Gorges‘ Corner beleuchtet in unregelmäßigen Abständen die aktuellen Geschehnisse und Entwicklungen im Wrestling. Das Hauptinteresse gilt hierbei den Shows von World Wrestling Entertainment (WWE). Diese Kolumne enthält möglicherweise Spoiler. Nachfolgend wird die subjektive Meinung des Autors wiedergegeben. Für Anregungen, andere Meinungen o.ä. zu den folgenden Ausführungen bin ich jederzeit dankbar. Hallo und herzlich Willkommen zu einer weiteren Ausgabe der Gorges‘ Corner.
WWE Armageddon 2007 war aus meiner Sicht ein guter Jahresabschluss für World Wrestling Entertainment (WWE). Insgesamt gab es sehr viel gute Wrestlingaction und wenig Komödie, was für einen PPV angebracht scheint. Die Einzel-Bewertung der Großveranstaltung sieht subjektiv betrachtet wie folgt aus:
MVP vs. Rey Mysterio um den WWE United States Title war ein schöner Eröffnungskampf. Auch wenn es grundsätzlich schon fast eine Pflicht ist, ein gutes Match gegen Mysterio zu zeigen, so deutete MVP an dieser Stelle sein gehöriges Potenzial an. Es gab einige sehr waghalsige Aktionen zu sehen, wobei Mysterio einmal mehr das Risiko nicht scheute. Das unklare Ende sorgt jedoch für leichte Punktabzüge, da ein PPV meiner Meinung nach immer ein klares Finish verdient hat. Da wirkt sich auch nicht mehr positiv aus, dass dieses Ende ganz gut zum Gimmick von Montel Vontavious Porter passt.
Rating: 8.0/10Kane & CM Punk vs. Mark Henry & Big Daddy V. Henry und V boten eine erwartet gute Leistung und wechselten sich regelmäßig, insbesondere im Kampf gegen Kane ab. Kane war einmal mehr anzusehen, dass er mit großem Einsatz in den Ring stieg. Insgesamt eine solide Leistung mit einem passenden und klaren Finish, welches ein weiteres ECW World Title Match zwischen Punk und V ermöglicht.
Rating: 6.0/10Mr. Kennedy vs. Shawn Michaels. Ich denke, Kennedy konnte mit der Leistung in diesem Match mal wieder punkten und es auch seinen zunehmenden Kritikern beweisen. Kennedy beeindruckte mich an dieser Stelle einmal mehr mit seiner Art des Wrestlings, die objektiv betrachtet zwar nicht sonderlich attraktiv aussieht, jedoch wirklich sehr glaubhaft übermittelt wird. So gefiel mir insbesondere, wie Kennedy den Rücken von HBK arbeitete und gleichzeitig eine etwaige Handverletzung „verkaufte“. Das Ende des Matches war daher auch wirklich gut gemacht und letztlich schadet es überhaupt nicht, dass Kennedy hier nicht den Sieg einfahren konnte. Eine sehr gute Leistung von beiden, wobei ich mich nicht so schnell an ein schlechtes PPV-Match von Shawn Michaels erinnern kann. R
ating: 9.0/10Jeff Hardy vs. Triple H. Das nächste Match der Sorte Wrestler der Zukunft gegen etablierten Superstar. Ähnlich wie beim Match zuvor gefiel mir auch hier die „Story“ des Kampfes. So motivierte Hunter seinen Gegner mit einer krachenden Ohrfeige sowie markigen Worten und forderte ihn nachhaltig auf, ihm einen harten Kampf zu liefern. Jeff wirkte zu Beginn des Matches fast etwas wie gebremst, während The Game mit wirklich sehr schönen Kontern zu gefallen wusste. Für die Niederlage darf man Hunter zunächst danken, wenngleich das Finish an dieser Stelle doch etwas sehr absehbar wirkte. Trotzdem auch hier ein sehr gut anzusehendes Wrestlingmatch.
Rating: 9.0/10The Great Khali vs. Finlay. Das schlechtes Match des Abends, doch dies war auch keine große Überraschung. Allerdings wurden die Schwächen von Khali auch noch recht gut kaschiert. So durfte der Hüne mit krachenden Chops gegen den tapferen Iren punkten und sich auf seine Haltegriffe verlassen. Zudem erhielt das Match mit 6 Minuten auch nicht mehr Kampfzeit als unbedingt notwendig. Der Sieg von Finlay war nach den Entwicklungen in den letzten Wochen nicht mehr wirklich sensationell.
Rating: 5.0/10Randy Orton vs. Chris Jericho um den WWE Heavyweight Title. Mich persönlich enttäuschte Chris Jericho an dieser Stelle mit seiner Leistung, denn es wirkte fast so, als hätte Jericho mit Konditionsproblemen zu kämpfen gehabt. Orton spielte in diesem Match den Part, den man von diesem Heel-Champion gewohnt ist. Nach einer eher langweiligen Mittelsequenz wurde zum Ende hin zumindes etwas Spannung aufgebaut, wenngleich ein Titelgewinn von Y2J und die wohl gleichzeitige Beförderung von Santino Marella in die Main Events aus meiner Sicht eine große Sensation gewesen wäre. Das unklare Ende des Matches mit dem Eingriff von John „Bradshaw“ Layfield war vorhersehbar und eines PPV’s unwürdig. Nicht mal ein Monat ist vergangen und Jericho wird sich mit dem Kommentator von WWE Friday Night SmackDown auseinandersetzen müssen und die Main Events auf unbestimmte Dauer verlassen.
Rating: 7.0/10Beth Phoenix vs. Mickie James um den WWE Womens Title. Aufgrund der vielen Wrestlingaction war dieses Match auf der PPV-Card etwas verloren. Trotzdem konnte man auch hier ein schönes Match sehen. Mickie präsentierte sich als verbissene und ernsthafte Herausforderin auf den WWE Womens Title, während Phoenix einmal mehr in ihrer Rolle als kräftemäßig überlegener Champion aufging. Dieses Match erhielt jedoch zu wenig Kampfzeit.
Rating: 6.0/10Batista vs. Edge vs. The Undertaker um den WWE World Heavyweight Title. Edge ging geschickt zu Werke und ließ die beiden Widersacher den Großteil des Matches bestreiten. Alle drei beteiligten Wrestler legten insgesamt eine konzentrierte und engagierte Leistung an den Tag. Insbesondere die Leistung des in der Vergangenheit oftmals kritisierten Batista möchte an dieser Stelle mal loben. Das Szenario mit den beiden Doppelgängern von Edge war eine willkommene Überraschung und der Titelgewinn des Rated R Superstar war dann schon beinahe folgerichtig. Ein sehr abwechslungsreiches Triple Threat Match mit einem neuen Champion zum Jahresende.
Rating: 9.0/10Insgesamt erreichte
WWE Armageddon 2007 einen guten durchschnittlichen Wert von
7.38 Punkten. In der Auflistung der letzten PPV’s sieht es damit wie folgt aus:
WWE Backlash 2007 (7.83)
WWE Cyber Sunday 2007 (7.79)
WWE Survivor Series 2007 (7.67)
WWE Judgment Day 2007 (7.44)
WWE Vengeance 2007 (7.44)
WWE Unforgiven 2007 (7.44)
WWE No Mercy 2006 (7.43)
WWE Armageddon 2007 (7.38)WWE One Night Stand (7.36)
WWE New Year’s Revolution 2007 (7.29)
WWE SummerSlam 2007 (7.28)
WWE Great American Bash 2007 (7.11)
WWE Royal Rumble 2007 (7.0)
WWE No Mercy (6.81)
WWE No Way Out 2007 (6.78)
WWE Armageddon 2006 (6.71)
WWE WrestleMania 23 (5.94)
WWE Survivor Series 2006 (5.86)
WWE Cyber Sunday 2006 (4.14)
Triple H wurde in diesem Jahr oftmals wider meines Erwartens als Babyface eingesetzt, obwohl ich persönlich The Game sehr gerne in der Rolle des King of Kings auf der Jagd nach dem WWE Heavyweight Title gesehen hätte. Es ist nicht ganz auszuschließen, dass Hunter eine ähnliche Rolle in der Zeit um WrestleMania einnehmen wird. Jedoch muss ich Hunter zugestehen, dass er seine Rolle als unterhaltsamer Publikumslieblinge zumeist sehr gut interpretierte und verkörperte. So wirkt Hunter in den Segmenten mit Shawn Michaels eigentlich immer wie der eigentliche Star des Teams.
MVP und
Mr. Kennedy werden hin und wieder aufgrund ähnlicher Entwicklungen bei WWE Friday Night SmackDown resp. WWE RAW miteinander verglichen. MVP scheint daher aktuell im Standing die Nase etwas vorn zu haben. Jedoch sollte man nicht vergessen, dass Montel Vontavious Porter einen ganz anderen Wrestlingstil pflegt. Meiner Meinung nach ist es mit dem verbissenen und taktischen Wrestlingstil von Mr. Kennedy etwas schwerer, konstant sehr gute Leistungen zu bieten. Wie erwähnt, das Match gegen Shawn Michaels bei WWE Armageddon 2007 war hoffentlich ein guter Schritt in die richtige Richtung. MVP hingegen pflegt einen technisch versierten Wrestlingstil, der optisch einfach oftmals für einen Großteil der Zuschauer besser anzuschauen ist.
CM Punk vs. Chavo Guerrero. Das könnte die neue Fehde um den ECW World Title sein. Zumindest wurde Punk in dieser Woche bei ECW on SCI FI von Chavo attackiert. Fraglich wäre dann jedoch, ob nicht zunächst Big Daddy V aufgrund des Erfolges im Tag Team Match bei WWE Armageddon 2007 ein weiteres Titelmatch verdient hätte. Auf kommende Matches zwischen Punk und Guerrero darf man sich allerdings freuen. Chavo, welcher zuletzt vor einiger Zeit den WWE Cruiserweight Title hielt, wirkte bei WWE Friday Night SmackDown in den letzten Monaten etwas verloren bzw. unterfordert. Chavo ist durchaus ein sehr guter Wrestler, welcher in der sich abzeichnenden Fehde mit Punk sicherlich nicht enttäuschen wird.
WWE plant offenbar eine weitere
Draft Lottery. Es ist aber noch nicht bekannt, wann es zu dieser Roster-Auffrischung kommen wird. Üblicherweise ist die Zeit nach WrestleMania ein geeigneter Zeitpunkt.
Tammy „Sunny“ Sytch könnte vor einer Rückkehr zu WWE stehen. Zumindest äußerte Sunny dem Fight Network in Kanada, dass sie sich in Gesprächen mit WWE befindet. Sunny war seinerzeit eigentlich die erste Diva, die den nachfolgenden Damen den Weg ebnete. Mit gerade einmal 35 Jahren könnte Sunny sicherlich auch heute noch als Valet auftreten.
Vince McMahon musste bekanntlich beim Special anlässlich der 15 Jahre WWE RAW einige Aktionen einstecken. Wie jetzt bekannt wurde, hätte es für den WWE-Boss noch etwas schlimmer kommen können. So war geplant gewesen, dass McMahon nach den Aktionen vom Undertaker und Stone Cold Steve Austin zudem noch von Bret Hart attackiert werden sollte, um sich dann im Sharpshooter wiederzufinden. Der Hitman konnte jedoch einem Einsatz bei WWE RAW nicht zustimmen.
Jeff Hardy konnte sich bei WWE RAW in dieser Woche den Respekt der Offiziellen erarbeiten. So war man mit der Promo von Jeff während des Angles mit Vince McMahon sowie der Leistung von Jeff im Main Event der Show (Tag Team Match zusammen mit Shawn Michaels gegen Randy Orton & Mr. Kennedy) sehr zufrieden. Jeff sammelt also weiter Pluspunkte und so hofft man nun hinter den Kulissen, dass Jeff die Verantwortung, die eine Position in den Main Events mit sich bringt, übernehmen kann. Beim WWE Royal Rumble 2008 erwartet Jeff ja bekanntlich ein WWE Heavyweight Title Match gegen Randy Orton.
Die
Major Brothers könnten nun ebenfalls einen kleinen Push erleben. So wurden Brian und Brett während des WWE World Heavyweight Title Matches bei WWE Armageddon 2007 eingesetzt und verhalfen Edge zum Titelgewinn. Wie bereits an dieser Stelle geäußert, halte ich die Major Brothers für ein talentiertes Tag Team und nun können sie an der Seite von Edge sehr wertvolle Erfahrungen für den weiteren Verlauf der Karriere sammeln.
John „Bradshaw“ Layfield kehrt nun bekanntlich auf die aktive Seite zurück und wird bereits in diesen Tagen in einer Fehde mit Chris Jericho eingesetzt. Diese Entwicklungen werden vielerorts negativ gesehen, da Y2J nach dem WWE Heavyweight Title Match bei WWE Armageddon gegen Randy Orton nun eine Fehde mit einem Kommentator und Ex-Wrestler beginnen muss. Ich jedoch respektiere die Entscheidung von JBL, wieder in den Ring zu steigen. Auch wenn ich JBL in den letzten Monaten sehr als Kommentator schätzen konnte, so ist Layfield auch heutzutage als Worker noch sehr wertvoll. Die Promo-Duelle mit Y2J könnten auch Jericho helfen und wieder das alte Feuer bei diesem aufkommen lassen. Die Frage bleibt nur: Wer kommentiert nun dauerhaft neben Michael Cole bei WWE Friday Night SmackDown?
Am Samstag hatte ich euch vor WWE Armageddon 2007 gefragt, wer den PPV mit dem
WWE World Heavyweight Title verlassen würde. Hier kommt das Umfrageergebnis:
Edge: 57%
Batista: 29%
Undertaker: 14%Aktuelle Umfrage:
Welcher Wrestler wird im Jahr 2008 den Sprung in die Main Events schaffen und bei einigen PPV’s in wichtigen Matches auftreten?Fantasy-Booker:Dies ist ein neues „Segment“ dieser Kolumne und wird ggfls. in unregelmäßigen Abständen fortgesetzt werden. Bitte beachten, dass die nachfolgend beschriebenen Szenarien allesamt frei von mir erfunden sind und teilweise kaum Chancen auf Umsetzung in die Realität besitzen:
#10 Chris Jericho vs. John „Bradshaw“ LayfieldHier kommt es zu einigen Wortduellen, die zumeist unentschieden ausgehen könnten. Jericho erhält eine weitere Chance auf den WWE Heavyweight Title von Randy Orton. Erneut greift JBL ein und kostet Jericho den Titel. Jericho wird nun noch wütender und es kommt zu verbissenen Brawl’s in der Zeit bis zum WWE Royal Rumble 2008. Hier kommt es zu einem ausgeglichenen Match, welches jedoch aufgrund von unfairen Tricks schließlich von Bradshaw dominiert wird. JBL wird jedoch im Gefühl der Überlegenheit übermütig und fängt sich einen schnellen Konter von Jericho ein, womit dieser das erste Kapitel der Auseinandersetzung für sich entscheiden kann. JBL verliert nicht durch Aufgabe in den Walls of Jericho und fordert aufgrund der nicht ganz eindeutigen Niederlage ein Rückmatch. Bei WWE No Way Out kann sich JBL durch Einsatz eines unfairen Gegenstandes durchsetzen. Der Weg für ein finales Match der beiden bei WrestleMania 24 ist geebnet. Es kommt zu einem Gimmick-Match, welches Jericho zur Freude der Zuschauer für sich entscheiden kann.
Vielen Dank für euer Interesse an dieser Kolumne. Bis zum nächsten Mal.
Feedback könnt ihr direkt an steve_austin@gmx.at richten.
Ich würde mich freuen, euch voraussichtlich am Samstag zur nächsten Ausgabe von Gorges‘ Corner begrüßen zu dürfen.