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BSWW.de: Gorges' Corner #13
Von Stefan Gorges
Montag, 24. Juli 2006
Gorges‘ Corner beleuchtet in unregelmäßigen Abständen die aktuellen Geschehnisse und Entwicklungen im Wrestling. Das Hauptinteresse gilt hierbei den Shows von World Wrestling Entertainment (WWE). Nachfolgend wird die subjektive Meinung des Autors wiedergegeben. Für Anregungen, andere Meinungen o.ä. zu den folgenden Ausführungen bin ich jederzeit dankbar.


Der WWE Great American Bash ist Geschichte. Für mich eine gute Gelegenheit, die einzelnen Matches einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und die Auseinandersetzungen mittels eines Punktesystems von 1 (sehr schlecht) – 10 (Weltklasse) zu bewerten. Zunächst jedoch noch einige allgemeine Anmerkungen zum SmackDown-PPV.

John „Bradshaw“ Layfield hat seine Leistungen als Kommentator und Partner von Michael Cole deutlich verbessert. Die beiden harmonieren immer mehr. Zudem ist es nie verkehrt, wenn man einen Profi mit einer so langen Erfahrung im Wrestling am Mic aufbieten kann. Im Vergleich zu Tazz kann JBL auch sehr viele Anekdoten aus alten WWE- bzw. WCW-Zeiten präsentieren.

Insgesamt bleibt der WWE Great American Bash positiv in Erinnerung. Jedoch stimmte das Gleichgewicht der PPV-Card nicht so ganz, denn man startete gleich mit drei technisch guten Matches.

WWE „verkaufte“ die kurzfristigen Ausfälle von Bobby Lashley und The Great Khali ganz gut. Die wahre Erklärung für den Ausfall Lashleys überraschte mich allerdings.

Paul London & Brian Kendrick vs. Jamie Noble & Kid Kash
bot das erwartete Geschehen. Jedoch fiel in diesem Match nochmals der Mangel an ausreichenden Tag Teams bei WWE ins Auge. So zeigten sich insbesondere London und Kendrick als spektakuläre Cruiserweights, doch WWE Tag Team Champions sollten auch mit einiger Ring-Präsenz- sowie Intelligenz ausgestattet sein und nicht nur Highspot an Highspot (ohne Sinn und Verstand) reihen können. Ein sehr gutes Beispiel für ein hervorragendes Tag Team offenbarte in der jüngeren Vergangenheit MNM. Das Matchende passte hier allerdings gut ins Bild und lässt auf weitere Matches zwischen diesen beiden Teams hoffen. Die Pitbulls überzeugten durch ihre Art von konsequentem Wrestling.
Rating: 7.0

Finlay vs. William Regal bot in der Folge ein für Wrestlingfans durchaus interessantes Kräftemessen. Die hörbaren Boring-Rufe in der Halle offenbarten einmal mehr, wieviele Fans des Sports Entertainment aktuell im Wrestling unterwegs sind. Im Jahr 2006 steht eine Fehde z.B. zwischen Vince McMahon und Gott deutlich höher im Kurs. Die beiden Kontrahenten im Kampf um den WWE United States Title ließen sich jedoch nicht von der geistigen Abwesenheit der Zuschauern beirren und lieferten weitestgehend einen Wrestlingklassiker in ihrem ersten Aufeinandertreffen seit etwa 10 Jahren. Zwischendurch sorgte Little Bastard für ein wenig Unterhaltung, was dem Match jedoch nicht schadete. Einen Punkteabzug gibt es jedoch für das schwache Ende. Erstens darf ein so aufgebautes Match nicht so abrupft nach nicht einmal 14 Minuten enden und zweitens wirkte der Schlag mit dem Wrestlingstiefel nicht sehr überzeugend.
Rating: 8.0

Matt Hardy vs. Gregory Helms war ein Kampf, bei dem der WWE Cruiserweight Title von Helms nicht auf dem Spiel stand. Damit reagierte WWE offenbar auf entsprechende Spoiler auf wwe.com, welche Super Crazy als Herausforderer auf den Titel von Helms sahen. Somit kam Hardy immerhin zu einem PPV-Einsatz. Das Match hatte eine gute „Story“ und entwickelte sich bis zum Ende zu einer spannenden Auseinandersetzung. Das Kampfende passte zudem gut ins aktuelle Erscheinunsbild von Gregory Helms.
Rating: 7.5

The Big Show vs. The Undertaker im Punjabi Prison Match stand als nächstes an. Auch wenn The Great Khali natürlich aufgrund der besonderen Klauseln des Kampfes der bessere Gegner für den Undertaker gewesen wäre, durfte man doch ob der gehobenen Erwartung des zuvor unbekannten Matches gespannt sein. Auch wenn sich in diesem Match keine technischen Meisterleistungen zeigten, so lebte der Kampf doch immer von den unbekannten Faktoren, die dieses Match mit sich brachte. Das Ende des Matches sorgte ausserdem dafür, dass beide Männer „stark“ aus diesem Gefecht kommen.
Rating: 6.0

Kristal vs. Michelle vs. Jilian vs. Ashley im Four Way Bra & Panties Match sorgte für die benötigte kleine Unterhaltung. Großes Wrestling war hier ohnehin nicht zu erwarten und bei Ashley musste man sich aufgrund ihres nicht gerade athletischen Körpers bereits wieder Sorgen um die gerade wieder regenerierten Beine machen. Das Match endete erwartungsgemäß mit zwei überlegenen Babyfaces. Insbesondere Jilian Hall sowie Michelle McCool sind allerdings durchaus Kandidaten für die WWE Womens Division.
Rating: 3.0

Batista vs. Mr. Ken Kennedy sollte nun vor dem großen Main Event stattfinden. Auch hier wurde nochmals auf den Ausfall von Mark Henry hingewiesen. Kennedy übernahm seine Ankündigung zuvor bereits im Backstagebereich und so verwunderte es auch nicht, dass der Kampf ohne eine wiederholte Ankündigung im Ring startete. Batista zeigte sich in diesem Match als wütender Rückkehr, welcher alle seine Aggressionen aufgrund der langen Verletzungspause an Kennedy heraus lassen wollte. Durch die frühe Platzwunde bei Kennedy bekam das Match immer mehr den Charakter eines Brawls. Kennedy durfte hier etwas überraschend sogar kurzzeitig dagegen halten. Letztlich überraschte allerdings das unbefriedigende Ende mit der Disqualifikation von Batista. Meiner Meinung nach kann dies nur bedeuten, dass Kennedy von WWE in Zukunft noch als glaubhafter Herausforderer für andere Gegner benötigt wird. Ein unklares Kampfende bei einem (für Wrestlingfans finanziell teuren) PPV ist allerdings keinesfalls zu tolerieren.
Rating: 4.5

Rey Mysterio vs. Booker T um den WWE World Heavyweight Title bildete den passenden PPV-Abschluss. JBL hatte wohl einigen Spaß am ewig langen Einzug von Booker T und der dazu passende abwertende Gesichtsausdruck von Michael Cole war einfach wunderbar. Das Match konnte die Erwartungen vollkommen erfüllen. Booker dominierte weite Teile des Matches und setzte einige vergebliche Pinversuche ein. Rey hingegen überzeugte in seiner Rolle als „Underdog“ mit schnellen Aktionen und Comebacks im Match. Das erwartete und entscheidende Eingreifen von Chavo Guerrero trübte den Gesamteindruck keinesfalls, da sich hier hinter eine lange und inhaltlich durchaus interessante sowie nachvollziehbare Storyline verbirgt. Booker T sicherte sich nach 5 Jahren zum ersten Mal das wichtigste Gold bei WWE. Herzlichen Glückwunsch!!!
Rating: 7.5



Ich würde mich freuen, euch in der kommenden Woche zur nächsten Ausgabe von Gorges‘ Corner begrüßen zu dürfen.
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