
Gorges‘ Corner beleuchtet in unregelmäßigen Abständen die aktuellen Geschehnisse und Entwicklungen im Wrestling. Das Hauptinteresse gilt hierbei den Shows von World Wrestling Entertainment (WWE). Nachfolgend wird die subjektive Meinung des Autors wiedergegeben. Für Anregungen, andere Meinungen o.ä. zu den folgenden Ausführungen bin ich jederzeit dankbar.
WWE Backlash 2007 ist Geschichte. Für mich eine gute Gelegenheit, die einzelnen Matches einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und die Auseinandersetzungen mittels eines Punktesystems von 1 (sehr schlecht) – 10 (Weltklasse) zu bewerten.
The Hardy Boyz vs. Lance Cade & Trevor Murdoch – WWE World Tag Team ChampionshipDieses Match war der eigentlich auch erwartete Opener. Die immer noch sehr neumodischen Hardy Boyz trafen hier auf das eher traditionell ausgeprägte Tag Team der Cowboys. Der Kampf wusste sehr zu überzeugen, was insbesondere daran lag, dass die Herausforderer sehr viele Offensivaktionen ausführen durften. Somit hatte der Kampf eigentlich keine wirklichen Ruhepausen. Murdoch durfte hier sogar seinen spätestens seit Montag umstrittenen Finishing-Move erneut zeigen. Zum Ende hin war eigentlich jeder Kampfausgang möglich, wobei die erfolgreiche Titelverteidigung für die Hardy Boyz letztlich das zuvor erwartete Kampfergebnis bestätigte. Das Match war insgesamt sehr unterhaltsam und abwechslungsreich. Es bleibt zu hoffen, dass Cade und Murdoch nun wieder dauerhaft als ernsthafte Herausforderer auf die WWE World Tag Team Titles eingesetzt werden.
Rating: 9.0Melina vs. Mickie James – WWE Womens ChampionshipDie WWE Womens Division besteht bei WWE RAW praktisch nur aus drei Wrestlern, wobei Victoria diesmal aussetzen musste. Melina und Mickie James gehören aber zweifellos zu den besseren Womens Wrestler, weshalb sich hier ein ansehnliches Match entwickelte. Melina überzeugte hier einmal mehr in der Rolle als verbissene- und aggressive Titelträgerin. Während die mittlere Phase des Kampfes etwas langsam wirkte, sorgten die beiden Damen zum Ende hin für etwas schnellere Action. Positiv bleibt auch zu erwähnen, dass Melina hier mal völlig fair den Sieg einfahren durfte.
Rating: 7.0Chris Benoit vs. MVP – WWE United States ChampionshipMVP präsentierte sich hier wieder von seiner besten Seite und bewies weiterhin einen Qualitätsanstieg seiner Leistungen im Ring. Benoit stand Montel Vontavious Porter beim anfänglichen Mat-Wrestler natürlich in nichts nach und so machte es einigen Spaß, die Aktivitäten zwischen den Ringseilen zu verfolgen. Etwas überraschend durfte MVP bei diesem PPV große Teile des Kampfes bestimmen. Es ist schon beachtlich und positiv anzumerken, wie unterschiedlich die einzelnen Kämpfe zwischen diesen beiden Wrestlern zuletzt doch gestaltet wurden. Schade nur, dass der Kampf nicht noch einige Minuten längern dauern durfte. Es war auch bemerkenswert, dass sich hier wieder Benoit durchsetzen konnte. MVP scheint einiges leisten zu müssen, um die Offiziellen von World Wrestling Entertainment (WWE) von einem Titelgewinn zu überzeugen. Meine Zustimmung hat er bereits jetzt.
Rating: 9.0Bobby Lashley vs. Shane McMahon, Umaga & Vince McMahon – ECW World ChampionshipDie Tatsache, das Vince McMahon als letzter Teilnehmer seines Teams in die Halle kam, ließ schon mal nichts gutes erahnen. Umaga hätte es eigentlich insgesamt verdient gehabt, mehr im Mittelpunkt zu stehen, da er ja zumindest ein Teil der Zukunft von World Wrestling Entertainment (WWE) sein wollte. Nicht bestätigt wurden die durch das vorherige Backstagesegment hervorgerufenen Anzeichen, wonach sich die McMahon‘ s untereinander nicht über den Sieger einigen könnten. Shane glänzte hier in der für ihn so passenden Rolle des immer sportlichen Stuntmans. Ansonsten wirkte der Kampf etwas unrund, was wohl an der Teilnahme der McMahon’s lag. Viel besser hätte man mal ein vernünftiges Einzelmatch zwischen Lashley und Umaga präsentieren könnten. Wirklich überrascht durfte hinterher keiner mehr sein, als sich Vince McMahon zum ECW World Champion krönte und mehr als eine Ehrenrunde absolvierte. Interessant, in welche Richtung die dazugehörige Storyline gehen wird. Dies war der schwächste Kampf des PPV’s.
Rating: 5.0The Undertaker vs. Batista – Last Man Standing Match for the WWE World Heavyweight ChampionshipDieser Kampf startete bedächtig und für ein Match mit dieser besonderen Kampfklausel sehr normal und fair. So wirkte es doch schon etwas paradox, dass Batista nach einer einzigen Clothesline den 10-Count des Ringrichters verlangte, um nach Luft zu schnappen. Der weitere Verlauf des Kampfes erinnerte dann schon mehr an das spektakuläre Last Man Standing Match zwischen John Cena und Umaga vom WWE Royal Rumble 2007. So wurde u.a. das Kommentatorenpult für eine waghalsige Aktion des Undertaker eingesetzt. Bemerkenswert war auch, dass der Undertaker das Match nicht mit dem Tombstone Piledriver beenden konnte, da Batista bei 9 wieder auf den Beinen war. Überzeugen konnte der das Match beendende Spot auf der Rampe, der den Kampf hierzu passend mit einem Unentschieden zu Ende gehen ließ. Durch dieses Finish sind in der Zukunft weitere Aufeinandertreffen zwischen den beiden Wrestlern möglich. Dies war eines der besseren Matches von Batista in der jüngeren Vergangenheit.
Rating: 8.0John Cena vs. Shawn Michaels vs. Edge vs. Randy Orton – WWE Heavyweight ChampionshipHier wurde den Fans ein krönender Main Event präsentiert. Randy Orton konnte man anmerken, dass er offenbar eine empfindliche Bestrafung durch World Wrestling Entertainment (WWE) über sich ergehen lassen musste. Er wirkte daher so, als ob er unter großem Leistungsdruck stehen würde. Schade, denn das zum Legendkiller passende Grinsen war bei WWE Backlash nicht so weit ausgeprägt. In dem Match machte Orton genauso wie alle Mitstreiter eine sehr gute Figur. Das Match hatte keine Pausen, was bei einem Fatal Four Way Match aber auch keine Überraschung darstellt. Die vier Wrestler durften sämtliche Paradeaktionen austeilen. Ein ganz klares Finish wurde hier jedoch verweigert, da Cena nach einer Sweet Chin Music von Michaels auf den am Boden liegenden Randy Orton fiel und dies zur erfolgreichen Titelverteidigung ausreichte. Der einzige Makel in diesem Match war die Tatsache, dass Edge und Randy Orton in diesem Match neben John Cena und Shawn Michaels wie Nebendarsteller aussahen.Trotzdem war es ein klasse Main Event für diesen PPV.
Rating: 9.0Insgesamt war
WWE Backlash 2007 eine hervorragende Großveranstaltung von World Wrestling Entertainment (WWE). Hatte ich vor dem Beginn der Show noch Bedenken, da einzig 6 Matches etwas wenig wirkten, wurden diese nicht bestätigt. Schließlich wurde den Fans aus meiner Sicht der beste WWE-Wrestling PPV seit vielen Monaten geboten. Die Backstagesegmente wurden sehr kurz gehalten und so erhielten die 6 Matches auch die passenden Kampfzeiten. Auch wenn WrestleMania 23 sicherlich jedes Jahr alleine schon wegen der Bedeutung und Tradition der Höhepunkt sein wird, konnte die Mania Nr. 23 mit der Wrestlingaction von Backlash keinesfalls mithalten.
Der PPV erreichte ein durchschnittliches Rating von
7.83 Punkten. Im Vergleich mit den WWE-Großveranstaltungen der letzten Monate erreichte man damit auch den verdienten Spitzenplatz:
WWE Backlash 2007 (7.83)WWE No Mercy 2006 (7.43)
WWE New Year’s Revolution 2007 (7.29)
WWE Royal Rumble 2007 (7.0)
WWE No Way Out 2007 (6.78)
WWE Armageddon 2006 (6.71)
WWE WrestleMania 23 (5.94)
WWE Survivor Series 2006 (5.86)
WWE Cyber Sunday 2006 (4.14)
Der nächste WWE-PPV ist
WWE Judgment Day 2007. Dieser WWE-Event findet am 20. Mai 2007 in St. Louis, Missouri statt.
Vielen Dank für euer Interesse an dieser Kolumne.
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Ich würde mich freuen, euch am Mittwoch zur nächsten Ausgabe von Gorges‘ Corner begrüßen zu dürfen.