drew McIntyre war da heute sinnbildlich. Gegen Midcarder machte er eine gute Figur, aber sobald die Topstars da waren, eliminierten diese das Fallobst in schöner Einheitlichkeit. „Nix da, der Main Event gehört noch lange Zeit uns!“ brachte das symbolisch klar zum Ausdruck. Womit wir auch schon mal wieder bei Triple H wären, neben dem anscheinend nur seine guten Freunde hell scheinen dürfen. Alle anderen müssen so dargestellt werden, dass sie ihm das Wasser nicht annähernd reichen können. Nehmen wir als Beispiel CM Punk. Der bot zu Beginn des Rumble-Matches eine wahnsinnig geniale Vorstellung, eliminierte fünf unwichtige Teilnehmer und gab zwischendrin arrogante Statements ab. Anfangs wurde er klar dafür ausgebuht, aber weil er das so richtig cool durchzog, erschallten bald sogar laute „CM Punk“-Chants, denn das Publikum erkannte langsam an, was der hier an feinstem Sports Entertainment bot. Allein sein Blick, nachdem er Beth Phoenix den Go to Sleep verpasst hatte, war Gold wert. Aber statt dass er einfach mit den Statements aufhört und sich auf das Match konzentrieren muss, weil sich der Ring dann langsam doch füllt, um später dann erst eliminiert zu werden, muss er gleich von einem Superhelden rausgeworfen werden. Ich denke, dass sich keiner gewundert hat, dass das genau Triple H sein würde. Umso überraschender, dass er relativ früh abtreten musste. Das aber mit einem Knall, den Shawn Michaels sorgte für das Ausscheiden seines DX-Kollgen und verschaffte diesem damit einen erinnernswerten Abgang. Eine fest eingefahrene Rumble-Tradition sind auch die Midcarder, die in den Ring rennen, gehörig aufdrehen und dann schwupps di wupps schon wieder fliegen. Stört nicht wirklich, aber ist halt immer das Gleiche. Dieses Mal erfuhren dieses Schicksal beispielsweise Matt Hardy, Carlito (was soll der überhaupt in diesem Match?!), Shelton Benjamin und Yoshi Tatsu. Kofi Kingston erfuhr das gleiche Schicksal wie diese vier und reihte sich damit in die Liste derer ein, die von einigen auf der Liste für einen Überraschungssieg standen, dann aber ganz deutlich weit davon entfernt waren. Das waren dann eigentlich schon die negativen Aspekte, die aber für keinen Abzug in der Gesamtwertung sorgen können, da die restliche Action einfach so grandios und unterhaltsam war. Fast eine Stunde Action pur am Stück mit vielen tollen Moves, das macht wohl jedem Wrestling-Fan Spaß. Wie schon gesagt fingen die erwähnenswerten Highlights mit einem genialen CM Punk erst an. Beth Phoenix, die den Great Khali per Kuss eliminiert, wird ein Moment sein, der noch in Jahren in Highlight-Videos zu sehen sein dürfte. Wuunderbar war auch, wie das Match genutzt wurde, um die intensive Fehde zwischen Miz und MVP noch intensiver werden zu lassen. Die Sache wurde persönlich und deshalb kümmerten sie sich nur noch um ihre Rivalität, statt um den Rumble Sieg. R-Truth hatte auch einen überraschenden Augenblick, als er tatsächlich die beiden Monster Big Show und Mark Henry gleichzeitig rauswerfen durfte. Irgendwie witzig: Truth bekommt derzeit einen starken Push mit vielen Siegen, aber alle Fans sehen das nur als Bestrafung für seine Gegner an, nicht aber als Erfolg für ihn. Irgendwas geht bei diesem Push wohl gehörig schief. Ein weiterer Höhepunkt war dann das Comeback von Edge, bei dem das Publikum abging wie Schnitzel. Dadurch, dass man ihm die 29 gab, wollte WWE wohl dem Vorwurf entgehen, man wolle den Rumble von 2008 mit der Sensationsrückkehr von John Cena kopieren. Leider war das Comeback von Edge nun im Vorfeld aber wesentlich klarer als damals das von Cena. Denn heutzutage wird man dank des damaligen Ereignisses schon skeptisch, wenn eine Verletzungspause angeblich länger dauern soll als ursprünglich anberaumt. Indem der Rated R Superstar dann auch gleich Chris Jericho eliminierte, wurde super Öl in das Feuer dieser bereits angedeuteten Fehde geschüttet. Der dramatischste Moment des Abends war dann das super durchgezogene Ausscheiden von HBK dank Batista. Wie sich Shawn da noch verzweifelt am Seil festhielt, aber dann doch runter fiel und es nicht wahr haben wollte, war ebenfalls großes Kino. Eigentlich war das auch das wahre Finale des Rumble-Matches, denn was danach kam, war eigentlich eher enttäuschender Wurmfortsatz, wo noch Batista und John Cena irgendwie dran glauben mussten. Als Edgehead der ersten Stunde freut mich dieser Rumble-Sieg vom Rated R Superstar natürlich riesig und ich habe laut gejubelt. Das ändert aber nichts daran, dass das Finish des Matches ein bisschen enttäuschend war und man den Sieg von Edge bei seinem Auftauchen schon vorausahnen konnte. Aber wie gesagt ist das Negative alles egal und dank dem enormen Spaß, den diese Battle Royal mit sich brachte, wird das die Höchstwertung

Wie geht es weiter? Edge reist also als Herausforderer zu WrestleMania 26. Ich glaube, er wird dabei den World Heavyweight Champion von SmackDown und nicht den WWE Champion von RAW herausfordern. Ich glaube auch, dass der Champion bis dahin Chris Jericho heißen wird, der sich das Gold in der Elimination Chamber vom Undertaker sichert. Somit kann die Fehde der beiden Kanadier sogar um das ganz große Gold durchgezogen werden. Darauf freue ich mich jetzt schon so sehr wie auf keine andere Fehde, seit ich Anfang 2006 wieder zum Wrestling zurückgekehrt bin. Dann habe ich noch ein paar weitere Vermutungen. Shawn Michaels und Batista könnten – nachdem bei SmackDown und nun auch beim PPV selbst ein Streit angedeutet wurde – darum kämpfen, wer gegen den Undertaker bei WrestleMania antreten darf. Wie dieses Match dann ausgeht, hat in meinen Spekulationen große Auswirkungen auf die restliche Card. Sollte Batista gewinnen und gegen den Undertaker antreten, würde Shawn Michaels wohl gegen Triple H antreten und es kommt zum nun schon häufiger angedeuteten Split der DX. Das WWE Title Match für WrestleMania XXVI hieße dann John Cena vs. Sheamus. Setzt sich Shawn Michaels in dem Qualifikationsmatch gegen Batista durch, kämpft er wohl gegen den Undertaker (auch wenn es dann nicht mehr um Gold geht, weil ja in meiner Planung Chris Jericho bald Champion wird). Triple H wird dann wohl wieder im WWE Title Match stehen und hier entweder auf seinen neuen guten Freund Sheamus treffen. Batista bestreitet dann einen Kampf gegen John Cena, was sicherlich auch ein Highlight wäre. Natürlich gibt es noch unzählige weitere Varianten an Matches und wie man diese ansetzen kann, aber diese beiden hier – die auf einem Titelgewinn von Chris Jericho und einer WM-Verteidigung gegen Edge basieren – erscheinen mir gar nicht mal so unplausibel. Und wenn dann noch Bret Hart vs. Vince McMahon, CM Punk vs. Rey Mysterio, The Miz vs. MVP Randy Orton vs. Ted DiBiase vs. Cody Rhodes und das Money in the Bank Ladder Match dazukommen, dann ist das eine Card, die die der Jubiläums-WrestleMania schon im Vorfeld um Längen schlägt.

Fazit: 10/10

Wie man am letzten „Wie geht es weiter?“-Abschnitt erkennen kann, sind wir nun definitiv auf der Road to WrestleMania angelangt und ich muss sagen, dass ich dem größten Ereignis im Wrestlingjahr dieses Jahr deutlich positiver entgegen sehe als im Vorjahr. Da ist eine richtig leckere Card möglich, bei der jedes einzelne Match ein Highlight darstellen kann. Und wie man hört, will WWE dieses Jahr wieder mehr Wert auf einen längeren Aufbau setzen, anstatt zu sehr darauf bedacht zu sein, die Matches geheim zu halten. Der Royal Rumble hat dabei hervorragende Arbeit geleistet, die Zeit bis zum PPV der PPVs einzuläuten. Das spiegelt sich auch in dem guten Punktedurchschnitt von 7,40 wieder. So kann das Jahr gerne weitergehen, denn der Start war schon sehr vielversprechend.
Ich bedanke mich herzlich für eure Aufmerksamkeit, sowie die Geduld und Ausdauer, diese PPV- Bewertung bis ganz zum Schluss zu lesen. Ich hoffe, ihr hattet beim Lesen genauso viel Spaß wie ich beim Schreiben. Über Lob, Kritik oder konstruktive Verbesserungsvorschläge an meine Email-Adresse michael.schwartz@bsww.de würde ich mich sehr freuen. Man sieht sich dann Elimination Chamber.
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