
Hallo liebe Leser und herzlich willkommen zu meiner ersten PPV - Besprechung hier bei BSWW. Nachdem nun Stefan Gorges immer mittwochs in seiner Kolumne auf den vergangenen PPV eingehen wird, nutze ich den letzten PPV des Jahres für meine erste Rezension. Dabei findet ihr die Gedanken zu jedem Match in vier Abschnitte gegliedert vor: Zunächst gehe ich auf den Aufbau des Matches vor dem PPV ein. Dann folgt eine Analyse des Matches selbst. Nach einem Ausblick, wie es mit den Kontrahenten weitergehen könnte, folgt noch eine abschließende Punktebewertung des Matches. Diese reicht wie bei meinen Kollegen auch von 1 (
Weltuntergang) bis 10 (
Offenbarung). Aber nun genug der Einführung, ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.
US Championship
MVP (C) vs. Rey Mysterio
Der Aufbau: Mehrere Monate dauerte die Fehde des Jahres zwischen MVP und Matt Hardy an. Immer wieder wurde sie durch Verletzungen unterbrochen und es kam nie zu einem zweiten Match um den US Title, nachdem MVP beim Great American Bash klar gewonnen hatte. Nun fällt Hardy erneut eine Weile aus und in Rey Mysterio hat man einen kurzfristigen Ersatz gefunden. MVP gewann das erste Einzelmatch der beiden vor drei Wochen klar, wenn auch mit Hilfe der Seile. In der Folgewoche konnte Rey ihn seinerseits in einem Tag Team Match pinnen. Nach einer kurzen Konfrontation in der VIP-Lounge, bei der MVP alt aussah, hat letzterer seinen Gegner dann in der letzten SmackDown Ausgabe vor dem PPV überlistet. Das Match war auf jeden Fall ein Highlight auf der Card und hatte das Potential zum Showstealer zu werden, allein schon wegen der In-Ring-Fähigkeiten der Kontrahenten.
Das Match: Los ging es mit einem wie immer sehr flinken Rey Mysterio und einigen sehr schnellen Aktionsfolgen. Unter anderem sprang Rey spektakulär über den Referee hinweg auf MVP außerhalb des Rings. Der Champion machte in dieser frühen Phase ebenfalls einen sehr konzentrierten Eindruck und setze Rey mit hart durchgezogenen Aktionen zu. Einen kleinen Knick bekam das Match nach einer missglückten Springboard-Aktion von Rey Mysterio, bei der er vom Seil abrutschte und man sich Sorgen um sein verletztes Knie machen musste. Danach schienen die beiden etwas aus dem Rhythmus gekommen zu sein und auch MVP wusste anscheinend nicht mehr so Recht wie er weiter vorgehen soll. Zum Glück fingen sich die Kontrahenten aber nach einer Top Rope Hurricanrana wieder und brachten das Match nach 11:27 Minuten anständig und mit weiteren sehenswerten Aktionen zu Ende. Beim Ende des Kampfes selbst konnte man sich natürlich an Cyber Sunday erinnert fühlen, als MVP sich schon einmal auszählen ließ, um den Titel zu behalten. Dieses für einen PPV mehr als schlechte Kampfende schwächt den Gesamteindruck des Matches leider mal wieder enorm.
Wie geht es weiter? Die Übergangsfehde dürfte nach diesem enttäuschende Ende noch nicht vorbei sein und Rey wird eine weitere Gelegenheit auf den US Title erhalten. Allerdings dürfte er ihn sich auch hier nicht holen können, denn der Gürtel ist für Matt Hardy reserviert und der wird ihn sich von niemand anderem als MVP holen. MVP lässt der Ausgang des Kampfes mal wieder ganz schlecht aussehen, vor allem, da er dies vor nicht allzu langer Zeit schon einmal gemacht hat. Liebe WWE, was ist so schlimm daran, wenn ein Heel einfach mal den Titel per Pin verteidigt?
Fazit: 6/10Bei einer nun folgenden Promo bewies Jeff Hardy dann mal wieder, dass er zumindest in Sachen Mic Work leider nicht in den Main Event gehört. Sein lebloser Vortrag machte irgendwie nicht den Eindruck, als würde er vom Match seines Lebens sprechen.
CM Punk & Kane vs. Big Daddy V & Mark HenryDer Aufbau: Kane ist vor zwei Monaten bei ECW on SCI FI als Mystery Tag Team Partner von CM Punk eingesprungen und hat sich damit Big Daddy V zum Feind gemacht. Seither quälen uns die beiden mit langweiligen Matches in unterschiedlichen Konstellationen. CM Punk dagegen hat keine ernsthaften Herausforderer mehr, seit sich John Morrison und The Miz ausschließlich dem Tag Team Title widmen. Also ist der omnipräsente Big Daddy V, gegen den Punk auch schon bei No Mercy ein Match bestreiten musste, hier ebenfalls eingesprungen. Und weil Mark Henry gerade nichts zu tun hat, seit er bei SmackDown von Batista und dem Undertaker öfters mal nahezu gesquasht wurde, mischt er einfach auch mal mit, schließlich mochte er Kane noch nie und auch mit CM Punk kann man sich als Heel ja mal anlegen. Daraus entstand dann dieses uninteressante Match, das eigentlich nur den anderen auf der Card wertvolle Zeit stiehlt und sich als Main Event bei ECW on SCI FI besser gemacht hätte.
Das Match: Das Interessanteste an diesem Match war noch die von Joey Styles vorgebrachte Tatsache, dass man den PPV auch im Sudan verfolgen kann. Ansonsten gab es 10:58 Minuten lang nur Schlagen und Treten, was nicht schön anzuschauen war. Vor allem der ECW Champion CM Punk sah gar nicht gut aus, denn er musste fast nur einstecken und konnte nur ein paar Kicks und Kniestöße austeilen. Für die Highlights des Kampfes sorgte erstaunlicherweise Big Daddy V u.a. mit einer beeindruckenden Gorilla Press gegen Punk oder einer Choke Bomb gegen Kane. Auch am tollen Finish war er beteiligt, als er den heranfliegenden Punk abfing und in einer fließenden Bewegung mit seinem Ghetto Drop zu Boden hämmerte.
Wie geht es weiter? Der Heel-Sieg wird nun natürlich Ansprüche bei den beiden Dicken wecken, ein ECW Title Match gegen CM Punk zu erhalten. Vielleicht kommt es dabei ja auch zu Streitigkeiten zwischen Mark Henry und Big Daddy V, wer denn ran darf. Für Punk wäre das ganz schlecht, denn wie man heute wieder gesehen, kommt er mit solchen Leuten einfach nicht zurecht. Eine Auseinandersetzung mit Shelton Benjamin dagegen würde ein geniales Match versprechen. Es wäre also zu hoffen, dass sich Henry und V mit ihrem Sieg begnügen und sich wieder anderen Aufgaben widmen. Auch Kane sollte zum Wohle aller in einer anderen Fehde Unterschlupf finden.
Fazit: 3/10Das anschließende Segment zwischen Edge und Vickie Guerrero schwankte wieder zwischen kitschig und lächerlich. Ich war heilfroh, als Edge ihr nur einen Handkuss gab und nicht wieder dieses eklige Geschlabber losging.
Mr. Kennedy vs. Shawn MichaelsDer Aufbau: Nach der Survivor Series standen sowohl Michaels als auch Kennedy ohne Gegner da und so entwickelte sich aus einem Brawl bei RAW dieses Match für den PPV. Kennedy fuhr dabei eine typische Heel-Jungspund-Schiene und forderte seine Zeit im Rampenlicht gegenüber einem etablierten Superstar, wobei er diesen als „alten Verlierer“ bezeichnete, der sein Lächeln verloren hat und aufstrebende Superstars unten halten will. Vor allem ein witziges Segment von Kennedy mit gefakten alten Weggefährten von Shawn Michaels blieb in der Folge in Erinnerung. Außerdem konnte Kennedy beim letzten RAW vor Armageddon Shawns alten Freund Marty Jannetty pinnen, fing sich dann allerdings eine Tracht Prügel von der DX ein. Wie bei so vielen Matches beim Dezember PPV der WWE steckte auch in dieser unterhaltsam aufgebauten Auseinandersetzung ein enormes wrestlerisches Potential und möglicherweise ein echter Leckerbissen für die Fans.
Das Match: Vor allem Kennedy ging hier sehr verbissen zu Werke und konnte sowohl mit dem Trashtalk beim Austeilen, aber auch mit dem Selling beim Einstecken überzeugen. Verwundert hat mich die Tatsache, dass Shawn Michaels zu Beginn des Kampfes wie der Heel in diesem Match agierte, indem er dauerhaft Kennedys linke Hand bearbeitete. Wie sich später herausstellen sollte, hatte dies aber einen Sinn. Kennedy konzentrierte sich in der Folgezeit auf den angeschlagenen Rücken von Michaels, was dieser auch bei eigenen Aktionen, die er nicht so hoch aushob, gut verkaufte. Das Match führte seine eigene Geschichte dann nach 15:15 Minuten konsequent zu Ende, als Kennedy aus Versehen mit der zuvor verletzten Hand auf Shawn einschlug, sich dabei selbst weh tat und Michaels die Chance zur Sweet Chin Music aus dem Nichts nutzte.
Wie geht es weiter? Wie ich es schon im PPV Talk vermutet hatte, könnte Kennedy hier nun die „Du hattest Glück“-Schiene fahren und damit die Fehde am Leben erhalten bzw. erst so richtig durchstarten lassen. Das Ende des Kampfes war zwar deutlich, kam aber durch einen Fehler Kennedys zustande und damit dürfte der sich nicht zufrieden geben. Shawn Michaels wird sich im Triumph wahrscheinlich auch gerne dazu bereit erklären, sich ein weiteres Mal mit Mr. Kennedy zu befassen. Gegen ein weiteres Match der beiden hätte ich auch rein gar nichts einzuwenden. Vielleicht zieht sich die Fehde ja auch bis Wrestlemania hin und wir bekommen dort ein echtes Highlight-Gimmick-Match zu sehen.
Fazit: 7,5/10Der Spot zum Royal Rumble, der an dieser Stelle zum ersten Mal gezeigt wurde, ist ganz großes Kino und sehr witzig. Vor allem der Gastauftritt von Michael Buffer, der sich eine Sweet Chin Music einfängt ist köstlich.
Die anschließende Promo von Randy Orton spielte dann mal wieder auf sein Legend Killer Gimmick an. Orton hatte allerdings im üblichen Tonfall nur wieder mal das Übliche zu sagen.
No.1 Contenders Match
Triple H vs. Jeff HardyDer Aufbau: Bei der Survivor Series waren Triple H und Jeff Hardy die letzten beiden Überlebenden in ihrem Team. Auch bei den folgenden zwei RAW-Ausgaben arbeiteten die beiden sehr gut zusammen bis William Regal die Harmonie mit seiner Match-Ansetzung gefährdete. Zwar machte Triple H auch in der Folgewoche noch den Save für Hardy bei einer Attacke von Snitsky, erklärte dabei jedoch, dass ihr nächstes Treffen nicht mehr so freundlich sein würde. Das alles ließ natürlich Platz für Spekulationen, wonach ein erneuter Heel Turn von Triple H bevorstehen könnte. Ebenfalls war der endgültige Main Event Push für Jeff Hardy denkbar, auch wenn der Intercontinental Title, den er beim letzten RAW vor Armageddon gegen Carlito verteidigte, dabei ein wenig störte. Gerade wegen dieser Konstellation, in der so vieles passieren konnte, durfte man auf dieses No.1 Contender Match gespannt sein.
Das Match: Den Kampf könnte man gut zusammenfassen unter dem Stichwort „Speed vs. Power“. Dabei gefiel, dass Triple H seinen Gegner anscheinend ausgiebig studiert hatte und so einigen Trademark-Moves von Hardy ausweichen konnte. Auch der Respekt von Jeff für seinen Gegner wurde in das Match eingebaut, indem er bei einem Schlag zögerte und sich dafür eine Ohrfeige von Hunter einfing. Triple H forderte ihn auch mit einem „Fight me!“ dazu auf, diesen Respekt abzulegen, was Hardy in der Folgezeit auch tat. Die meiste Zeit des Matches dominierte allerdings Triple H und nicht ganz überraschend schreckte er dabei auch vor Heel Aktionen nicht zurück und griff z.B. bei einem Abdominal Stretch zur Verstärkung der Wirkung noch ins Seil. Das Publikum wirkte bei diesem Match (wie auch sehr oft sonst an diesem Abend) äußerst zurückhaltend und einmal sah es so aus, als würde Jeff deshalb abwinken. Das Ende per Einrollmanöver nach 15:25 Minuten passte wie beim Match zuvor auch exzellent in die eigene Geschichte des Kampfes, in der der überlegene Triple H sich schon zu sicher fühlte und deshalb unkonzentriert wurde.
Wie geht es weiter? Die Frage muss viel mehr lauten: Findet sich Triple H mit der Niederlage ab? Unmittelbar nach dem Pin hatte er ein süffisantes Lächeln und ein anerkennendes Nicken für Jeff Hardy parat, wirkte aber bei seinem Auszug doch angefressen. Auch hat Hunter im Match schon die eine oder andere Heel Taktik angewandt. Ein Turn wäre nicht das Schlechteste, denn ich mag Triple H als Bösewicht lieber. Jeff Hardy dagegen hat sich seine 15 Minuten im Rampenlicht redlich verdient. Ich sehe ihn aber nur als Übergangsgegner für Randy Orton und rechne mit einer klaren Titelverteidigung beim Royal Rumble. Interessant wird dabei sein, wie die WWE mit dem Intercontinental Title verfährt. Nach seiner verpassten Chance beim Rumble könnte ich mir Hardy wieder gut in der Upper Midcard vorstellen, weshalb er den Titel meiner Meinung nach auch weiterhin behalten sollte.
Fazit: 8/10Feinstes Blabla-Entertainment folgte mit der Promo von Great Khali. Während dieser wieder aggresiv irgendwas vor sich hinsabbelte, übersetzt Runjin Singh als ideales Gegenstück dazu sehr kühl. Mich würde mal interessieren, ob das Geplapper von Khali wirklich etwas aussagt.
Finlay vs. The Great KhaliDer Aufbau: Alles begann mit der „lustigen“ Idee bei der Survivor Series den größten und den kleinsten WWE Superstar gegeneinander antreten zu lassen. Finlay rettete seinen Kobold und initiierte damit seinen Face-Turn. Meiner Ansicht nach eine ganz schlechte Idee, denn ein Finlay, der im Ring zu Hornswoggles Musik hüpft, tanzt und lacht, ist einfach lächerlich. Der muss der knallharte Ire sein, der es liebt, zu kämpfen und sonst nichts. Jedenfalls gewinnt er seither in schöner Regelmäßigkeit deutlich seine Matches und wird danach stets vom riesigen Inder ordentlich verkloppt, den er wohl mit seiner Aktion bei der Survivor Series ganz schön wütend gemacht hat.
Das Match: Schön zu sehen war hier, dass Finlay trotz seines Face Turns vor der großen Herausforderung Khali nicht zurückschreckte sondern gleich auf ihn losging. Natürlich war der Inder hier meistens überlegen und punktete mit Chops und Clotheslines in Zeitlupe. Sein Nervehold dauerte dann auch wie immer eine gefühlte halbe Stunde. In der Endphase des Matches hatte Referee Charles Robinson dann viel zu tun, denn es gab einige Ablenkungen. Das gab den beiden Geheimwaffen von Finlay – Hornswoggle und die Shillelagh – dann auch die Gelegenheit ins Match einzugreifen und nach 6:06 Minuten für den Sieg des Iren zu sorgen. Beeindruckend dabei war, wie intensiv und hart Finlays Schlag mit der Shillelagh auch hier wieder ausgesehen hat.
Wie geht es weiter? Der Abwärtstrend von Khali geht weiter. Das einst unbesiegbare Monster verliert nun eine Fehde nach der anderen. Finlay dagegen, der vor seinem Face-Turn sehr häufig verlor, hat nun eine kleine Siegesserie gestartet. Allerdings ist Finlay als Heel wesentlich besser, denn die ganze fröhliche Laune und sein Tanzen mit Hornswoggle wirkt aufgesetzt. Das unfaire Ende dieses Kampfes könnte natürlich zu einem Re-Match der beiden führen, dann aber wahrscheinlich nur bei SmackDown. Eine große Zukunft dürfte die Fehde jedoch nicht haben.
Fazit: 2/10WWE Championship
Randy Orton (C) vs. Chris JerichoDer Aufbau: Seit No Mercy hält Randy Orton den Titel nun und hat dabei zunächst Triple H und dann Shawn Michaels als Herausforderer abgewehrt, auch wenn er dabei nur in den entscheidenden Matches wie ein Champion aussah. Chris Jericho kehrte vor weniger als einem Monat zurück und stieg gleich in das Rennen um den Titel ein, auch wenn Orton ihm zunächst kein Match geben wollte. In den Wochen bis zum PPV gab es unterhaltsame Promos (meist von Jericho) zu hören, beide durften einen Gegner des jeweils anderen bestimmen und sie haben gegenseitig in ihre Matches eingegriffen und sich attackiert. Die Angriffe waren aber stets kurz, so dass man sich bei Armageddon auf die erste richtige physische Auseinandersetzung in dieser Fehde freuen durfte.
Das Match: Jericho bewies in seinem ersten großen PPV Match nach dem Comeback, dass Ringrost für ihn ein Fremdwort ist. Orton dagegen zeigte wie immer seinen raubtierartig lauernden Wrestlingstil, diesmal allerdings glücklicherweise mit nicht ganz so vielen Restholds wie sonst. Es entwickelte sich eine sehr abwechslungsreiche Auseinandersetzung in- und außerhalb des Rings. Scheinbar auch für JBL völlig überraschend schmiss Orton dann den heranstürmenden Jericho über das Pult auf den Kommentator. Anscheinend auch im Eifer des Gefechts schob Y2J anschließend den verdutzten JBL beiseite. Wie schon zuvor am Abend gesehen, sollte aber auch diese Nebensächlichkeit später noch entscheidende Folgen haben. Nach einigen abgewehrten Finishingmoves hatte Jericho Orton in den Walls of Jericho, als überraschend JBL nach rund 17 Minuten in das Match eingriff, dabei Y2J attackierte und so für eine für den Zuschauer mehr als ärgerliche Disqualifikation sorgte.
Wie geht es weiter? Für Randy Orton steht beim Royal Rumble schon der nächste Gegner bereit. Nachdem es nun Jeff Hardy geworden ist, bin ich mir fast sicher, dass der Legendkiller als Champion zu Wrestlemania 24 reisen wird. Ich tippe dabei ja auf ein Match gegen Flair, bei dem er seinem Gimmick entsprechend dessen Karriere beendet. Bei Chris Jericho dagegen ist es fraglich, ob er trotz des DQ-Ausgangs ein Re-Match um den Titel erhält. Vielleicht gibt es beim Rumble sogar ein Triple Threat Match, vielleicht darf er sich noch einmal bei RAW versuchen. Es sieht allerdings ganz nach einer längeren Fehde mit JBL aus, vielleicht mit einem Match bei Wrestlemania. Hier könnten wir uns natürlich auf unterhaltsame Wortgefechte freuen. Es bleibt abzuwarten, ob JBL dabei wieder Vollzeit in den Ring steigt. Interessant wäre dann auch die Frage, ob Y2J im Zuge dieser sich abzeichnenden Fehde zu SmackDown wechselt. Angesichts des Star-Überschusses bei RAW empfände ich dies sogar als gute Idee.
Fazit: 7,5/10Was die nun folgende Szene mit Jillian Hall wieder sollte, wird mir ein Rätsel bleiben. Sie kommt raus, krächzt, nervt und ohne weiteres verschwindet sie wieder. Ganz sinnlos, aber womöglich soll ja eine Story mit ihr und Lilian vorbereitet werden. Jillian vs. Lilian, das reimt sich.
Womens Championship
Beth Phoenix (C) vs. Mickie JamesDer Aufbau: Besonders viel gibt es über dieses Diven-Match nicht zu erzählen. Beth Phoenix wird seit ihrer Rückkehr als schier unbezwingbare Überdiva aufgebaut und gewann dementsprechend sehr überzeugend den Womens Title. Mickie James sicherte sich dagegen bei RAW gegen Melina den No.1 Contender Spot. In der darauf folgenden Woche kam es dann in einem Tag Team Match zur ersten Konfrontation, die Beth klar und deutlich mit dem Pinfall-Sieg über Mickie für sich entschied. Bei Armageddon trafen nun zwei der wrestlerisch besten Damen bei WWE aufeinander und man konnte zumindest ein ansehnliches Match erwarten.
Das Match: Die beiden Diven zeigten, dass einiges möglich ist, wenn zwei Könnerinnen im Ring stehen. Vor allem gefiel mir, dass endlich einmal nahezu jede Aktion sauber ausgeführt wurde. Beth beeindruckte dabei einmal mehr mit ihren unglaublichen Kraft z.B. bei einer locker ausgehobenen Powerbomb und einem Chickenwing-Aufgabegriff. Mickie dagegen zeigte bei einer Headscissor und einem tollen Flying Dropkick ihre Beweglichkeit und hatte die Überdiva fast schon am Rande einer Niederlage. Nach insgesamt 4:55 Minuten ohne erkennbaren Leerlauf langte Beth aber ihr Fisherman Suplex zur Titelverteidigung.
Wie geht es weiter? Mickie James hat sich hier teuer verkauft und konnte Beth mehr zusetzen als alle anderen Gegnerinnen vor ihr. Es scheint aber schon beschlossen zu sein, dass Candice Michelle nach ihrer Rückkehr wieder in die Fehde mit Beth Phoenix einsteigt, also wird für Mickie wohl nur ein weiterer Title-Shot bei RAW herausspringen, den sie nicht nutzen kann. Mir persönlich wäre Mickie als langfristige Gegnerin für das Glamazone aber lieber, denn wie man bei Armageddon gesehen hat, können die beiden ansehnliche Matches auf die Beine stellen.
Fazit: 5/10World Heavyweight Championship
Triple Threat Match
Batista (C) vs. Edge vs. UndertakerDer Aufbau: Eigentlich steht fast seit Beginn des Jahres immer mindestens einer dieser drei Superstars im SmackDown Main Event. Wenn man das Khali-Intermezzo auslässt, meistens sogar in irgendeiner Konstellation gegeneinander. Erst Batista vs. Undertaker, dann Edge vs. Batista und schließlich wieder Undertaker vs. Batista. Jetzt da alle drei fit sind, ist das Triple Threat Match die logische Konsequenz. Die sowieso schon große Rivalität zwischen diesen Dreien wurde dabei seit Edges Rückkehr bei der Survivor Series noch einmal deutlich gepusht und auch Vickie Guerrero und Teddy Long wurden gut in die Storyline miteingebaut, indem abwechselnd Faces und Heel unterstützt wurden. Die Vorfreude auf das Match dürfte bei vielen Fans besonders groß gewesen sein, so auch bei mir.
Das Match: Beim letzten PPV Match des Jahres verdienen sich die Booker von WWE endlich mal den Kreativ-Award, den man ihnen gerne öfters verleihen würde. Die Story zwischen den drei Kontrahenten wurde hier konsequent weitergeführt. Früh im Match wollten der Undertaker und Batista beide auf Edge losgehen, konnten sich aber nicht einigen und attackierten sich stattdessen gegenseitig, wobei Edge häufig davonkommen konnte. Der Rated R Superstar dagegen wollte unbedingt dem Undertaker aus dem Weg gehen und konzentrierte sich daher auf Batista. Die erste überraschende Wendung nahm das Match dann als der Undertaker den Champion im Triangle Choke hatte. Clever läutete Edge den Ringgong und löste so den Griff, ohne den Undertaker angreifen zu müssen. Mir fuhr dabei allerdings ein Schreck in die Knochen, dass das Match hier wegen irgendeiner Lappalie beendet worden sein könnte. Beide Male nutzte Edge danach sein Spear allerdings wenig und er zog sich ganz in seiner Taktik und der Story des Matches entsprechend wieder zurück. In der Folgezeit tauchten dann zwei Edge-Doubles auf (wobei man allerdings erst nach Kampfende mitbekam, dass es zwei Doppelgänger und nicht nur einen gab) und ein unterhaltsames Chaos brach aus. Die Fake-Edges, die dank guter Kameraarbeit dem Vorbild zum Verwechseln ähnlich sahen, durften einstecken und der ultimative Opportunist griff genau zum richtigen Zeitpunkt nach 14:07 Minuten mit einem Stuhl wieder ein. So sicherte er sich den Titel, wobei positiv anzusehen ist, dass auch der (Ex-)Champion dabei gepinnt wurde.
Wie geht es weiter? Diese Sache ist natürlich noch lange nicht vorbei. Edge ist wieder Champion, worüber ich mich mit einem kleinen Jubelschrei kurz vor fünf Uhr morgens sehr gefreut habe. Der Undertaker und Batista werden die Farce, die sich bei Armageddon abgespielt hat, aber nicht auf sich sitzen lassen. Gespannt bin ich auf die Matchansetzung beim Royal Rumble. Wird es wieder ein Triple Threat Match geben? Ich tippe hier eher auf ein Re-Match für Batista, während der Undertaker an der Battle Royale teilnimmt. Nachdem Edge den Titel gegen Batista verteidigt hat, sorgt er für das Ausscheiden des Undertaker. Der holt sich aber bei No Way Out in der angekündigten Elimination Chamber den No.1 Contender Spot, indem er als letzen Teilnehmer noch Batista pinnt. Bei Wrestlemania kommt es dann zum World Heavyweight Title Match Edge vs. Undertaker. Natürlich ist das nur eine subjektive Vermutung und es kann auch ganz anders kommen. Diese Variante erscheint mir aber durchaus wahrscheinlich.
Fazit: 8,5/10Berechnet man den Punktedurchschnitt des PPVs so erhält man einen
befriedigenden Durchschnittswert von 5,96. Allerdings kann man den PPV auch zweigeteilt sehen: Während die vier schwächeren Matches es gerade einmal auf einen Durchschnitt von 4,0 schafften, weisen die vier stärkeren Matches mit 7,86 einen fast doppelt so hohen Punkteschnitt auf. Insgesamt wird mir der PPV vor allem wegen dem Titelgewinn von Edge in guter Erinnerung bleiben.
An dieser Stelle möchte ich mich noch herzlich für eure Aufmerksamkeit bedanken. Über ein kleines Feedback zu dieser PPV-Rezension mit Anregungen, Lob und konstruktiver Kritik an meine Email-Adresse michael.schwartz@bsww.de würde ich mich sehr freuen.