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BSWW.de: Gorges' Corner #91
Von Stefan Gorges
Samstag, 24. März 2007
Gorges‘ Corner beleuchtet in unregelmäßigen Abständen die aktuellen Geschehnisse und Entwicklungen im Wrestling. Das Hauptinteresse gilt hierbei den Shows von World Wrestling Entertainment (WWE). Nachfolgend wird die subjektive Meinung des Autors wiedergegeben. Für Anregungen, andere Meinungen o.ä. zu den folgenden Ausführungen bin ich jederzeit dankbar.


Erneut vielen Dank für eure große Teilnahme an den Umfragen und das stets willkommene Feedback auf diese Kolumne wie auf alle anderen Themen aus der Welt des Pro Wrestlings.

Kenny Dykstra wurde von euch mit etwas mehr als 30% als Favorit für ein zukünftiges Tag Team mit Ric Flair gewertet. Ihm folgte Carlito, welcher mit etwa 17% gewählt wurde. Flair trat bereits in den letzten Wochen im Rahmen der aktuellen Storyline auch zusammen mit Carlito auf und zwang diesen zu verbesserten Leistungen. Dykstra wäre eine interessante Möglichkeit, da dies wohl einen Turn in welche Richtung auch immer zur Folge hätte.

Carlito präsentiert sich nach seiner Fehde mit Ric Flair bei WWE RAW aus meiner Sicht deutlich verbessert und mit neuem Schwung. So wirkt Carlito im Ring nun etwas konzentrierter und verbissener. Obwohl es sich um eine Storyline handelte, war zuletzt bekannt geworden, dass Carlito aufgrund seiner eher lässigen Einstellung bei den Offiziellen von World Wrestling Entertainment (WWE) einen schweren Stand hatte. Ich würde mir wünschen, dass Carlito diese Verbissenheit beibehalten kann.

Matt Hardy wurde von mir an dieser Stelle in der Vergangenheit häufig kritisiert. An dieser Stelle möchte ich Matt einmal loben. In den letzten Wochen hat mir Matt mit seinen Leistungen im Ring imponiert. Die Match-Serie mit Joey Mercury bei WWE Friday Night SmackDown war durchaus sehenswert, was wohl an beiden Workern liegt. Matt fährt völlig zurecht in diesem Jahr zu WrestleMania 22. Wenn nur nicht diese Jubelgesten beim Einzug wären, die eigentlich nach „Non Main Eventer“ rufen...

Innovative und abwechslungsreiche Wortwechsel gehören zum Standard-Arsenal von Mr. Kennedy. Bei WWE Friday Night SmackDown hatte der Shootingstar Anfang des Monates erneut einen guten Spruch parat, als er im Gespräch mit Vince McMahon den Satzbeginn mit „From one Mr. to another“ formulierte.

In der abgelaufenen Woche verkündete World Wrestling Entertainment (WWE) mit Orlando, Florida den Austragungsort von WrestleMania 24 im Jahr 2008. Hierbei wird es sich um die erste Outdoor-WrestleMania seit 1993 handeln. Die Beteiligten sehen diesem Event dem Vernehmen nach mit großer Vorfreude hingegen. Vince McMahon ließ zudem verlauten, dass Las Vegas, Nevada sowie Paris, Frankreich die weiteren Favoriten gewesen seien. Die Nennung von Paris klingt für mich, wenn Vince dies tatsächlich ernst meinte, nach einer Sensation.

Jerry Lawler wird in diesem bekanntlich in die Hall of Fame von World Wrestling Entertainment (WWE) aufgenommen. In der abgelaufenen Woche wurde bekannt, dass „The King“ von Schauspieler William Shatner in die WWE-Ruhmeshalle aufgenommen wird. Die beiden verbindet auch eine gemeinsame Vergangenheit, da Lawler 1995 von Shatner während eines Interviews ausgeknockt wurde.

Chris Jericho meldete sich in der letzten Woche zu Wort und hatte dabei einige interessante Aussagen parat. So lobte Y2J John Cena, Edge sowie Mr. Kennedy für die hervorragende Arbeit mit dem Mic. Kritik hatte der ehemalige WWE Undisputed Champion aber für Extreme Championship Wrestling (ECW) auf Lager. So stellte Jericho die Frage in den Raum, was World Wrestling Entertainment (WWE) mit der neuen ECW erreichen wolle. Jericho erzählte weiter davon, dass er sein Leben abseits des Pro Wrestlings noch sehr genießen würde. Der Ayatollah of Rock’N Rolla stellte klar, dass nur er selbst den Zeitpunkt für sein Vollzeit-Comeback bestimmen würde.

Brock Lesnar steht nun vor seinem PPV-Debüt – im Mixed Martial Arts (MMA). Der ehemalige WWE Heavyweight Champion soll beim PPV in Los Angeles, Kalifornien gegen Hong-Man Choi antreten. Es bleibt abzuwarten, welchen Erfolg Lesnar im MMA haben wird.

Mick Foley künidgte bei einem Auftritt in der Opie and Anthony Radioshow an, dass er nach WrestleMania 23 eine große Ankündigung machen wird. Möglicherweise wird die Hardcore-Legende ein in irgendeiner Art und Weise geartetes Comeback bei World Wrestling Entertainment (WWE) verkünden. Vielleicht bekommt Theodore R. Long einen Nachfolger als General Manager von WWE Friday Night SmackDown...

World Wrestling Entertainment (WWE) hat in den vergangenen Tagen wirklich dafür gesorgt, dass die Besonderheit von Gauntlet Matches verflogen ist. So wurden in kurzer Abfolge Babyface-Teams wie Degeneration X oder Shawn Michaels & John Cena in diese Matches gebookt. Das alleine wäre ja nicht so schlimm gewesen, doch am Ende des jeweiligen Segments stand das Babyface-Team als deutlicher Sieger dar, während die Tag Team Division in eine andere Richtung schlitterte. Dabei würde keiner der beteiligten Wrestler am Standing verlieren, wenn er nach zwei kräftezehrenden Matches im dritten Kampf gegen ein etabliertes Heel-Team (MNM, „The World’s Greatest Tag Team“, Lance Cade & Trevor Murodch) verlieren sollte. Stattdessen würde dieser Sieg dem Heel-Team unglaublich positiv zu Gesicht stehen. In diesen Tagen gibt es, zumindest bei WWE RAW, keine ernsthaften Tag Teams mehr. Die WWE World Tag Team Titles werden nur noch sehr selten gehalten und werden als Puzzle-Teil in der Storyline um den WWE Heavyweight Title zwischen John Cena und Shawn Michaels missbraucht.

Ich denke, Jonathan Coachman macht in diesen Tagen einen sehr guten Job. Coach füllt seine Rolle als Heel (im Co-Team mit Vince McMahon) sehr gut aus. Zudem ist er mittlerweile als Kommentator bei WWE Sunday Night Heat etabliert. Außerdem steht ihm bei WWE Sunday Night Heat mit Todd Grisham ein guter Partner zur Seite.

Es sind nur noch acht Tage bis WrestleMania 23. Normalerweise würde ich mich zu diesem Zeitpunkt bereits auf eine stressige Reise vorbereiten, da ich seit 2002 jede WrestleMania live in den USA verfolgt habe. In diesem Jahr habe ich mich gegen Detroit und für London und die WrestleMania-Revenge Tour in Form von TV-Tapings entschieden. Die unglaubliche Atmosphäre, die man bei WrestleMania in der Halle verspürt, werde ich sicherlich vermissen. Über die Jahre hinweg habe ich viele schöne Momente mit den diversen Mania’s erleben dürfen. Wrestling ist schon ein sehr verrücktes Business, wenn ich mir z.B. überlege, wieviele Kilometer und auch wieviele Dollar ich für die größte Veranstaltung im Wrestling investiert habe. Bis zum diesem Tag bereue ich aber keine der getätigten Investitionen.

Jede der verfolgten WrestleMania’s hatte sicherlich ihre eigenen Geschichten. WrestleMania 18 war aus meiner Sicht einfach schon deshalb ein Highlight, da ich Toronto als meine persönliche Lieblingsstadt kennenlernen durfte. Toronto ist generell eine sehr saubere Großstadt mit sehr vielen verschiedenen Kulturen. Der Besuch im SkyDome war ein tolles Erlebnis, denn immerhin sorgten fast 70.000 Zuschauer für eine unglaubliche Stimmung. Aus irgendeinem Grund ist mir noch die sehr gute Tonqualität in der Halle in Erinnerung... Highlights waren sicherlich die Matches zwischen Stone Cold Steve Austin und Scott Hall sowie The Undertaker vs. Ric Flair. Es war und ist immer ein besonderes Erlebnis, Austin live erleben zu dürfen. Etwas unter ging bei WrestleMania 18 der Main Event zwischen Triple H und Chris Jericho. Dafür sorgte der emotionale Höhepunkt, der Kampf zwischen The Rock und Hulk Hogan. Wenn es eines Beispieles bedurft hätte, wie wichtig die aktive Anteilnahme der Fans im Wrestling ist, bekam man hier die Antwort. Indikator für eine dauerhafte Erinnerung an WrestleMania war hinterher die nicht mehr vorhandene Stimme bei der Ankunft im Hotel. Erstaunlich klingt für mich auch heute noch die These, dass eine WrestleMania für den Fan gemeinhin auch sehr anstrengend ist. Sämtliche zuvor getätigte Planungen über Besuche in Nachtclubs, Pubs etc. wurden wegen Kraftlosigkeit gestrichen...

WrestleMania 19 war in der Reihe der von mir besuchten Großveranstaltungen die am wenigsten positive Reise. Trotzdem gab es auch hier gute Momente und Erinnerungen. Die Stunden vor Showbeginn bereits hunderte Meter lange Warteschlange vor der Halle gehört sicherlich nicht dazu. Die Show selbst lieferte eigentlich drei Höhepunkte. Das insgesamt dritte Match The Rock vs. Stone Cold Steve Austin bei WrestleMania gehörte dazu. Es sollte der letzte WM-Kampf von Austin sein. Es war schon unglaublich anzusehen, welchen Arbeitseinsatz und welche Leidenschaft Austin in dieses Match steckte, um The Rock nach dessen Niederlagen bei WrestleMania 15 und 17 endlich den verdienten Sieg zu gewähren. Die Qualität des Matches gewann noch an Bedeutung, da Austin die Nacht vor WrestleMania aufgrund von Herz- und Kreislaufproblemen im örtlichen Krankenhaus in Seattle, Washington verbringen musste. Rocky bedankte sich nach dem Match noch im Ring mit einem von den TV-Kameras nicht gesehenen respektvollen Klaps. Viele Emotionen gab es auch im Match zwischen Hulk Hogan und Vince McMahon, erst recht, als Roddy Piper hinzu kam. Der Main Event zwischen Brock Lesnar und Kurt Angle war eine technisch einwandfreie Angelegenheit, wenn auch man als Fan in der Halle zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich k.o. war. Angle setzte hierbei seine bei WrestleMania 18 gestartete Miniserie der unrunden Finisher fort, wenn gleich auch ihn hier bei der missglückten Shooting Star Press von Lesnar keine Schuld traf. Nach der Show interessierten wir uns dann auch nur für den Gesundheitszustand von Brock Lesnar.

WrestleMania 20 kehrte an den Ort ihres Ursprungs zurück, denn man veranstaltete im Madison Square Garden (MSG) in New York City. Der Times Square war schon eine sehr interessante Erfahrung. Kaum zu glauben, dass man als New Yorker Burger diesem Stress und Lärm regelmäßig ausgesetzt sein möchte. Besonders bei Nacht lohnt sich ein „Spaziergang“ durch New York City. Im Vergleich zu den Vorjahren wurde WrestleMania wieder in einer kleineren Halle abgehalten, denn in New York waren „nur“ etwa 20.000 Zuschauer anwesend. Eine besondere Stimmung herrschte im Match zwischen Brock Lesnar und Bill Goldberg. Die Fans zeigten wenig Interesse am Ausgang des Kampfes, da im Vorfeld klar war, dass beide Worker WWE in Kürze verlassen würden. Lediglich Stone Cold Steve Austin bekam einmal mehr laustarke Publikumsreaktionen. Der Main Event, ein Triple Threat Match zwischen Triple H, Shawn Michaels und Chris Benoit, entwickelte sich zu einer sehr spannenden und fast dramatischen Angelegenheit. Die Freude und der Respekt waren umso größer, als sich Chris Benoit schließlich mit dem WWE World Heavyweight Title krönen durfte. Die nachfolgende Feier von Chris Benoit, Dean Malenko und Eddie Guerrero war von großer Emotionalität geprägt.

WrestleMania 21 fand in Los Angeles, Kalifornien statt. L.A. war natürlich auch wieder eine Reise wert. Die Menschen in der Stadt waren, wie eigentlich in allen bisher besuchten US-Städten, sehr freundlich und zuvorkommend. Man muss wirklich mal persönlich erlebt haben, welchen Technik- und Service-Vorteil die USA im Vergleich zu Deutschland besitzen. Bei WrestleMania wurden mit John Cena und Batista zwei neue Superstars geworden, da beide ihre Titelmatches gegen John „Bradshaw“ Layfield resp. Triple H gewinnen konnten. Besonders sehenswert- und hörenswert war der neuerliche Auftritt von Motorhead. Das absolute Wrestling-Highlight war der Klassiker zwischen Shawn Michaels und Kurt Angle. Aus meiner Sicht ist dies das technisch beste Wrestlingmatch aller Zeiten. Im Nachgang hierzu war eigentlich schade, dass dieser Kampf nicht immer die richtige Würdung erhielt, da man bereits im Vorfeld immer wieder von einem Klassiker usw. sprach. Die Erwartungen noch zu übertreffen, war quasi unmöglich. Aus emotionaler Sicht in Form von Psychologie usw. ist für mich das I Quit Match zwischen Bret Hart und Stone Cold Steve Austin das Highlight schlechthin gewesen.

Im letzten Jahr war ich noch bei WrestleMania 22 in Chicago, Illinois. Die Stadt an sich hatte sicherlich keine sonderlichen Höhepunkt im Vergleich zu anderen US-Städten. Bei der Show war der Street Fight zwischen Vince McMahon und Shawn Michaels ein Höhepunkt. Vince ist als Schauspieler einfach unschlagbar. Zudem kam es zu einem emotionalen Titelgewinn für Rey Mysterio, welcher dem wenige Monate zuvor verstorbenen Eddie Guerrero diesen Titelgewinn widmete. Ebenfalls sehr interessant war der Main Event zwischen Triple H und John Cena. Schon eine Nacht zuvor haben wir bei den Feierlichkeiten zur WWE Hall of Fame 2006 deutlich gemacht, dass Triple H hier der klare Favorit sein würde, obwohl WWE ihn zu diesem Zeitpunkt als Heel in Form von King of Kings präsentierte. Das Match war daher einer der wenigen WM-Main Events, welche die Fans noch zum Ende einer langen Nacht fesselte und zu lautstarken Publikumsreaktionen verleihte. Die Aufgabe von Triple H war mit Sicherheit einer der größten Sensationen in der Geschichte des Pro Wrestlings.

Die neue Frage der Woche beschäftigt sich dann auch natürlich mit WrestleMania 23. Wer wird sich in den beiden großen Titelmatches bei WrestleMania 23 (John Cena vs. Shawn Michaels sowie Batista vs. The Undertaker) eurer Meinung nach durchsetzen? Interessieren würden ich mich an dieser Stelle für die aus eurer Sicht denkbaren Matchausgänge, auch wenn diese nicht den eigenen Wünschen entsprechen.


Vielen Dank für euer Interesse an dieser Kolumne. Bis zum nächsten Mal.


Feedback könnt ihr direkt an steve_austin@gmx.at richten.


Ich würde mich freuen, euch voraussichtlich am Mittwoch zur nächsten Ausgabe von Gorges‘ Corner begrüßen zu dürfen.
COMING SOON
 
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